Reise durch Nordamerika März - Oktober 2014

Im März 2014 ging es für mich zum dritten Mal nach Nordamerika. Dank der Behörden ging es für mich auch nach Kanada.

Reisebericht: USA 2014
Reisestart für's Mobby: 06.10.2012
Reisestart für Wolfgang und Regine: 02.04.2014
Reiseende: Oktober 2014

Abschluss-Bericht Oktober 2014

Hallo lieber Leser! Meine Reise Nordamerika geht leider zu Ende.

Am Sonntag mache ich mich dann auf den Weg nach Buffalo um dort über die Grenze nach Kanada einzureisen. Am Mittwoch muss ich die USA verlassen haben, sonst bin ich illegal im Land und dies kann ernsthafte Konsequenzen mit sich bringen (Inhaftierung, Einreiseverbot, Geldstrafe und andere schmerzhafte Beeinträchtigungen). Dass will ich mir nun doch nicht antun.

Ich reiste in Kanada ohne Probleme ein. Keine großen Fragen vom Grenzbeamten und schnell passierte ich die Grenze bei Niagara. Kurz hinter der Grenze fand ich einen Home Depot, wo ich mich 2 Tage aufhielt. Das lag mit daran, dass das Wetter herbstlich wurde und mir stärkeren Regen bescherte. Nach diesen 2 Tagen hörte der Regen auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Ich hielt dies für ein gutes Zeichen und machte mich nun erneut auf den Weg, um in die USA einzureisen.

An der Grenze in Buffalo herrschte dichter Verkehr und es dauerte erst einmal eine ganze Weile, bis ich an die Reihe kam. Nach dem der Grenzbeamte meinen Wagen inspiziert und diverse Überprüfungen durchgeführt hatte, gab er mir den Pass zurück, und sagte mir, ich könne einreisen. Ich fragte ihn darauf hin, wo denn der Stempel mit der neuen Aufenthaltsgenehmigung sei und daraufhin sagte er mir, dass ich dazu ins nebenan sich befindende Gebäude muss. Ich ging hinein und hier befand sich nun die eigentliche Pass Kontrolle. Ich gab meinen Pass ab und wurde nach etwa einer halben Stunde von einer jungen Grenzbeamtin an den Schalter gebeten. Diese erklärte mir dann, dass ich schon zu lange in den USA bin. Ich erklärte ihr, dass ich von den Grenzbeamten im vergangenen Jahr zwei nacheinander gültige Aufenthaltsgenehmigungen erhalten hatte, und mir keiner von ihnen gesagt hätte, dass ich nicht zweimal in einem Jahr in den USA sein darf. Ich sagte ihr dann, dass ich auf dem Weg nach Baltimore bin und dort mein Fahrzeug zur Verschiffung nach Deutschland angemeldet habe und der Termin auch bestätigt sei. Ich sollte ihr das beweisen und zeigen. Diese Daten lagen allerdings nur auf meinem Laptop. So holte ich ihn dann aus dem Mobbi und ging zu ihr zurück. Inzwischen hatte sie es sich überlegt und wollte meine Verschiffungsdaten nicht mehr sehen und bewilligte mir ausnahmsweise einen weiteren USA-Aufenthalt von einem Monat. Nun gut, dass langte mir und so sagte ich nichts mehr zu dieser jungen Frau und dem ganzen Procedere.  

Ich fuhr dann mit einer Übernachtung direkt nach Freeport und kam wohlbehalten an. In den nächsten Tagen begleitete ich GG bei seinen Besorgungen und bereitete für die Mannschaft (GG, Aron und mich) mittags immer das Mittagessen.

Am Dienstag Morgen verabschiedete ich mich dann von GG und fuhr mit dem Mobbi Richtung Baltimore (State Maryland). Das sind von Freeport bis zumVerschiffungshafen etwa 350 km. Zuerst musste ich allerdings Richtung Norden und dann nach Westen und über die George Washington Bridge. Leider habe ich den richtigen Abzweig zu dieser Brücke verpasst und mich total verfahren. Das Navi konnte ich teilweise nicht benutzen, da es mich immer auf Straßen führen wollte, die für die Größe unseres Fahrzeugs nicht erlaubt waren. Ich orientiere mich also am Kompass und befand mich nach mehreren IrrfahrenIrrfahrten alsbald Mitten in New York. Da wollte ich eigentlich gar nicht hin. Ich kam an einigen geparkten Bussen vorbei und fragte nach dem Weg. Die Busfahrer erklärten mir, dass ich den Lincoln-Tunnel durchfahren muss und nach einer guten Stunde befand ich mich endlich auf der Route 95 die nach Süden führt. Puh, dass wäre geschafft.

Ich hatte also nun alle Zeit der Welt und gondelte durch die Landschaft (New Jersey) immer Richtung Süden. Hier in diesem Sate sah ich an einer Tankstelle den günstigsten Dieselpreis meiner ganzen gesamten Amerika-Reise: die Gallone  für $ 3,07. Das ist umgerechnet ein Literpreis von € 0,65. Leider durfte ich meine Tanks hier nicht mehr auffüllen, da sie auf dem Schiff nur bis zu einem Viertel voll sein dürfen.

Am Donnerstag morgen war ein dann in Baltimore und bei der Reederei. Hier wurde mir dann erklärt, dass ich das neue Motorrad nicht mitnehmen darf, da es nicht in den Papieren von Seabridge (meinem Reiseagenten) aufgeführt ist. So ein Mist dachte ich bei mir selbst. Also baute ich das Motorrad wieder ab und stellte es erst einmal auf dem Parkplatz der Schiffsagentur ab. Dann brachten wir (es waren etwa 10 deutsche Wohnmobile) unsere Fahrzeuge in den Hafen und nachdem der amerikanische Zoll all seine Stempel auf die ganzen Papiere gebracht hatte, gaben wir nur noch den Fahrzeug-Schlüssel ab und verließen das Hafengelände. Ich hatte mir aus dem Mobbi noch meine Regenhose, Handschuhe und Helm genommen und sie nebst meiner alten hellen Weste angezogen. Dann machte ich mich mit dem Motorrad auf den Rückweg nach Freeport. Diese Fahrt dauerte dann ca. 6,5 Stunden, da es sehr windig war. Eine Pause machte ich bei Burger King und lies hier auch die Batterie meines Navis wieder aufladen. Zum Glück hat es während der ganzen Fahrt nicht geregnet, obwohl am Himmel recht dunkle Wolken hingen. Heil - aber ein wenig durchfroren kam ich in Freeport an. Hier staunte man nicht schlecht, als sie mich sahen und ich von meinen Erlebnissen des Tages erzählte.

Am  nächsten Tag machte ich die Yamaha TW200 winterfest, ließ das Benzin aus dem Vergaser, schraubte die Batteriekabel ab und machte das Motorrad winterfest. Nun bleibt dieses Fahrzeug halt hier, bis zu meinem nächsten Besuch. Dann werde ich hier eine Kiste bauen und das Fahrzeug nach Deutschland verschiffen lassen.

Bei GG konnte ich in seiner Garagen-Wohnung schlafen und verbrachte so die Tage bis zum 28. Oktober 2014. GG brachte mich noch zum Flughafen und am Mittwoch den 29. Oktober 2014 war ich nach fast 7 Monaten wieder in unserem schönen kleinen Oststeinbek.
 
Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat September Teil 2

Hallo lieber Leser! Ich erlebe hier in Nordamerika den Indian Summer.

Das Wetter war - seit ich mich in den Nähe von Ottawa befinde - überhaupt nicht schon. Es war nasskalt und ich mochte außer ab und zu mal einkaufen nichts in der freien Natur machen. So fuhr ich also Richtung Ottawa und bog dann kurz vor dieser Stadt, die ich mir ja im vergangenen Jahr schon angesehen hatte Richtung Süden ab und fuhr zur Grenze der USA. Auf der kanadischen Seite gab es keinen Grenzposten und so kam ich direkt zur Grenze der Vereinigten Staaten von Amerika. Leider bekam ich kein neues 6 monatiges Visum, - wie ich es mir erhofft hatte, sondern (da mein Visum noch gültig war) nur einen Re-Entry-Eintrag in den Reisepass, bis zum dem Tag, an dem mein "altes" Visum ausläuft.

So machte ich mich denn auf den Weg nach New York zu GG, denn ich musste ja meine alte (und geliebte) Dax noch abholen - die hatte ich ja bei ihm zurück gelassen. So fuhr ich also gen Süden Richtung NY und kam durch farbenprächtige Waldlandschaften. Und dann wurde es richtig bunt. Ich fuhr durch die Adirondack Mountains.

Jeden Herbst aufs Neue zeigt die Natur eine ihrer schönsten Seiten: Die Bäume in Nordamerika verfärben sich zu den prächtigsten Farben. Bei blauem Himmel und Temperaturen bis zu warmen 20 Grad (war es heute Gott sei Dank) leuchtet mir das Laub der Wälder entgegen. Die Bäume und Sträucher schillern nur so mit ihren bunten Farben - von Feuerrot (oft vorherrschend) über leuchtend Orange, sattem Gelb und Grün bis hin zu hellem Ocker und dunklem Braun. Ich war auf einmal wieder richtig unternehmungslustig und diese Farbenpracht berauschte meine Sinne. Ich machte einige Aufnahmen und war selbst von den Bildern angetan. Seht sie euch an, die Bilder die ich gemacht habe und ich denke, ihr werdet genauso begeistert sein wie ich.  
Bild 489: Mobbi Extra III und der Indian Summer

Bild 490: Ich berausche mich an diesen göttlichen Farbspielen

Bild 492: Ich könnte stundenlang die gesamte Landschaft in mich aufsaugen

Bild 494: Friedvolle Stimmung steigt in mir auf

Es ging dann weiter über Albany wo ich auch einen geeigneten Übernachtungsplatz fand. Am nächsten Tag war ich dann bei GG und er freute sich sehr, mich wieder begrüßen zu können. Ich parkte mein Fahrzeug wieder an der alten Stelle und am nächsten Tag kümmerte ich mich darum, dass die Dax in der Garage untergebracht werden konnte. Dazu musste ich da Vorderrad ausbauen, den Lenker abschrauben, den Sitz und den Gepäckträger demontieren und schon passte die Dax in die Garage.

Am Sonntag mache ich mich dann auf den Weg nach Buffalo um dort über die Grenze nach Kanada einzureisen. Am Mittwoch muss ich die USA verlassen haben, sonst bin ich illegal im Land und dies kann ernsthafte Konsequenzen mit sich bringen (Inhaftierung, Einreiseverbot, Geldstrafe und andere schmerzhafte Beeinträchtigungen). Dass will ich mir nun doch nicht antun.

Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat September Teil 1

Hallo lieber Leser!

Hier in North Dakota erlebe ich nun schon die ersten Herbsttage. Langsam fällt ab und zu ein Blatt vom Baum und manche Pflanzen haben ihr Farbenkleid schon gewechselt. Vom Wetter her ist es schon allgemein recht kühl und ich habe die ersten stärkeren Regenfälle überstanden. Aber ich hatte auch noch ein paar schöne Tage im Theodore Roosevel Nationalpark. Dazu nun mehr.

Ich kam bei herrlichem Sommerwetter im Theodore Roosevelt Nationalpark an und bezahlte wieder einmal nur 10 $ Eintrittsgebühr - wieder für 7 Tage. Auf dem schnell erreichten Campground bezahlte ich auch nur 10 $ für eine Übernachtung. Da das Wetter so genial war, legte ich in die Gebührentasche einen 20 $ Schein hinein und hatte nun erst einmal meine monetären Pflichten erfüllt. Ich suchte mir einen ziemlich geraden Stellplatz aus (der Campground war nicht ausgebucht) und richtete mich häuslich ein. Dann machte ich die TW200 wieder startklar und braute los. In diesem südlichen Parkteil (es gibt ja auch noch einen nördlichen Park) gibt es eine Rundstraße von etwa 22 Meilen. Diese fuhr ich einmal ab und merkte mir die schönsten Stellen für eine 2. Runde am morgigen Tag. Ich war von der Landschaft beeindruckt und kann Theodore Roosevelt verstehen, dass er hier gerne als Rancher und Bison-Jäger gelebt hat. Er setzte sich als 26. Präsident der USA besonders für den Naturschutz ein. Die Badlands, die Theodore Roosevelt so beeindruckt hatten, übten auch auf mich eine Faszination aus. Ich konnte mich an den Schluchten und Kämmen und Hügeln (sie zeigten sich in vielen Farben) wieder einmal nicht satt sehen.

Am nächsten Tag machte ich mich bei Zeiten auf und nahm auch die Kamera mit. Zunächst ging es gleich wieder zu der Präriehund-Wiese, wo ich diese lustigen Präriedogs bestaunte. Auf der großen Wiese wimmelten und wuselten diese kleinen possierlichen Tiere nur so herum. Sie entlockten mir so manches Lächeln.
Bild 462: Eine Präriehund-Wiese

Bild 465: Ist die Luft auch rein?
Bild 466: Erde weggeschaufelt und schon ist die Wohnung wieder blitzsauber

Ich fuhr dann zum Scoria Point Overlook. Hier glühten in einem fantastischen rot die Hügelformationen. Welch ein schöne Anblick vor allem bei einem wolkenlosen blauen Himmel. Aber die "nicht-roten" Hügel in den Badlands sind ebenso fantastisch anzusehen und wenn man seinen Blick in die Ferne schweifen lässt fühlt man sich wieder einmal ganz klein in dieser schönen Welt.
Bild 469: Der Park hat wundershönbe Fleckchen - am Scoria Point glüht ein Teil der Erde

Bild 471: Rot ist aber nur ein Teil der Farbe, dieses Parks

Bild 477: Die "Badlands" können farbenprächtiger kaum sein

Auch Bisons konnte ich wieder einmal friedlich grasen sehen. Ich setzte mich in Gras und beobachtete sie eine ganze Zeit lang. Dann kam  - um den einen Hügel herum - mit mal ein einsamer Nachzügler. Er hatte aber zum Glück keinen Blick für mich, sondern schaute nur auf seine weidenden Kollegen und lief zügig zu ihnen.
Bild 478: Auch in diesen Prärien grasen wilde Büffel

Bild 479: Ein Nachzügler folgt der Bison-Herde

Auf der Straße sah ich verhältnismäßig viele Pferde-Äpfel. Aber ich hatte - so sehr ich auch Ausschau hielt - keine Wildpferd zu Gesicht bekommen. Also fuhr ich noch eine 2. Runde durch den Park, in der Hoffnung doch noch ein paar von diesen Tieren sehen zu können. Ich kam aber zunächst am Little Missouri River vorbei und an der Windschlucht. Hier lief ich ein wenig herum, konnte aber keine Pferde ausmachen.
Bild 473: Die Windschlucht

Bild 475: Edge/Cliffs am Little Missouri River

Ich fuhr weiter und sah am Straßenrand eine tote Klapperschlange. Ich drehte sie mit dem Stiefel an ihrem Schwanzende um und sie war schon richtig steif. Ich bestaunte sie noch eine Weile und fuhr dann weiter. Als ich um einen Hügel herumkam, sah ich ein Wildpferd. Ich hielt sofort an und wagte mich in die Badlands hinein. Immer schön vorsichtig den einen Fuß vor den anderen gesetzt, denn es gibt ja Schlangen hier. Aber ohne auch nur eine von ihnen zu Gesicht zu bekommen konnte ich mich den Pferden (es waren so gar mehrere) vorsichtig nähern. Sie standen auf einem Hügel im Wind, wo es weniger Insekten und anderes Getier gab. Ich konnte mich den Tieren gut nähern und sie blieben stehen, obgleich sie mich schon gesehen hatten. Die Jagdlust (Fotojagd) erfasste mich. Immer näher pirschte ich mich an diese wilden Tiere heran. Aber ich hielt doch einen ausreichenden Abstand ein. Innerlich freute ich mich, hatte ich doch endlich einige Wildpferde zu Gesicht bekommen.
Bild 481: In der Ferne sehe ichn ein Wildpferd und schleiche mich vorsichtig und ruhig an

Bild 482: Es hat mich schnell entdeckt, läuft aber nicht davon

Bild 485: Da sie so schwer zu entdecken sind, bin ich sehr glücklich sie ganz nah sehen zu können

Es waren 2 wundervolle Tage, mit Barbeque und Lagerfeuer. Als ich mich zur Weiterfahrt aufmachte (ich wollte noch den nördlichen Park aufsuchen) hatte sich das Wetter verschlechtert. Es fing an zu regnen und es wurde kalt. Tagsüber bei Regen und nur 8° C blieb ich im Wagen und fuhr nur einmal durch den noch kleinen nördlichen Park. Er ist bestimmt genauso schön aber wenn das Wetter nicht mitmacht, bleibt man lieber im warmen Auto. Auch in diesem Park sah ich mehrere Bisonherden aber wieder keine Wildpferde. Nun ja, als es am Spätnachmittag dann aufhörte zu regnen machte ich noch eine kleine Wanderung von knapp einer Stunde und sammelte dann Holz für ein Lagerfeuer. Man muss sich ja mit etwas beschäftigen. Als es dann dunkel wurde machte ich im Mobbi die Heizung an und duschte mir den gesamten Smoke vom Körper. Wie angenehm...

Es war ein trüber grauer Morgen, als ich am nächsten Tag weiterfuhr. Ein feiner, durchdringender Nieselregen fiel. Ich musste das Führerhaus aufheizen. Irgendwie - so schien es mir - war mit einem Mal der Herbst da. Ich kam nach North Dakota. Über die Städtchen Minot, Devils Lake  und Grand Forks kam ich in den Staat Minnesota. Hier war der Dieselpreis mit 3,69 $ per Gallone wieder einmal ganz angenehm. So fuhr ich dann fast 1200 km weiter Richtung Osten über Duluth, Ironwood, und Marquette Richtung Sault Ste. Marie. Es ging immer parallel zur kanadischen Grenze. In Sault Ste. Marie werde ich dann nach Kanada einreisen. Mein Visum läuft Ende September aus.
Mal sehen, was es weiteres zu berichten gibt.


Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat August Teil 4

Hallo lieber Leser!

Hier nun der noch fehlende Bericht aus dem Yellowstone Nationalpark!

Als erstes hatte ich mir im Park den weltberühmten Geysir Old Faithful angesehen. Als ich in die Nähe kam, sah ich schon viele Menschen, die es sich um den Geysir herum bequem gemacht hatten. Ich musste nicht allzu lange warten, und schon nach einer viertel Stunde begann Old Faithful sein Werk. Leider war es an diesem Tage sehr windig und die nach oben gespritzte Fontäne löste sich sehr schnell in Wasserdampf auf. Trotzdem ein beeindruckendes Erlebnis. Dann fuhr ich zum Norris Campground und zwischendurch durfte ich noch einen Bison bewundern, der direkt vor mir auf der Straße lief und sich nicht an der Fahrzeugschlange störte, die sich hinter ihm bildete. Da ich in der Dunkelheit am Campground ankam, stellte ich mich einfach auf einen freien Parkplatz. In der Nacht wurde es dann recht kalt und ich nahm mir eine zweite Bettdecke um mich warm zu halten. Wir bekamen den ersten Frost mit -1° C.
Bild 415: Alle erwarten die fontaine vom Geysir "Old Faithful"

Bild 416: Die eigentlich große Fontaine wird durch den Wind verweht

Bild 420: Während der Nacht auf dem Campingplatz wurde es doch recht kalt -1° C

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Mobbi (es war heute einfach zu kalt fürs Motorrad) zu einem Highlight des Parks: Die Upper Falls des Colorado Rivers. Über die Straße Canyon Rim Drive gelangte ich zu einem Aussichtspunkt, der mir einen großartigen Blick auf die 94 m hohen Lower Falls des Colorado Rivers bieten. Ich ging die 10 Minuten zu Fuß zur Aussichtsplattform und bewunderte den River.
Bild 422: Blick auf das Wasser von Yellowstone River
 
Dann ging es weiter und vom Grandview Point hat man einen exzellenten Blick auf den Wasserfall sowie einen herrlichen Blick auf den tiefen Canyon mit dem River. Welch ein prachtvoller Anblick bot sich mir und welche Farbenpracht doch die Wände der Schlucht haben. Grandios. Ich verbrachte einen ganzen Tag nur in dieser Ecke. Zum Spätnachmittag fuhr ich noch zum Canyon Visitor Center und besuchte einen Giftshop. Ich kaufte mir hier noch eine Flasche Rotwein, denn mit 16 $ war der australische Shiraz in diesem Teil der Welt extrem preiswert und schmeckte mir auch noch ausgezeichnet.
Bild 423: Großartiger Ausblick auf den Canyon und die 94 m hohen Lower Falls des Yellowstone River

Bild 424: Der Yellowstone River fließt durch einen imposanten Canyon

Wieder am Campingplatz gab es bald ein Abendessen und einen guten Schluck aus der neuen Flasche. Wieder wurde es in der Nacht sehr kalt aber ich brauchte noch nicht heizen, das Mobbi hatte noch genug Wärme. Nach einem ausreichenden Frühstück machte ich die TW200 startklar. Sie sprang sofort an und ich brauste warm bekleidet los. Ich fuhr den oberen Kreis der Parkstraße ab, die sich insgesamt wie eine 8 durch den Park zieht. Das Motorrad brachte mich relativ schnell zu einem weiteren Highlight des Parks: Mammoth Hot Springs.  Hier gibt es genug farbenfroher, dampfender Terrassen zu besichtigen. Sie bestehen aus einem Kalktuff (Travertin). Da die Sonne schien, kamen die Farben besonders zur Geltung.
Bild 428: Bei Mammoth Hot Springs gibt es viele farbenfrohe Terassen zu besichtigen

Bild 430: Die dunkle Ockerfarbe hebt sich gut vom weißen Kalktuff ab

Bild 431: Eine glitzernde Pracht

Bild 433: Ich kann mich wieder einmal nicht satt sehen

Dann ging es mit dem Motorrad weiter und gar nicht weit weg von diesen farbenprächtigen Terrassen sah ich auf der anderen Seite eine Horde wilder Hirsche. Natürlich hielten wir entsprechend Abstand aber die Tiere sind überhaupt nicht scheu. Sie sind den Anblick der Touristen wohl gewöhnt. Wieder wurden unendlich viele Fotoaufnahmen geschossen. Und ich war dabei. Großartiges Erlebnis.
Bild 434: Tierwelt direkt neben der Straße bei Mammoth Hot Springs

Bild 436: Jung und alt beschnuppern sich
 
Und weiter ging es mit der TW200. Vorbei an prächtigen Tälern und Höhen und ich sah noch mehr Wildtiere.
Bild 437: Gazellenähnliches Tier (recht scheu)

Bild 438: Im Gras erwischt

Gegen Abend kam ich dann zum Norris Campground zurück und da das Licht noch gut war, beschloss ich das Norris Geysir Basin mir anzusehen. Schon von weitem sah ich die Dämpfe in den Himmel steigen. Hier sah ich auch wieder eine Farbenpracht, die das Fotografenherz höher schlagen lässt.
Bild 440: Warmer Geysir (ohne Dampf)

Bild 441: Welche Farbenpracht und welch Kontrast

Für den nächsten Tag nahm ich mir vor, den südlichen Teil der 8 ab zufahren. Es war morgens wiederum noch recht frisch und so fuhr ich langsam die Straße Richtung Süden. Ich wurde auf der ganzen Strecke immer wieder mit farbenprächtigen Geysiren und sprudelnden/dampfenden Wasserlöchern belohnt. Hier eine kleine Auswahl:
Bild 443: Da kocht 'ne Suppe

Bild 444: Und immer wieder dieser Kontrast in den Gewässernb
Bild 446: Aufgenommen beim schönsten Geysir - bei Grand Prismatic Spring

Bild 448: Immer wieder neue Farbkontraste sind zu bestaunen

In der Nähe vom Old Faithful gibt es auch noch einen sehr schönen Geysir, den ich vor 40 Jahren schon einmal gesehen hatte, und der mir nie aus dem Kopf verloren ging: Ich ging also zum Morning Glory Pool, der so heißt, weil er der Blume dieses Namens (einer Trichterwinde) ähnelt. Hier dieses Prachtexemplar:
Bild 450: Morning Glory Pool

Bild 451: Das kochende Wasser ist kristallklar

Leider konnte ich danach nicht weiter Richtung Süden fahren, denn die südliche Route war vermutlich wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. So machte ich mich danach auf den Heimweg.

Beim Campground machte ich es mir dann bequem und entzündete ein Feuer. Es gab ein leckeres Barbeque mit den notwendigen Fleischteilen. Da kein Salat mehr vorhanden war, gab es halt mehr Fleisch und Folienkartoffel im Feuer zubereitet. Habe vom Fleisch nicht alles geschafft obwohl es so lecker war... Aber gebratenes Fleisch kann man ja noch schnetzeln und in einer Gemüsepfanne unterbringen. Auch lecker oder?
Bild 455: Mein Platz auf dem Norris-Campground

Bild 456: Heute gibt es Fleisch satt

Nach 4-maliger Übernachtung verabschiedete ich mich dann vom Yellowstone Nationalpark, der auch ein wirkliches Highlight ist. Am Morgen startete ich und füllte noch einmal das Frischwasser auf. Dann ging es Richtung Nordosten aus dem Park heraus. Ich sah noch unendlich viele Horden von Bisons, aber leider keine Bären oder gar Elche (Moose). Nachdem ich eine gut Strecke gefahren fahr, kam ich in die richtige Höhe: Es ging über einen Pass und die grandiose Bergwelt entzückte mich wieder einmal. Mobbi und ich auf dem höchsten amerikanischen Dach der Welt (na ja, fast). Es ging nämlich über den Beartooth Pass, und der hat immerhin eine Höhe von 10947 Fuß. An einer Stelle, (es ging den Pass schon wieder hinunter machte ich an einem Parkplatz eine Pause. Da stand ein alter gepflegte Porsche, der an der Rallye "Going to the Sun" teilnahm und mit dessen Fahrer ich ein paar deutsche Worte wechselte. Ich fuhr noch eine ganze Weile weiter, doch endlich tauchte das "neue" Landesschild "Welcome to Montana" auf. Es ging noch in den nächst größeren Ort und diese Kleinstadt heißt Miles City. Hatte an diesem Tag nun gut 600 km Strecke abgefahren.
Bild 457: Am Beartooth Pass, er hat eine Höhe von 10947 Fuß

Bild 461: Ein schöner alter Porsche eine Rallay-Gemeinde

Bild 459: Ankunft in Montana

Ich suchte am nächsten Tag Mc Donalds auf und konnte wieder einmal die Home Page auf den neuesten Stand bringen. Auch mal wieder Wäsche waschen und einkaufen nahm Zeit in Anspruch. Und schon ist fast wieder ein Tag herum. Mein nächstes Ziel ist der Theodore Roosevelt National Park. Was ich noch so alles erlebe, werdet ihr auf rewola.de erfahren.

Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat August Teil 3

Hallo lieber Leser!

Hatte in Denver ja noch eine Einladung von einem Deutschen (mit Namen Markus) zu einem Schnitzel essen in seinem Haus. Also frisch geduscht und dann ab zu ihm. Er wohnt in einer sehr schönen Ecke von Denver und nur etwa 10 Minuten vom Home Depot entfernt. Ich konnte mit meinem Mobbi direkt vor seinem riesigen Haus parken und wurde von einigen seiner deutschen Gäste gleich mit: Hallo, klasse Fahrzeug, so 'ne Reise möchte ich auch mal machen! begrüßt. Das Schnitzel essen war 'ne echte Klasse; hatte Markus doch bei einem deutschen Schlachter nicht nur Schnitzel besorgt, sondern auch herrliche Würstchen und deutsches Brot. Ich verbrachte ein paar wunderbare Stunden und bedankte mich dann bei Markus noch einmal für die nette Einladung. Als dann allgemeiner Aufbruch um ca. 10 Uhr war, machte auch ich mich zurück auf den Weg zu meinem Home Depot Parkplatz.
Bild 362: Die Prachtvilla von Markus

Bild 363: Markus (der große junge Mann) und seine Gäste bei einem Schnitzelessen

Von Denver ging es weiter Richtung Norden und dann rechts ab nach Westen. Ich kam in den Rocky Mountain National Park. Als ich zum Eingangshäuschen kam, sagte mir der Ranger, das es heute freien Eintritt für diesen Park gibt. Es ist Gründungstag. Somit brauchte ich die 20 $ Eintrittgeld nicht zu berappen. Es ging dann in die Berge (Iceberg Pass) und Mobbi musste kräftig arbeiten. Auf der Passhöhe machte ich dann eine Pause. Es war recht kalt: nur etwa 8° C, aber ich befand mich ja auch auf etwa 3700 m Höhe.  
Bild 365: Pause auf 3700 m Höhe

Ich wollte nicht in diesem Park übernachten und so fuhr ich zügig weiter, denn es waren immer noch gut 700 km zum Yellowstone National Park, den ich unbedingt sehen wollte, war ich doch schon vor 40 Jahren einmal in diesem Teil von den USA. Es ging die Straße mit der Nr. 40 bis Craig, wo ich mich dann nördlich wandte und Richtung Rawlins fuhr. Ich hatte auf der Detailkarte gesehen, dass es eine Abkürzung Richtung Rawlins gibt. Ich nahm diese Abkürzung in Angriff. Es ging von der Asphaltstraße herunter und ich befand mich auf reinster Schotterpiste. Die ersten 6 km waren gut zu fahren. Sehr angenehm. Dann begann sich die Straße zu verschlechtern. Reinstes Wellblech. Na gut, dass kannte ich ja von Island und so bretterte ich mit etwa 70 km/h über dieses schreckliche Wellblech hinweg. Das ging etwa 5 km weit. Dann musste ich über ein Viehgitter fahren und darauf verschlechterte sich der Straßenzustand dramatisch. Die Straße veränderte ihren Zustand von einer harten Wellblechpiste zu einer weich/matschigen Sand-Schlamm-Modder-Road. Ich fuhr einige hundert Meter weit, und es kamen noch riesige Wasserlöcher und Senken hinzu. Neben diesem Off-Road-Weg grasten friedlich - mich beobachtend - Kühe und Rindvieher. Ich musste viel Gas geben, um die Geschwindigkeit bzw. die Drehzahl zu halten. Oh, dachte ich so bei mir, die Abkürzung bringt mir nichts außer einem richtig verdreckten  Fahrzeug und hohen Spritverbrauch. Also dreht ich an einer geeigneten Stelle um und fuhr zurück zur Asphaltstraße.
Bild 366: Off-Road-Strecke auf dem Weg nach Rawlins - hier der einfachste und beste Teil der Strecke

Bild 368: Der Matsch hat sich überall festgesetzt

Nach dieser kleinen Exkursion ins Gelände (oh wie schon ist mit mal ganz einfacher Asphalt unter den Rädern) machte ich Halt in Rawlins um zu tanken. Es ging dann weiter und ich kam durch farbenprächtige Landschaften. Hügel und Bergformationen aus rotem Sandstein waren meine Begleiter. An einer besonders pittoresken Stelle machte ich mir ein leckeres Frühstück und verweilte ein bisschen. Leider war das Wetter nicht so nach meinem Geschmack aber die  Farben der Bergformationen kommen auch so gut zur Geltung.
Bild 370: Farbenprächtige Felsformationen begleiten mich zum Grand Teton Natinalpark

Bild 369: Frühstückspause - auf dem Weg nach Grand Teton National Park

Ja, und dann war ich auch irgendwann am Grand Teton Nationalpark, der mit dem Yellowstone Nationalpark fast eine Einheit bildet. Auf dem Weg zum schönen Städtchen Jackson begegnete ich meinen ersten richtig großen Wildtieren. Bisons. Eine riesig große Herde stand mehr oder weniger in einer Prärie und äste friedlich. Einige von diesen gewaltigen Tieren hatte sich neben der Straße ein Plätzchen ausgesucht, wo sie auch grasten. Aber es dauerte nicht lange, und sie wollten zu den Tieren auf der Prärie zurück. Also hielten sie beim Überschreiten der Straße erst einmal den ganzen Verkehr auf (wobei gesagt werden muss, dass im Nationalpark die Tiere Vorrang haben). Aber alle Autofahren hielten respektvoll Abstand und die Kameras und Handys mit ihren Fotografiermöglichkeiten liefen auf Hochtouren. Auch mich erfasste das Jagdfieber und so machte auch ich diverse Fotos von diesen wunderbaren Tieren.
Bild 371: Ich bestaune eine Bisonherde

Bild 376: Die Tiere haben hier das Vorrecht

Bild 375: Junger Bison - in der unmittelbaren Nähe zum Muttertier

In der Stadt Jackson machte ich dann Station und besuchte noch den kleinen Park, der wie ein Quadrat angeordnet ist. An jeder Ecke befindet sich ein Eingangsbogen, der aus Wapiti-Geweihen besteht. Sieht toll aus. Ich fand diese Geweihbogen-Pforte so schön, das ich einen Passanten bat, mich in diesem Bogen zu fotografieren.
Bild 378: Eingangsbogen (bestehend aus vielen Wapiti-Geweihen) im Park von Jackson

Gegen 18:00 Uhr fand dann ein öffentliches Shooting statt. Es fanden sich viele Leute ein, die dieses Spektakel sehen wollten. Schauspieler aus Jackson traten hier gegeneinander an. Es ging mit Fäusten und Revolvern hoch her.
Bild 382: Alle Leute warten auf das Shoot-out am Towns Square

Bild 386: Die Cowboys schießen wie wild herum

Bild 388: Sie haben sich gegenseitig gekillt

Bei einer Schule fand ich einen ruhigen Übernachtungsplatz. Am nächsten Morgen fuhr ich dann mit dem Motorrad in den Grand Teton Nationalpark. Hier das obligatorische Nationalpark-Schild.
Bild 390: Eingangsschild zum Grand Teton Nationalpark

Ich hatte heute Glück mit dem Wetter, denn es war warm und vom blauen Himmel strahlte die Sonne auf die Berge der Tetons. Ich fuhr Richtung Norden und bog hinter dem National Elk Refuge die Straße rechts ab nach Kelly und dann weiter nach Mormon Row. Hier gibt es einen historischen Distrikt, wo Scheunen und Schuppen aus alter Zeit (z.T. 100 Jahre alt) stehen. Es war toll, denn im Hintergrund stand der Berg Grand Teton, der immerhin eine stolze Höhe von 13770 ft oder 4197 m hat.
Bild 391: Siedlungs-Haus vor der Bergkulisse
Bild 392: Scheune vor der Kulisse der Tetons

Bild 393: Der Grand Teton mit 13770 ft oder 4197 m Höhe

Ich fuhr dann weiter und wollte noch ein bisschen wandern. Als Ziel hatte ich mir den Snake River Overlook vorgenommen. Der Snake River mäandert hier vor den Bergen durch die Prärie. Hier kann man auch wieder Wildtiere beobachten. Den Bisons kam ich hier auch wieder ganz nah.
Bild 397: Der Snake River - er schlängelt sich geruhsam an den Tetons vorbei

Bild 395: Vor dieser grandiosen Kulisse weiden Bisons

Weiter den Nachmittag voll ausnutzend fuhr ich zum Wandern an die Schwabacher Road. Ich stellte das Motorrad ab und machte mich auf den Weg. An Wasserläufen vorbei (gespeist vermutlich vom Snake River) wanderte ich vor der Kulisse der Grand Tetons. Es war herrlich und ich beobachtete noch einige Tiere. Unter anderem hatte es mir ein bunter Schmetterling angetan, den ich sehr hübsch fand. Auch eine kleine Schlange sah ich, aber als ich die Kamera zum Aufnehmen fertig hatte, hatte sie sich schon ins Unterholz geschlängelt und war nicht mehr aufzufinden. In einem kleinen See-ähnlichen Gewässer spiegelten sich die Grand Tetons und ich war begeistert von diesem Naturidyll.
Bild 398: Beim Wandern entdeckt - recht hübscher Schmetterling auf den Wildblumen

Bild 400: Wanderung vor Traumkulisse

Am nächsten Tag musste ich leider den Übernachtungsplatz an der Schule verlassen, denn der Rasenmäher-Guy sagte mir, dass das Übernachten auf dem Schulgelände nicht erlaubt sei. Na gut, ich fuhr einen halben Km weiter und fand einen riesigen Platz an einem Park. Dort stand ich dann ebenso ruhig.

Das Wetter hatte sich verschlechtert und der Himmel war bewölkt. Ich fuhr trotzdem mit dem Motorbike zum Jenny-Lake. Hier wollte ich zu den Hidden Falls wandern. Ich habe nicht die leichtere Variante mit Übersetzen auf dem See gewählt, sondern wanderte die gut 1 1/2 Stunden um den halben See herum zu den Hidden Falls.
Bild 401: Shuttle-Boote am Jenny Lake

Bild 403: Meine Wanderung zum Hidden Fall

Ich wanderte dann noch ein Stück weiter in die Berge hinein und sah Bergsteiger mitten in der Wand. Es ging teilweise auf geröllartigen Wegen immer steiler nach oben und ich hangelte mich oft an der Felswand entlang, denn der Weg war oft recht schmal und auf der anderen Seite ging es steil nach unten. Dann war ich endlich am Ziel: Dem Inspiration Point. Hier hat man einen guten Blick auf den Jenny Lake. Danach wandert ich noch etwa 20 Minuten den Trail weiter und kam zu einem Platz, wo das Wasser sich für den Wasserfall sammelt.
Bild 402: Kletter-Sportler in der Wand

Bild 408: Der "Wanderweg" ist nicht ganz ungefährlich

bild 410

Ich machte mich dann auf den Rückweg denn der Himmel hatte sich mit dunklen Wolken gefüllt. Ab und zu bekam ich schon einen Tropfen ab. Wandere die mir entgegen kamen, sagten mir, sie hätte gerade einen Bären gesehen, und ich solle doch aufpassen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und mich mit klatschen der Hände bemerkbar machen wanderte ich zum Inspiration Point zurück. Hier machte ich noch ein kleine Pause und staunte über so manchen Wanderer der mit Badelatschen in dieser Gegend unterwegs war. Und das bei diesem Gelände.
Bild 412: Ungesicherter Weg - direkt am Felsen und Felsabgrund

Ich machte mich dann fertig und begann mit dem eigentlichen langen Rückweg. Leider fing es nun auch noch erst leicht , dann aber immer stärker an zu regnen. Meine Lederweste schütze mich zwar am Oberkörper, aber meine Ärmel wurden richtig nass. Dann, etwa auf Seehöhe wanderten - etwa 100 Meter vor mir - ein paar Leute. Mit einem Mal drehte der eine sich um und gestikuliert immer und zeigte auf das Gebüsch, das sich zwischen Weg und See befand. Dann rief er mir zu. Bär, Bär - take care. Und reagierte sofort und hielt an. Und richtig, keine 30 m vor mir tauchte aus dem Gebüsch ein mittelgroßer schwarzer Bär auf. Ich war ganz schön aufgeregt und rief dem Bär zu: Go away, go away. Er hat mich verstanden und verschwand so schnell im Gebüsch, dass ich keine Zeit mehr hatte, eine Aufnahme von diesem Tier zu machen. Trotzdem: welch ein Abenteuer.

Am nächsten Tag setzte ich meine Reise fort und fuhr durch den Grand Teton Nationalpark nach Norden Richtung Yellowstone Nationalpark. Im Grand Teton sah ich noch eine Herde Rehe und war erstaunt, wie schnell diese Tiere sich durchs Gebüsch bewegen. Sie wollten direkt vor mir über die Straße, aber ich hupte kurz und da drehten sie dann ab.
Bild 413: Auf dem Weg zum Yellowstone Nationalpark wollte diese Tierherde die Straße überqueren 

Am frühen Nachmittag kam ich dann bei Nieselregen am Yellowstone Nationalpark an. Hier hielt ich kurz am Eingangsschild an und machte wieder die übliche Aufnahme.
Bild 414: Mobbi und ich sind fast schon im Yellewstone Nationalpark

Es begann immer heftiger zu regnen und ich war froh, als ich  nach gut 115 km am Campingplatz Norris ankam und hier auch noch einen Übernachtungsplatz ergatterte.


Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat August Teil 2

Hallo lieber Leser!

Ich bin nun schon wieder eine Woche allein und habe Los Angeles Richtung Osten verlassen. Mein nächstes Ziel ist wieder La Junta in Colorado, wo ich bei Rob Pickering wieder einen neuen Reifen (den 3. nun) bestellt habe. Das Profil vom 4. Reifen ist noch gut für weitere 10.000 km. Ich fuhr also zunächst Richtung Kingman und dann Williams und kam gegen Abend in Williams an. Hier suchte ich mir einen ruhigen Stellplatz, den ich allerdings gegen 20:00 Uhr verlassen musste, denn ein uniformierten Typ klopfte an mein Fahrzeug und machte mich darauf aufmerksam, dass auf diesem Platz nur Einheimische Parken dürfen. So fuhr ich denn in der Dunkelheit ein Stück aus Williams raus (ich kannte zum Glück einen weiteren Stellplatz wo ich übernachten konnte. Dieser Platz befand sich in einem Waldstück, durch das eine Straße führte. Ich wollte gerade von der Straße herunterfahren, als mir eine Fahrzeug entgegenkam, und der Fahrer mir sagte, das etwa 100 m entfernt sich ein Wolf befindet und aus dem Gebüsch auf die Straße kommt. Ich fuhr also die 100 m weiter und richtig, auf der Straße sah ich in meinem Scheinwerferlicht den Wolf die Straße entlang laufen. Ein prächtiges Tier konnte ich bestaunen. Ich dreht meine Scheibe herunter und machte mich bemerkbar. Der Wolf sah nur kurz hoch zu mir und lief dann die Straße weiter und war sehr schnell in der Dunkelheit verschwunden. Schade, dass ich keine Fotos machen konnte.

Nach einer weitgehend ruhigen Nacht (es war trotz einiger Entfernung von Schienen ab und an die Geräuschkulisse der Züge zu hören) fuhr ich weiter Richtung Flagstaff. Dort änderte ich meine Fahrtrichtung nach Norden und fuhr weiter über Cameron, Kayenta und dann Richtung Durago. In Durango hatte ich auf der Fahrt von NY nach Los Angeles schon einmal hinter einem Home Depot genächtigt. Diesen Platz suchte ich nun wieder auf. In der Nähe von Durango (etwa 50km entfernt) gibt es den Mesa Verde Nationalpark. Den besuchte ich. Ich ließ die Yamaha TW200 herunter und fuhr am nächsten Tag bei schönstem Wetter zum Nationalpark. Mesa Verde besteht aus Tafelbergen mit tiefen Schluchten und Sandsteincanyons. In diesen Sandsteincanyons befinden sich außergewöhnliche Zeugnisse der frühen Besiedlung dieses Gebietes. Einst lebten hier die Anazi-Indianer. Diese Menschen bauten im 12. Jh. in den Canyons unter schützenden Felsen Siedlungen aus Lehm und Stein mit mehrstöckigen Häusern, Kult und Versammlungsstätten. Einige diese Stätten schaute ich mir an. Zuerst fuhr ich zum Visitor Center und buchte für je 4 $ pro Führung bei den Rangern zwei Touren. Die erste ging zum Cliff Palace und die zweite dann zum Balcony House. Darauf fuhr ich in den Park hinein und zahlte beim Eingangshäuschen 10 $ fuhr einen Aufenthalt im Park von 7 Tagen. Meine Yamaha brachte mich dann die Serpentinen hoch und nach einer guten Stunde und einer Strecke von 50 km sah ich den Parkplatz des Cliff Palace. Von hier startete die erste geführte Tour Wir gingen durch ein schmales von Felsen umgebenes Tor und gingen dicht am Felsen lang hinunter zur Siedlung. Wir überstiegen einige Leitern und konnten uns dann die Siedlung ansehen. Zurück ging es dann durch eine sehr enge Öffnung zwischen den Felsen und über eine weitere Leiter gelangten wir wieder auf den Parkplatz. Ich kann euch sagen: diese Tour war schon ganz schön abenteuerlich.
Bild 343: Alle Teilnehmer müssen durch eine recht schmale Felsöffnung

Bild 344: Solche Leitern müssen auf der Tour überwunden werden

Bild 345: Wir sind an der Siedlung aus Lehm und Stein - direkt unter einem Felsvorsprung

Bild 347: Ganz zum Abschluß der Tour geht es nochmals über eine längere Leiter nach oben zurück zum Parkplatz

Vom Cliff Palace ging es dann schnell zur nächsten Tour: Balcony House. Hier mussten wir um zur Siedlungsstätte zu gelangen eine noch längere Leiter übersteigen und durch einen wirklich schmalen wenn auch kurzen Tunnel auf allen Vieren bewältigen. Der Ranger erklärte uns alles und bald ging es los. Als wir dann die Leiter sahen, staunte ich nicht schlecht: sie ist in der Tat ziemlich lang und führt richtig steil nach oben. Aber alle Teilnehmer meisterten diese Leiter und auch durch den Tunnel krochen wir ohne große Probleme. Die Kultstätte war dann ähnlich wie die zuvor gesehene. Zurück ging es dann noch einmal auf allen Vieren durch einen recht schmalen Tunnel und über einige Leitern steil an der Felswand entlang nach oben zurück zum Parkplatz. Auch wieder enorm abenteuerlich.
Bild 348: Eine zweite Tour führt mich zum Balcony House

Bild 349: Um nach oben zu gelangen, ist auch hier eine Sprossenwand zu überwinden

Bild 350: Oben angekommen - muss noch durch die Felswand gekrochen werden

Bild 351: Auf allen Vieren krabbelt der Ranger aus dem Felsen

Bild 352: Über Leitern mit Kettengeländer geht es wieder zurück nach oben

Ich fuhr nach diesen Touren dann zu den nächsten Kultstätten und sah am Sun Point View in der Ferne noch eine weitere Siedlung.
Bild 355: Blick vom Sun Point View auf einen Tafelberg - in der Mitte (halbrechts) ist eine Siedlungsstätte zu erkennen

Zum Abschluss besuchte ich dann noch das Spruce Tree House (hier ging es einen kleinen Weg hinunter zur Siedlung) und ich war beeindruckt vom guten Zusatnd diese Anlage. Damit beendete ich die Besichtigungen und machte mich
auf den Heimweg.
Bild 356: Abstieg zum Spruce Tree House (am besten erhalten)

Bild 357: Am Spruce Tree House
 
Als ich nach gut 1 1/2 Stunden wieder am Fahrzeug war, tat mir ordentlich der Hintern weh. Hatte ich doch am heutigen Tag eine Strecke von gut 165 Meilen (etwa 250 km) bewältigt.

Eigentlich hatte ich vor, mit dem Motorrad am nächsten Tag noch von Durango nach Silverton (etwa 80 km entfernt in den Bergen gelegen) zu fahren, aber des Wetter hatte sich verschlechtert und es fing am Morgen an zu regnen. So machte ich mich auf den Weg und fuhr die letzten 450 km über Alamosa und Walsenburg nach La Junta. Gegen Abend kam ich an und ging bei Safeway schnell noch einkaufen. An der Kasse fragte mich der Kassierer, ob ich eine Safeway-Karte hätte, was ich verneinte und so überreichte er mir kurzer Hand eine Mitgliedskarte. Nun bin ich auch in diesem Klub und kann etwas preiswerter einkaufen. Dann fuhr ich zu meinem "alten" Stellplatz und übernachtete ruhig. Tags darauf fuhr ich bei Rob vor und wir begannen mit einigen Wartungsarbeiten: einer von den Keilriemen machte im Standgas schrecklich quietschende Geräusche jedoch wurde dieses Problem von Rob durch Nachstellen von einigen Muttern schnell gelöst. Auch ließ ich das Fahrzeug wieder einmal abschmieren und das Motoröl kontrollieren. Rob goss 2 Liter Motorenöl nach und somit war diese Wartung des Fahrzeugs erledigt. Wir machten uns dann an die Arbeit und wechselten den Reifen. Gegen Abend war das Fahrzeug wieder vollständig einsatzbereit. Ich übernachtete noch in Robs Werkstatt und fuhr nach Kontrolle des Reifendrucks langsam und gemütlich Richtung Denver.
Mein nächstes Ziel ist der Grand Teton Nationalpark sowie der sich anschließende Yellowstone Nationalpark. Nach etwa 50 km bemerkt ich im rechten Außenspiegel, dass meine Kabine sich total nach rechts geneigt hatte. Dies ist doch nicht in Ordnung sagte ich zu mir selbst und hielt direkt am nächsten Parkplatz (Gott sei Dank nur 50 m entfernt) an. Ich stieg aus und ging um das Fahrzeug herum und sah sofort die Bescherung: der neue Reifen hatte seine ganze Luft verloren und war platt wie 'ne Flunder. Was ist das denn sinnierte ich, dass kann doch nicht war sein. Na dann wollen wir mal das Rad abschrauben und den Reserve-Reifen aufziehen. Aber zum Glück überlegte ich noch einmal und fing an, mit meiner Reifendruck-Füllanlage den Reifen aufzupumpen. Ich machte den Reifen richtig voll und nahm dann eine Sprühflasche mit Seifenwasser und besprühte den Reifen. Da bemerkte ich dann sofort, wo die Luft austrat: direkt am Sprengring (eine Art Sicherungsring) sprudelte das Seifenwasser die Luft in großen Blasen heraus. Jetzt aber nicht wie zurück. 50 km ist doch 'ne Strecke und so hielt ich zwischendurch alle 10 km an und pumpte Luft nach. So kam ich dann wieder bei Rob an und der staunte nicht schlecht, als er sah, das die Luft fast wieder ganz aus dem Reifen heraus getreten war. Er machte sich sofort an die Arbeit und stellte dann auch bald fest, dass der neu eingesetzte Dichtungsring an einigen Stellen nicht richtig in der dafür vorgesehenen Nut saß. Er setzte einen neuen Dichtungsring ein, und mit Vaseline wurde vorsichtig der Felgenring über den Dichtungsring gedrückt. Dann ganz langsam und ruhig Luft nach gepumpt und immer wieder alles kontrolliert. Als der Reifen dann gefüllt war, wurde mit Seifenwasser die Dichtheit kontrolliert. Keine Luftblasen traten mehr aus. Nun konnte ich erneut starten und meine Reise fortsetzen.
Bild 358: Mein erster "Plattfuß" auf meiner Reise

Die Strecke von La Junta nach Denver war man Nachmittag schnell abgefahren und ich machte es mir auf einem Home Depot Parkplatz in Denver gemütlich. Ich war gerade dabei, das Fahrzeug richtig auszurichten, als neben mir ein  Fahrzeug hielt und eine Lady ausstieg und mich fröhlich begrüßte. Oh, sagte sie, ich habe euch letzte Woche in San Diego gesehen: wir fuhren dort hinter euch her Richtung Leuchtturm und haben eine Aufnahme von eurem Fahrzeug gemacht. Und dann zeigte sie mir das Foto. Richtig, es war unser Fahrzeug. Sie lud mich dann zu sich nach Hause ein und wir verabredeten uns für den kommenden Tag gegen 18:30 Uhr zum Mittagessen. Dann sollte ich auch ihren Mann und ihre Kinder kennen lernen. Am nächsten Tag hatte ich dann noch zwei Zettel an meiner Scheibe: eine Mitteilung in deutsch die besagte, dass eine Gruppe Deutscher sich am Sonntag zum Schnitzel-Essen trifft und ob wir nicht dabei sein wollen. Dann fand ich Nachmittags noch eine Karte von einem John Santucci (JSP Broadcast, Inc./International Video Production) der mir schrieb, das ich ihn kontaktieren soll bezüglich meines Fahrzeugs und meiner Reise. Ich war richtig beeindruckt, über die Kontaktfreudigkeit dieser Menschen hier in Colorado.

Am nächsten Tag fuhr ich dann zu Kristen Del Calzo und lernte dort auch ihrem Mann Dean  und die Kinder kennen. Dean ist absolut in Expeditions-Fahrzeugen  - wie wir es haben - interessiert und will sich auch eins kaufen. So machte ich mit ihm eine Probefahrt und dann eine Führung durch unser Fahrzeug. Er war beeindruckt. Die Familie machte dann für mich die Autoauffahrt frei, so dass ich vor ihrem Haus stehen konnte. Ich bedankte mich noch einmal für die Einladung und bei einem reichhaltigen Abendessen (italienisch/toskanisch) verbrachte ich mit ihren dazu gestoßenen Freunden (es war sogar  ein Paar aus Kolumbien dabei, die wir unbedingt besuchen sollen) einen wunderbaren Abend. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurde ich noch zusätzlich mit Wein- und Bierflaschen beschenkt. Euch lieben Gastgebern und neuen Freunden gilt mein herzliches Dankeschön.
Bild 359: Die Auffahrt vor dem Haus von Kristen und Dean del Calzo (Denver Colorado) wurde für mein Fahrzeug freigemacht

Bild 360: Die Truck-begeisterten neuen Freunde aus Denver Colorado

Fortsetzung folgt... (Morgen bin ich von einer deutschen Gruppe zum Schnitzel-Essen eingeladen; werde davon berichten. Junge, Junge -  hab alle Hände voll  zu tun - hi hi hi!)

Liebe Grüße vom Weltenbummler
Wolfgang

Bericht Monat August Teil 1

Hallo lieber Leser,  meine Regine ist nun schon wieder in Deutschland. Jetzt kommt der verspätete Bericht v der ersten August Woche. Mein Gott, wie schnell die Zeit vergeht!

Unser nächsten Ziel ist der Joshua Tree National Park. Aber bis dahin sind es mal eben gut 400 Kilometer, die zurückgelegt werden wollen. Wir fuhren am Nachmittag aus dem Grand Canon National Park und kamen wieder an Williams vorbei. Von dort ging es dann weiter Richtung Prescott und hier kauften wir erst einmal wieder ein. Es ging dann noch über eine schöne Strecke durch die Berge aber wir hatten so gar keinen richtigen Blick mehr für die Natur, denn wir brauchten einen Übernachtungsplatz. Es war fast schon dunkel, als wir endlich aus einem Forest herausfuhren und in der Nähe einer Siedlung einen richtig großen und ruhigen Stellplatz fanden. Heute machten wir uns zum Abendessen mehrere Fischportionen mit Kartoffeln und´Kräutersoße. Den Abend ließen wir bei Kniffel und Tridom und einigen Gläsern Weißwein ausklingen.

Am nächsten Tag ging es weiter. Zwischendurch haben wir wieder einmal die gesamte Wäsche gewaschen. Für knappe 10 $ ist sie nun wieder sauber und riecht herrlich frisch. Gegen Nachmittag fuhren wir weiter. Wir kamen wieder einmal in die Berge und dann in ein langes Tal, wo es nur gerade aus ging. Mindestens 40 km lang. Dann setze auch noch ein Wind ein, und wir sahen des öfteren Windhosen. Mit einem Mal wurde es schlagartig schwül und warm und es setzte zusätzlich auch noch ein kräftiger Regen ein. Wir beschlossen die nächste Ausfahrt zu nehmen um den sich allmählich leerenden Dieseltank wieder aufzufüllen . Noch in Arizona, denn in Kalifornien - noch etwa 50 km entfernt - wird der Diesel wieder teurer. Als wir die erste Tankstelle ansteuerten, staunten wir: alle Autos bekamen keinen Sprit. Grund war ein Stromausfall. So erging es uns auch an der nächsten Tankstelle. Wieder kein Diesel. So beschlossen wir zu übernachten und den nächsten Tag abzuwarten. Wir fuhren ein bisschen ins Gelände und staunten nicht schlecht, denn die gesamte Gegend war von einem Unwetter heimgesucht worden und viele Straßen standen knietief unter Wasser. Für unser Fahrzeug waren diese oftmals auch reißende Wasseransammlungen kein Problem und es machte uns richtig Spaß, so ein bisschen Off-Road-Feeling zu genießen. Da hier in dieser Gegend das Gelände fürs campieren nicht freigegeben ist, fragten wir kurzerhand einen Einheimischen nach einer Übernachtungsmöglichkeit und er bot uns sofort sein Grundstück zum Übernachten an. Das war ja nett. Es kühlte sich zwar nur langsam ab und es war auch immer noch schwül und um die 30° C warm, aber unser Übernachtungsplatz war ganz O.K.

Morgen geht es dann weiter über Blythe Richtung Joschua Tree National Park.

Von Süden kommend fuhren wir in den Nationalpark und waren zunächst enttäuscht: keiner Joshua Trees gab es zu bestaunen. Bald waren wir am Cottenwood Visitor Center und der nette ältere Ranger gab uns den Rat, den Campground Jumbo Rocks anzulaufen. Es waren aber bis dahin noch gut 34 Meilen zu fahren. Allmählich sahen wir nun aber die ersten Joshua Trees und waren begeistert. Sehr schöne palmenartige Bäume traten vereinzelt auf. Es ging eine ganze Weile immer bergauf und irgendwann kam auch der Abzweig, der uns zu unserem Campground führte. Wir waren ganz begeistert von diesem Platz: Schöne runde Rocks gab es zu bestaunen und wir sahen auch auf diesem Platz nun auch schöne Joshua Trees. Wir suchten uns den schönsten Platz zum Übernachten aus (es waren noch sehr viele Plätze frei) und bereiteten ein Barbeque vor. Wir schmausten herrlich und tranken am Abend mit einem holländischen Pärchen (die mit ihrem Auto Probleme hatten und mich fragten ob ich Mechaniker sei und helfen könnte - ich musste leider verneinen) einen leckeren Rotwein.
Bild 319: Der Joshua Tree

Bild 321: Der Joshua Tree und die Felsen sind markante Zeichen im National Park

Bild 322: Unsere "Lagerstätte" mit Grill- und Feuerstelle

Auf dem Weg vom Visitor Center zum Campground kamen wir am Cholla Cactus Garden vorbei. Den sahen wir uns heute an. Wir fuhren dazu zwar etwas zurück gen Süden, aber nach gut 20 Minuten waren wir an diesem Kaktus Garten. Hier waren Bauarbeiter dabei einen Rundweg durch diese nicht ganz ungefährlichen Kakteen neu zu gestalten. Einer der Bauarbeiter hatte zu nahen Kontakt mit diesen Stacheln und zog sich gerade mit einem Leatherman die Stacheln aus seinem Daumen.
Bild 323: Besuch des "Cholla Cactus Garden"

Bild 325: Diese Spitzen sollte man besser meiden, denn sie sind wirklich spitz und hart

Bild 326: Die Nadeln dringen tief in die Haut ein und schmerzen sehr

Am Nachmittag fuhren wir dann zur 49 Palms Oase. Hier absolvierten wir den knapp 5 km langen Rundweg in einem gut 2 Stunden-Marsch zur Palmen-Oase hin und zurück zum Parkplatz. Wir hatten schon eine ganze Zeit lang gewandert und sahen keine Anzeichen von einer Oase. Als uns eine deutsche Familie entgegen kam sagten sie uns, das es nicht mehr all zu weit ist. Dann, endlich sahen wir in der fernen Bergwelt grüne Palmen. Großartig, wie diese Bäume hier in dieser felsigen Landschaft eine Oase bilden. Als wir uns unter den Palmen im Schatten ausruhten, hörte ich ein Geräusch und traute meinen Augen kaum: Ich sah ein Dighorn-Schaf mit gewaltigen Hörnern und dann noch ein zweites. Gigantisch und wir schienen sie nicht zu stören. Leider waren sie aber doch relativ weit entfernt, um sie richtig gut fotografieren zu können. Trotzdem sahen wir diesen beiden Tieren eine geraume Zeit lang zu wie sie sich in der Bergwelt bewegten. Sie stellten sich dann noch sozusagen in Positur und bildeten gegen den blauen Himmel ein herrliches Motiv. Regine und ich waren begeistert und traten ungern den Rückweg an.
Bild 327: Wir wandern zur "49 Palms Oasis"

Bild 328: Direkt bei den Palmen machen wir Rast

Bild 330: Die Tiere sind gut getarnt und schwer zu erkennen

Bild 332: "Er" hat einen der hohen Plätze des Berg's erklommen

Am Nachmittag fuhren wir dann noch die holländische junge Frau zum 18 km entfernten Oasis Visitor Center. Sie wollte einen Abschleppwagen für das defekte Auto organisieren. So konnten wir denn doch noch ein klein wenig helfen und die junge Frau nahm den gebotenen Service gerne entgegen.

Gegen 17 Uhr fing ich an, das Feuer für den heutigen Grillabend zu entfachen. Regine hatte für das heutige Abendessen ganz zarte leckere Steaks gekauft und ich muss gestehen, das Fleisch auf dem Grill zubereitet ist eine ganz besonderer Genuss. Da wir lange keine Knoblauch gegessen haben, machten wir uns auch noch eine gut schmeckende Knoblauchbutter. Passte ausgezeichnet zum Fleisch. Als dann die Sonne langsam unterging, nahmen wir unseren Sundowner auf einem der warmen Rocks ein.
Bild 334: Regine genießt den kalten Wein in der Abendsonne

Am nächsten Tag machten wir nur noch einen ganz kurzen Ausflug und liefen zu den Skull Rocks. Dieser knapp 3 km lange Wanderweg war schnell abgelaufen und wir staunten immer wieder über diese schönen Felsformationen.
Bild 333: Kurz-Wanderung zum Skull Rock

Wir verabschiedeten unseren schönen Campingplatz und fuhren Richtung Joshua Tree. Da ich fahren musste, konnte ich die nun wirklich in großen Mengen auftretenden Joshua Trees nicht fotografieren,: aber es war herrlich, durch diese grandiose Baumlandschaft zu fahren.

Wir wollten noch ein bisschen südlicher. Also steuerten wir San Diego an. Laut unserem Reiseführer (unseren Kindern sei an dieser Stelle noch einmal für das Reise Handbuch Kalifornien gedankt) kamen wir bald ins historische Herz von San Diego: dem Gaslaternen Quarter. Hier stellten wir an einer Parkuhr für 2 Stunden das Fahrzeug ab und durchstreiften die von gemütlichen Straßencafés, Restaurants, Bars und historisch wertvollen Häuser gesäumten Straßen. Danach besuchten wir noch die "Old Town" dieser Stadt und gingen zum Abschluss dieses Tages noch gut und preiswert mexikanisch Essen und Trinken. 
Bild 335: "Gaslamp Quarter" ein historisches Stadtviertel das durch Gaslampen bekannt wurde

Bild 336: Die liebevoll restaurierten Häuser hier sind schon einen Blickfang

Bild 338: Prachtbauten, die dieser Straße einen besonderen Charme geben

Bild 340: Wir besuchen zum Abschluß noch die Old Town von San Diego

Leider konnten wir aus Zeitgründen (Regines Urlaub endet in 2 Tagen) nicht mehr nach Mexiko fahren. Wird später einmal nachgeholt. Wir verbrachten dann noch 2 Tage am Pazifik-Strand. Die erste Nacht gingen wir auf einen Campground für 35 $. Schön gelegen: direkt an einem riesigen Highway - der nur so brummte und zum Glück auch noch direkt neben der Eisenbahn, die Gott-Sei-Dank nur ab und zu ihr nerviges Hupkonzert (vor allem am frühen Morgen) dröhnen ließ. Zu unserem Glück war auch das Meer nicht weit entfernt: nur etwa 15 Minuten Fußmarsch. Richtig klasse Platz, den wir da für das Geld ergatterten. Nach einer schlechten Erholungsnacht machten wir uns gegen Mittag auf und verließen diese Stätte der Unfreude. Was die Amis an solchen Outdor-Plätzen finden ist mir rätselhaft. Wir fuhren dann wieder weiter Richtung L.A. Unterwegs sahen wir ganz nette Ortschaften, aber wenn man tagsüber an den Strand wollte, ging es nur mit einer Gebühr von 15 $. Da wieder einmal keine geeignete Übernachtungsstelle kam, fuhren wir einem Schild "Camper" nach. Wir kamen an eine Wache und die schickte uns zum nächsten Office-Gebäude. Wir gingen zur Rezeption und erfuhren zu unserer Ernüchterung, dass wir gerne einen einfachen kleinen Übernachtungsplatz bekommen können. Preiskategorie beginnt hier bei 79 $ die Nacht. Ich habe meine Frau noch nie so erstaunt gesehen. Ihr fiel förmlich der Unterkiefer herunter. Ist ja preiswert zischte ich zynisch dem Angestellten zu. Wir machten uns sofort vom Acker und fuhren weiter. Zu unserem Glück ging von der Hauptstraße eine Seitenstraße ins Landesinnere ab. Hier fanden wir eine Sackgasse, wo genügend Park-buchten vorhanden waren. Hier stellten wir uns hin und hatten eine sehr sehr ruhige Nacht. Kostenlos. Dieses Kalifornien mit seinen bescheuerten Campingplätzen und -preisen findet nicht meinen Geschmack.

Heute am 13. August hat Regine die Heimreise angetreten. Nun  bin ich leider wieder ganz allein. Das ist Schiet... Wir hatten eine wunderschöne gemeinsame Zeit - jedoch gingen diese 4 Wochen einfach viel zu schnell vorbei - wie immer. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Urlaube mit meiner geliebten Frau. Wie geht es weiter: ich weiß es jetzt - da ich diese Zeilen zu Papier bringe noch nicht. Amerika ist ja groß und Anfang Oktober muss ich dieses eindrucksvolle Land verlassen. Wir/ihr werdet sehen bzw. lesen...

Liebe Grüße von den Weltenbummler

Regine und Wolfgang

Bericht Monat Juli Teil 3

Hallo lieber Leser, hier folgt mal wieder ein Bericht, von den letzten Wochen.

Wir waren ja noch in San Francisco um uns noch weiter in dieser schönen Stadt umzusehen. Wir hatten ja einen guten Übernachtungsplatz in der Nähe der Golden Gate Bridge gefunden und machten uns dann am nächsten Morgen auf, um mit der bekannten Cable Bahn durch San Francisco zu fahren. Wir parkten beim ehemaligen Militärgelände Fort Mason und bezahlten dort für 4 Stunden 8 $. Dann marschierten wir Richtung Cable Car Station Powel-Hyde. Nach einer Stunde Wartezeit konnten wir die schöne Cable Car besteigen. Die Fahrt mit diesem Carble Car war schon ein richtiges Abenteuer. Ich hatte das Glück und konnte hinten im Cable Car auf der freien Fläche stehen und hatte dort ein gute Aussicht auf die kleiner werdende Bucht und Insel mit Alcatres.
Bild 234: Solche schönen Cable Car's fahren in San Francisco

Bild 235: Der Wagen ist voller Gäste

Bild 236: Und schon geht es die bergigen Straßen hoch

Es ist wirklich ein tolles Erlebnis, diese Berg und Talfahrten mitzumachen.
Bild 238: Die Straßen von San Francisco

Nachdem wir uns noch an der Fisherman's Wharf umgesehen und dort das Leben und Treiben beobachtet hatten nahmen wir noch einen kleinen Imbiss zu uns. Wir entschieden uns für Fisch. Lecker, lecker...  Schnell sind die 4 Stunden vorbeigegangen und wir mussten zum Mobbi zurück. Aus San Francisco heraus zu fahren war Dank des Navi's eine Kleinigkeit und bald waren wir auf der Route zum San Yosemite Park. Wir waren wieder einmal beeindruckt über die Schönheit dieser Parklandschaft.
Bild 241: Ein Highlight unserer Nordamerika-Reise ist der Yosemite-National-Park


Nachdem wir das Eintrittsgeld - 20 $ für mehrere Tage Aufenthalt bezahlt hatten informierten wir uns im Visitor Center nach einem Campground. Die meisten dieser Campingplätze waren belegt, aber wir hatten Glück und steuerten den Campground mit einigen freien Plätzen direkt an. Dort konnten wir eine Reservierung eines Platzes für unser Mobbi bekommen. Allerdings nur für 2 Tage. Besser als gar nichts. Nach dem die Übernachtung also geregelt war, machten wir uns auf und fuhren zum Glacier Point. Es ging mehrere Meilen durch Kiefer-Wälder aufwärts und bald kamen wir an einem Parkplatz an. Wir sahen uns hier den Half Dome an und die beiden Wasserfälle Vernal und Nevada Fall. Zurück am Mobbi machten wir ein herrliches Barbeque, aßen uns satt und ließen den Abend bei einem Glas Weißwein am Lagerfeuer ausklingen. Mein Gott, geht es uns gut...
Bild 246: Schöne Hinweistafel am Glacier Point

Bild 247: Regine vor dem Half Dome

Der nächste Tag begann schon recht früh: Wir standen um 06:00 Uhr auf und fuhren die 40 km im Park zurück zum Yosemite Valley. Hier wanderten wir zum Lower Yosemite Fall und danach noch zum Vernal Fall. Die erste Wanderung war ein Spaziergang, während die zweite Wanderung (der Mist-Trail) ein richtiges Abenteuer wurde. Bei dieser Wanderung ging es immer bergauf (bei einer Temperatur so um die 34° C) und wir kamen schnell ins schwitzen. Zum Glück hatten wir eine Wasserflasche dabei und wir tranken sie sehr schnell leer. Glücklicherweise fanden wir unterwegs Wasserstellen an denen wir uns satt trinken und die Flasche wieder auffüllen konnten. Dann sahen wir endlich nach eine Stunde den Wasserfall vor uns. Aber wir wollten zur oberen Fallkante und dazu mussten wir noch einmal ein ganze Weile über Steinstufen und Treppen bergan. Es ging so steil und gefährlich hinauf, dass wir wirklich vorsichtig gingen und mehrere kleine Pausen machten. Endlich kamen wir schnaufend und pustend oben an. Geschafft. Nach erfrischendem Fußbad im Bergsee und einer längeren Pause machten wir uns an den Rückweg. Auch nicht ohne, denn wir waren eigentlich ganz schön geschafft und mussten nun bergab. Glücklich und mit nur einer kleinen Blase am Fuß kamen wir am Auto an und fuhren zum Campingplatz zurück.
Bild 254: Regine vor dem Yosemite-Fall

Bild 256: Beide Teile des Yosemite Falls (Lower and Upper Fall)

Bild 258: Wir sind dicht am Vernal Fall

Bild 259: Hier rauscht das Wasser den Vernal Fall hinunter

Tags darauf ging es gleich weiter. Sequoia National Park hieß unser nächstes Ziel. In diesem Park gibt es Mammutbäume zu bestaunen. Wir fuhren vom Mountain Eingang eine ganze Weile auf dem General Highway zum Giant Forest, wo wir die großen Bäume bewunderten. Hier gibt es auch den größten Baum der Welt: den General Sherman Tree.
Bild 261: Die ersten großen Bäume im Soquoia Park


Bild 268: Der meist bestaunte Baum im Park dhat den Namen "General Sherman"

Es ist heiß in dieser Ecke. Wir waren immer froh, wenn wir uns in den Bergen befanden, denn statt der üblich vorhanden 38° C hatten wir dann herrlich erfrischende 30°. Wie angenehm. Unser nächsten Ziel ist das Death Valley. Es ging eine Tagesfahrt Richtung Osten und dann wieder nach Norden. Gegen frühen Abend erreichten wir bei 41° C den Parkplatz Stovepipe Wells Village. Hier checkten wir auf dem Campground ein, denn wir brauchten ein Abkühlung. Im Fahrzeug war es 40° C heiß und so brauchten wir Strom, um die Klima-Anlage anzuschließen. Auch ein Wind, der die Hitze noch unerträglicher machte war aufgekommen und wir waren erst einmal froh, im klimatisierten Anmeldebüro eine kleine Weile verbleiben zu können. Nachdem wir einen Parkplatz zugewiesen bekamen, konnte ich mich um das Anschließen der Klimaanlage kümmern. Dieser kleine Maschine hatte viel zu tun und nur ganz ganz langsam und allmählich kühlte das tagsüber aufgeheizte Fahrzeug ab. Noch nie hat uns ein gekühltes Alsterwasser so gut geschmeckt wie an diesem Abend. Der Kühlschrank hatte heute eine Temperatur von 16 °C. Sonst hat er um die 6-7°C. Die Nacht bei runter gekühlten 31° C war anstrengend. Leider schaffte die Klimaanlage nicht mehr Abkühlung. Auch des Nachts waren es draußen weiterhin 40° Hitze. Am nächsten Morgen nach einer unruhigen Nacht gingen wir erst einmal schwimmen. Welch eine Erfrischung, denn wir durften auch als Camping-Gäste den hoteleigenen Swimmingpool benutzen. Dann machten wir uns auf und fuhren durch das Tal des Todes. Als erstes kamen wir zu den Stovepipe Wells-Sand Dünen. Diese kleine 40 km² große "Sahara" besteht zum größten Teil aus Flugsand. Hier begrüßte uns ein ganz besonderer Dünenwächter: ein Rabe, der noch einmal auf die extreme Hitze hinwies. Wir machten nur einen kleinen Ausflug denn der Sand war zwar weich und auch schwer zu "Laufen".
Bild 270: Ein Wächter der besonderen Art - die Hitze ist wirklich heftig

Bild 271: Weicher weiß-gelber Sand im Death Valley

Nächstes Ziel war der Golden Canyon. Hier machten wir trotz der Hitze eine knapp 2 km lange Wanderung durch zerklüftete gelbliche Felsformationen. Die Überreste einer zerborstenen Fahrbahn, die man an einigen Stellen noch sieht, waren unser Weg. Beim goldenen Canyon angekommen bestiegen wir zu guter Letzt noch einen kleinen Hügel, um die Aussicht voll zu genießen.
Bild 272: Wir machen eine Wanderung bei gut 40°C Themperatur zum Golden Canyon

Bild 274: Tolle Strukturen und Farben sind zu bestaunen

Bild 275: Der letzte kleine Berg ist erklommen und wir sind am Ziel

Und schon ging es weiter. Wir steuerten Artist's Drive an. Die  9 Meilen lange Einbahnstraße bringt uns direkt an die schönsten Stellen dieser Felsformationen. Es ging durch eine wild zerklüftete Berglandschaft und bald waren wir an der Artist's Palette. Dies ist eine freigelegte Bergflanke die mit ihren Gesteinsverfärbungen nur so protzt. Es sieht aus wie auf einer Maler-Palette. Wir waren schwer begeistert über diese Farbenpracht im Gestein.
Bild 277: Unser Mobbi vor der "Artist's Palette"

Bild 276: Die Bergflanke Artist's Palette ähnelt tatsächlich einer Malerpalette

Bild 278: Der "Artist's Palette" fast ganz nah

Aber wir konnten nicht verschnaufen. Es kam der Golf Couse of the Devil. Es handelt sich hier um Salzschichten, die umgepflügt zu sein scheinen. Wir gingen auf die Salzkruste hinauf, aber man muss vorsichtig sein, denn diese Salzverformungen sind steinhart. Bloß nicht hinfallen. Danach fuhren wir noch ein kleines Weilchen und kamen bald an die tiefste Stelle des westlichen Hemisphäre. Hier befinden wir uns 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Wir stiegen nur kurz aus und schauten uns um. Es war einfach zu heiß.
Bild 280: Am Badwater (hier befinden wir uns am tiefsten Punkt der gesamten westlichen Hemisphäre)

Bild 281: Da bin ich nun am tiefsten Punkt in Nortamerika - mit 85,5 M unter dem Meeresspiegel

Wir verließen dann den Park und als wir ein weites Stück von dieser tiefsten Stelle entfernt waren sahen wir einen Kojoten neben einem Gebüsch beim Melonen-Fressen. Unser zweites Tier an diesem Tag und unser erster Kojote überhaupt.

Gegen Abend fanden wir einen Wal Mart und konnten hinter diesem Markt übernachten. Nach einem kräftigen Frühstück fuhren wir weiter. Gegen Mittag kamen wir in Las Vegas an. Wir parkten das Fahrzeug an dem Home Depot Markt, den ich vom früherem Besuch noch kannte. Es war zwar immer noch ziemlich warm, aber es gab zum Glück keinen heißen Wind. Wir aßen erst einmal gut gekühlte Melone und machten uns dann auf den Strip in Las Vegas anzusehen. Da kein Taxi und auch kein Bus kamen machten wir uns auf und liefen die 2 km lange Strecke zum Strip auf Schuster Rappen. Dann bummelten wir auf dem Strip herum und schauten uns alles gut an. Welch ein Trubel schon tagsüber hier herrscht! Wie mag es da bloß am Abend sein? Wir werden es noch sehen.
Bild 283: In Las Vegas angekommen machen wir uns zum "Strip" auf

Bild 284: Das Excalibur am Tag (wirkt wie eine kleine Burg)

Bild 287: Und gegenüber die Konkurrenz: Das Coca-Cola Haus gleich neben m und m
Bild 288: Paris mit seinem Eifelturm - hier in Las Vegas ist alles vorhanden

Wir fuhren die 2 km lange Strecke mit dem Bus zurück und am Mobbi machten wir uns erst einmal frisch. Nach dem Abendbrot und Einsetzen der Dämmerung ging es erneut Richtung Strip. Welch ein quirliges Treiben sich jetzt bot. Und die beleuchteten Geschäfte, die Reklamen und der Verkehr waren auch beeindruckend. Zum Abschluss des Abend sahen wir uns noch am Bellagio Hotelkomplex die Wasserspiele und Wasserfontänen an. Großartig.
Bild 292: Die Freiheitsstatue an der riesigen Kreuzung in Las Vegas

Bild 295: Der beleuchtete Eifelturm unter Palmen

Bild 296: Regine auf den Strip
Bild 297: Noch einmal die Burg Excalibur (jedoch riesiges Hotel) mit ihren bunten Spitzentürmchen

Und weiter geht es. Keine Zeit lange zu verweilen. Grand Canyon ist angesagt. Wir fuhren zunächst aus Las Vegas heraus und kamen bald zum Hoover Damm. Hier machten wir eine kleine Pause und fuhren bald weiter. Über Seligmann - wo wir in einer alten Route66-Bude ein leckeres Softeis vernaschten - ging es weiter und gegen Abend fanden wir einen Übernachtungsplatz in Williams. Die Nacht war ruhig und endlich einmal wieder kühler. Hatte es sich doch nach Las Vegas merklich abgekühlt. Wir hatten nur noch 25° C im Innenraum. Sehr gut zum Schlafen und seit Langem mussten wir uns auch wieder einmal zudecken. Nun hatten wir nur noch etwa 100 km zu fahren und kamen gegen Mittag zu Eingang des Grand Canyons. Wir erhielten unser Ticket (25 $, 7 Tage gültig) und schon waren wir im Park. Hier gibt es viele Besucher. Die Parkplätze waren rammelvoll. Am Visitor Center parkten wir unser Fahrzeug auf dem RV-Platz. Dann gingen wir direkt zum Mather Point und betrachteten uns den Grand Canyon von dieser Stelle aus. Es ist wirklich beeindruckend, was sich einem als Blick eröffnet. Leider war das Wetter nicht so berauschend, der Himmel war bedeckt und manch dunkle Wolke ließ den Fotografen aufjaulen. Trotzdem ist es fantastisch, was zu sehen ist. Auch einige der hier vorkommenden California Condors bekamen wir zu sehen. Man kann einfach nicht aufhören zu fotografieren. Hier ein paar Bilder:  
Bild 299: Vom Mather Point hat man einen wunderschönen Ausblick übers Tal und auf die farbenprächtigen Felsen

Bild 301: Viele Menschen bestaunen immer wieder den Grand Canyon

Bild 303: Wir sehen unseren ersten "California Condor"

Bild 305: Wir hatten das Glück, mehrere dieser tollen Flugkünstler zu sehen

Wir buchten uns auf dem Campingplatz - der vor dem Park gelegen ist - für zwei Tage ein. Morgen wollen wir eine Wanderung machen. Hoffentlich ist das Wetter einiger maßen, denn heute hat es das erste Mal richtig geregnet. Auch selten in den letzten 3 Monaten erlebt. Am nächsten Tag standen wir früh auf und frühstückten wie üblich. Dann ging es wieder Richtung Park. Wir wollten heute mal eine Wanderung in den Canyon hinab machen. Wir zogen uns entsprechend an (wichtig waren vor allen Dingen gute feste Schuhe und schnallten uns den Rucksack (gefüllt mit Brot, Apfel, Wasser, Sonnencreme und Handtuch) auf. Dann fuhren wir mit dem Park-Shuttle-Bus (Orange Line) bis zum South Kaibab Trailhead. Hier kann man in den Canyon hinabsteigen. Es wird abgeraten von einer ganzen Wanderung bis zum Fluss und zurück an einem Tag. Wir beherzigten dies und stiegen nur bis zur Hälfte hinunter. Auch schon ganz schön heftig, denn es ging wirklich am Felsenabgrund in Serpentinen den Berg hinunter. Uns kamen schon einige Wanderer mit hochroten Köpfen entgegen. Wir liefen etwa 1 1/2 Stunden die Strecke bis zur Mittelstation (Cedar Ridge) und machten dort dann eine längere Erholungspause.
Bild 307: Regine vor dem riesigen Canyon

Bild 308: Wanderung an der Serpentinenwand

Bild 309: Regine in der Nähe des Ziels

Nachdem wir uns gestärkt und gut erholt hatten kam eine Gruppe mit Maultieren den Weg vom Colorado River hoch und machten hier auch Rast. Dies gab mir die Möglichkeit, die Tiere in Bildern festzuhalten. Als wir dann schon einige Zeit wieder am Aufstieg waren, holten uns diese Mulikarawane ein. Die Tiere waren einfach schneller als wir, machten aber auch recht häufig einen kleinen Zwischenstopp, um sich zu erholen.
Bild 313: Unser Ziel "Cedar Ridge"

Bild 314: Aufstieg der Maultiere

Wir kamen erschöpft aber nicht k.o. und zufrieden (auch mit hochroten Köpfen) wieder auf der Rim-Höhe an. Hier machten wir dann erneut eine Pause, füllten unsere Wasserflaschen wieder auf und dann ging es mit dem Shuttle-Bus wieder zum RV-Parkplatz. Wir fuhren dann mit einem anderen Shuttle-Bus die westliche Rim ab und konnten auch diesen Teil vom Grand Canyon bewundern. Auf der Fahrt zurück zum Campingplatz sahen wir an einer Pfütze eine Art Hirsch trinken. Sofort hielten alle Autofahrer an und sprangen mit Fotoapparat dem Tier entgegen, um Fotos zu schießen. Mich eingeschlossen. Daher kann ich euch nun dieses schöne Tier zeigen.
Bild 315: Endlich gesehen: das Tier mit dem großen Geweih

Bild 316: Er trinkt sich aus einer Pfütze richtig satt

Am nächsten Tag fuhren wir recht früh wieder zum RV-Parkplatz und nahmen dann erneut den Bus (blaue und rote Linie) und stiegen dann am Powell Point aus. Dann marschierten wir die nächsten Stationen Richtung Hermits Rest und wanderten diese Strecke ab. Wir konnten oft den Grand Canyon aus verschiedenen Perspektiven bewundern. Leider machte das Licht nicht so recht mit, aber wir sind trotzdem von diesem schönen Park beeindruckt. Auch konnten wir von hier aus einen kleinen Teil des Colorado Rivers sehen.
Bild 317: Der Colorado River aus der Ferne

Bild 318: Grand Canyon am Westende seiner südlichen "Rim" (Felge)

Am Abend gingen wir dann noch in ein Steakhaus und außen typisch amerikanisch. Steak und Barbeque Ribs. Lecker lecker lecker...
 
Liebe Grüße von den Weltenbummler

Regine und Wolfgang

Bericht Monat Juli Teil 2

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder

Seid einer Woche hat das Solo Dasein ein Ende.

Am Sonntag war ich schon gegen 18:00 Uhr am Flughafen. Ich was zuvor in ein Hotel gegangenen, um mir ein Taxi zum Flughafen rufen zu lassen. Der nette Herr an der Rezeption sagte mir, dass gleich das Hauseigene Shuttle zum Flughafen fährt und ich könne da mitfahren. So kam ich zwar früh aber sehr günstig dahin. Ich erkundigte mich nach den Flugnummern, aber Gines Nr. war leider nicht dabei. So ging ich zur Information und fragte die Dame nach einem Inlandsflug aus Washington und gab ihr noch die Uhrzeit an, die Regine mir mitgeteilt hatte. Sie fand heraus, dass ein Flug um 00:41 aus Washington am Schalter 7 ankommt. Also begab ich mich dorthin und verbrachte die Stunden mit beobachten der dort ankommenden Menschen. Auch mal interessant.
Dieser Flug landete nun schon 40 Minuten früher und bald lag Regine mir in den Armen.

Wir fuhren dann mit einem Taxi zurück zur Straße, wo ich das Mobbi geparkt hatte. Da tranken wir um 01:30 erst mal einen Begrüßungsschluck und feierten das Wiedersehen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen (wir haben richtig lang ausgeschlafen) machten wir uns auf den Weg. Wir suchten den nächsten Walt Mart auf und kauften ein. Gine verstaute die Vorräte und dann machten wir uns auf zum Mexikanischen Markt in die Olvera Street. Dort bewunderten wir noch zwei prächtig aufgetakelte Indianer.
Bild 193: Regine und Wolfgang machen einen Bummel durch die Olvera Street

Bild 195: Regine bewundert die beiden farbenprächtigen Indianer bei ihrer Musikvorführung

Wir übernachteten auf einem Home Depot Parkplatz und fuhren tags darauf zum Hollywood Blvd um uns den Walk of Fame anzusehen. Diese mit Sternen gepflasterte bzw. übersäte Straße war voller Leben und hier tummelten sich nur so die Touristen. Wir marschierten die Straße ein gutes Stück auf und ab, aber es sind einfach zu viele Sterne vorhanden, so dass wir nicht alle Sternen betrachteten. Nach einer Stärkung fuhren wir dann noch den Hollywood-Sign entgegen. Wir kamen zwar nicht ganz heran aber auch aus unserer Entfernung sah das Schild recht passable aus.
Bild 196: Hier beginnt der Walk Of Fame (die 5 Damen vom Hollywood-Pavillon)

Bild 198: Start-Stern

Bild 200: Regine sucht ihren Stern - ich muss ihn noch pflastern lassen

Bild 202: Das Hollywood-Sign

Für den darauffolgenden Tag hatten wir uns die Universal Studios vorgenommen. Also frühmorgens rechtzeitig los und haben gleich einen recht guten Parkplatz (25 $) zugewiesen bekommen. Nun schnell noch zu den Kassenhäuschen und die Eintrittpreise bezahlen (pro Person die einfache Tageskarte 92 $). Es war jetzt etwa 08:30 Uhr und wir standen ziemlich mit in den ersten Besucherreihen. Aber hinter uns füllte sich kontinuierlich der Platz. Zum Glück hatten wir noch bedeckten Himmel und die Sonne konnte uns noch nicht mit ihrer Glut den Schweiß auf die Stirn treiben.
Bild 203: Besuch der Universal Studios
Bild 204: Die Welt des Films

Folgende Attraktionen des Parks nahmen wir war: 4 D-Kino - Shrek, Bus-Tour durch die Kulissen (unter anderem mit Flugzeugabsturz in eine Kleinsiedlung), danach Waterworld,  House of Horror, special effects, Tierdressur und zum Abschluss sind wir noch in die Lower-location gegangen (es führen dort 3 riesige Rolltreppen hinunter) um uns die Wasserbootstour anzusehen. Leider konnten wir diese nicht mitmachen, da Menschen mit akuten Rückenproblemen nicht mitfahren sollten. Trotzdem war alles hoch interessant.
Bild 205: Flugzeugabsturz I

Bild 207: Das reisige Leitwerk neben einer Wohnhütte

Bild 210: Hier wird jeder Teilnehmer wirklich nass
 
Dieser Tag ging richtig schnell vorbei und wir genossen es hier zu sein. Gegen Abend verabschiedeten wir uns von die Studios und suchten uns einen Übernachtungsplatz - wieder einmal bei Home Depot.

Am folgenden Tag fuhren wir aus L.A. heraus und suchten die Küstenstraße mit der Nr. 1. Sie führt direkt - oftmals ganz nah - am Meer entlang. Das Navi half uns dabei. Über Santa Monica, Malibu und  Santa Barbara fuhren wir immer Richtung Norden. Wir kamen an einer Prärie vorbei und am Ende dieser Steppenartigen Landschaft standen sie: Zebras. Ja Hallo, dachten wir, sind wir denn jetzt in Afrika gelandet? Aber es war trotzdem schön, frei weidende Tiere zu beobachten.
Bild 211: Nein, wir haben keinen Abstecher nach Afrika gemacht

Gegenüber im Meer dagegen sonnten sich auf mehreren Felsen die Kormorane und Seelöwen.
Bild 213: Die Vögel und Seeelefanten haben es sich auf dem Felsen bequem gemacht

Einen kurzen Streckenabschnitt später sahen wir noch Seeelefanten und hörten die Grunzgeräusche, die diese Tiere von sich geben. Es sind schon ganz gewaltige Tiere.
Bild 214: Da liegt der Seeelefant und macht ein Nickerchen

Bild 216: Sie sind vermutlich vollgefressen und daher so träge

Immer weiter an der Küste entlang ging es Richtung Big Sur. Der berühmte Streckenabschnitt des Highways mäandert auf etwa 90 Meilen zwischen San Simeon und Carmel direkt am Meer entlang. Wie eine asphaltierte Achterbahn zwängt sich die kurvige Straße durch die Berge hindurch. Immer wieder neue Ausblicke kann man hinter jeder Kurve sehen. Wir machten Halt im Julian Pfeiffer Burns Big Sur State Park und bewunderten den kleinen Wasserfall in dieser malerischen Bucht.
Bild 221: Dieser Küstenabschnitt ist einfach wunderschön

Bild 218: Blick auf eine sehr schöne Bucht
bild 219

In Monterey hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Ratet mal, wo wir gestanden Haben: Richtig, an einem Home Depot. Trotz der Straße - direkt hinter uns - hatten wir eine erholsame und nicht allzu laute Nacht.

Nun sind es nur noch 180 km bis nach San Francisco.

Am Sonntag gegen 14:00 Uhr sahen wir das Aushängeschild von San Francisco: die Golden Gate Bridge.
Bild 228: Das Fort unterhalb der Brücke

Das Navi brachte uns in die Nähe dieses beeindruckenden Bauwerks und wir fanden einen Parkplatz in nicht all zu weiter Ferne. Wir machten uns auch direkt auf und gingen Richtung Brücke. Sie ist wirklich beeindruckend. Schön anzusehen, wenn die riesigen Fracht- und Containerschiffer die Brücke passieren.
Bild 223: Parkplatz in Sichtweite der Golden Gate Bridge

Bild 224: Unser direkter Weg zur Brücke
Bild 227: Das Containerschiff Evergreen passiert die Brücke

Wir gingen auch noch direkt auf die Brücke und liefen ein Stück die Brückenstraße entlang. Von hier oben hat man auch einen guten Blick auf die Insel Alcatraz und die Skyline von San Francisco.

Bild 231: Ein Containershiff passiert Alcatraz

Bild 232: Blick von der Golden Gate Bridge auf die Skyline von San Francisco

Demnächst mehr von San Francisco.

Liebe Grüße vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht Monat Juli Teil 1

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder

Diese Woche ist nicht viel passiert.

Ich bin ja immer noch nicht in L.A. angekommen, denn in Mojave wollte ich mir noch die ausgemusterten Flugzeuge ansehen. Leider gab es keine Besichtigungsmöglichkeiten und so konnte ich den Flugzeugfriedhof nur aus der Ferne betrachten. Ich hätte die ausgemusterten Teile ja gerne mal aus der Nähe gesehen, aber was nicht ist - ist halt nicht. Es war an diesem Tag unerträglich heiß und als ich auf das Thermometer im Wagen schaute, traute ich meinen Augen kaum: 47° C, das habe ich in meinem Leben noch nicht erfahren. Beim Autofahren ging es immer, denn ich hatte beide Fernste auf und so konnte ich die Hitze ertragen. Heute jedoch - ich machte mich auf und ging ins nächste Burger King und holte mir ein Eis und eine große kalte Coca Cola. Lecker und erfrischend, aber den gewaltigen Durst konnte ich nur mit puren Wasser befriedigen. Ich glaube, heute habe ich reichlich getrunken.
Bild 188: In dem Ort Mojave stehen diese ausgemusterten Flugzeuge und warten auf ihre "Endbestimmung"

Bild 187: Mein bisheriger Hitzerekord: Außentemperatur 47°C - ich warte auf die Abkühlung am Abend auf nur noch 33°C

Hinter Mojave erhob sich am Horizont ein Gebirge und als ich diesem näher kam veränderte sich die Temperatur. Es wehte ein leichter angenehmer Wind, und auf der Außen-Temperaturanzeige standen 28° C. Nachdem das Gebirge überwunden war, hatte sich der Himmel bedeckt und Wolken waren aufgezogen. Irgend wann sah ich dann den Pazifik und fuhr weiter Richtung Santa Barbara. In diesem Ort entdeckte ich eins sofort: Schilder, die das Parken am Meer in der Zeit von 22:00 bis 05:00 Uhr nicht gestatteten. Also drehte ich gleich um und fuhr auf der Küstenstr. Nr. 1 Richtung Süden. Kurz hinter Santa Barbara hielt dann an und erfrischte mich im Meer. Zwischenzeitlich hatte die Sonne auch die Wolken aufgelöst und sie knallte wieder vom Himmel herab. Der Ozean war zwar frisch, aber nicht unangenehm kalt. So kam ich zu meinem ersten Bad im Pazifik. Gegen Abend fand ich dann eine kleine Park-bucht (etwas entfernt vom Meer) und hier standen keine Parkverbotsschilder. Das wurde mein Platz für die Nacht. Als gegen 20:00 Uhr die Sonne unterging kühlte es sich draußen ab auf 21° C. Somit ging auch im Fahrzeugwagen (nach dem Öffnen aller Fenster) die Temperatur runter und das erste mal seit längerer Zeit hatte auch der Kühlschrank wieder eine Temperatur von 5° C.

Ich fuhr dann die Küstenstraße weiter und nahm noch so manches Bad im Pazifik. Und ich entdeckte Stellen, wo ich hätte am Meer stehen können. Ganz wenige, aber ich entdeckte sie.
Bild 189: Auf dem Weg nach L.A. fahre ich - auf der Küstenstraße Nr. 1 - am Pazifischen Ozean entlang
 
Den Sonntag (etwa 80 km vor L.A.) verbrachte ich auch am Meer. Die Wellen hatte eine ziemliche Kraft und die Life-Guards liefen am Nachmittag öfters herum und warnten auch vor der einsetzenden Tide. In der Nähe von Malibu herrschte dann auch am Strand Hochbetrieb. Ich glaube, alle Einwohner von L.A. waren ans Meer gefahren.
Bild 192: In der Nähe von Malibu sind die Parkplätze gefüllt und der Strand recht bevölkert

Gegen Abend fuhr ich dann langsam (es setzte der Rückreiseverkehr nach L.A. ein) in diese große Stadt. Ich hatte mein Navigationsgerät mit der Adresse von einem Wal-Mart gefüttert und es brachte mich gut zu diesem Supermarkt.
Da meine Vorräte aufgebraucht waren, ging ich nach Herzenslust einkaufen. Darauf fuhr ich weiter und kam zufällig an einem Home Depot-Laden vorbei. Hier hielt ich an und verbrachte die Nacht. In unmittelbarer Nähe dieses
Heimwerker-Ladens gibt es ein Technisches Kaufhaus. Best Buy. Ich ging hinein und ich sah sie sofort die großen Fernsehgeräte. Ob die am Dienstag auch das Fußballspiel Brasilien gegen Deutschland zeigen - ich werde noch eine
Nacht hier bei Home Depot übernachten und dann Morgen zu Best Buy marschieren und sehen - ob ich was vom Fußballspiel sehe.

Nachtrag vom 08. July 2014:
Ich habe bei Best Buy das Fußballspiel sehen können. Man hat mir sogar einen eigenen Vorführungsraum zur Verfügung gestellt. Hier konnte ich fast allein auf einem richtig großen TV die Life-Übertragung sehen. Es war der Wahnsinn. 7:1 gegen Brasilien
zugewinnen und ins Endspiel einzuziehen, damit hatte ich nicht gerechnet. Das Ergebnis war da, aber der Verstand konnte es einfach nicht glauben. Noch einmal ein herzliches Danke sehr an den netten Verkäufer von Best Buy, der sich wirklich nett um mich gekümmet hat.

Liebe Grüße vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht Monat Juni Teil 4

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder

Und schon ist wieder eine Woche vergangen die ich zu berichten habe.

Von Flaggstaff fuhr ich weiter und kam nach kurzer Zeit schon in Williams an. Hier bemerkt man sehr deutlich, dass man sich auf der historischen Route 66 befindet. Ich hielt in diesem Ort an und sah mich ein wenig um, denn es waren eine ganze Menge Touristen (Touristen = Menschen mit Kameras auf Motivsuche) zu sehen. Also Wagen abstellen und ebenfalls Kamera schnappen und schon war auch ich ein Tourist. Williams ist der südliche Ort, von dem die Grand Canyon Railway Besucher zum Grand Canyon Village bringt. Es ist somit auch die Stadt, die das Tor zum Grand Canyon bildet. Deshalb fiel mir eine Dampflok auf, die ich mir näher ansah. Darauf marschierte ich zur Hauptstraße und sah mich da ein bisschen um. Das meiste bezog sich auf die historische Route 66.
Bild 137: Von Williams aus fährt die uralte Dampflok direkt an den Grand Canyon

Bild 141: Häuser-Wand-Schmuck

Bild 142: ausrangiertes Polizei-Auto - heute noch einsatzbereit?

Bild 139: Historisch schöner Schlitten vor einem Souvenir-Shop

Nächstes Ziel war der Ort Seligmann. Seine Lage an der ehemaligen Route 66 machte ihn nach der Rückbesinnung über die Bedeutung dieser alten Ost-West Verbindung auch zu einem touristischen Anziehungspunkt. Der Ort nennt sich selbst "Geburtsstätte der historischen Route 66". Hier gab es wieder unendlich viele Motive, ich knipste ununterbrochen - aber seht selbst:
Bild 144: Schöne Häuserbemahlung in Seligmann  - hier bekommt man den Kick für die Route 66 auf jeden Fall

ild 146: Heute als mögliches Hochzeitsfahrzeug eingesetzt?

Bild 147: Eine öffentliche Toilette? Ich hab es nicht ausprobiert

Bild 148: geschraubt wird zu allen Zeiten

Es war an diesem Tag wieder sehr heiß,, über 40° C und so machte ich mich dann - nach einer Pause - weiter und fuhr über Kingmann dann weiter Richtung Las Vegas. Zuvor machte ich aber noch Zwischenstopp an der Hoover Talsperre. Die Hoover-Talsperre (englisch Hoover Dam bezeichnet) befindet sich an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Nevada und Arizona, knapp 50 Kilometer südöstlich von Las Vegas im Black Canyon. Ihr Absperrbauwerk staut den Colorado River, der hier die Grenze zwischen Arizona und Nevada bildet, zum Lake Mead auf. Der aufgestaute See hat eine Fläche von ca. 64.000 Hektar, eine Länge von rund 170 km und eine maximale Tiefe von etwa 180 Metern. Mit seinem Speicherinhalt von rund 35 Milliarden Kubikmetern Süßwasser ist er der größte Stausee der USA. Ich stellte das Fahrzeug vorher in einem Seitental ab und fuhr dann mit meinem Bike zur Talsperre. Ist schon gigantisch, was hier gebaut wurde. Ich verschaffte mir aber zunächst einen Überblick über den angestauten Colorado, bevor ich dann zum Parkplatz fuhr, das Bike abstellte und mich umschaute.
Bild 149: Überblick über den gespeicherten Colorado

Bild 152: Gigantische Damm-Mauer in die Felsen eingelassen

Bild 155: Die Brücke über dem Colorado-River

Zwischendurch machte ich eine Pause, und setzte mich in den Schatten, und trank eine Flasche Wasser. Irgendwie steigt einem diese Hitze in den Kopf. Dann wollte ich mir noch das Innenleben der Talsperre ansehen, aber man ließ mich nicht hinein, da ich an meinem Gürtel ein wunderschönes Harley Davidson Messer hatte. Das wollte ich aber nicht hergeben und so verzichtete ich darauf und ging zu meinem Bike zurück. Es war nun auch schon 17:30 Uhr durch und so fuhr ich weiter nach Las Vegas. Ich hatte schon mein Navi entsprechend programmiert und es brachte mich wieder einmal an einen Heimwerker Markt mit dem Namen Home Depot. Hier konnte ich mich dank Internet und WIFI über die Fußballspiele informieren. Als es anfing dunkel zu werden setzten die ersten Leuchtreklamen ein. Ich machte schnell ein Bild aus dem Fenster des es sah toll aus. Ich ging dann noch in das nächste Spielkasino - etwa 500 m entfernt befindet sich das The Orleans - und kühlte mich ab, denn im Fahrzeug war es mit 40 ° C einfach noch zu warm. Im Kasino war es angenehm kühl und ich sah mich mal ein bisschen um. Am meisten vielen mir die vielen älteren Damen auf, die hier an den Spielautomaten ihr Glück - wer weiß wie lange schon - versuchen. An einzelnen Spieltischen saßen ein paar Menschen und versuchten ihr Glück aber mich interessierte das weniger und ging dann auch bald wieder zu meinem Fahrzeug.
Bild 157: Blick aus meinem Fenster auf die ersten Reklametafeln in Las Vegas (ich stehe auf dem Home Depot Parkplatz - Decatour Blvd)

Bild 158: Hier ist es den ganzen Tag schrecklich heiß (Mitte=Innenraum-, rechts= Außentemperatur)

Ich hab mich noch nicht weiter in Las Vegas umgesehen, denn das möchte ich dann noch machen, wenn Regine bei mir ist.

Von Las Vegas machte ich dann einen nordöstlichen Abstecher zum Valley of Fire State Park. Dieser Park ist der älteste und größte State Park in Nevadas und wurde 1935 eröffnet. Er hat eine Fläche von ca. 141 km² und liegt auf einer Höhe von bis zu 790 Metern. Das Valley of Fire leitet seinen Namen von den roten Sandsteinformationen ab, die sich vor 150 Millionen Jahren aus großen Wanderdünen formten. Ich benutzte den Osteingang und sah als erstes den Elephant Rock in seinen wunderschönen roten Farben und Formen. Hier machte ich auch gleich noch einen kleinen Spaziergang und sah mich ein wenig um. Ins Auge sprang mir auf dem Sand ein fast türkisfarbener Strauch der einen prächtiges Kontrast zu dem roten Sand bildete.
Bild 159: Ich mache einen Abstecher zum Valley of Fire Park

Bild 161: Auf dem heißen roten Sand wachsen tatsächlich Planzen

Dann fuhr ich zurück denn ich hatte einen guten Übernachtungsplatz kurz vor dem Park gesehen. Dort übernachtete ich und bereitete mir zum Sonnenuntergang ein Alsterwasser zu. Wie das gezischt hat könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Den nächsten Tag blieb ich beim Auto, denn es hatten sich Wolken am Himmel gebildet, die die Sonnenstrahlen nicht zur Erde kommen ließen. Das war an sich auch nicht schlecht, hatte sich das Fahrzeug doch nicht mehr als 33°C aufgeheizt. Ich faulenzte also einen Tag und konnte endlich auch mal mein Buch zu Ende lesen. Am nächsten Morgen wurde ich wieder von Sonnenstrahlen geweckt, und schon um etwa 08:00 Uhr zeigte mein Außenthermometer 35° C an. Das versprach wieder ein heißer Tag zu werden. Ich fuhr direkt zum Visitor-Center des Parks und bezahlte dort meine 10 $ Eintrittsgeld. Dann füllte ich hier gleich noch einmal meine Trinkwasserflaschen auf und begann mit der Erkundung des Parks. Immer wieder gab es riesige rotglühende Felsformationen zu bestaunen.
Bild 162: Vor dem Park habe ich ein ruhiges - wenn auch windiges (was aber angnehm ist) Übernachtungsplätzchen gefunden

Bild 164: Die "Sieben Schwestern" und mein Mobbi

Bild 166: Was die Natur hier geschaffen hat bewundere ich staunend

Ich fuhr dann eine prächtige Straße (links und rechts Felsformationen in allen erdenklichen Farben und hielt dann an der Parking Lot No. 3 an. Gegenüber von diesem Parkplatz ging ein Trail ab, der zu einer sog., Wave führt. Ich machte ich soweit startklar, setzte meinen Hut auf und marschierte los. Nach etwa 40 Minuten war ich dann aufgeheizt an dieser Welle. Aber sie brachte keine Kühlung. Die vorhandene Senke mit den rötlich gestreiften runden Felsformationen, sah aus, wie Pudding in der Landschaft.  Auf dem Rückweg zum Mobbi sah ich zufällig noch einen großen Kaktus, bei dem sich eine Blüte langsam zu öffnen schien. Wunderschön.
Bild 171: In Schichten aufgebaut

Bild 173: Senke mit rötlich gestreiften runden Felsformationen, wie Pudding in der Landschaft

Bild 176: Die wirklich harten Stacheln (ich habs ausprobiert) schützen die Blüte

Ich fuhr dann noch weiter zu den White Domes und war beeindruckt über diese weißen Felsformationen.
Bild 177: Die sog. "White Doms" in diesem Park fallen durch ihren weißen Sandstein auch auf

Zum Abschluss ging es dann zum Atlatl Rock, wo ich mir Felszeichnungen ansehen wollte.  An diesem kann man Petroglyphen über eine Treppe erreichen. Man sieht sie also aus unmittelbarer Nähe. Seit Zig-Tausenden von Jahren haben Menschen Rock Arts erstellt. Hier sehr gut erhaltene Zeichnungen am Felsen. Da kann man wohl wirklich staunen.
Bild 185: An einem besonderen Felsen, dem Atlatl Rock kann man weitere Petroglyphen über eine Treppe erreichen

Bild 186: Seit Zig-Tausenden von Jahren haben Menschen Rock Arts erstellt. Hier auch wieder gut erhaltene Zeichnungen am Felsen

Gegen Abend war ich dann wieder an meinem "Stammplatz" in Las Vegas, und ließ den Abend ausklingen bei einem oder auch zwei zischenden Alsterwassern.

Liebe Grüße vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht Monat Juni Teil 3

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder

Sitze gerade im Wagen bei angenehmen 30° C und einem leichten Wind, der das Fahrzeug noch etwas herab kühlen wird. Bin jetzt in Flagstaff Arizona. Was ich in der letzten Woche erlebt habe: hier ist der Bericht.Von La Junta ging es zunächst nach Raton. In der Steppenlandschaft sah ich einige Gabelböcke und war froh, diese _Strecke genommen zu haben, sonst hätte ich diese Tiere nicht zu sehen bekommen.

Bild 082: Auf der Fahrt durch Prärie-Landschaft sehe ich diese Tiere

Bild 083: Der Gabelbock hier mit Hörnern

Dann ging es in die Berge. Über Taos nach Santa Fe. nach Taos. Auf dieser herrlichen Strecke ging es wieder einmal durch einen Forest. Ich hielt an einem kleinen Parkplatz und sah mich um. Ich entdeckte den Palisades Sill. Diese spektakulären Klippen wurden vom Cimarron River vor 40.000.000 Jahre geschaffen.

Von Santa Fe ging es dann weiter über Albuquerque und über den Fluss Rio Grande. Hier bestaunte ich Flusswanderer mit ihren Booten.

In Albuquerque übernachtete ich mal wieder an einem Home Depot. Am morgen danach machte ich mich dann auf den Weg nach Gallup. Hier suchte ich mir einen geeigneten Stellplatz im "Hidden Vale". Nachdem die Parkplatz-Frage zufriedenstellend geklärt war, machte ich mich mit dem Motorrad auf den Weg und fuhr die Hauptstraße auf und ab. Bei dieser Hauptstraße handelt es sich um einen Teil der historischen Route 66. Nachdem ich die  Straße zwei mal auf- und abgefahren war kehrte ich um. Hatte mir von Route 66 mehr versprochen. Ich fuhr dann zum 20 km entfernten Red Rock Park. Hier bestaunte ich die roten Felsen.
Bild 089: Ich besuche den Red Rock Park

Bild 090: Hier sind spektakuläre "Red Cliffs" zu bewundern

Dann machte ich noch einen Abstecher und fuhr eine gut ausgebaute Seitenstraße vom Red Rock Park weg. Hier gab es auch noch eigentümliche Felsformationen zu bestaunen.
Bild 091: Die Natur hat hier tolle Formen und Farben heraus gebildet

Bild 092: In den blauen Himmel hinaufragende Natur-Säulen

Ich machte mich danach wieder auf den Rückweg und hatte im Hidden Vale eine angenehme und ruhige Nacht.

Nach einem guten Frühstück ging es wieder auf die Landstraße. Nach einiger Zeit auf der I-40 kam ich nach Yellowhorse. Auch hier handelte es sich bei dieser Straße um ein Teilstück der Route 66. Yellow Horse Hat eine große Anhäufung an indianischen Souvenirshops. Auf dem Gebäude sowie auf den Felsen sind Figuren platziert wie Adler, Hirsche, Pferde usw. Hier hielt ich an und bummelte ich durch die Souveniershops.
Bild 098: Dieser Platz liegt an der historischen Route 66

Bild 097: Dieser kleine Platz mit dem roten Felsen nennt sich Yellow-Horse

Mein nächstes Ziel war das Städtchen Holbrook, wo sich in der Umgebung der Petrified Forest National Park befindet. Ich musste etwa 25 km auf der US 180 Richtung Osten zurückfahren und kam gegen 17:00 Uhr am südlichen Teil des Parks an. Direkt vor dem Park gibt es ein Gift-Shop, in dem versteinerte Baumstämme und Teile davon verkauft werden. Das Übernachten auf dem dazu gehörenden Parkplatz ist kostenlos. Ich parkte mein Mobbi und ließ wieder einmal das Motorrad herab. Schnell machte ich noch einen Abstecher zum Parkeingangsschild und schaute es mir an. Hübsch.
Bild 100: Dieser Platz ist sogar kostenlos

Bild 101: Eingangsschild zum Park

Am nächsten Morgen stieg ich früh aufs Bike und fuhr zum Parkeingang. Eine Panoramastraße verbindet den Süd- mit dem Nordeingang. Sie ist etwa 28 Meilen lang. Schön, dass ich meine gute Yamaha TW200 dabei hatte. Ruckzug kam ich zum Rangerhäuschen. Die nette Rangerin verlangte 5 $ von mir und sagte, dass das Ticket wiederum für 7 Tage gültig ist. Und sie ermahnte mich, keine Steine aus dem Park heraus zu bringen. Danach konnte ich weiterfahren und kam schnell zum Rainbow Forest Museum. Hier bestaunte ich ein gut aufgebautes Phytosaurier-Skelett und einen Riesen-Echsen-Kopf.
Bild 102: Im Museum zu bestaunen - gut erhaltenes Skelett aus Urzeiten

Bild 103: Im Museum zu bestaunen - Riesen-Echsen-Kopf
 
Hinter dem Museum kam gleich ein Highlight: ich lief den Giant Logs Trail ab. Knappe 800 Meter lang. Hier bestaunte ich steinernen Stämme. Old Faithful ist mit 3 Meter Durchmesser der dickste der fossilen Stämme.
Bild 104: Hinterm Museum sind die ersten versteinerten Bäume zu bestaunen

Bild 110: Der größte versteinerte Baum mit Namen Old Faithful

Auf dem Rückweg zum Museum begegnete mir dann noch eine sehr hübsche Eidechse. Sie lief nicht davon und bestaunte mich vielleicht auch. Ich konnte sie gut fotografieren.
Bild 109: Und sie drehte sich sogar um - prächtiges Wesen

Im Museum füllte ich dann meine inzwischen leer gewordene Flasche wieder auf. Frisches kaltes Wasser. Bei der Hitze ein herrlicher Genuss.

Dann gings mit dem Motorrad weiter. Ich schaute mir die Agate Bridge an. Ein Baumstamm der über einen Graben führt. Damit der auch weiterhin da liegen bleibt wurde er mit einer Stütze versehen.
Bild 111: Agate Bridge

Nächstes Ziel war der Blue Mesa Trail. Hier machte ich eine längere Wanderung, denn der Trail windet sich eine Meile weit durch die Badlands. Es ging zuerst ein steiles Stück bergab aber danach war der Weg mehr oder weniger eben. Auf diesem Wege bewunderte ich dann auch noch ein sehr großes Baumteil das wie auf einem Präsentierteller in der Mitte des Weges lag.
Bild 114: Blue Mesa - Badlands

Bild 115: In der Blue Mesa - wieder ein riesiges versteinertes Baumteil

Nach einer guten Stunde konnte ich dann weiter fahren. Als nächstes kamen die "The Tepees". Hier handelt es sich um ein Gebiet kahler Kegel, die aus blauem oder rotem Schlammton bestehen. Kurz anhalten, Foto machen und nichts wie weiter. Die Zeit bleibt nicht stehen, und ich habe erst die Hälfte der 28 Meilen hinter mir.
Bild 117: The Tepees - kahle Kegel, die aus blauen und rotem Schlammton bestehen

Nach diesem Highlight ging es zu den Felsmalereien am Newspaper Rock. Die Felsmalereien sind wirklich gut zu erkennen.
Bild 118: Gut erhaltene Felsmalereien am Newspaper Rock

Durch diesen Park führte früher wohl auch die Route 66. Jedenfalls kam ich bald darauf an das Hinweisschild Route 66. Hier hat man eine Bank aufgebaut. Die Rücklehne ist mit einer Stoßstange und die Sitzfläche mit dem Route 66-Zeichen versehen.
Bild 122: Wolfgang am Route 66 Straßenschild

Bild 121: Die Kehrseite dieser Bank - auch nicht schlecht

Bild 120: Auch die Route 66 durchquerte den Park - hier das berühmteste Straßen-Logo in einer Bank

Nur nicht allzu lange hier verweilen, denn das nächste Ziel wartet schon. Ich schaute mir den Pintado Point an - er ist der höchste Punkt in der Painted Desert.
Bild 126: Painted Desert - ein riesiges Gebiet

Am Painted Desert Inn (ein national historisches Haus) machte ich eine Pause. Zuerst dachte ich, ich bin in einem Restaurant, so ist dieses Haus aufgebaut, aber diese Stätte wird ab und zu auch von den Rangern zum Feiern benutzt. Ich kam mit einer Rangerin ins Gespräch und sie erklärte mir, dass es hier in der Nähe eine Onyx-Bridge geben soll. Das wollte ich natürlich sehen. Sie sagte mir aber, dass das eine längere Wanderung ist. Also nahm ich mir diese Wanderung für morgen vor. Ich fuhr dann zum nördlichen Eingang und machte dort noch einmal eine weitere Pause im gut klimatisierten Gift-Shop. Da es nun schon später Nachmittag war, fuhr ich die 28 Meilen zurück. Gegen 18:30 war ich nach einem anstrengenden aber wunderbaren Tag dann geschafft am Mobbi.
Im Mobbi hatte ich dann so etwa um die 36° C. Ich riss alle Fenster auf und das war gut, denn es war ein kühlender Wind aufgekommen. Ruckartig fiel das Thermometer auf angenehme 23° C. In der Nacht lies der Wind dann nach und es wurde noch kühler, so dass ich die Fenster wieder zu machen musste.

Am nächstes Tag packte ich mir dann meinen Rucksack und machte mich erneut auf den Weg nach Norden. Als ich am Painted Desert Inn ankam, war es schon wieder richtig heiß. Aber das störte mich nicht, denn ich hatte eine Mütze auf dem Kopf und auch genug Wasser bei mir. Es ging zunächst den Berg hinunter. Und dann hinein in die Wildnis. Ich hatte von der Rangerin einen Handzettel mit der Beschreibung des Weges zur Onyx-Bridge bekommen. Danach sollte man sich an einem trockenen Flussbett orientieren und in diesem weiterlaufen. Dies Flussbett zu finden war schon nicht einfach aber ich fand es dann doch. Dann sollte es eine kleine Drainage linker Hand geben. Auch diese fand ich irgend wann. Dann war es eigentlich ganz leicht und nach gut 1 1/2 Stunden war ich am Ziel und vor mir lag sie: die Onyx-Bridge.

Bild 128: Der Weg schlängelt sich an gleich aussehenden Schlamm-Tonhügeln vorbei - doch ich finde den richtigen Weg

Bild 129: Nach gut 1 1/2 Stunden - in der Hitze von um die 38°C - bin ich am Ziel: die Onyx-Bridge

An der Bridge machte ich dann eine längere Pause und trank das mitgebrachte Wasser. Dann ging es zurück. Die Sonne brannte nur so vom Himmel und ich machte an einem Wasserloch (ja, ich fand in dem trockenen Flussbett noch ein restliches Wasser) eine weitere Pause. Links vom roten Felsen kam die Sonne nicht hin und dort setzte ich mich hin und verschnaufte.
Bild 131: Auf dem Rückweg fand ich sogar Wasser - ob für uns Menschen geniesbar?

Eine weitere Pause brauchte ich, als ich den Berg wieder hoch musste der dann letztendlich beim Painters Desert Inn aufhört. Das Runterlaufen war so einfach gewesen, aber jetzt diesen steilen Anstieg zum Abschluss war doch anstrengend. Im Haus dann setzte ich mich erst einmal hin und war zufrieden mit mir und meiner Wanderung. Hatte ich die "Brücke" doch gefunden. Gegen 4:00 Uhr setzte ich mich dann aufs Motorrad und fuhr zurück. Noch hatte ich nicht alles abgehakt. Es fehlte noch das Agate House. Zu diesem Ziel führt ein etwa eine Meile langer Weg. Also nahm ich zu dieser Zeit noch diesen kleinen Weg in Angriff. Aber es hat sich gelohnt, denn ich kann euch noch ein paar schöne Fotos zeigen: Einen farbenprächtigen Baumstamm, eine Eidechse und zu guter Letzt noch das aus versteinerten Holz gebaute Agate House.
Bild 132: Schönes versteinertes Baumteil - gefunden bzw. gesehen auf dem Weg zum Agate House

Bild 135: Man möchte ihn mitnehmen...

Bild 136: Das Agate House - in verschiedenen Farben schillern die Wande aus versteinertem Holz

Am Samstag den 21. Juni fuhr ich dann weiter. Es ging zurück nach Holbrook und dann weiter nach Flagstaff. Hier beende ich nun diesen Report und vertröste euch auf den kommenden Eintrag.

Bericht Monat Juni Teil 2

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der nneuesten Bilder

Wieder einmal kann ich sagen: On the road again.
Aber lasst euch erzählen, was ich in der Zwischenzeit alles erlebt habe.

Letzter Status war:
Ich bin in Durango. Am Home Depot. Hier werkelte ich am Truck herum und machte einige Erneuerungen am Fahrzeug. Ich musste die Uhr, und die beiden Thermometer austauschen. Die alten gingen gleich in den Schrott. Gegen Abend ging ich noch einmal ums Fahrzeug und betrachtete mir meine Reifen. Beim letzten angekommen erschrak ich: die Reifen war total abgefahren. Mir traten die Augen aus dem Kopf, so starrte ich diesen Reifen an.
Aber das Profil blieb trotzdem weg. Hallo, dachte ich, dafür habe ich doch nicht die Reifen gewechselt, um jetzt mit 'ner abgefahrenen Gurke dazu stehen. Aber es half alles zetern nichts: der Reifen stand kurz vorm Exitus. Und noch gut 2000 km bis L.A. Was tun? Erst mal die Nacht verschlafen. Das hilft, jedenfalls, um 'ne ordentliche Entscheidung zu fällen.

Am nächsten Morgen setze ich mich an den Laptop und begann nach geeigneten Reifen in den USA zu suchen. Gar nicht so leicht. Aber ich wurde fündig. In New York gab es einen Anbieter, der genau meine Reifen hatte. Aber NY. So ein Mist, da ich fast in L.A. an der Westküste bin. Jedenfalls fragte ich erst einmal an: Ja, der Anbieter könnte mir den Reifen für fast 1000 $ pro Stück besorgen. Das war mir zu viel.

Aber ich bekam eine Idee: Frag doch mal die Globetrotter, die hier in der westlichen Ecke herum krauchen, vielleicht hat einer von denen eine Idee. Ich besuchte die Home Page von www.bummelmitpummel.de und die Webseite von www.uni-mog.eu (Unimogfranz) und bei letzterem wurde ich fündig: Unimogfranz hatte neue Reifen meiner Marke geordert in La Junta Colorado. Hi, Colorado, da bin ich ja gerade, dass passt doch wunderbar. Von Unimogfranz bekam ich also die Adresse, wo ich für $ 725 meinen Reifen bekommen konnte. Der Händler - ein Rob Pickering - macht zusätzlich auch noch Service/Reparaturen für Mercedes- und Unimogfahrzeuge. Na, da bin ich doch richtig.

Also nicht wie nach La Junta. Ich nahm mit Rob Pickering Kontakt auf, und er sagte mir, dass er die Reifen am kommenden Dienstag da hat. Nur leider ging es wieder Richtung Osten. Nur etwa 450 km. Ist ja gar nichts in diesem Land. Ich hatte genug Zeit, und fuhr langsam mit 2 Übernachtungen nach La Junta.

Dort angekommen (am Freitag) sprach ich bei Rob vor und meldete mich für ko0mmenden Montag an. Rob gab mir gleich geeignetes Kartenmaterial für diese Ecke und so konnte ich das Wochenende dieses Gebiet erkunden.
 
Zu den Sehenswürdigkeiten dieser Gegend zählt auf jedenfall Bent's Old Fort. Das Fahrzeug hatte ich gut geparkt und fuhr mit dem Motorrad zu dieser historischen Stätte.
Bild 064: Torbogen zum alten Handelsfort - in der Nähe von La Junta Colorado

Bild 066: Das Gemäuer des Forts besteht aus einer lehmartigen Sandstein-Masse

Ich eroberte das gesamte Fort (es ist ein historischer Handelsposten im Südosten von Colorado), in der Nähe des Arkansas River. Das Fort wurde 1833 von William und Charles Bent erbaut, um einen festen Sitz für den aufstrebenden Handel mit den Cheyenne-Indianern, sowie den Trappern und Händlern auf dem Santa Fe Trail zu bieten. Es gab viel zu entdecken , aber am Nachmittag war alles angesehen und das Bike brachte mich zum Mobbi zurück.
Bild 068: Press-Maschine für Büffelfelle, um sie in transportable Pakete zu bekommen

Bild 070: Das Fort besteht u. a. auch aus mehreren dieser eingerichteten Zimmer

Mein heutiger Übernachtungsplatz befand sich an einem Baseballstadion. Als ich beim Mobbi ankam, war hier noch reger Spielbetrieb und ich schaute eine Weile dem Spiel zu. Am Sonntag fuhr ich mit dem Motorrad in den 18 Meilen entfernten Vogel_Canyon und wanderte - immer auf Klapperschlangengeräusche achtend - herum. Hat mir gefallen dieser kleine Ausflug. Eigentlich hatte ich vor, noch weiter zu fahren zu einer anderen Attraktion, doch machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Himmel war schwarz, als ich von der Wanderung am Bike ankam. Ho, nichts wie weg - ging es mir durch den Sinn. Eine gut halbe Stunde hatte ich für die Hinfahrt gebraucht. Nun ging es aber zurück: Gegen Wind, gegen einsetzenden Regen/Hagel/Blitz und Donnerwetter. Und oft - trotz der kräftigen Maschine nur mit 60 km/h. Die Hagelkörnchen taten mir oft recht weh im Gesicht, und ich drehte meinen Kopf häufig zur Seite. Nass, aber heil kam ich am Mobbi an und verkroch mich ins kleine Haus.

Montag früh war ich dann gegen 10:30 bei Rob an seiner Werkstatt.
Bild 072: Unimog-Werkstatt von Rob Pickering

Rob hatte schon Kundschaft: Oksana und Bradley Perkins mit ihrem riesigen Unimog. Man lies mich trotzdem ein und so fuhr ich unser "kleines" Fahr4zeug an die rechte Seite vom Unimog.
Bild 073: In der großen Werkstatt/Halle steht mein "kleiner" Truck neben einem riesigen Unimog

Bild 074: Die Besitzer des orangfarbenen Unimogs: Oksana und Bradley Perkins (Perky Mog Adventures)

Oksana und Brad - als auch Rob nahmen mich fröhlich auf. Ich erlebte hier eine herzliche Gemeinschaft. Ich wurde zum Essen und Trinken eingeladen und´wir halfen einander tatkräftig bei den anstehenden Reparaturen und anderen Arbeiten.

Am Mittwoch kamen dann meine Reifen. 2 Stück hatte ich bestellt. Welch ein Profil diese Reifen haben, wenn sie noch neu sind.
Bild 076: Rob nimmt direkt den neuen Continental-Reifen 365/80 R20 MPT 81 in Empfang

Hier könnt ihr noch einmal direkt sehen, wie abgefahren der eine Reifen aussieht.
Bild 077: Der Unterschied ist mehr als deutlich: oben "alter" und abgefahrener Reifen, schon glatt und ohne Noppen

bild_077.jpg

Rob vertrieb uns die Zeit mit einer besonderen Einlage: Er lud uns zu einer Wasserfahrt ein. Mit einem Hägglund.
Bild 079: Wir machen eine Spritztour mit einem Hägglund (Laufbandwagen)

Hägglunds sind Fahrzeuge für schwieriges und schweres Gelände konzipierte, schwimmfähige Mehrzweckgelände- und Überschneefahrzeuge. Diese panzerähnlichen Fahrzeuge sind schon genial. Zunächst fuhr Rob auf der öffentlichen Straße etwa 3 km weit und kam zu einem Fluss. Neben dem Fluss gab es schon schwieriges Gelände, aber das Fahrzeug bewältigte alles ohne Probleme. Dann fuhr Rob tatsächlich in den Fluss. Wir hielten uns alle fest als sich das Fahrzeug an der Uferböschung tief niederbeugte. Dann waren wir im Fluss. Hier gab es offensichtlich auch tiefe Löcher, denn der Hägglund neigte sich bedrohlich auf die rechte Seite. Rob versuchte gegenzusteuern, doch irgendwie war die Traktion zum Untergrund verloren gegangen. Ich sah uns schon schwimmen. Nach einigem hin- und her ging es Gott sei Dank weiter. Rob durchquerte mit dem Fahrzeug noch den ganzen Fluss und fuhr auf der anderen Seite wieder heraus. Kein Baden notwendig. Halleluja...
Bild 080: Wir suchen eine geeignete Stelle, um in den Fluss zu fahren (Rob will uns zeigen, wie das Fahrzeug den Fluss meistert)

Bild 081: Das Fahrzeug hat die Flussfahrt gemeistert und kommt wieder an Land

Am Donnerstag wurden mir die Haare geschnitten. Oksana meinte, sie seien zu lang. Da sie ihrem Mann auch immer die Haare schneidet, hat sie also Erfahrung mit diesem Handwerk. Also vertraute ich ihr: Ich sehe jetzt viel besser und ordentlicher aus - finde nicht nur ich...

Am Freitag wurde an meinem Fahrzeug noch das Öl in den Diffenrentialen (vorne und hinten) gewechselt, und es wurde der Fehler gesucht, warum Mobbi extra III immer so aus den Auspuff ruste, mehr als alle anderen Dieselfahrzeuge. Erst konnte Rob gar nichts finden, aber letztendlich nach sorgfältiger Kontrolle auch der Unterseite des Turbolader fand Rob die Ursache: Eine Klemmscheibe war nicht mehr vorhanden. Das Fehlen erklärte auch den Leistungsverlust vom Motor.

Auch der Unimog von Oksana und Brad war zwischenzeitlich von Rob fertig gemacht worden und so konnten wir uns von Rob verabschieden. Oksana und Brad fuhren gen Osten, ich mit Mobbi Extra III gen Westen. Wir hoffen, einander wieder zu sehen: may be in South America.

Nun bin ich wie schon oben erwähnt wieder: On the Road again. Von La Junta machte ich mich auf Richtung L.A. Ich fuhr auf der Bundesstraße Nr. 350 gen Südwesten. Der Wagen läuft jetzt wieder 1a. Trotz des hier wirklich stark vorherrschenden Gegenwindes merkte ich, dass der Turbolader seine Arbeit machte.

Nun übernachte ich an einer Burger King-Station. Hab mir gerade ein Eis gegönnt. Muss sein, denn wir haben 36° C. Wie wird es weitergehen? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis zum nächsten Bericht liebe Grüße

vom Weltenbummler Wolfgang

Bericht Monat Juni Teil 1

Hallo liebe Leser, viel Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder

Von St. Joseph ging es nach dem Frühstück weiter.

Es ging immer nur gerade aus gen Westen. Und dies stundenlang und mehr. Mobbi schnurrte die Strecke ab. Das Einzige was ich sah, waren ab und zu ein paar grasende Rindviecher. Ab und zu würde diese eintönige Langeweile unterbrochen in dem das Fahrzeug mal ein Stück die Straße hochfahren und dann natürlich auch wieder herunter fahren musste. Ansonsten: Äh, Gähn, eigentlich trostlos usw. Aber irgendwann erreichte ich dann die Grenze zu Colorado und der Staat begrüßte mich mit einem schönen Schild.
Bild 036: Ich fahre nach Westen - immer nur gerade aus, stundenlang und mehr

Bild 037: Irgendwann begrüßt mich der Staat Colorado

Nun war es nicht mehr weit und ich kam in Denver Colorado an. Wieder so eine riesige Stadt. Das Navi brachte mich Gott sei Dank wohlbehalten zu einem Home Depot Markt wo ich auch übernachtete. An diesen Baumärkten herrscht tagsüber allerdings immer viel Betrieb (Frühlingszeit, alle Menschen hier sind irgendwie aktiv) jedoch wurde es zum Abend dann ruhig und ich hatte eine erholsame Nacht.

Von Denver fuhr ich weiter zum Nationalpark Great Sand Dunes. Ca. 15 Meilen vor dem Park fand ich einen geeigneten Stellplatz für mein Mobbi - es war eine sehr große Kiesgrube. Ich wollte zu den Dünen mit dem Motorrad fahren.  Also ließ ich mit der hinteren Seilwinde das Bike herunter und machte es erst einmal sauber. Es war von der Fahrt von Freeport bis hier doch ganz schön eingedreckt.
Bild 038: Etwa 15 Meilen vor dem State Park "Great Sand Dunes" finde ich ein geeignetes Plätzchen zum Übernachten

Bild 039: Ich mache das Motorrad klar und fahre damit Richtung Great Sand Dunes

Darauf hielt es mich nicht mehr auf: Ich drehte erst einmal einige Runden mit dem Fahrzeug und inspizierte die Kiesgrube. Hi, dass machte ja richtig Spaß. So wurde ich auch noch wieder ein bisschen besser vertraut mit diesem neuen Bike.

Trotz der relativ späten Zeit (15:45 Uhr) machte ich mich auf den Weg zum Sand Dünen Park. Meine bisherige Information war, dass das Visitor Center schon um 16:00 Uhr schließt. Ich fuhr trotzdem erst einmal los. Hei machte das Spaß, so mit 95 km/H über die gute Straße zu brettern. Mein Gott, geht die Maschine ab. Da ist ja richtig Power vorhanden. Ich sah die große Düne schnell immer näher kommen. Aber dann musste ich mit der Geschwindigkeit herunter, denn ich kam zum Parkeingangsschild. Da ich meine Kamera nicht dabei hatte, beschloss ich, das Schild morgen zu fotografieren.

Es ging dann noch 3 Meilen weiter und ich kam beim direkten Parkeingang an. Die Rangerin im Wachhäuschen freute sich, als ich ihr erzählte, dass ich aus Germany bin. Sie sagte mir, dass der Park nun schon länger geöffnet hat und nicht um 16:00 Uhr schließt. Ich bezahlte 3 $ Eintritt (gilt für 7 Tage) und fuhr zum Visitor Center. Auch hier herrschte noch reger Betrieb. Ich sah mir den 20 minütigen Informationsfilm an, durch schnüffelte alles und fuhr dann wieder zum Auto zurück.

Am nächsten morgen machte ich mich zeitig auf den Weg. Hatte ich doch gestern auf der Rückfahrt vom Park noch ein Schild gesehen Zapata Falls. Diese wollte ich mir heute früh näher ansehen.
Bild 040: Zuvor komme ich an dem Schild Zapata Falls vorbei. Hier will ich mich umsehen

Es ging 20 Minuten lang immer bergan auf einer heftigen  Wellblechpiste und die Maschine zeigte, dass sie auch solch Terrain gut beherrscht. Als ich dann oben ankam, waren meine Arme durchgeschüttelt und ich massierte sie mir erst einmal kräftig. Maschine o.k., Mensch k.o.
Bild 042: Oben angekommen stelle ich das Bike ab und erblicke in der Ferne die Düne

Nun ging es zu den eigentlichen Falls. Es war nur ein kurzes Stück bergauf zu laufen und nach gut 800 Metern war ich am Ziel. Ich war enttäuscht, denn ich hatte mir einen richtigen Wasserfall vorgestellt. Stattdessen nur so ein verkümmerter Bachlauf. Egal, ansehen kostet ja nichts...
Bild 045: Na ja, da hatte ich mir mehr erhofft

Kurzerhand machte ich kehrt und es ging den Berg wieder hinunter. Ich musste vorsichtig fahren, denn beim Bremsen auf lockerem Untergrund kann man sehr leicht wegrutschen. Aber ich kam heil unten an und fuhr weiter zum Eingangspark-Schild.
Bild 046: Dekoratives Eingangsschild zu den Dünen

Zwischenzeitlich war es schon Mittag geworden und die Sonne knallte nur so vom Himmel. Ich beschloss trotz der Hitze die Düne zum höchsten Peak zu besteigen. Zuerst kam ich aber an einen Bachlauf, der der Düne vorgelagert ist. Hier wuselten die Menschen und andere Lebewesen nur so herum und genossen sichtlich dieses erfrischende Nass.
Bild 049: Ich mache einen Ausflug zum vorgelagerten Bach

Bild 051: Das Wasser ist erfrischend angenehm kühl

Dann ging es die Düne hinauf. Zuerst noch recht locker aber bald ging es richtig zur Sache. 10 Schritte im tiefen Sand vor und mindestens 3 zurück. Mein Herz raste. Und ich musste alle 25 Meter eine erholende Pause einlegen. In der Ferne sah ich einige Wanderer, die schon wieder zurückkamen. Aber nach gut 1 1/2 Stunden Aufstieg war ich endlich auf der Spitze und zufrieden- mit mir und der Aussicht. Leider konnte ich nicht lange bleiben, denn hier oben herrschte ein unangenehmer Wind, der mir den feinen Sand in jede Körperöffnung blies. Ich kam mir vor wie sand-gestrahlt. Nichts wie weg hier und wieder runter. Mit Riesenschritten, die Schuhe voller Sand war ich im Bruchteil der Aufstiegszeit wieder unten am Bach und gönnte mir eine erfrischende und erquickende Pause. Gegen Abend fuhr ich dann zum Mobbi zurück und machte mir ein leckeres Abendessen. So eine ruhige Nacht bei sternenklarem Himmel hatte ich lange nicht.

Am nächsten Tag wurde das Motorrad wieder festgezurrt und es ging weiter. Ich wollte zum Mesa Verde Park (der Grüne Tisch). Ich fuhr los und hörte es unter dem Fahrzeug klappern. Schnell noch mal anhalten und nachschauen was da wohl los ist. Ich sah es sofort, das Auspuffrohr vor dem Topf war glatt durchgebrochen (Rost und allgemeiner Materialverschleiß waren wohl die Ursache). Also ab in die nächste Werkstatt. Es war nicht allzu weit zum nächsten Ort, und es kam auch gleich noch eine Werkstatt in mein Blickfeld. Also anhalten, aussteigen und fragen ob man hier einen Auspuff reparieren kann. Jawohl sagte man mir und schon kurze Zeit später standen ich und das Mobbi in der Werkstatt.
Bild 053: Auf der Weiterfahrt mache ich Halt bei Joey's Dieselwerkstatt

Ein Meister kümmerte sich direkt um mein Fahrzeug und es wurde ordentlich geschraubt, und nach einiger Zeit war der Auspuff mit einem neun Teilstück repariert. Das alte flexible Rohr war nicht mehr zu gebrauchen. Hier half auch kein Schweißen, das Rohr war zu stark durch gerostet. Dann wurden auch gleich noch zwei Keilriemen erneuert und nachdem ich von der Mannschaft 2 Stück Pizza und eine Fanta erhalten hatte, bezahlte ich 330 $ und konnte weiterfahren.
Bild 054: Ein Meister kümmert sich um meinen Truck, er schwächelt ein wenig

Bild 056: Dieses bewegliche Rohr war altersbedingt nicht mehr einsetzbar und musste erneuert werden

Nun bin ich auf dem Weg nach Durango. Es ging in die Berge. Immer auf der Straße mit der Nr. 160. Es herrschte hier ein Gegenwind, wie ich ihn lange nicht erlebt hatte. Das Fahrzeug fuhr manchmal nur 75  bis 80 km/h schnell. Dann ging es hinauf. Richtig lang und steil. Vorbei an Ski-Gebieten immer hinauf. Der Wolf Creek Pass lag vor mir. Endlich war ich oben und im Schnee. Hier befindet sich auch die Great Divide: Sie ist die Wasserscheide, die Flüsse voneinander trennt, die in verschiedene Ozeane

Bericht Monat Mai Teil 2

Es ging weiter über die Orte De Boise und dann nach Indiana (PA) wo ich kurzerhand das James M. Stewart Museum besuchte. Da es schon halb vier Uhr war hatte ich nur eine knappe halbe Stunde um dass Museum zu erleben. Dafür hatte ich eine fast kostenlose Führung (ich war zu dieser Zeit der einzige Besucher) die ich genoss. Leider durfte ich keine Fotos machen. Aber interessant fand ich dies Museum schon: hatte ich doch früher viele der Filme von diesem großartigen Schauspieler gesehen.
Bild 022: Das James Stewert Museum im Städtchen Indiana (Pennsylvania)

Bild 024: James M. Stewart-Monument

Weiter ging meine Reise immer gen Westen. Unterwegs auf der autobahnähnlichen Straße passierte es dann: als ich abbremsen musste verblieb das durchgedrückte Gaspedal in seiner Stellung und der Motor heulte auf. Schnell griff ich mit der Hand nach dem Gaspedal und zog es nach oben. So ein Schiit dachte ich bei mir, so kann ich nicht richtig weiterfahren. Bei nächster Gelegenheit hielt ich an und überlegte, was zu tun ist. Wahrscheinlich war die Rückhohlzug-Feder gebrochen. Da ich jetzt das Führerhaus nicht hochklappen wollte behalf ich mich mit einem Gummi-Spanngurt. Und dies Teil zog mir das Gaspedal auch immer richtig und gut zurück. Die Feder wollte ich bei passender Gelegenheit reparieren.
Bild 025: Hilfsmittel, um das Gaspedal in Ausgangsstellung zurück zu bringen

Bild 026: Es hat geholfen - konnte somit gut fahren

So fuhr ich den die nächsten Tage (mit nicht erwähnenswerten Übernachtungen) immer weiter über Pittsburgh, Wheeling, Columbus auf der Interstate mit der Nr. 70 bis nach Indianapolis. Weiter ging es über Springfield Richtung Macon. Habe jetzt etwa 1800 km hinter mir. Nach Denver (Colorado) sind es immer noch 1300 Km. Mein Gott, sind dies Entfernungen...

Am Sonntag meinem Geburtstag kam ich in Hannibal an. Ich musste mal wieder tanken und hier war der Dieselpreis mit 3,69 $ richtig günstig. Hatte ich doch vorher für 4,12 $ schon tanken müssen. Ich fuhr also von der Hauptstraße ab und bald war ich in dieser kleinen Stadt. Hannibal ist eine Stadt mit ca. 18.000 Einwohnern, im US-Bundesstaat Missouri, gelegen am Mississippi. Sie ist Heimat des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (1835 – 1910). Dieser Ort diente dem Schriftsteller in seinen
Tom Sawyer-Romanen als Vorlage für das fiktive St. Petersburg.
Bild 027: Auf dem Weg nach Westen besuche ich die Kleinstadt Hannibal, die direkt am Mississippi liegt

Bild 028: In dieser Stadt verbrachte der amerikanische Schriftsteller Mark Twain, seine Kindheit und Jugend


Nachdem ich mein Fahrzeug geparkt hatte ging ich los und sah mir dieses Städtchen an. Es ging zunächst zum Mississippi, wo ich einen nachgebauten Dampfer (ohne Schaufelrad) bestaunte, der auch sofort ablegte. Somit konnte ich leider nicht mitfahren. Danach besuchte ich das hoch gelegene Lighthaus. Ich kam an der Statue mit den beiden Hauptakteuren Tom und Huckleberry vorbei.
Bild 029: Die Statue der beiden besten Freunde: Tom Soyer und Huckleberry Finn

Bild 030: Lighthouse von Hannibal 

Dann ging ich zurück und schaute mir das Wohnhaus von Mark Twain an in dem er seine Jugendzeit verbrachte. Hier steht auch der weiße Zaun, der in dem Abenteuerroman "Tom Sawyer" vorkommt.
Bild 031: Mark Twains Wohnhaus während seiner Kindheit

Hier nun eine kleine Episode aus dem Roman: Als Tom wieder nach einer Prügelei mit zerrissenem Hemd heimkommt, muss er zur Strafe - am Samstag - Tante Pollys Zaun streichen. Jedes Mal, wenn ein Junge vorbeikommt und sich über dessen Strafarbeit lustig macht, erklärt ihm Tom mit ernster Miene, wie schwierig es doch ist, die Kalkfarbe richtig aufzubringen und dass bei weitem nicht jeder in der Lage sei, diese komplizierte Aufgabe zu lösen. Neugierig gemacht, fragen ihn die Buben, ob sie es nicht auch einmal versuchen dürften, aber erst nach langem Zögern und schließlich gegen Bezahlung mit Tauschgegenständen lässt Tom sie den Zaun für sich streichen.
Bild 032: Als Tom nach einer Prügelei mit zerrissenem Hemd heimkommt, muss er zur Strafe Tante Pollys Zaun streichen. Aber Tom hat eine Idee: nachzulesen unter Berichte

Am Nachmittag lief ich dann durch die Hauptstraße und schaute mir die aufgebauten Buden sind Stände an, denn es fand hier so eine Art Markt statt.

Zwischendurch hörte ich immer wieder (mehrfach) die hier häufig verkehrenden Eisenbahnen mit ihrem  schrecklichen Fanfaren. Ich glaube ganz Hannibal war von Bahnübergängen umzingelt, denn jedes mal wurde die Fanfare in einer noch nie gehörten Lautstärke geblasen. Am späten Nachmittag suchte ich mir dann einen Übernachtungsplatz. Hier waren die Fanfaren nicht so stark zu hören - dachte ich. Als ich dann nach einem einfachen Abendbrot (zwischenzeitlich war nichts zu hören) endlich im Bett war und ich schlafen wollte ging es richtig zur Sache. Also: man sollte sie alle verklagen - diese verrückten  Bläser. Ich verstehe gar nicht, wie die Menschen in ihren einfachen Holzhäusern diesen Krach aushalten. Es war ein bisher noch nicht da gewesenes unangenehmes Erlebnis. Hupen- und Fanfaren-Gedröhne ohne Ende. Und dazu noch das Rumpeln und Kreischen der auch nicht gerade leisen Eisenbahnwaggons.
Ich war froh, als der Morgen graute und ich endlich weiterfahren konnte.

Am nächsten Morgen tankte ich dann. Ich wollte für 150 $ Dieselsaft haben. Also hinein in die Tankstelle, die Kreditkarte gezückt und der Lady gesagt, was mein Begehren sei. Sie zog die Kreditkarte durch ihren Automaten und dann, ja dann passierte gar nichts mehr. Nach etwa 10 Minuten griff sie zum Tel. und versuchte zu klären, was mit ihrem Automaten und der Zapfsäule nicht in Ordnung sei. Irgend wann wurde mir gesagt, de Betrag sei schon im System zur Abbuchung angewiesen, aber ich werde eine Gutschrift darüber erhalten. Das entsprechende Fax wird gleichfalls ans Kreditinstitut gesendet. Na, da bin ich mal gespannt. Nun hatte ich aber immer noch keinen Diesel. Also nun die "normale" Debit-Karte durchgezogen und diesmal klappte es. Nach einer fast 3/4 Stunde hatte ich den Tank voller Saft. Die Dame gab mir noch alle notwendigen Daten ihrer Shell-Tankstelle, falls im Falle - aber so weit will ich nicht denken. Ich hoffe wirklich, dass ich eine entsprechende Gutschrift erhalte. Nachtrag: Hat alles geklappt.

Ich hatte den zuletzt neu installierten g3efüllt. Also probierte ich ihn nun auf der Weiterfahrt aus. Als in Macon war, hielt ich neben einem Burger King und ging ein Soft-Eis essen. Als ich zum Auto zurückkam, nahm ich sofort einen Dieselgeruch war. Und unterm "neuen"Tank war eine Dieselpfütze. Hallo dachte ich, was ist denn nun wieder los? Ich starte den Motor und ging zum Tank. Am Tank selbst war nicht zu erkennen, aber er war völlig eingedieselt. Ich stellte den Motor aus und schraubte eine Abdeckplatte über den Magnetventilen ab. Diese Magnetventile schalten den Vor- und Rückfluss des Diesel zum Motor und zurück frei. Ich startete den Motor wieder und dann sah ich die schöne Bescherung: Aus der Vorleitung spritze der Dieselkraftstoff nur so heraus. Schnell stoppte ich den Motor und wusste nun wenigstens, was Sache ist. Ich fuhr dann mit der anderen Leitung (aus dem kleinen Tank - hier waren die Leitungen alle in Ordnung) weiter zu einem Platz wo ich Sand und Wiese gesehen hatte. Dann machte ich mich an die  Arbeit und reparierte die Dieselleitung. Nachdem dies erledigt war machte ich das Führerhaus hoch (schwere Arbeit) und sah mir die Rückzu8gsfeder des Gaspedals an. Ja, wie ich vermutet hatte war sie an der einen Seite gebrochen. Mit der Zange bog ich einen Halbkreis aus dem restlichen Stück und konnte die nun etwas verkürzte Feder wieder einsetzen. Als ich dann das Führerhaus zurück geklappt hatte und die Frontabdeckung zumachen wollte, brach diese an der einen Seite aus ihrem Scharnier. Ich wollte Abenteuer, nun hatte ich richtig Abenteuer. So ein Müll.
Wie kann denn nach nur 14 Jahren die Scheiß-Plastik von Mercedeshaube ab- bzw. ausbrechen? Was war nun zu tun? Kurzerhand bohrte ich die drei Messing-Scharnierschrauben auf, und bohrte gleichzeitig in die Haube 3 Löcher, so dass ich lange M6-Schrauben durchstecken und ins Haltescharnier einschrauben konnte. Nun konnte ich die Plastikabdeckung wieder herunterdrücken und sie schließen. Nun hat diese Haube halt 3 Außenschrauben, aber damit kann ich erst einmal leben.


Nun geht es weiter Richtung St. Joseph, denn dort gibt es einen Home Depot Markt. Will mal wieder mit meiner lieben Gine skypen. Hier konnte ich auch diesen Bericht vervollständigen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht Monat Mai Teil 1

"On the road again"

Es ist wieder soweit: Ich habe mich wieder auf den Fahrersitz geschmissen und den Motor gestartet. Er sprang dank meiner Pflege der Batterien sofort an. Wenn das Fahrzeug steht lasse ich den Motor mal für 15 Minuten alle 2 Wochen
laufen, das erhält die Batterien gut am "Leben".

In der letzten Woche habe ich noch eine ganze Menge erledigt: Da braucht das neue Motorrad eine Zulassung und ein Nummernschild, und da mussten am Mobby noch das Motoröl mit Filter gewechselt werden, die Diesel-Kraftstoffilter (2 Stück) erneuert und die Räder (nach einer Laufleistung von 25.000 km) von vorn nach hinten - und umgekehrt - gewechselt werden. Motoröl und alle Filter, das war - dank guten Wetters - innerhalb von 2 Tagen schnell erledigt. Die Rad-Arie hob ich mir auf: Das anstrengende Umwechseln machte ich am Wochenende vor der Abfahrt.

Und ich musste noch einen Abstandshalter für das Motorrad bauen, damit das Fahrzeug gut und sicher hinten auf dem Träger befestigt werden kann. Bei Home Depot besorgte ich mir also eine 1/2" Gewindestange und die entsprechenden Unterlegscheiben sowie Muttern und JJ schweißte eine kleine Platte auf diese Stange. Dann erstellte er noch ein Hartgummiteil, das eine Aussparung bekam. Diese Aussparung passt genau in die linke Motorradgabel. Dieses Gummiteil wird mit der kleinen Platte verschraubt und schon ist der Abstandshalter perfekt.

In der Zwischenzeit wurde auch das Motorrad zugelassen und nachdem ich 325 $ für die Anmeldung und Versicherung bezahlt hatte, bekam die Yamaha auch das Kennzeichen. JJ verpasste ihr dann noch ein Tüv-Siegel und schon konnte ich der ersten Runden in Freeport drehen. Abends fuhr ich gleich mal zur Nautical Mile - das Fahrzeug läuft wunderbar - und es machte mir richtig Spaß, in der Gegend herum zu knattern.
Bild 007: Das Motorrad ist in NY zugelassen und versichert. Daher auch das USA - Nr. Schild

mall>  Bild 008: Der amerikanische Tüv-Stempel 

Am letzten Wochenende (am Samstag gab es endlich mal wieder Sonnenschein und warme Temperaturen - die Tage davor hatte es nur so geschüttet) begann ich mit der Rotation der Räder. Harte Arbeit kam auf mich zu.
Bild 009: Ich tausche die Vorderräder mit den Hinterrädern - Schwerstarbeit

Bild 011: Die Muttern sind so fest, dass ich all meine Kraft benötige, um sie zu lösen

Bild 012: Das Rad ist ab und wird vom Rost befreit, gereinigt und neu lackiert

Nach dem ich - nach 4 Stunden anstrengender Arbeit - eine Seite geschafft hatte war ich total groggy. Ich bin solch schwere Arbeit halt nicht gewohnt. Ich habe ja auch nicht nur die Räder gewechselt, sondern auch gleich die Felgen und Trommeln entrostet und neu lackiert. Dazu das Rollen der schweren Räder vom Fahrzeug weg hinten auf den Hof, wo ich das Entrosten und lackieren durchführen konnte, das ging doch auf die Knochen. Jedenfalls am Abend war die eine Seite gemacht und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die andere Seite habe ich mir für den Sonntag aufgehoben. Nach einer erholsamen Nacht habe ich dann am Sonntag die anderen beiden Räder gewechselt und war damit bereit zur Weiterfahrt.

Am nächsten Morgen war ich (habe aber erst noch im Compare-Food meinen Proviant ergänzt) dann wieder on the road.
 
Es ging an New York vorbei und bald war ich auf der Interstate 80 die Richtung Westen führt. Ich fuhr etwa 200 km Richtung Westen und bog dann nach Norden Richtung Scranton ab. Hier sah ich mir Steamtown an (ein Dampflok-Museum).

Riesige alte Dampflokomotiven sind hier zu sehen und zu bestaunen und andere warten auf ihre Restaurierung.
Bild 015: Dampflok 2124

Bild 018: Die Union Pacific 4012 - genannt "Big Boy", sie waren die größten und leistungsfähigsten Dampflokomotiven der Welt. Es wurden insgesamt nur 25 Stück gebaut

Bild 020: Die alte Reise-Bahn braucht eine Generalüberholung 

In der Nähe vom Museum fand ich an einer allgemeinen Sportstätte einen guten Übernachtungsplatz und fuhr am nächsten Morgen weiter über Williamsport und Pittsburgh Richtung Westen.

Bis bald Euer Weltenbummler  

Wolfgang