Marokko Okt. - Dez. 2015

Anfang Oktober bis Dezember 2015 reisten wir nach Marokko - dieses wunderschöne Land, im Nordwesten von Afrika. Lest den nicht ganz vollständigen Reisebericht unser Marokkoreise.

Erster Bericht

Hallo lieber Leser! Da bin ich also mal wieder auf Reisen.

Wie ihr nun zwischenzeitlich wisst, geht es diesmal nach Afrika. Genau gesagt nach Marokko

Dort werde ich dann am Samstag den 17. Oktober meine liebe Frau in Casablanca in die Arme nehmen.
Was ich bis dahin erlebe, erzähle ich euch mit diesen Berichten.

KM-Stand Oststeinbek: 180422

Gestartet bin ich am Donnerstag, den 01. Oktober etwa gegen 11:00 Uhr in Oststeinbek. Ich war bereit zum Abfahren, aber mein Navi blieb einfach nur schwarz. Ich also wieder zurück in die Wohnung und das Navi am stationieren Rechner angeschlossen. Auch da tat sich zunächst nichts. Also ins Internet und bei TomTom nachgefragt, wie denn bei diesem Navi ein Reset durchgeführt wird. Das ist in Grunde genommen ganz einfach: Man muss nur den Einschalt-Taster für etwa 10 Sekunden gedrückt halten. Als ich das gemacht hatte, kam endlich das bekannte TomTom Einschalt-Geräusch und das Gerät funktioniert wieder. Endlich konnte es nun wirklich losgehen. Ich programmierte noch die erste Anlaufstelle: Truckpoint in Buchholz. Liegt etwa 50 Km vor Hannover. Dort hatte ich mir tel. 2 Dichtungs-O-Ringe 20"" für meine Reifen bestellt. Diese Dichtungsringe müssen bei einem Reifentausch erneuert werden. So ein Gummi-Ring hat vor 3 Jahren etwas 12 € gekostet. Als mir die Verkäuferin dann die Rechnung präsentierte bin ich fast umgekippt. Kostet doch jetzt das besagte Teil mit MwSt. gut 40 €.

Nach diesem Schock ging es dann weiter nach Attendorn. Das liegt etwa bei Dortmund. Ich brauche fürs Mobbi ein neues Ceranfeld. Das alte funktioniert mit seiner gesprungenen Glasfläche nicht mehr richtig. Also hatte ich mich im Internet schlau gemacht und eine kleine Firma gefunden, die Ceranfelder anbietet. Diese kleine Firma heist Pabst Air-Tec. Ich wollte mir das Ceranfeld erst einmal ansehen und als ich das Teil dann sehen und die Funktionalität bestaunen konnte, war ich begeistert und habe das gut Stück gleich geordert. Ich kann es dann auf der Rückfahrt abholen. Die lieben Leute von Pabst Air-Tec gaben mir dann noch den Tipp, an der Listertalsperre zu übernachten. Sie führten mich dorthin und ich hatte nach dem Abendessen eine wirklich ruhige Nacht.

KM-Stand Listertalsperre: 180833 - gefahrene KM 411
Mit diesem Kilometerstand fuhr ich dann weiter nach Trier. Diese schöne Stadt liegt auf dem  Weg nach Luxemburg. Hier möchte ich die Tanks für die Reise bis nach Andorra mit preisgünstigem Dieselkraftstoff auffüllen. In Trier weiß ich auch, wo ich Übernachten kann. Wir waren ja schon in unserem Sommerurlaub hier. Außerdem musste ich noch zu Aldi und für morgen und übermorgen einige Nahrungsmittel einkaufen, da die Geschäfte ja am 03. und 04. Okt. geschlossen sind. Leider war es in Trier keine ruhige Nacht, denn Abends fanden sich Fahrer mit ihren amerikanischen und aufgemotzten Fahrzeugen auf dem Parkplatz ein. Ihr könnt euch sicherlich denken, was dann am Abend so geschah: Die lieben Leute fuhren so manche Runde, starteten aber mit Blitzstart, d.h. mit quietschenden Reifen und dröhnenden Motoren. Und das ging fast bis 00:00 Uhr. Dann fuhren einige ganz weg - jedoch ein harter Kern blieb bis gegen halb drei Uhr in der Früh. Sie bewegten zwar nicht mehr ihre Fahrzeuge, aber die Unterhaltung die sie führten war fast genauso laut und nervte enorm. An meinen Schönheitsschlaf war nicht zu denken. Habe dann etwas länger in den Tag hinein geschlafen und bin dann weiter nach Luxemburg. In Luxemburg habe ich erst mal meine beiden Tanks voll gemacht. Hier ist der Dieselpreis mit 97,3 €-Cent preisgünstiger als in Oststeinbek, wo ich mit € 1,05 pro Liter auch ganz zufrieden war.
KM-Stand Trier: 181083 - gefahrene KM 250, Gesamt-KM 661
 
Dann ging  die Fahrt weiter immer Richtung Süden. Am Nachmittag fing es an zu regnen und ich fand dann kurz hinter Dijon ein Industriegebiet mit einer Sackgasse. Hier war es absolut ruhig und ich erholte mich von der vergangenen Nacht.
KM-Stand Dijon: 181463 - gefahrene KM 380, Gesamt-KM 1041

Von Dijon ging es dann weiter und gegen Abend kam ich in Rodez an. Auch hier suchte ich das Industriegebiet auf und stellte mich auf einen großen Platz.
KM-Stand Rodez: 181979 - gefahrene KM 516, Gesamt-KM 1557

Die letzte Nacht war im Vergleich zur Nacht davor nicht ganz so ruhig, denn schon am frühen Morgen starteten die hier parkenden LKW's ihre Kühlaggregate und die brummen doch ganz schön. Dazu kam dann noch das Motorengeräusch der Lkws die meinen Schönheitsschlaf doch störten. Also machte ich mich nach einem Frühstück relativ zeitig auf den Weg weiter Richtung Süden. Ich fuhr Richtung Andorra denn hier wollte ich noch einmal günstig tanken. Es ging über Carcassonne und Quillan nach Andorra hoch. So richtig rein in die Berge. Und ich fuhr dutzende von Serpentinen rauf und runter. Hier musste ich mich voll konzentrieren. Die Motorbremse und der 2. bzw. manchmal nur der 3. Gang hatten voll auf zu tun. Mobbi meisterte alles bravourös. Dann in Andorra bekam ich den Dieselkraftstoff für 87,8 €-Cent. Da frohlockte mein Portmonaie. Ich hielt mich hier in Andorra aber gar nicht lange auf (obwohl zollfreies Gebiet) und fuhr weiter Richtung Spanien. An der Grenze wurde ich noch voll kontrolliert, d. h. der Grenzbeamte fragte mich nach Schnaps und Zigaretten. Da ich nichts gekauft hatte konnte ich ihm alle Türen und Klappen öffnen - er bestand darauf dies gründlich zu überprüfen. Nachdem ich diese Prozedur überstanden hatte könnt ich meine Reise fortsetzen. Ich fuhr noch gut 120 KM weiter und  gegen Abend machte ich dann den nächsten Stopp in LLeida. Ich bog von der Hauptstraße ab und machte es mir neben einer Obstplantage (war schon alles abgeerntet) bequem. Die Nacht war erholsam und erquickend.
KM-Stand Lleida: 182462 - gefahrene KM 483, Gesamt-KM 2040

Von Lleida ging es weiter Richtung Zaragoza. Auf dem Weg nach Zaragoza waren Arbeiter mit diesen modernen Sensen dabei, das Gras vom Mittelstreifen ab zu mähen. Dabei wurde just in dem Moment, wo ich vorbei fuhr ein Stein hochgeschleudert und traf meine Scheibe. Rums machte es, und ich habe ein weiteres Loch in der Frontscheibe. So ein Schiit. Das Loch sitzt in etwa dort, wo mein Navigationsgerät an der Innenscheibe befestigt ist. Nur 5 cm höher. Ich hoffe, dass die Scheibe hält und nicht reißt. Bis jetzt habe ich noch kein Carglass-Unternehmen gefunden, die die Scheibe reparieren können. Also abwarten und hoffen. Von Zaragoza ging es dann weiter auf Mautfreier Autobahn Richtung Madrid. Um Madrid lenkte mich mein Navi herum und das war auch gut so, denn der Verkehr dieser riesigen Stadt ist einfach unerträglich. Ich kam am Abend dann in Santa Cruz de Mudela an und fand hier und diesem kleinen Ort einen Einkaufsladen, wo ich meine Vorräte ergänzen konnte. Auf einem größeren, aber sandigen Platz machte ich es mir bequem und verbrachte eine ganz entspannte Nacht.
KM-Stand Santa Cruz de Mudela: 183110 - gefahrene KM 648, Gesamt-KM 2688

Am nächstes Tag ging es ausgeruht weiter nach Granada. Ich wollte mir gerne die Alhambra ansehen. Das Navi brachte mich auch gut den Berg zur Alhambra hinauf. Dort gibt es dann kostenpflichtige Parkplätze. Ich stellte also das Fahrzeug ab. Und machte mich auf den Weg zu den Kassenhäuschen. Hier herrschte schon riesiger Andrang. Ich stellt mich bei ans Ende einer Schlange und nach einer guten halben Stunde des Wartens kam ein uniformierter Beamter und sagte uns: finito Billett, was so viel heißt, das es keine Tickets mehr gibt. Na Bravo. Also ging ich noch ein Stückchen um die Außenmauern herum um vielleicht noch etwas zu sehen, aber außer 2 Torbögen und einigen Mauern gab es weiter nichts zu sehen. Also machte ich mich zurück und bezahlte am Parkplatz noch meine Gebühr von 5 € und fuhr innerlich doch ein bisschen verärgert weiter. Ich fuhr an diesem Nachmittag noch bis nach Los Barrios. Hier gibt es - so die Wohnmobil-Szene - bei dem Schiffs-Agenten "Carlos" die preiswertesten Tickets für die Überfahrt nach Marokko. Ich erkundigte mich, wo ich diesen Agenten finden kann und fand ihn dann auch - gleich neben einem Restaurant. Ich ging hinein und erkundigte mich nach den Öffnungszeiten. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Ich suchte mir dann noch ein ruhiges Übernachtungsplätzchen und fand einen geeigneten Platz neben eine Siedlung mit kleinen Häusern und Wohnungen.
KM-Stand Los Barrios: 183572 - gefahrene KM 462, Gesamt-KM 3156

Gegen Mittag des folgenden Tages ging ich dann zu "Carlos". Ich bezahlte für die Hin- und Rückfahrt von Algeciras nach Tanger-Med. 200 €. Guter Preis. Dann bekam ich zu den Fährtickets noch die obligatorische Geschenktüte mit folgendem Inhalt: Flasche Rotwein und ein Stück Kuchen/Biskuit. Darauf  ging es zum nicht weit entfernten Lidl um noch meine Vorräte zu ergänzen. Nun fuhr ich zum Hafen von Algeciras und fand auch bald die Linie, die auf meinen Ticket stand: Balearus. Die nächste Überfahrt war für 16:00 Uhr geplant. Ich hatte noch 2 Stunden Zeit. und beobachtete die Einschiffung bei den anderen Fährgesellschaften. Um 16:15 Uhr kam die Fähre und es ging an Bord. Alles verlief problemlos und gegen 16:30 Uhr setzte sich das doch große Schiff in Bewegung. Gegen 18:00 fuhr ich von Bord und befand mich auf marokkanischem Boden. Jetzt die Zollformalitäten abschließen und dann auf Richtung Tanger. Das war zunächst nicht so ganz einfach, denn irgend einige Sicherheitskräfte in gelben Westen schickten mich mit meinem Fahrzeug zur Zollabfertigung für Frachtgüter. Dort angekommen wollten mich Schlepper für l00 € durch den Zoll bringen. Ich lehnte selbst bei 50 € ab und ging in Zollgebäude. Dort herrschte Chaos an Menschen mit irgendwelchen Frachtpapieren und Dokumenten.Ich sprach einen hinter einer Scheibe sitzenden Mitarbeiter an und da ich ihn akustisch nicht verstand kam er aus seinem Zimmer heraus und fragte mich was ich für ein Problem hätte. Ich sagte ich das ich Tourist bin und nach Marokko  einreisen möchte. Er konnte mir nicht weiterhelfen und verwies mich in das angrenzende größere Zimmer wo ich mein "Problem" mit dem Chef klären sollte. Ich sagte wieder mein Sprüchlein auf (Tourist und Einreise nach Marokko) und ich ergänzte diesmal, das ich noch ein Fahrrad und einen Bootsmotor dabei hätte. Er besprach sich mit seinen Kollegen und sagte mir dann endlich, dass er nichts machen kann, ich solle zurückfahren , denn hier sei die Abfertigung für die Fracht-Lkws. Ich fragte noch wo ich denn hin müsste und er sagte zu mir das Gate 1 richtig ist. Ich also zurück und fragte mich durch zu Gate 1. Endlich hatte ich den richtigen Abzweig (es gab nicht einen einzigen dienlichen Hinweis für die Ausfahrt für Touristenfahrzeuge) erfunden und kam an eine Polizei-/Grenzbeamten-Station. Da standen noch zwei andere Fahrzeug und wurden gerade abgefertigt. Wie leicht und locker es hier zu ging! Ich war erstaunt. Der Grenzbeamte gab mir ein Formular (für meine Fahrzeugdaten) was ich ausfüllen musste und der Polizist überprüfte meinen Pass. Nach dieser einfachen Kontrolle und ein bisschen Small-Talk mit einem hochrangigen Grenzbeamten konnte ich das Hafengebiet Richtung Tanger verlassen. Zwischenzeitlich war es schon 19:00 Uhr geworden und ich hatte noch keinen Platz. Ich suchte nach irgendeinem Stellplatz und fand dann auch bald einen. Ich machte mir noch was zu essen und wollte schon bald zu Bett gehen, als mehrere Polizisten und Militärsoldaten mit Taschenlampen gegen das Fahrzeug leuchteten. Ich öffnete das Fenster und kam mit den Leuten ins Gespräch. Sie sagten mir, sie wären auf meine Sicherheit bedacht und dieser Platz sei nicht sicher. Die Polizisten sagten mir dann, ich könne auf dem Gendarmerie-Platz vor der Polizei-Kaserne übernachten. Dort sei es sicher. Also packte ich schnell meine Sachen weg und wir fuhren zur Polizeikaserne etwa 5 KM zurück. Dann bogen wir recht ab und fuhren einen ziemlich steilen Berg hoch. Die Polizisten wiesen mir dann einen Platz an (zwar nicht ganz gerade) aber doch so gut, dann ich gut übernachten konnte. Ich stieg dann noch aus und die 2 Polizisten verabschiedeten sich von mir per Handschlag und gingen in das Polizeigebäude. Nach diesem Abenteuer ging auch ich bald zu Bett und fand doch erst nach einer ganzen Weile meinen Schlaf.
KM-Stand Tanger-Med: 183572 - gefahrene KM 38, Gesamt-KM 3194

Heute ist Montag, der 12. Oktober 2015
Habe das ganze letzte Wochenende schon mal marokkanisches Flair beschnuppert. Habe kurz hinter Tanger-Med am Ozean einen netten Platz für ein Sonnenbad gefunden. Hier konnte ich dann einem Marokkaner aus der Patsche helfen: Er hatte sich am Strand im Weichsand festgefahren. Er war verzweifelt am Schaufeln, brachte sein Fahrzeug aber nicht heraus.
Mobbi Extra III zog ihn ohne Probleme aus diesem tiefen Sand.
Bild vom Mobbi in Marokko ...

Bin dann am Nachmittag weitergefahren. In den nächsten Ort. Der Ort bzw. die kleine Ortschaft hat den Namen Assilah. Es waren gerade mal 50 km. Musste dazu allerdings schon mal durch Tanger durch. Mein Gott, wie die Leute hier Autofahren. Da wird gehupt, gedrängelt und so schnell gefahren, als gäb es keinen anderen Verkehrsteilnehmer mehr. Ich hielt mich ganz dezent zurück und fuhr langsam und bedächtig durch diese Stadt. Zwischendurch machte ich noch schnell den halbleeren Tank wieder voll. Für umgerechnet 81 €-Cent. Auf dieser Tour bis jetzt der niedrigste Preis für den Liter Diesel. Kurz vor der allmählich einsetzenden Dämmerung kam ich in Assilah an. Hier parkte ich das Fahrzeug an einem bewachten Stellplatz und für umgerechnet 5 € konnte ich hier auch übernachten. Leider spielte das Wetter gar nicht mehr so recht mit, denn gerade als ich dieses Städtchen am erobern war, setzte kräftiger Regen ein. Trotzdem sah und spürte ich schon eine ganze Menge von der Lebensweise der Marokkaner. Andauernd wurde mir was zum Kauf angeboten, und seien es nur Erdnüsse. Als ich zurück an meinem Fahrzeug war, standen direkt neben dem Fahrzeug etliche Kamele. Der Hüter dieser Tiere fragte mich, ob ich mich wohl wo anders hinstellen könnte, (es war wohl sein "Verkaufsplatz") was mir nicht schwer fiel, denn es gab hier genügend freie Fläche.
bild 003
bild 004

KM-Stand Assilah: 183572 - gefahrene KM 83, Gesamt-KM 3274

So blieb ich denn hier gleich 2 Tage, denn ich wollte das Wochenende überbrücken: Ich brauchte ja immer noch eine Fahrzeug-Versicherung (unsere doofe Nürnberger Versicherung war nicht in der Lage, Marokko mit zu versichern) So machte ich mich dann am Sonntag Nachmittag auf und fuhr gemütlich auf der Straße Nr. 1 zurück Richtung Tanger bzw. Grenze, wo die Fähren ankommen. Unterwegs sah ich wieder mal eine Straße, die direkt an den Strand und somit an das Meer führte. Da in der Wolkendecke gerade kräftige Lücken zu sehen waren, hielt ich am recht großen Strand an und bestaunte die Wellen, die an den Strand geworfen wurden. Ich beschloss hier zu bleiben und zu übernachten. Nach Einsetzten der Dunkelheit - ich hatte gerade gegessen - kam ein Licht langsam auf mich zu. Als es schon recht nahe war, sah ich aus dem Fenster und erkannte 3 Soldaten. Schnell öffnete ich das Fenster und kam mit den Soldaten ins Gespräch. Sie kontrollierten hier den Strandabschnitt und verlangten deshalb auch meinen Pass und machten sich mit ihrem Handy eine Fotografie. Nachdem alles gründlich (auch das Fahrzeug inspiziert war) wünschten sie mir eine gute Nacht und verabschiedeten sich per Handschlag. Dann verschwanden sie schnell in der Dunkelheit. Ich schaute ihnen noch interessiert eine Weile hinterher und ging bald zu Bett.
KM-Stand Strand vor Assilah: 183693 - gefahrene KM 83, Gesamt-KM 3274
 
Ich hatte eine sehr ruhige Nacht und nur die Wellen des Ozeans rauschten in mein kleines Schlafzimmer. Als ich aufwachte war es schon fast 09:00 Uhr. Ich machte mir 'ne schöne Tasse Kaffee und aß 4 kleine Scheiben Brot dazu. So gestärkt ging ich den neuen Tag an. Heute wollte ich das mit der Versicherung fürs Fahrzeug klären. Es muss gleich hinter der Grenze einen Versicherungs-Container geben. Diesen musste ich jetzt erst einmal suchen. So fuhr ich also wieder Richtung Grenze zurück, und kam bald auch wieder durch Tanger. An der großen Hauptstraße liegt das hier recht bekannte Einkaufszentrum mit dem Supermarkt Marjane. Hier kann man fast alles bekommen. Ich wollte mir hier noch einen Surfstick kaufen, so dass ich mit meinem Laptop ins Internet gelangen kann. Hatte ich doch als ich durch die Straßen fuhr überall die Reklame von dieses Surfsticks (3 oder 4 GB groß) gesehen. Als ich dann bei der Tel.Gesellschaft Marok-Debitel nach solch einem Surfstick nachfragte hieß es nur, er sei gerade ausverkauft. Somit muss ich dies Thema erst einmal verschieben.

Nun fuhr ich zur Grenze zurück und fragte mich nach der Versicherungsagentur durch. Endlich hatte ich den Parkplatz gefunden und sah auch die Container mit einer Bank und einer Versicherung. Ich parkte das Fahrzeug und stieg aus. Sofort war ich von "helfenden Händen" umgeben, die mir sagten, wo ich die Versicherung bekomme. Ich "scheuchte" sie davon und sagte, dass ich meine Versicherung selbst regeln werde. Daraufhin verschwanden sie mies gelaunt. Das störte mich jedoch nicht. Am Schalter des Containers angekommen, stellte ich fest, dass es zwar zwei Fenster im Container gab, diese aber schlecht einzusehen waren. Beim rechten Fenster blickte ich hinein. In dem dunklen Raum saß an der Hinterwand ein Mann und las Zeitung. Durch eine kleine Öffnung in der Glasscheibe machte ich mich bemerkbar. Erst nach zweimaligem Rufen und Winken hob er den Kopf und schaute zu mir her. Ich fragte nach einer Versicherung für das Fahrzeug. Er jedoch verwies mich ans nächste Fenster. Ich begab mich dorthin und schaute hier hinein. Hier war niemand zusehen. Ich rief nochmals den ersten Bearbeiter an und rief "insurance please". Just in dem Moment tauchte aus der "Unterwelt" dieses Containers ein Mitarbeiter "direkt vor mir auf" und setzte sich richtig auf seinen Stuhl und guckte mich schlaftrunken an. Hatte ich ihn etwa in seinem Schlaf gestört? Er ließ  sich jedoch nicht viel anmerken und bald nach bezahlen von etwas 1900 DH (etwa 190 €) war ich im Besitz einer 3 Monate gültigen gültigen Haftpflichtversicherung fürs Fahrzeug. Das wäre erledigt.

Nun kann ich mich etwas sorgloser auf Marokkos Straßen verhalten. An diesem Abend fuhr ich dann wieder zu meinem gestrigen Stellplatz am Ozean und übernachtete erneut dort. Diesen Abend kamen keine Soldaten an mein Fahrzeug. Sie fuhren statt dessen mit einem Gelände-Jeep in einigem Abstand an meinem Fahrzeug vorbei.
KM-Stand Strand vor Assilah: 183857 - gefahrene KM 164, Gesamt-KM 3441


Morgen geht es dann weiter Richtung Rabat. Muss ja erst am Samstag in Casablanca Regine abholen. Habe also noch genügend Zeit. So nahm ich also nicht die schnelle Autobahn, sondern fuhr auf der Nationalstr. Nr. 1 weiter über Larache und dann Richtung Rabat. Vor Rabat liegt noch - nur durch einen Fluss getrennt, die kleine Stadt Salè. Diese beiden Orte liegen sich an der Mündung des Flusses BouRegreg gegenüber. Ich fuhr also über den Fluss und bog dann rechts auf die Uferstraße ab, bis ich zu einer Altstadtmauer kam. Hier gibt es einen bewachten  Parkplatz, auf dem auch übernachtet werden darf. Von Stellplatz sieht man schon auf der Anhöhe die Altstadt von Rabat. Ich machte mich zum Bummeln fertig und eroberte die kleinen Gassen und Gärten, die von der Stadtmauer umgeben sind. Dann ging ich noch über die Hauptstraße und lief durch die Medina von Rabat. Hier reihte sich Geschäft an Geschäft, aber es gab hier heute keine aufdringlichen Verkäufer - wie angenehm. Dafür roch es nach Gegrilltem und nach Fisch, Gewürzen und vielem anderen. Was da nicht alles angeboten wurde: z. B. gekochte Kuh- oder Ziegenfüße: hatte ich vorher noch nie gesehen. Und welch ein Obst- und Gemüseangebot war hier zu bestaunen. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag mit dem Besuch und ging dann zurück zu meinem Wohnmobil. Da der Verkehrslärm gegen Abend nach ließ hatte ich sogar eine angenehme Nacht. Am nächsten Morgen bezahlte ich umgerechnet 5,40 € fürs Übernachten und war mit diesem Preis mehr als einverstanden.

bild 037
bild 005
bild 006
bild 009
bild 010
 
KM-Stand Strand vor Salè: 184084 - gefahrene KM 227, Gesamt-KM 3501

Von Rabat ging es dann weiter nach Mohammedia. Hier fand ich auch wieder direkt am Ozean einen ruhigen Platz an dem ich gleich mehrere Tage stehen blieb um auf den Samstag zu warten, um Gine in Casablanca ab zu holen. Nach Casablanca Airport  sind es jetzt nur noch 60 km. Gine kommt mit der AF 1496 und soll um 20:55 landen. Mal sehen, wie es klappen wird.  

Liebe Grüße vom Weltenbummler Wolfgang