Reise ans Mittelmeer im Juni bis August 2010

2010 ging es im Juni in den Sommerurlaub ans Mittelmeer – genauer von Österreich, Italien, Griechenland bis in die Türkei. Es gab viel zu erkunden und zu bestaunen – lest alle Abenteuer in diesem Reisebericht.

Reisestart: 05.07.2010
Reiseende: 23.08.2010

Sechste Woche

Um 05:00 Uhr klingelte pünktlich Gines Handy/Wecker.

Es war noch dunkel als wir losfuhren, aber der Verkehr nach Istanbul rollte schon ganz enorm - allerdings fast nur Taxis und Busse. Nun waren nur noch etwa 50 km zu fahren, um in diese tolle Stadt zu gelangen.

Um über den Bosporus zu kommen, fuhren wir Richtung Üsküdar. Leider war an der Abzweigung zur Bosporus-Brücke eine Baustelle, und wir mussten eine ganze Strecke zurückfahren, um auf die Autobahn zu gelangen, die letztendlich über den Bosporus in den europäischen Teil brachte. Es war schon gigantisch, über diese Brücke zu fahren und dabei Europa und Asien zu unseren Füßen liegen zu sehen.

Unsere Karte hatte noch zwei Campingplatz-Zeichen enthalten, die sich aber als nicht mehr existent erwiesen. Wir fuhren über die Galatabrücke übers Goldene Horn. Hier standen Angler dicht gedrängt nebeneinander und ich musste davon erst einmal eine Aufnahme machen.

Angler auf der Galatabrücke

Bald danach fanden wir einen fast vollständig mit Wohnmobilen belegten Platz. Zu unserem Glück fuhren bald einige Mobilisten weg und wir hatten nach zweimaligem Wechseln einen Übernachtungsplatz in unmittelbarer Nähe vom Bosporus. Das ganze kostet 25 Tl pro Nacht. Wir buchten uns für 3 Tage ein.

Nach dem Frühstück zogen wir gleich los: Die Blaue Moschee und die Haiga Sofia waren unsere ersten Anlaufpunkte und von unserem Stellplatz in ca. 10 Minuten zu erreichen.

Sultan Ahmet Camii /Blaue Muschee)Viele Menschen besuchen dieses prächtige Bauwerk

Der Besuch dieser Bauwerke (wir mussten uns mit vielen anderen Besuchern für diese Besichtigungen anstellen) war schon beeindruckend.

Danach, es war zwischenzeitlich schon Nachmittag geworden, buchten wir eine Stadtrundfahrt mit einem offenen Doppeldeckerbus. Diese Fahrt dauerte gut 1,5 Stunden und hat sich wirklich gelohnt. Wir kamen an den für Istanbul bekanntesten Stellen vorbei und merkten uns diese für die nächsten 2 Tage.

Als wir erschöpft und total K.O. an unserem Stellplatz ankamen, hatten wir zwei Überraschungen: Erstens stand neben unserem Fahrzeug ein Unimog aus Belgien, mit dessen netten Ehepaar wir ins Gespräch kamen und uns austauschten. Zweitens hatte sich an unserem Fahrzeug ein kleines Kätzchen eingefunden, das Regine die Hose schmutzig machte, als ich es ihr auf den Schoß gesetzt hatte. Dieser kleiner Dreckspatz hatte es uns beiden angetan. 

Wirklich süßUnimog und unser 1124 auf dem Stellplatz von Istambul

Wir versorgten dieses kleine Wesen und schlossen es in unser Herz.

Gine's neuer Freund

Gegen 05:00 weckte uns die enorme Hitze und der Gesang des Moezzin. Beim Frühstücken tauchte unser neuer Freund wieder auf und brachte gleich seine beiden Freunde mit. Alle diese kleinen Kätzchen sind wirklich süß und sie bekamen Wurst, Brot und Ayran.

Nach dem Frühstück gingen wir wieder in Richtung Moschee und kamen bald darauf zum Top Kapi-Palast. Hier besuchten wir den tollen Park, die Schatzkammer und den Harem. Auch diese interessante Anlage haben wir ausgiebig bewundert. Besonders der Harem mit seinen Zimmern und Gemächern beeindruckte uns sehr.

Einzel-Kammern vom Harem

Nach dem Besuch des Parks machten wir uns weiter auf den Weg, Istanbul zu erobern. Dazu gehörte als nächstes eine Bootsfahrt auf dem Bosporus. Wir erkannten - diesmal von Seeseite - etliche Stellen wieder, die wir bei der Busfahrt schon bewundert hatten. Diesmal sahen wir die Bosporusbrücke wieder aus der Nähe, aber von unten.

Schiffahrt auf dem Bosporus - mit Blick auf den "Neue Brücke"

Schon ein wenig erschöpft gingen wir dann noch zu dem Arabischenbasar bzw. Gewürzbasar. Auch hier war alles hoch interessant und gegen 19:30 Uhr waren wir endlich am Mobbi. Hier wurden wir schon von unseren neuen Freunden, den kleinen Katzen erwartet. Sie bekamen von uns noch etwas zu futtern und dann gingen recht müde bald zu Bett.

Heute, am dritten Istanbul-Tag verabschiedeten sich die Belgier und wir machten uns danach auf und fuhren mit der Straßenbahn zum Taksimplatz. Dort angekommen besuchten wir die orthodoxe Kirche. Leider bestand die Besichtigung nur aus einem ganz kurzen Aufenthalt. Wir befinden uns ja in einem mohammedanischem Land. Daraufhin stiegen wir in die historische Straßenbahn Linie 2 und fuhren bis zu derem Ende.

Die "Alte" Straßenbahn Linie Nr. 2 bringt uns in die Nähe zum Galaturm

Von hier aus war es gar nicht mehr weit zum Galataturm.

 

 Der Galataturm

Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in die siebente Etage und hatten von hier oben einen wirklich herrlichen Blick über ganz Istanbul.

Blick vom Galataturm aud den Bosperus

Wieder auf der Erde gingen wir Richtung Galata Brücke und ein älterer Mann auf einem alten Kahn bot sich an, uns für 3 TL über das Goldene Horn zu schippern. Es war toll, in diesem kleinen Boot über das Wasser gebracht zu werden.

Nach diesem Abenteuer besuchten wir den Großen Bazar. Hier kann man sich stundenlang aufhalten, schoppen und die gesamte Auslage bestaunen. Wir liefen von einem Stand zum Anderen und von einer Gasse in die Nächste. Schlussendlich wussten wir nicht mehr wo wir waren und suchten nur noch das Weite. Wir fanden zum Glück die eine Straßenbahn, fuhren allerdings in die falsche Richtung. Wir merkten es schon bald und nach 3 Stationen fuhren wir zurück zur blauen Moschee.

Von hier aus machten wir uns auf den den Weg zum Mobbi und siehe da, unser kleiner Freund wartete schon auf uns. Wir versorgten ihn mit Futter und frischen Wasser und ließen ihn auf unserer Decke schlafen. Wir hingegen nahmen ein Taxi und fuhren für nur 3 Tl zum nahe gelegen Fischmarkt.

Hier kann man sich den Fisch aussuchen - der dann im Restaurant frisch serviert wird

Da es sich um Regines letzten Urlaubstag handelte, ließen wir uns das Abschiedsessen mit frischem Fisch am Bosperus richtig gut schmecken. Zurück am Mobbi setzten wir uns noch ein halbes Stündchen vor das Mobbi und genossen unterhielten uns noch mit einem älteren Ehepaar, das aus Ratzbeburg stammte.

Am Mittwoch nach dem Frühstück verabschiedete sich Gine von dem kleinen Kätzchen und bald darauf auch von mir: um ca. 12:00 Uhr brachte sie ein Sammeltaxi zum Flughafen. Ich dagegen machte das Mobbi klar, packte das Kätzchen ein und fuhr los: aus Istanbul heraus. Die Fahrt verlief ruhig nur das kleine Kätzchen miaute und wollte ununterbrochen gestreichelt werden. Da dies ja während der Fahrt nicht möglich war, ließ ich sie erst einmal jammern; aber ich machte dann schon bald eine kleine Pause und nahm das kleine Wesen auf den Arm. Es fing an zu schnurren und bekam vom Körperkontakt einfach nicht genug.

Es ging dann weiter und über die größere Stadt Tekirdag - hier kaufte ich Katzenfutter und Katzenstreu - kam ich dann bald in ein kleines Örtchen mit Namen Barbaros. Ich tankte an einer geeigneten Stelle und da es zwischenzeitlich Nachmittag geworden war, hielt ich Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Zunächst aber ging es noch gut 30 km in die Berge und über eine Straße, die isländischen Charakter hatte: Sand- und Gravelroad und Schlaglöcher ohne Ende. Auf der ganzen Strecke kam mir ein einziges Fahrzeug entgegen. Auf dem Gebirgskamm hatte ich dann eine wunderschöne Aussicht auf das unter mir liegende Meer und ich sah einen Schönen Übernachtungsplatz. Also fuhr ich im ersten und zweiten Gang mit Motorbremse zu diesem Platz hinunter und hatte einen fast einsamen Strandabschnitt für mich ganz alleine. Zwei Angler und 2 Badende waren die einzigen Menschen, die ich hier fand. Ich richtete mich häuslich ein und die Katze ging bald auf Entdeckungstour, blieb aber immer in Nähe des Fahrzeugs.

Nach einer ruhigen Nacht ging es am nächsten Morgen bald weiter. Es ging noch einmal für 30 Km über Berge; aber die Straße wurde besser und ich fuhr bald auf einer großen Straße am Meer entlang.

Ich fahre auf neuer Gravel-Road - am Marmara-Meer entlang

Auf dieser Straße ging es fast bis Sarkoy und hier verließ ich den Küstenabschnitt. Über Malkara und Kesan kam ich bald an die Grenze bei Ipsala. Hier hatte sich der Rückreiseverkehr gestaut und ich musste fast 2 Stunden warten, bis ich meine Papiere dem Grenzbeamten vorzeigen konnte. Nach 4 Kontrollen ging es dann zu griechischen Grenzkontrolle: der ältere Grenzbeamte wollte nicht einmal meinen Reisepass sehen, sondern fragte nur ob ich Heimfahre. Ich bejahte und schon konnte ich weiterfahren. Auf der Autobahn fuhr ich dann bis zum Ort Kavala und verließ diese dann. Auf der Landstraße ging es nun weiter und ich entdeckte bald einen Lidl-Markt, der mir von der Hinreise noch in Erinnerung war. Hier kaufte ich das Notwendigste ein (u. a. wieder den leckeren Serano-Schinken) und suchte mir dann in unmittelbarer Nähe eine ruhiges Plätzchen am Wasser. Der Sandstrand ist hier erste Klasse und das Meerwasser sauber und klar.

Gegen Abend machten sich die Nachtangler an ihr Werk, aber ob sie etwas gefangen haben konnte ich nicht erfahren, da alle am nächsten Morgen verschwunden waren.

Abendstimmung am Strand von Kavala

Die Nacht verlief allerdings unruhig: Etliche Kämpfe mit Mücken waren zu überstehen, aber ich glaube die Mücken haben wieder einmal gewonnen. Als die Sonne ihre ersten Strahlen ins Mobbi schickte war ich total geschlaucht. Ich versorgte das Kätzchen und nahm erst einmal ein erfrischendes Bad. Dann machte ich mir einen Kaffee und frühstückte. Heute soll es wieder sehr heiß werden und das verspricht etliche Schwimmrunden.

Während ich meinen Kaffee zu mir nahm parkte ein Mobbi aus Griechenland nicht weit von mir. Ich kam mit dem Ehepaar ins Gespräch, und konnte mit einigen Kabel-Steckern Hilfe geben. Die liebe Frau brachte mir eine Schale mit herrlichem Obst und ich glaube, wir freundeten uns ein wenig an. Zusammen gingen wir dann auch schwimmen (baden). Jeder Badegang dauerte dann auch über eine Stunde lang.

Am nächsten Morgen erhielt ich von diesen lieben Menschen dann einen lecker zubereiteten kalten Kaffee. Hmmm, kann man sich d'ran gewöhnen. So hielt ich es hier an dieser Stelle mit den beiden netten Menschen (sie sprachen beide sehr gut deutsch), über 3 Tage lang aus.

Nach einem gemeinsamen Grilklkabend verabschiedeten wir uns und am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Igouminitsa, dem Fährhafen nach Bari. Die Autobahnfahrt verlief ohne Probleme, obwohl die Berge dem Mobbi oftmals alle Kraft abverlangten. Gegen 17:00 Uhr kam ich in Igouminitsa an und orientierte mich, wie das einchecken auf die Fähre nach Bari so ablaufen wird. Da ich aber nun noch einen ganzen Tag lang Zeit hatte, suchte und fand ich einen schönen Platz am Wasser. Hier hatte ich bald ein ruhiges Plätzchen gefunden, und genoss den Sonnenuntergang. 

Am Abend ist es trotz unmittelbarer Straße ruhig und ich bin hier fast alleineIch genieße bei einem Glas Wein den herrlichen Sonnenuntergang

Ich verbrachte hier eine ganz tolle Nacht und am nächsten Tag weckte mich ein Schiffshorn: Es war eine Fähre in den Hafen eingelaufen. Dies musste doch gleich dokumentiert werden.

Am nächsten Morgen ziehen die großen Fährschiffe an meinem Stellplatz vorbei

Nach einem ersten erfrischenden Morgenbad machte in ungefähr 1500 m Entfernung einen Truck aus. Durch mein Fernglas konnte ich nach genauerem Hinsehen erkennen, das es sich um ein artverwandtes Fahrzeug handeln muss.

Ich machte mich also auf den Weg und nach etwa einer viertel Stunde traf ich auf eine sehr nette junge Familie: Den Eltern und zwei strahlend blonde junge Kinder. Mit dem Ehepaar wurden sofort Gemeinsamkeiten festgestellt, es wurden die Fahrzeuge begutachtet (unser Mobbi wiegt man gerade die Hälfte des anderen Fahrzeugs) und nach einem gemeinsamen Bier verabschiedete ich mich von den wirklich sehr netten Linzern aus Österreich.

Gegen 20:00 Uhr fuhr ich dann zurück zum Anmeldecounter der Superfast Ferries - die Fähre sollte um 23.59 ablegen - also hatte ich noch etwa Zeit. Da auch die Linzer schon einen Parkplatz in dieser recht wuseligen Hafenstadt gefunden hatten, setzte ich unser Fahrzeug einfach hinter dieses große Mobbi.

Mobbi Treffen am Hafen von Igouminitsa

Zu bemerken ist hier noch folgende Tatsache: Ich hatte mein Mobbi gerad für 3 Minuten aus den Augen gelassen, da sah ich, dass ein dunkelhäutiger Mann versuchte, sich unter mein hochgelenes Fahrzeug einzulkrallen (er wollte als blinder Passagier nach Italien.) Zum Glück habe ich das rechtzeitig gesehen, und als ich den relativ jungen Mann auf sein Verhalten ansprach, brabbelte er nur: no work, no money, no food. Ich hatte so aber keine Probleme durch die Grenzen zu fahren und waren endlich heilfroh, als ich in der Wartebucht für alle Fahrzeuge stand.

Die Fährüberfahrt begann mit einer Stunde Verspätung und so verließ das Schiff erst gegen 01:00 Uhr den Hafen von Igouminitsa. Ich legte mich sofort in mein Bett und schlief ruhig (trotz der Schiffsvibration) bis gegen 08:00 Uhr. Etwa gegen 10:00 Uhr erreichte das Fährschiff den Hafen von Bari und bald waren wir wieder auf italienischem Festland. Da mehrere Fähren gleichzeitig entladen wurden, staute sich der Verkehr in der Hafenausfahrt und erst nach ca. 2 Stunden konnten ich Bari Richtung Norden verlassen.

Ich fuhr gut 6 Stunden und da die Straßen nicht allzu überlastet waren, schaffte ich an diesem Tag noch eine Strecke von ca. 400 km. Auf einem Lidl-Parkplatz in einer Industriezone (hier war es um diese Zeit schon sehr ruhig) übernachteten die Katze und ich.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es weiter und wir fuhren immer weiter Richtung Norden und am späten Nachmittag kam ich auch schon in die Nähe von Venedig. Nun war es nicht mehr allzu weit zu meinem Übernachtungsplatz in Spilimbergo. Dieser Ort ist eine oberitalienische Kleinstadt und hier gibt es einen schönen Stellplatz für Wohnmobile. Als ich an dem Platz ankam standen schon einige Mobbi in den Parkbuchten, aber ich fand für mein Mobbi noch ausreichend Platz.

Euhiger und kostenloser Stellplatz in Spilenbergo (Italien). Hier gibt es eine Entsorgungsstation, Frischwasser und sogar Stromanschluß

Heute am Samstag waren hier Marktstände aufgebaut. Ich schlenderte bei herrlichem Sonnenschein über diesen Markt und war begeistert von den italienischen Wurst- und Käseangeboten. Jedoch waren die Preise recht happig - insbesondere für Obst, obwohl doch auch in dieser Gegend Obstanbau betrieben wird. Zurück am Mobbi freute sich die Katze, dass ich wieder da war und sie mit mir schmusen konnte.

Sonntag Vormittag fuhr ich dann weiter. Ich erreichte nach schöner Fahrt (aber leider ohne Navi, es hatte wieder mal seinen Geist aufgegeben) gegen Abend die Nürnberge Ecke. In einer kleinen Ortschaft hinter Nürnberg (wieder mit Industriegebiet) fand ich wieder einen Lidl-Parkplatz. Nach abstellen des Motors freute sich die Katze, dass sie endlich "raus" durfte und so stromerte sie auf diesem Lidl-Parkplatz herum und suchte alles ab. In einem Gebüsch entdeckte sie einen Vogel und so schlich sie sich an. Aber als sie zugreifen wollte flog der Vogel mit großen Gezwitscher davon. Die kleine Katze konnte nur noch hinter dem Vogel hinterher schauen. Sie kam kurzerhand zu mir zurück und wollte wieder schmusen. So nahm ich sie auf meinen Schoß und streichelte sie, was sie mit unermüdlichem Schnurren quittiert.

Nach einer ruhigen Nacht nahm ich nach dem Frühstück die letzten 600 km in Angriff. Nach einem 2 stündigen Stau in der Nähe von Göttingen mussten die Fahrzeuge die Autobahn verlassen. Der ganze Kraftverkehr brach hier zusammen und im Schneckentempo ging es über die Landstraßen zur nächsten Autobahnauffahrt. Zwischenzeitlich war es schon dunkel geworden, und ich wollte längst zu Hause sein. Ich überlegte, ob ich noch einmal übernachten sollte, aber dann fuhr ich doch weiter und gegen 10:30 Uhr erreichte ich am Montag den 23. August 2010 wieder Oststeinbek.

Fazit: Es waren herrliche Sommerwochen gewesen und das südländische manchmal recht warme Wetter fand ich angenehm. Nachts hätte es manchmal etwas kühler sein können, aber oftmals reichte schon ein kleiner Wind, der durch die Fenster ins Mobbi kommen konnte. Trotz Autan wurden wir häufig von Mücken belästigt aber es hielt sich doch in Grenzen. Von Rom und Istanbul - diesen beiden großen Metropolen sind wir einfach nur begeistert und freuen uns auf ein Wiedersehen. Die türkische und auch griechische Gastfreundschaft ist schon beeindruckend und wir wurden von vielen Menschen in der Tat verwöhnt. Alles in Allem ein wunderschöner Urlaub, der durchaus hätte länger sein können. 

Bis zur nächsten Reise grüßt euch

der WeltenbummlerWolfgang

Fünfte Woche

Am nächsten Morgen gingen wir erst einmal Baden.

Das Wasser war herrlich sauber und klar und so zog Gine unermüdlich ihre Bahnen. Nach dem Frühstück überlegten wir und entschieden uns, noch ein zweiten Tag zu bleiben. Da dieser Platz eigentlich sehr schön zum längeren Verweilen war, machte ich mir die Mühe und säuberte ihn von groben Müll. Ich sammelte über 10 Glasflaschen (Bier und Cola) ein. Diesen "Schrott" trug ich dann in gar nicht weit entfernte Müllboxen und bald hatten wir einen einigermaßen ansehnlichen Platz. Den ganzen Tag über faulenzten wir am Strand. Mit unseren Liegen, dem Sonnenschirm und Büchern von Stieg Larson sowie Bill Bryson ging der Tag schnell herum. Am Abend machten wir dann wieder eine Grille: Es gab Kalbsteaks und Köfte mit viel frischen Gemüse. Der Abend klang aus mit einem Glas Wein und dem Beobachten von Mond und Sternen.

Der nächste Tag begann wie gehabt: Schwimmen und Frühstücken. Das Meer war in diesen Stunden immer sehr ruhig und glatt und es ließ sich wunderbar schwimmen.

Nach dem Klarmachen des Fahrzeuges fuhren wir dann weiter. Es ging durch den Ort Dikili und dann an der Küstenstraße entlang nach Süden. Bald endete die recht große Straße im Wirrwarr eines kleinen Ortes. Die neben der Straße sitzenden und teetrinkenden Männer rückten oftmals schon zur Seite. Nicht das schon wieder: neapolitanische enge Straßenverhältnisse. Aber wir kamen durch und die Straße endete an einem Campingplatz. Hier wollten wir aber nicht bleiben, und so fuhren wir die Strecke zurück. Gott sei Dank waren diese Straßen Einbahnstraßen und irgendwo gabelte sich die Straße. Nach längerem Suchen entdeckten wir auf einer Mauer das Wort Dikili - mit einem Pfeil markiert. So fuhren wir wieder durch sehr sehr enge Straßen und bald - dem Himmel sei Dank - kamen wir wieder auf die Hauptstraße. Nicht nur von der sommerliche Hitze lief der Schweiß in Strömen...

Unterwegs machten wir an einer Wasserstelle halt und ergänzten unsere Wasservorrat und Gine fing an, Wäsche zu waschen und das Fahrzeug von innen und außen zu säubern.

Wäsche mal zwischendurch...

In Dikili hielten wir an und bummelten durch diesen Ort. Wir kauften frische Feigen und wären fast in den Besitz von Felix/Minka gekommen. An einem Gartenlokal sahen wir drei junge Katzen. Wir beschäftigten uns eine Weile mit diesen süßen Wesen. Besonders angetan hatte es uns eine schwarze wuschellige Katze mit weißen Flecken, die uns aufmerksam beobachtete. Bald sagte ein deutsch sprechender Mann, ob wir die Katze mitnehmen wollen. Aber wir lehnten dann doch ab, obwohl sie uns wirklich gefiel.

Da es nun aber zwischenzeitlich schon etwa 17:00 Uhr geworden war, entschieden wir uns, zu unseren "Stammplatz" zurück zu fahren und dort noch eine weitere ruhige Nacht zu verbringen.

Dienstags Morgen nach dem Frühstück beschlossen wir, das Mittelmeer zu verlassen und uns Richtung Marmarar-Meer zu begeben. Nach einer Fahrt durch die Berge erreichten wir gegen Mittag eine Stelle, wo links und rechts der Straße viele Autos parkten. Wir hielten hier an und entdeckten bald den Grund: einen großen Markt. Wir sahen uns um und das Gewusel der vielen Menschen gefiel uns sehr. Wir probierten Käse und kauften Obst sowie Tomaten und fuhren sehr bald weiter.

Am Abend erreichten wir die Stadt Bandirma. Wir durchfuhren diese große Industriestadt recht zügig. Dann kamen wir ans Meer, fanden aber keinen geeigneten Übernachtungsplatz. So bogen wir von der großen Hauptstraße ab in eine etwas weniger befahrene Seitenstraße. Wir stellten das Fahrzeug direkt zwischen Straße und Meer ab und richteten uns auf eine nicht so ruhige Übernachtung ein und nahmen unser erstes Bad im Marmara-Meer.

Trotz unserer Befürchtungen (eine Menge Autos und LKW's fuhren bis in den Abend an unsrem Fahrzeug vorbei) verlief die Nacht doch relativ ruhig.

Nach dem morgendlichen Schwimmen und Frühstücken fuhren wir bald weiter Richtung Osten. Etwa 50 km vor Bursa bogen wir von der Hauptstraße wieder ab Richtung Meer. Trotzdem ging es recht hoch in die Berge - und bald waren wir in der Stadt Zeytinbay. Hier tankten wir vorsichtshalber 60 Liter von dem doch recht teureren Diesel, der mit umgerechnet 1,55 € ziemlich zu Buche schlug. Aber wir wurden nach dem "teuren" Tanken beschenkt: ein Tuch wurde uns überreicht und wir durften Pizzastückchen naschen. Mit dem Gastgeber tranken wir zum Abschluss noch einen Tee der wirklich gut war.

Teepause nach dem Tanken

Danach ging es weiter Richtung Istanbul. Immer bergauf und bergab an der Steilküste entlang. Plätze zum Verweilen waren Mangelware oder mit 50 TL (25 € für die Übernachtung) einfach zu teuer.

In einem kleinen Dorf mit Hafen und Badestelle erfrischten wir uns im doch hier recht schmuddeligem Meer. Um an etwas sauberes Wasser zu gelangen schwamm Regine etwas weiter hinaus und wurde dort von einer Qualle am Oberschenkel gestreift. Es war zwar nicht sehr schmerzhaft, aber wir wuschen den Oberschenkel kräftig mit unserem Frischwasser ab.

Nach diesem unfreiwilligen Abenteuer fuhren wir noch 5 km weiter an einen so genannten Sandstrand (so die Auskunft eines jungen Mannes). Wir bezahlten 3 TL für den bewachten Parkplatz und machten uns hoffnungsvoll mit Sonnenschirm und Badeutensilien auf den Weg zum 50 Meter entfernten Meer. Wir konnten den Weg links oder rechts wählen. Linker Hand gab es Liegen, Sonnenschirme und Restaurants und rechts gab es den "freien" Strand. Leider war von dem Strand vor lauter Müll (wirklich fast wie Müllhalde) nichts zu sehen. Und doch fühlten sich hier hunderte von grillenden, badenden und schlafenden/erholungsuchenden Menschen anscheinend wohl. Wir jedoch machten schnell kehrt, brachten unsere Decke und Sonnenschirm zurück zum Mobbi und suchten uns zwei freie Liegen auf der Linken Seite. So lagen wir auch hier wenigstens nicht direkt im Dreck.

Ich ging dann einmal baden, aber Regine war schon bedient, als sie die braunen Wellen nur sah. Erfrischend war dann doch die Dusche am Strand, die wir ausgiebig nutzten. Wir gingen gegen 20:00 Uhr ins nächstgelegene Restaurant und stellten fest, dass wir die einzigen Gäste waren. Der recht freundliche Kellner grüßte uns freundlich auf deutsch und bediente uns mit Salat, Brot, Joghurt , Chips und gegrillten Hähnchenteilen. Es hat uns überraschender Weile lecker geschmeckt. Nachdem uns der Ober noch ein Bier spendiert hatte gingen wir zurück ins Mobbi und bereiteten uns für die Nacht vor.

Es war sehr schwül und warm und die unmittelbare Disco vor unserem Platz recht laut. Da wir so nicht schlafen konnten, fuhr ich 150 Meter weiter und hoffte einen ruhigeren Platz erwischt zu haben. Ein ganz leises Lüftchen weckte die Hoffnung auf eine erholsame Nacht. Nach etwa einer halben Stunde zeigte ein Sänger seine ganze türkische Kunst: Er sang verstärkt durch Lautsprecher und gab ein etwas längeres Konzert mit diversen Zugaben. Immer wenn wir die Hoffnung hatten, das Konzert sei vorbei, wurden weitere Lieder gesungen und gespielt. So gegen 02:00 Uhr wurden wenigstens die Lautsprecher abgestellt, doch der Sänger gab noch eine ganze weitere Stunde sein Bestes. Erst gegen 03:00 Uhr hörte er auf und es trat langsam - nachdem die Zuhörer mit ihren Fahrzeugen weggefahren waren - die ersehnte Ruhe ein. Wir schliefen den ganzen Morgen und nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns weiter auf den Weg.

Es ging durch die Berge und unser Mobbi musste manchmal richtig kräftig arbeiten. Einige Steigungen wurden nur im 2. Gang bewältigt. Aber wir erreichten bald einen geeigneten Platz vor dem Ort Armutlu. Hier richteten wir uns für eine Übernachtung ein und nutzten den verbleibenden Tag für Schwimmen, Nichts-Tun, Delphin-Beobachtungen (es waren wenigstens 3 aus dem Wasser springenden Delphine zu bestaunen) und Vorbereitungen für das Abendessen. Die lieben Menschen, mit denen wir an dieser Stelle den Strandplatz teilten, beschenkten uns sofort mit allerlei Obst: Pfirsich, Pflaume, Melone, Weintrauben usw. Zwei junge Mädels, mit denen wir ins Gespräch kamen sagten uns, dass dieser Platz doch recht laut sein würde: Es gäbe hier direkt neben uns eine Disco. Da wir aber keine Lust mehr hatten, weiter zu fahren, beschlossen wir uns in das Elend zu fügen und uns an nächtliche türkische Musik zu gewöhnen.Zu unserem Glück entpuppte sich die Disco als eine harmlose Fernsehtafel mit doch leiser Musik. Wir schliefen wunderbar.

Der nächste Tag führte uns weiter in Richtung Ismit aber es wollte sich kein geeigneter Übernachtungplatz finden lassen. Wir hatten die Faxen schon dicke und so beschlossen wir, in einem kleinen Ort an der Strandpromenade abseits der lauten Bundesstraße stehen zu bleiben. Wie so soft, wurden wir auch hier von der Bevölkerung bestaunt uns freudig begrüßt.

Nach einem erfrischendem Nachmittagsbad fuhren wir die Straße ein Stückchen weiter und fanden einen geeigneten Übernachtungsplatz neben einem im Bau befindlichen Haus.

Übernachtungsplatz bei den Tauben

Wir hatten hier eine wirklich ruhige Nacht trotz eines sich hinter unserem Fahrzeug befindenden Taubenschlags.

Heute war Samstag und wir hatten etwa noch 102 km nach Istanbul. Da wir diese große Stadt erst am Sonntag in der Frühe erreichen wollten, brauchten wir noch eine weitere Übernachtungsgelegenheit. Aber die Suche wurde immer schwieriger, denn Ortschaft reite sich an Ortschaft und Industrieanlagen an Industrieanlagen. Zusätzlich befanden sich die Autobahn, die Fernstraße und die Eisenbahn direkt zwischen uns und dem Meer. Irgendwann sagte Gine, da ist ein Abzweig zu einem Ort: Hereke. Hier könnte es noch einmal mit einer Stellplatzmöglichkeit klappen.

So fuhren wir also einem Bus hinterher. Das war gut, denn die Straßen wurden wieder sehr eng, aber wir hatten Glück, denn nach dem örtlichen Busbahnhof wurde die Straße breiter und führte über die Eisenbahnstrecke und mündete in einem recht großen freien Sandplatz.

Wow - hier richteten wir uns für die Übernachtung ein (rechter Hand ein Zementwerk und linker Hand ein Segelklub). Wir verbrachten den Nachmittag mit Steinchen-ditschen, denn das Wasser hier war wieder einmal nicht wirklich einladend. Wolfgang traute sich ein Bad zu nehmen, aber auch nur einmal.

Nach diesem Trauerspiel gingen wir zurück in den Ort und fanden einen Markt und kauften Obst, Oliven und Gemüse preiswert ein.

Weintrauben-Gewicht ca. 2 Kg

Zurück am Stellplatz bereiteten wir das Abendessen vor: Ein Holzfeuer im Grill wurde entzündet und die Kartoffeln und Köfte gegart.

Nachdem die Kartoffeln fast fertig waren, bemerkte ich ein Auto der örtlichen Polis. Das Polizeifahrzeug mit zwei Beamten (einer alt einer jung) hielt neben unserem Fahrzeug und dem jungen Polizisten musste ich meinen Pass zeigen. Nach Durchsicht sagte er zu mir türkische Worte, die ich nicht verstand. Also musste jetzt Gine ran. Gine verstand leider die gesagten Worte auch nicht so recht. Sie holte ihr Wörterbuch und reicht es dem Polizisten. Er blätterte wild darin herum und fand schließlich ein Wort, dass übersetzt auf deutsch Verfolgung bedeutete. Dies nun zu deuten war für uns gar nicht möglich. Letztendlich stellte sich die Situation so dar, dass wir dem Polizeifahrzeug umgehend folgen sollten. Also löschten wir das Feuer, luden Stühle, Essen, Tisch und heißen Grill ins Fahrzeug ein und folgten dem Polizeiauto. Sie fuhren etwa 350 Meter weiter in die Nähe des Segelclubs und wiesen uns einen viel schöneren Übernachtungsplatz direkt am Wasser zu. Das war die ganze Aktion/unsere Verfolgung.

Übernachtungsplatz bei Hereke

Wir hatten es uns kaum gemütlich gemacht, da ging die Huperei los: eine etwa 100-Mann starke Hochzeitsgesellschaft fuhr an uns vorbei, um im Segelclub zu feiern. Jubel: das wird eine ruhige Nacht.

Während unseres Abendessens ging die Kanllerei los: Ein Hochzeitsfeuerwek durften wir erleben. Wir hatten gerade aufgegessen, da gesellte sich ein fröhlich nicht zu verstehender Türke zu uns, und wollte mit uns Bier trinken. Obwohl wir müde waren und das Angebot dankend ablehnten, kam er nach etwa 10 Minuten mit vier kalten Efes-Bierflaschen und lud uns ein, diese zu verzehren. Gine lehnte dankend ab, und ich ließ mich zu einer Flasche überreden. Irgend wann ging Gine zu Bett, und das war auch für mich das Aufbruchzeichen: Ich stellte Tisch und Stühle in unsere Garage und verabschiedete mich per Handschlag von dem freundlichen/aufdringlichen Mann. Nach dem verschließen unseres Fahrzeuges setzte er sich dann noch davor und trank die restlichen Biere aus.

Die Hochzeitsgesellschaft bescherte Gine eine unruhige Nacht: Busse und Pkw's wendeten andauernd vor dem Fenster und die Motoren brummten bis spätestens 02.30 Uhr. Da wir den Wecker für Istanbul auf 05:00 Uhr gestellt hatten, war es eine wirklich kurze und nicht gerade erholsame Nacht.

Vierte Woche

Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns von den neu gewonnenen Freunden und machten uns auf den Weg nach Troja.

Durch bergiges Land fahrend kamen wir am frühen Nachmittag in Troja an. Wir zahlten die 15 TL pro Person und besuchten diese interessante Ausgrabungsstätte. Es war hier sehr heiß und staubig und wir kletterten in das nachgebaute trojanische Pferd. 

Trojanisches PferdWir durchstreifen die Ausgrabungen in Troja

Wir durchstreiften die gesamten Ausgrabungen und nach gut 1 1/2 Stunden kamen wir erschöpft (vor allem von der Sonne) an unserem Mobbi an. Der Kühlschrank hatte wieder ganze Arbeit geleistet und wir entnahmen ihm die gut gekühlte halbe Melone, die wir von den neu gewonnenen Freunden erhalten hatten. Mit dieser erfrischten wir uns und wir haben sie fast ganz aufgegessen.

Während ich dann weiter Richtung Süden fuhr, hatte Regine schon Kontakt zu ihrer Arbeitskollegin Abide aufgenommen. Wir folgten ihrer Beschreibung zu ihrem Ferienhaus 20 km vor Gülpina. Gegen 18:00 Uhr erwartete Abide uns an der Straße. Wie sie sich freute...

Bei Abide wurden wir mehr als gastfreundschaftlich versorgt. Essen und trinken war einfach Pflicht. Aber es schmeckte bei Abide auch so lecker und wir wurden runder und runder. Am nächsten Morgen war auch Abides Tochter eingetroffen und das Hallo war groß... 

Abide freut sich riesig, dass wir da sind...

Nach 2 Tagen großartiger Gastlichkeit (wir konnten sogar Abides Waschmaschine benutzen) war es für uns an der Zeit, weiter zu fahren. Liebe Abide, noch einmal - von hier aus - aller herzlichsten Dank für deine liebe Gastfreundschaft und Mühe.

Wir fuhren weiter Richtung Süden durch ursprüngliche Landschaft. Es ging durch Berge und Täler, immer auf und ab. Nach gut 3 Stunden Fahrt kamen wir bei Assos an. Wir fuhren direkt ans Meer. Vorbei an Campingplätzen, Hotels und Restaurants fanden wir ein Fleckchen, was uns zum Verweilen geeignet schien. Von der Straße ging ein Sandstück direkt an den Strand. Auf diesem Sandstück parkten eine Menge Autos. Wie ich aus dem Führerhaus sehen konnte, war dieses Sandstück in seiner Beschaffenheit unterschiedlich weich. Ich suchte einen Parkplatz gleich vorne an. Nicht weit von uns entfernt versuchte ein Van sich aus einer Sandkule zu befreien. Ohne Erfolg. In heller Aufregung kam ein Junge zu uns ans Fahrzeug und bat uns auf englisch um Hilfe. Ich setzte mich hinter das eingesandete Fahrzeug, holte ein Abschleppseil heraus und nach wenigen Augenblicken war der Van (ein Mercedes Vito) wieder frei.

Festgefahren im Sand...

Die türkische Familie überschlug sich fast vor Dankbarkeit. Es wurden uns kalte Biere übbereicht und Regine bekam ein selbst umhäkeltes Kopftuch. Dann gab es Birnen und immer wieder Dankesworte. Als wir endlich unseren Stellplatz eingenommen hatten, kam der Fahrer noch einmal auf mich zu, bedankte sich nochmals und von seinen Kartoffeln musste ich auch noch die Hälfte übernehmen.

Am Abend - nachdem wir das wirklich sehr saubere Meerwasser ausgiebig genossen hatten - machten wir unseren Grill klar und es gab Nackenkarbonade, Hähnchenschenkel und Salat.

Übernachtungsplatz in Asssos

Nicht weit von unserem Mobbi entfernt bauten 2 junge Männer ein Zelt auf. Später kamen sie dann zu uns und fragten, ob wir ihnen etwas Frischwasser geben könnten. Ich zeigte ihnen meinen Außenanschluss und sagte ihnen, dass sie sich gerne bedienen könnten.

Nach einer sehr ruhigen Nacht gingen wir am nächsten Morgen als erstes in dieses glasklare Wasser und schwammen einige Runden. Mensch, war das erfrischend. Der Tag ging recht schnell mit ausgiebigen Badeetappen vorbei und am Abend gingen wir in ein Restaurant und bestellten uns dort Fisch und Köfte. Am Nebentisch wurde gerade Geburtstag gefeiert und die etwa 8 jährige Tochter bemerkte, das uns die türkischen Vokabeln für Pommes Frites fehlten. Sie fragte uns in perfektem deutsch: "Kann ich ihnen vielleicht behilflich sein?". Sie half uns dann bei der Bestellung und da wir ihrer Mutter zum Geburtstag gratuliert hatten, bekamen auch wir auch noch ein Stück von der Geburtstagstorte ab.

Unser gewählter Übernachtungsplatz gefiel uns so gut, das wir 2 Tage geblieben sind.

Heute am Donnerstag verabschiedeten wir uns dann von den beiden jungen Männern und fuhren weiter Richtung Süden. Unterwegs suchten wir dann - da unsere Vorräte aufgebraucht waren - einen Supermarkt. Wir fanden an der Straße einen MMIGROS-Supermarkt. Hier ergänzten wir unsere Vorräte: Neben frischen Forellen kauften wir auch noch eine Makrele, Gemüse, Obst und viele andere Dinge. Etwa 100 km gingen ins Land, dann kamen wir nach Ayvalik. Nachdem wir diese Stadt durchfahren hatten, kamen wir auf deren vorgelagerte Insel und fanden nach einigem Suchen einen Stellplatz mit frischem Wind. Zum Abendessen machten wir uns den frischen Fisch (äußerst lecker) und die geschenkten Kartoffeln. Wir hatten hier einen so exponierten Stellplatz, dass uns jedes vorbeifahrende Fahrzeug grüßte und manche sogar anhielten und unser Fahrzeug bis ins Detail ansehen wollten.

Herrlich stürmischer Übernachtungsplatz auf der Halbinsel vor Ayvalik

Nach einer ruhigen, jedoch recht stürmischen Nacht fuhren wir weiter und hatten gegen Mittag nach nur 40 km einen Platz ausgemacht, der für uns zum Verweilen geeignet schien. Er befand sich noch im Einzugsgebiet von Ayvalik, aber der Strand war herrlich, und das Meerwasser einfach sauber, klar und einladend. Wir richteten uns für einen Tag ein. Jedoch zeigte die vorbeiführende Straße ihre nachteiligen Auswirkungen: Dolmus, Lkw und Müllabfuhr bretterten neben "unserem Schlafzimmer" einfach nur so vorbei. Richtig Ruhe hatte komischerweise nur Gine - und zum Glück wurden wir beide diesmal von Mücken verschont.

Nach einem super Frühstückging es weiter. Durch kurvenreiche Küstenstraße und zum Teil recht hübsch immer am Meer entlang. So erreichten wir schließlich den Ort Dikili. Hier machten wir zuerst einmal Halt bei Carrefour. Unsere griechischen Vorräte waren aufgebraucht und so kauften wir herrlich ein. Insbesondere hatte es uns der türkische Joghurt und frisches Gemüse angetan. Wir kauften nach Herzenslust ein und bald war der Einkaufswagen richtig voll. Wir konnten sogar mit Kreditkarte zahlen und bald waren alle unsere Einkäufe im Mobbi verstaut.

Darauf suchten wir uns einen Stellplatz in unmittelbarer Nähe des Strandes. Wir fanden ein schönes Plätzchen. Leider hatte auch dieser Platz einen "südländisch großen" Schmutzanteil, den wir ignorierten.

Den ganzen Nachmittag über gingen wir mehrmals baden und dann hatten wir unsere ersten diesjährigen Erfahrungen mit den schwarzen Stacheln, der hier häufig vorkommenden Seeigeln. Nach gegenseitigem verarzten und bandagieren der ledierten Füße - gingen wir - nach einem guten Abendessen (es gab Grillfische) bald zu Bett. 

Geteiltes Leid (wegen schwarzer Seeigel-Spitzen) sind zwei bandagierte FüßeWir genießen türkische Dorade...

Dritte Woche

Wir haben ohne Probleme Bari erreicht und auf der Fähre eingecheckt.

Mit einer Stunde Verspätung verließ, das doch relativ neue Schiff, endlich gegen 13:00 Uhr den Hafen von Bari.

Da wir Camping an Board gebucht hatten, nutzten wir als erstes die Toilette und Dusche. Das warme Duschwasser nutzten wir auch gleich zur mittelgroßen Wäsche. Danach machten wir uns auf und gingen aufs Oberdeck in die Bar. Eine Null-Zero-Cola und ein Bier erfrischten uns. Wir kauften uns für 6 € eine Internetverbindung für 4 Stunden und konnten unsere ersten Berichte und Bilder Online stellen.

Nach dem wir unsere Uhren eine Stunde vorgestellt hatten erreichten wir gegen 23:00 Uhr den Hafen von Igominitsa. Um 23:30 Uhr konnten auch wir das Fährschiff verlassen. Die neue Autobahn die uns gleich in die Berge führte - mussten wir noch nicht bezahlen und die nächst gelegen Abfahrt nutzten wir, um an einer Tankstelle zu nächtigen. Für eine Tankstelle hatten wir in der Tat eine ruhige Nacht.

Nachdem wir dann für € 1,235 80 pro Liter Diesel getankt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Thessaloniki. Die gut 350 km gingen über die neue Autobahn, deren Mautstation glücklicherweise noch nicht eingerichtet waren. Es ging wirklich durch unzählige Tunnel (guter Standard) und auch viele Brücken.

Da uns Thessaloniki mit der Rush-Hour beglückte, fuhren wir direkt weiter Richtung Chalkidiki. Auch hier war der Verkehr enorm, und so suchten wir bald die nächste Abfahrt auf Richtung Meer. Wir kamen zum Ort Neo Mudania. Hier fanden wir einen optimalen Platz zwischen Hafen und Strand. Da es inzwischen doch schon 18:00 Uhr geworden war, nahmen wir sofort die Bucht in Beschlag und erfrischten uns ausgiebig in dem relativ warmen Mittelmeer.

Es gefiel uns hier so gut, dass wir es 2 Nächte lang aushielten. Es war immer noch sehr heiß, und wir freuten uns jeden Morgen auf die große Schwimmrunde in dieser Bucht.

Am Mittwoch machten wir uns dann auf und fuhren weiter Richtung Sani, wo wir schon einmal vor über 20 Jahren Urlaub gemacht hatten. Wo wir in damaliger Zeit freie Übernachtungsplätze fanden, sind heute bewachte Hotelanlagen vorzufinden. Da wir also hier nicht mit unserem Mobbi stehen konnten, machten wir sofort kehrt und fuhren zurück und dann weiter Richtung Osten. Nächster angepeilter Ort war Kavala. Auf dem Weg zurück nach Thessaloniki fanden wir eine Tankstelle wo der Dieselpreis "nur" 1,135 € kostete. Hier tankte ich nun beide doch schon fast leeren Tanks zum Rand voll. Es ging Diesel im Wert von 450 € in die beiden Tanks.

So ausgerüstet fuhren wir weiter Richtung Osten. Als wir wieder ans Meer kamen, boten sich dort ausgedehnte schöne Sandstrände, von denen wir einen zum Baden und Übernachten auswählten. Unser Sonnenschirm war uns immer ein treuer Begleiter und schützte uns so manche Stunde vor der doch brennenden Sonne. An diesen Sandstränden - die nicht überlaufen waren - fanden wir sogar Süßwasserduschen, mit denen wir uns nach dem Baden das Meersalz vom Körper spülten. Abends beim Essen raschelte es aus dem nächsten Busch. Wir drehten uns um und sahen eine Schildkröte über den Weg wandern. Wir beobachteten sie eine Weile und versuchten sie mit Gurke zu füttern, was sie einfach ignorierte. Sie machte wieder kehrt und ging den gleichen Weg zurück, den sie gekommen war.

Immer weiter ging es gen Osten und nach Kavala fuhren wir in die nächst größere Stadt Alexandropulis. Hier fanden wir bald wieder einen geeigneten Übernachtungsplatz.

Stellplatz an griechischer Küste

Wir hatten uns gerade eingerichtet, als wir von einem Mann auf deutsch angesprochen wurden der seine Datscha direkt neben unserem Stellplatz hatte. Er freute sich, dass wir aus Norddeutschland kamen, denn er hatte über 35 Jahre in diversen norddeutschen Städten gearbeitet. Wir fragten noch vorsichtshalber, ob der Stellplatz sicher sei und er sagte, wir können ohne Bedenken neben seinem Grundstück stehen. Wir wollten heute Abend eigentlich grillen, aber das aufziehende Gewitter mit einigen Regenschauern machte diesen Plan zu nichte. Wir brieten also unseren Fisch in der Pfanne und aßen einen Salat dazu.

Nach einer ruhigen Nacht und dem morgendlichen Bad bereiten wir das Frühstück vor. Wieder sprach uns unser Nachbar an und nach einigen Wortwechseln ging er zu seinen Weintrauben und kam mit deiner großen Traube zurück und wünschte und einen guten Tag. Wir haben uns riesig gefreut.

Nach dem Frühstück fuhren wir weiter und wieder an wunderschönen Buchten vorbei. Zum ersten Mal kam ein Hinweisschild: Türkei. Nach nicht allzu langer Zeit kam dann auch schon die Grenze in Sicht. Nach passieren der griechischen Grenze waren wir gespannt auf die türkische. Wir hielten nun unsere Pässe parat, und nach einem Blick ins Fahrzeug, und der Eintragung des Außenbordmotors und der Dax in meinen Pass wünschte uns der sehr freundliche Grenzbeamte einen schönen Aufenthalt in der Türkei.

Wir fuhren nach der Grenze Richtung Süden und kamen - immer entlang an der Meeresenge Dardanellen - bald in die Stadt Eceabat. Hier brachte uns eine Fähre auf die andere Seite in die Stadt Canakkale. Wir - und vor allen Dingen unser Fahrzeug - wurden von den Menschen immer wieder bestaunt.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz bogen wir von der Hauptstraße ab und nach einem Hinweisschild "Schönes Ufer" (so die deutsche Übersetzung von Regine) kamen wir kurz darauf in die Nähe des Meeres. Wir bogen in eine schmale Seitenstraße und waren dann direkt am Meer. Hier badeten wir und wollten uns schon für die Nacht einrichten, da kamen wir ins Gespräch mit einem deutsch-sprechenden Türken. Er riet davon ab, hier zu übernachten und so fuhren wir weiter. Bald kam ein Fußballfeld-ähnlicher Platz in Sicht, der von vielen Autos benutzt wurde. Wir stellten uns hier auf die Übernachtung ein, und begannen mit den abendlichen Essensvorbereitungen. Regine hatte gerade den Salat gemacht, und ich hatte wieder einmal Fisch in der Pfanne. Mit einem Mal stellte sich neben unser Fahrzeug ein weiteres Wohnmobil, und kurz darauf stand Josef vor unserer Tür. Josef, ein etwa 59 Jahre alter, allein fahrender Mobilist aus Ratzeburg - hatte unser Fahrzeug gesehen und wollte es sich näher ansehen. Er kam mit uns ins Gespräch und schlussendlich fragte er uns, ob wir hier auf diesem Platz bleiben wollten. Wir sagten ja, aber er sagte uns, dass er einen viel besseren Platz - direkt am Meer kennt, wo er gleich hinfahren würde. Wir brauchten nur zu folgen. Dies taten wir nach unserem Abendessen. Josef führte uns dann an einen schönen Sandstrand direkt ans Wasser der Dardanellen.

Sonnenuntergang an den Dardanellen

Wir verbrachten mit Josef einen unterhaltsamen Abend und bewunderten die oftmals riesigen Schiffe, die hier vorbeizogen.

Da ich festgestellt hatte, dass das Endstück des Auspuffrohres durch die teilweise schlechten Straßen abgebrochen war, teilte ich dieses Josef mit. Er kannte eine Werkstatt und am nächsten Morgen, nach dem Frühstück fuhren wir wir zurück nach Canakkale. Bei Iveko in einer kleinen Industriegebiet (viele kleine Werkstätten neben einander) wurde uns schnell und preiswert geholfen. Ein Mechaniker schweißte ein neues Zwischenstück in den Auspuff und wir tranken in der Zwischenzeit den obligatorischen Tee. Nach bezahlen von ca. 35 TL (ca. 17 €) konnten wir an den Stellplatz am Strand zurückfahren. 

Auspuff-Reparatur in der Türkei - unter freiem HimmelSchnelle und ordentliche Schweißarbeit zum Super-Preis: 35 TL (ca. 15 €)

Mit Baden, Schwimmen und Schlafen überstanden wir den doch recht warmen Sommertag. Gegen Abend hatten wir uns mit Josef bei seinen türkischen Freunden zum Essen/Grillen verabredet. Wir brachten unseren Hauswein und einige griechische Dosenbiere mit. Von der Familie wurden wir mit köstlicher Dorade und sonstigen Beilagen beköstigt. Es war ein geselliger Abend auf deutsch, türkisch und englisch. Gegen 02:00 Uhr kamen wir endlich in unserem Mobbi zur Ruhe.

Zweite Woche

Endlich ist Regine da.

Pünktlich landete das Flugzeug und ich nahm Gine gegen 19:30 in meine Arme.

Wir fuhren direkt nach Rom hinein und fanden in einer "ruhigen" Seitenstraße einen Platz, wo wir das Fahrzeug parken konnten. Dann suchten wir die nächst gelegen Pizzeria auf und bestellten und Pizza und Wein. Es schmeckte uns vorzüglich.

Nach dem Essen gingen wir zum Auto zurück. Diese Seitenstraße lag jedoch parallel zu eine Hauptstraße und der Verkehr war einfach nicht zu überhören, hatten wir doch der großen Hitze wegen die Fenster auf. Also beschlossen wir eine Straße weiter zu fahren und fanden dann auch einen einigermaßen ruhigen Platz. Manchmal muss man halt wirklich flexibel sein...

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg und suchten in der Nähe des Kolosseums unser "alten" Stellplatz auf, den wir noch aus einem früheren Romaufenthalt kannten. Gleichzeitig wollten wir in einem Supermarket Brot kaufen. Der Platz kam, aber wir fanden einfach keinen Supermarket. Also machten wir zum Frühstück eine Art Brotersatz, indem wir das Mehl einer Brotbackmischung mit Wasser zu einem Teig verkneteten und dann in der Pfanne rösteten.

Ersatzbrot

So gegen 10:30 Uhr machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg um Rom zu erkunden. Wir besuchten das Monument Victor Emanuel, fanden das Denkmal mit Marc Aurel, besuchten den Brunnen Fontana di Trevi und liefen weiter bis zu den Spanischen Treppen. 

Romulus und RemusMonumento Victor EmanuelFontana di TreviPiazza di Spania

Am späten Nachmittag kamen wir bei brütender Hitze und völlig geschafft wieder bei unserem Fahrzeug an. Ich traute meinen Augen kaum, zeigt das Thermometer doch 40° Celsius an.

Auf dem Campingplatz in der Nähe von Sorrento

Da wir uns nach einer erfrischenden Pause mit einem kalten Getränk aus unserem rund um die Uhr laufendem Kühlschrank wieder erholt hatten, beschlossen wir, weiter Richtung Meer zu fahren. Das Navi führte uns recht zügig aus Rom heraus und bald kam auch ein Supermarket, wo wir unsere Vorräte auffüllten. Da es nun auch schon recht spät war, beschlossen wir, auch gleich hier zu übernachten.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir am Dienstag weiter Richtung Meer und kamen gegen Mittag in Anzio an. Hier fanden wir einen schönen Parkplatz (direkt an einem Wasserhahn) und einen einladenden Sandstrand. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit ausgiebigen Baden und Sonnen. Habe selten soviel auf einmal gebadet. Aber ohne Schatten war es in der Sonne unerträglich. So beschlossen wir für die nächsten Strandbesuche, uns einen Sonnenschirm zu kaufen. Als wir zurück am Fahrzeug waren, duschten wir uns mit unserer Außendusche das Salz und den Sand vom Körper. Den Wasserhahn ordentlich ausnutzend füllte ich unseren Wassertank vollständig auf und putzte danach gleich noch die Forellen, die es zum Abendessen gab.

Auf Capri

Dann fuhren wir aus Anzio raus und fanden bald darauf einen geeigneten Übernachtungsplatz abseits der Straße an einem kleinen Fluss. Hier brieten wir die Forellen und gingen nach einem kühlen Glas Wein und ziemlich vielen Mückenstichen bald zu Bett. Mitten in der Nacht weckte mich Gine, weil sie ein Fahrzeug bemerkt hatte, was uns umkreiste, neben uns vor und zurück rangierte und dann jemand ausstieg und mit einer Taschenlampe in unser Fahrzeug leuchtete. Nach eingehender Beobachtung stellte sich der "aufdringliche" Fremde als harmloser Nachtangler heraus. Ansonsten war die Nacht sehr ruhig.

Ausgiebig frühstückten wir am nächsten Morgen und fuhren dann weiter Richtung Napoli, denn wir wollten Capri noch einen Besuch abstatten. In Napoli kam es wie es nicht kommen sollte: Wir schafften es nicht, die Stadt zu umfahren und landeten mit unserem - für hiesige Straßenverhältnisse zu großen Fahrzeug - mitten in einem Chaos. Immer wenn das Navi nach rechts zeigte, war die Straße für LKW's (somit auch für unser Mobbi) gesperrt oder eine Brücke konnte wegen zu geringer Höhe nicht unterfahren werden. Dabei hatten wir die Schnellstraße doch schon gesehen, aber wir konnten sie einfach nicht erreichen. Wir sahen uns schon den Rest des Urlaubs durch Napoli irren, und mir wurde es immer heißer und der Schweiß floss in Strömen. Endlich kam ein Abzweig; er war zwar sehr schmal, aber hier brauste ein Bus lang. Jetzt nichts wie hinterher - und Gott Sei Dank - gelangten wir auf wundersame Weise zu einem Autobahnzubringer. Mit heiterem Gesicht habe ich hier gerne die 2,10 € Autobahngebühr bezahlt. Nachdem wir das Stadtgebiet von Napoli hinter uns gelassen hatten, führte uns eine malerische (schon wieder recht schmale und stark befahrene) Küstenstraße in die Nähe von Sorrent. Hier fiel uns ein Campingplatzschild auf und wir steuerten diesen Platz direkt an. Oh, wie war ich heute froh, nicht weiter fahren zu müssen. Sofort gingen wir in den Campingplatz eigenen Swimming-Pool und relaxten.

Der Donnerstag begann mit einem weiteren Schwimmbadbesuch und einem herrlichen Frühstück: Es gab Sereano-Schinken, Rühereier, Melone und frischen Kaffee. Mit einem Autobus fuhren wir dann direkt nach Sorrent und buchten die Überfahrt nach Capri und zurück. Kosten pro Person 28 €. Ein kleines Motorboot brachte uns dann für weitere 11 € pro Person zur blauen Grotte. Der Eintritt in die blaue Grotte kostete dann noch einmal 11,50 € pro Person. Die Italiener scheffeln dort ordentlich Geld.

Gine schaut sich um...

Auf dem Rückweg kauften wir noch für unser Abendessen ein: Wir entschieden uns für eine große Scheibe Schwertfisch und für den Nachtisch Riesen-Pfirsiche. Hat alles köstlich geschmeckt.

Am Freitag - nach ausgiebigem schwimmen - fuhren wir sofort auf der Autobahn weiter Richtung Bari. An einem Zwischenstopp bei einem Heimwerkerladen kauften wir uns nun endlich einen Sonnenschirm. Die Fahrt über Land bescherte uns wieder einen neuen Hitzerekord: Diesmal waren es 41,5° Celsius. Gegen Abend - so ca. 30 km vor Bari - fanden wir einen Lidl-Einkaufsmarkt. Hier ergänzten wir unsere kargen Vorräte. Dann gingen wir in die gut gekühlte Einkaufspassage und durchstöberten die vielen Geschäfte nach Klamotten. Auf der Suche nach einem ruhigen Stellplatz fanden wir in einem angrenzenden Industriegebiet einen Sandplatz, der uns zum Übernachten gefiel. Wir waren gerade beim Essen, als ein deutsch sprechender Mann zu uns kam und uns riet, diesen Platz nicht zum Übernachten zu nutzen, da hier geschossen würde. Also fuhren wir nach des Essen zu einem Platz, wo LKW's standen. Die Fahrer sagten, dass dieser Platz sicher sei. Aber ich fand einfach keinen Schlaf: Die LKW's kamen und gingen und die Kühlaggregate der geparkten Sattelschlepper machten einen Höllen-Krach. Mitten in der Nacht wechselte ich dann unseren Platz und fuhr 100 m weiter. Hier war es die ersten 10 Minuten erträglicher, aber dann stellten sich doch 2 Fahrzeuge direkt neben unser Fahrzeug und sie bescherten uns wiederum Höllenlärm. Ich hab kein Auge zubekommen, aber Regine schnurrte ihren Schlaf ab. Gegen 06:00 Uhr reichte es mir, ich fuhr von diesem Platz weg und stellte mich hinter Lidl in eine kurze Seitenstraße in der Hoffnung, nun Ruhe zu finden. Und letztendlich fand ich sie die ersehnte Ruhe. Ich schlief dann tatsächlich noch gut 3 Stunden fest ein.

Tags darauf kamen wir nach Bari und die vielen Schilder brachten uns zügig zum Fährterminal. Hier besorgten wir uns unsere Tickets für die Überfahrt nach Griechenland und wir erfuhren, dass wir am Sonntag gegen 10:00 Uhr zum Einchecken da sein sollten. Da wir den Tag nun noch nutzen wollten, begaben wir uns südlich von Bari ans Meer. Hier kam zum ersten Mal unser neuer Sonnenschirm zum Einsatz. Richtig toll so ein Schattenspender.

Gegen Abend fuhren wir dann zum Fährterminal zurück und nächtigten auf einem Platz neben der Zubringerstraße. So richtig ruhig war dieser Platz allerdings auch nicht, aber wir gewöhnten uns so langsam an diesen Krach.

Heute am Sonntag checkten wir dann gegen 10:00 Uhr ein und gegen 13:00 Uhr verließ die Fähre (recht ordentlicher Standard - im Gegensatz zu einer früheren Überfahrt) mit einer Stunde Verspätung den Hafen.

Liebe Grüße von den Weltenbummlern

Regine und Wolfgang

Erste Woche

Nach einer eigentlich ruhigen Fahrt bin ich nun jetzt am internationalen Airport Fiumicino/Rom angekommen. Gegen 19:15 Uhr soll dann Regine eintreffen. Hoffentlich hat sie einen guten Flug. Hier nun noch einmal ein kurzer Ablauf der vergangenen Tage:

Am Montag gegen 17:00 Uhr fuhr ich von Oststeinbek los und kam nach einer knappen Stunde in Lüneburg bei dem Offroad-Ausstatter AMR an. Hier besorgte ich mir noch eine Alu-Leiste, die ich am Wohnmobil fest angenietet habe. In diese Alu_Leiste kann man nun Haken einklemmen, an denen ein Sonnensegel (welches ich mir auch noch gleich kaufte) befestigt werden kann.

Da es zwischendurch immer wieder stark regnete, konnte ich diese Arbeit heute nicht mehr abschließen und der Inhaber des Shops bot mir an, vor seinem Laden zu übernachten.

Am nächsten Tag - es war inzwischen schon Nachmittag - fuhr ich in aller Ruhe bis Hannoversch-Münden. Auf dem Parkplatz löste ich das kleine Motorrad und fuhr in das nächste Dorf. In einer wirklich kleinen Kneipe schaute ich mir dann das Fußballspiel der Holländer an.

Am Mittwoch fuhr ich dann bis nach Füssen und suchte mir einen Stellplatz. Dann suchte ich mit der Dax eine Kneipe und schaute mir das Länderspiel der Deutschen gegen Spanien an. Leider haben wir ja dieses Spiel nicht gewonnen.

Der Donnerstag begann mit einem Einkauf beim Bäcker und bei Lidl. Im Mobbi machte ich mir dann ein leckeres Frühstück und fuhr dann weiter nach Samnaun. Hier befüllte ich beide Tanks bis zum Rand (bei einem Literpreis von ca. 95 €/cent. Das Navi führte mich durch die Berge von Österreich und bald schon war ich in Italien. Kurz hinter der imaginären Grenze fand ich einen Stellplatz in der Nähe eines Sees. Es war aber leider sehr schmutzig auf diesem Platz, aber ich wollte ja nur eine ruhige Nacht verbringen.

Auch am nächsten Tag ging es dann flott weiter Richtung Süden. Bald kam das erste Schild Lago di Garda. In ruhiger Fahrt ging es nun am Gardasee entlang (aber Touristenchaos auf der ganzen Strecke) und am Nachmittag fand ich einen geeigneten Stellplatz in Verona. Heute war es mit 37,5° Celsius extrem heiß und ich war froh, das mein Stellplatz im Schatten lag.

Erster Rastplatz in Verona

Auch der Samstag verlief ruhig. Am Nachmittag (ca. 100 km vor Rom) entdeckte ich abseits der Hauptstraße einen geeigneten Stellplatz. Hier stand schon ein LKW, dessen Fahrer mich um 20:30 in seine Fahrerhauskabine einlud zum Fernsehabend. Das Länderspiel war wieder ganz nach meinem Geschmack, und das wir nun Dritter bei dieser WM geworden sind ist doch auch ganz schön.

Heute am Sonntag schlief ich recht lange und wachte gegen 09:30 Uhr schweißgebadet auf. Die Temperatur in der Fahrerkabine lag schon um diese Zeit bei 32° Celsius. Da es nun nicht mehr weit nach Rom war, frühstückte ich ausgiebig und gegen 14:00 Uhr befand ich mich am internationalen Airport Leonardo da Vinci.

Liebe Grüße vom Weltenbummler

Wolfgang