Reise durch Nordamerika Okt. bis Dez. 2012

Meine erste Nordamerikareise startete im Herbst 2012 mit einer großen Abschiedsparty mit Familie und Freunden. 

Reisebericht Kanada und Nordamerika 2012
Reisestart für's Mobby: 06.10.2012
Reisestart für Wolfgang: 23.10.2012
Reiseende: 07.12.2012

Woche vom 02. bis 07. Dezember 2012

Woche vom 02. bis 07. Dezember 2012.

Nun ist die letzte Woche da und wo ich diesen Bericht schreibe, auch schon vorbei.

Am Sonntag hatte sich leider das Wetter verschlechtert. Am Morgen war es noch neblig und für einen Besuch von Manhattan war dieser Tag gar nicht geeignet. So verschob ich das morgendliche Aufstehen um gut 3 Stunden und las im Bett meinen Kenn Follet Roman - Untergang der Titanen - erst einmal in Ruhe zu Ende. Nach einem Kaffee fing ich an mit aufräumen des Mobbi's, Rucksack schon einmal packen, viel Musik hören und nahm zum Schluss dann ein Neues Buch zur Hand. Gegen Abend unternahm ich noch einen Spaziergang und kehrte dann in Mobbi zurück. <

Der nächste Tag versprach schön zu werden: das "Schlecht-Wetter" hatte sich schnell verzogen und früh morgens blinzelte die Sonne in meinen Schlafbereich hinein und weckte mich. Oh, dachte ich so bei mir, das nutze ich aus und besuche den Stadtteil Manhattan. Mit der Bahn (Fahrkarte 16 $ hin und zurück) fuhr ich bis Penn Station (eine zentrale Anlaufstelle) und machte mich auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Als ich aus der Bahnstation auf die Straße kam umgab mich gleich die quirlige Atmosphäre der New Yorker Großstadt. Leute in Eile wuselten um mich herum, irgend einer Beschäftigung nachgehend - und Werbung, als auch die gelben New Yorker Taxis - sprangen mir direkt ins Auge. Ich hab den Song von Frank Sinatra - New York, New York, City that doesn't sleep - immer im Hinterkopf...

Ankunft in Manhatten. An der Penn StationHier fahren sie, die bekannten gelben Taxis

Ich marschierte zu Fuß den Broadway hinunter Richtung Brooklyn Bridge und entdeckte ein Hochhaus der besonderen Art: 8 Spruce Street (auch als Beekman Tower bekannt) - er ist ein wunderschöner Wolkenkratzer. Das Gebäude befindet sich im Stadtteil Lower Manhattan (ganz im Süden). Mit 267 Metern erreicht dieser herausragende und markante Turm eine ganz ordentliche Höhe. Es wurde von dem bekannten Architekten Frank Gehry entworfen.

Die Brooklyn Bridge wird teilweise repariert/restauriert8 Spruce Street (auch als Beekman Tower bekannt) ist ein wunderschöner Wolkenkratzer. Das Gebäude befindet sich im Stadtteil Lower Manhattan (ganz im Süden)

Die Brooklyn Bridge ist eine der ältesten Hängebrücken in den USA. Sie überspannt den East River und verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn miteinander. Sie war die erste Hängebrücke, für die Tragseile aus Stahl verwendet wurden, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Insgesamt wurden 24.000 km Draht für die Seile verbaut. Die Gesamtlänge beträgt etwa 1825 Meter. Nachdem ich bis in die Mitte der Brücke gelaufen war, sah ich mich um und ging dann zurück zum Broadway. Nächstes Ziel war die Wall Street. Dabei kam ich an "Reste" der Occupy-Bewegung vorbei, die hier nach wie vor - durch ihre Anwesenheit - gegen soziale Ungleichheiten, Spekulationsgeschäften von Banken usw. demonstrieren.

Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf die Skyline mit den Wolkenkratzern"Reste" der Occupy-Bewegung (besetzt die Wall Street) an der Trinity Church

Die Wall Street ist eine Straße in Manhattan, in der sich zahlreiche Banken sowie die weltgrößte Börse, die New York Stock Exchange, befinden. Mit dem Begriff "Wall Street" wird heut zu Tage aber auch die gesamte US-amerikanische Finanzindustrie bezeichnet. In der Wall Street Nr. 11 ist nur der Hintereingang der Börse zu sehen. In der Broad Street Nr. 18 (einer Querstraße) befindet sich der Haupteingang. Ein weiteres sehenswertes Objekt, ist der Charging Bull (angreifender Bulle). Der Bulle im Bowling Green Park nahe der Wall Street gilt als ein Zeichen für den Optimismus der Börse. Er wird auch gerne genannt, solange die Kurse steigen. Es handelt sich um eine über drei Tonnen schwere Bronzeplastik in Angriffshaltung. Sie ist eine der meist fotografierten Objekte im Financial District.

Hintereingang zur weltgrößten Börse (NYSE) - an der Wall StreetDer Bulle im Bowling Green Park nahe der Wall Street - als Zeichen für den Optimismus der Börse

Nach dem "Besuch" der Wall Street marschierte ich hinunter zum Wasser um mit einem Boot/Fährschiff eine Schiffspassage zur Insel Liberty Island mit der berühmten Freiheitsstatue zu buchen. Diese Passage kostete 24 $. Dafür wurde ich aber auch eine ganze Stunde übers Wasser (das Hafengebiet von New York, das hauptsächlich durch den Hudson River gebildet wird) geschippert und viele Erklärungen zur Skyline of Manhattan und zur Freiheitsstatue wurden auch gegeben. Da es jetzt schon recht dunkel wurde gingen in den Häusern nach und nach immer mehr Lichter an, was der Skyline eine besondere Atmosphäre gab.

Freiheitsstatue in der untergehenden SonneDie Statue gilt als Symbol der Freiheit und ist eines der bekanntesten Symbole der Vereinigten StaatenHochhäuser und Wolkenkratzer von Mahhatten

Auf dem Rückweg nach Freeport musste ich dann noch eine weitere Fahrkartengebühr von 4 $ bezahlen, da ich zur Zeit in der Rushhour war. Das ist wiederum ein anderer Tarif als der, den ich am Frühen Morgen gebucht hatte. Zuerst verstand ich den Schaffner gar nicht, aber eine Dame klärte mich dann mit einfachen Worten sachkundig auf. Als ich dann wieder in Freeport angekommen bin, fuhr ich mit dem Mobbi direkt zu meinem Stellplatz und ging dann auf schnell zu Bett. Das Marschieren entlang des Broadways hatte mich doch ganz schön müde gemacht.

Am Mittwoch Abend habe ich - zum Abschluss dieser ersten Episode meines Besuchs von Nordamerika - mir dann ein 7 $ Steak mit der richtigen Größe gegönnt. Es hatte ein Gewicht von 1,55 Alb, das entspricht lt. Umrechnungstabelle)etwa 700 Gramm. Ich habe alles aufgegessen. Es war schmackhaft, zart und einfach köstlich. In Deutschland werde ich wieder kürzer treten(müssen).

Mein Abschlußessen - Bratkartoffeln, Zwiebeln und ein 700g StaekEin 700g Staek mit "richtiger" DickeDa werd' ich mal wieder richtig satt...Zart und saftig - ein richtiger Genuss

Am Donnerstag Habe ich dann das Fahrzeug für die Unterbringung in eine Garage abgegeben und Je-Je hat mich zum Flughafen gefahren. Beim Einchecken wurde mir gesagt, dass der Flug von Amsterdam nach Hamburg wegen Schnee und Sturm) gecancelt sei. Der Flug wurde auf den nächsten Tag umgebucht. Somit würde ich erst Samstag in Deutschland ankommen. Nach dem Start in NY, bei wolkenlosem Himmel sah ich die Stadt mit ihren Lichter von oben und es ist unbeschreiblich. Ein riesiges Lichtermeer konnte ich bestaunen. Und auch die Insel Long Island (wir flogen eine Zeitlang darüber) mit ihren beleuchteten Straßen und den vielen Lichtern sah einfach nur toll aus.

In Amsterdam angekommen gab es dann auch den angekündigten Schnee und entsprechenden Wind. Hunderte von Flügen waren abgesagt und so war das Chaos hier auch vorprogrammiert. Da ich hier in Amsterdam keinen Tag am Flughafen verbringen wollte, ging ich zu Bahnschalter und stellte mich an die lange Schlange der Personen an. Ich hatte in sofern Glück, denn eine Bahnangestellte gesellt sich zu uns (ans Ende der Schlange), und als ich ihr sagte, dass ich nach Hamburg will, sagte sie zu mir, dass ich an den Schalter links außen gehen sollte. Dort standen 2 Personen und nachdem diese abgefertigt waren, wurde mir das Flugticket gegen eine Bahnkarte umgetauscht.

Über Osnabrück kam ich dann nach 4 Stunden mit Zugverspätung in Hamburg an. Nun hat mich der Alltag erst einmal wieder... Aber die Reise - mit Berichten und Bildern - wird ja im neuen Jahr fortgesetzt.

Liebe Grüße vom Weltenbummler Wolfgang

Woche vom 26. bis 30. November 2012

Woche vom 26. bis 30. November 2012

Die vorletzte Woche ist angebrochen.

Ich machte mich am nächsten Tag auf den Weg und durch lief einige Straßen und unterhielt mich mit einigen Leuten. Die meisten Wohnungen waren schon entrümpelt und befreit von nicht mehr funktionierenden Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Kühlschränken, Fernsehgeräten und vielen anderen Geräten, die nicht mehr funktionierten. Ab und zu sah ich einen Lieferwagen, der schon in so manche Wohnung neue Geräte brachte. Die meisten Geräte konnten wohl nicht mehr repariert werden. Als ich einem Herrn erklärte, dass ich Zeit und Lust hätte ihm bei der Renovierung seinen Untergeschosses zu helfen (for free) war er hocherfreut, und gab mir gleich eine Kelle in die Hand. Nachdem ich meinen Blaumann übergezogen hatte legte ich los und fing an, in einer kleinen Kammer auf Holzbalken Rigips-Platten aufzuschrauben und die entstandenen Nuten mit Putzmörtel zu versehen. Zwischendurch wurde ich zum Kaffee eingeladen und durfte selbst gebackene Plätzchen probieren. Ich hab mich jedenfalls richtig gefreut, dass ich helfen konnte und etwas zu tun hatte.

Ein neuer amerikanischen FreundHier konnte ich "anpacken" und helfen

Am nächsten Tag fuhr ich als erstes zur Bibliothek, um meine Post anzusehen. Als ich zu meinem Fahrzeug zurückgekommen bin klebte ein Zettel an meiner Tür. Dort stand drauf, ob ich deutsch spreche und ich soll doch unbedingt in die Columbus Ave. Am Nachmittag fuhr ich dahin. Vor dem Geschäft standen etwa 10 Motorräder. Ich ging hinein und lernte Gerhard kennen (genannt Je-Je, das J ist auszusprechen wie das englische J) den deutschen Besitzer. Ich würde natürlich mit entsprechendem Tamtam begrüßt. Dann musste ich natürlich auch von meiner Reise erzählen. Nach dieser Begrüßung und Inspizierung meines Fahrzeugs versprach ich Je-Je am nächsten Tag wieder zu kommen. Ich erzählte ihm auch das ich fürs Mobbi einen Stellplatz für 3 Monate suche. Kein Problem hier, er wollte sich auf jeden Fall bei seinen Nachbarn erkundigen.

Vor einem Bike-ShopDer Besitzer Gerhard; hier wird er nur "Dje-Dje" genannt

Nach einer ruhigen Nacht in der Freeport Nautical Meile (hier standen mir alle Parkplätze zur Verfügung) fuhr ich wieder zu Je-Je und lernte nun auch noch seinen einzigen Mechaniker (Winnie) kennen. Im Geschäft standen weitere 40 Motorräder, ehemals schöne Harley-Davidson oder Hondas, Suzukis oder Kawasakis, die jetzt alle meerwasser-geschädigt auf eine Reparatur warteten. Der Mechaniker kannte sich mit Hondas sehr gut aus und wollte bei unserer kleinen Dax auch gleich einen Service machen. Aber ich sagte, dass wir das in nächsten Frühjahr machen werden wenn ich zurückkomme. Ich schaute mir die Motorräder einmal genauer an und sah teilweise sogar noch Wasser in den Scheinwerfern. Die meisten Motorräder hatten wohl bei den Leuten im Keller gestanden, und die waren durch "Sandy" fast alle überschwemmt. Auch konnte man auf den chromblitzenden Teilen der Motorräder oftmals Salzkruste und Salzbeulen erkennen. Einige der Motorräder hatten eigenartige Nummernschilder die mich an die alte Nazi-Zeit erinnerten. Hier sind solche Schilder kein Problem sagte mir Dje -Dje. Er hatte sich zwischenzeitlich auch umgehört, und in seiner unmittelbaren Nachbarschaft einen Platz für mein Fahrzeug bekommen - in einer Halle. Für 150 $ im Monat. Ich habe sofort zugesagt. Anschließen verabschiedete sich Je-Je , denn er fuhr für eine Woche nach Deutschland zurück.

Die Ami's haben freie Wahl bei der Namensgebung ihres Nummernschildes. Hier grüßt die Vergangenheit mit dem ähnlichen Wort "WAFFEN-SS"

Ich kam mit dem Mechaniker näher ins Gespräch. Ich sagte ihm, ich wäre mal daran interessiert zu zusehen, wie er eine Maschine wieder zum Laufen bringt. Er sagte: Wolfgang, zieh deinen Blaumann an und komm und hilf mir. Dann lernst du solche Maschinen am besten und schnellsten kennen. Und so habe ich Winnie bei mehreren Maschinen geholfen. Wir haben Vergaser abgeschraubt, sie total in Einzelteile zerlegt und und in eine spezielle Flüssigkeit zur Reinigung gelegt, Ölwechsel (bis zu viermal) gemacht, Zündkabel und weitere Kabelverbindungen ausgetauscht oder gereinigt, Batterien gewechselt oder aufgeladen und aus den Auspufftöpfen das Meerwasser heraus geblasen. Bei einer Maschine mussten wir sogar den Tank entleeren (auch hier war Meerwasser) eingedrungen. Ich habe dabei viel von Winnie gelernt und ihm zugehört bei seinen Erklärungen; aber es war oft nicht leicht ihn zu verstehen, da er ja viele Vokabel benutzte, die spezielle technische Motorrad-Ausdrucke waren.

Am Freitag hat Winnie mich dann zum Essen eingeladen. In ein spezielles Restaurant. Hier machte eine Lady Country-Musik. Die Gitarre hatte einen sehr schönen Klang - aber ihre Stimme war noch besser.Einfach nur Klasse. Ich wollte Winnie das Essen bezahlen, aber er sagte er wird morgen 50 Jahre, und ich hätte ihm so viel geholfen und so schön zugehört, das er mein Geld nicht akzeptiere. Am Samstag gab er dann in der Werkstatt noch Pizza und Kuchen aus. Als ich bei meinem Fahrzeug war und einsteigen wollte gab es ein komisches knarrend knirschendes Geräusch. Ich blickt dorthin, woher das Geräusch gekommen war: zum Spiegel. Ach, großer Mist, denn der Spiegel war noch vorne verschoben. Als ich ins Spiegel-Glas schaute, bemerkte ich zwei Risse im Spiegel. Da muss doch irgend jemand gegen den Spiegel gefahren sein. Ärgerlich, denn eigentlich ziehe ich den Spiegel immer zur Fahrertür hin. Das hatte ich wohl diesmal vergessen und habe nun die Bescherung. Gott sei Dank hatte ich mir auf dem letzten Globetrottertreffen in Amelinghausen einen Mercedes-Ersatz-Spiegel für 3 € besorgt. Also nicht ganz so schlimm - dachte ich. Am nächsten Morgen wollte ich den Spiegel austauschen. Aber da sah ich, dass die Abdeckkappen von der Spiegelhalterung merkwürdig ab standen. Ich faste die vordere Abdeckung an und sie fiel zu Boden. Ja und dann sah ich, dass der Spiegelhalter-Arm gebrochen war. Also nicht nur den Spiegel austauschen, sondern auch den Halter. Da ich einen Halter nicht dabei hatte, befestigte ich die gebrochenen Teile mit einem Kunststoff-Straps. Das hält nun erst einmal. So viel fahre ich ja nun nicht mehr. Vielleicht kann man den Arm auch wieder zusammenschweißen. Werde mal Je-Je fragen, er ist ja ein richtig ausgebildeter Meister und Fachmann für Alles.

Passiert in einer Seitenstraße. Spiegelhalterung gebrochen. Bisher der einzige SchadenDer Spiegel ist sogar noch einsatzfähig

Woche vom 19. bis 25. November 2012

Woche vom 19. bis 25. November 2012

Da es nun schon dunkel wurde, suchte ich kurz nach Binhamton die nächstgelegene Einkaufsmall auf. Um diese Malls herum gibt es immer reichlich Platz. Ich fuhr nur ein Stück abseits, um dem Lärm der Hauptstraße zu entgehen. Nach einem kleinen Abendbrot machte ich mich bett-fertig und schlief ruhig und unbekümmert ein. Am Montag Morgen frühstückte ich kaum, denn der Rücken machte mir nach dem Aufstehen wieder etliche Probleme, die ich aber einfach ignorierte. Was sollte ich auch anderes tun...

Etwa gegen 10:00 Uhr startete ich das Fahrzeug und fuhr auf dem Parkplatz herum. Ich entdeckte Schilder, dass ein Übernachten nicht erlaubt ist. Das störte mich aber nun gar nicht mehr, denn die Nacht war ja vorbei. Da sich hier eine relativ große Mall befindet, stellte ich das Fahrzeug nach kaum 500 Metern wieder ab und ging in dieses Einkaufszentrum. Ich wollte einfach nur mal sehen, was es alles zu kaufen gibt. Jedes Geschäft habe ich begutachtet. Insgesamt ein innerer Rundumgang. Schon als ich das Center betrat klang mir unmissverständlich "Holy-Night" entgegen. Ach ja, ich vergaß - es ist ja kurz vor Weihnachten. Aber dieses moderne Weihnachtslied-Gedudel ging mir bald auf den Senkel. Ich hörte einfach nicht mehr hin.

Da ich schon mehrfach versucht hatte, nach Deutschland zu tel. - was aber immer nicht klappte, es hieß immer: Nummer unbekannt bzw. es gab überhaupt keine Verbindung - fragte ich mal in einem Handy Geschäft nach, wie denn die gültigen Vorwahlnummern sein. Mir wurde gesagt: es sind die 2 Nullen vor der 0049 wegzulassen und dafür die Ziffern 011 einzugeben. Ich probierte es gleich aus und rief die Schwiegermutti an. Und siehe da, endlich klappte es... Nach diesem Telefonat fuhr ich dann gegen 14:00 Uhr nun endlich weiter. Nächstes Ziel war das Bethel. Dahin waren es etwa gut 110 km. Diesmal fuhr ich erst einmal von der Hauptstr. ab. Nach der kleinen Ortschaft (Hancock) ging es über Berge und Täler (hier stand auch wieder Mal mitten auf der Str. - so dass dich hupte - ein amerikanisches Reh. Nach dem es sich mein Hupkonzert angehört hatte, verzog es sich Gott sei Dank rechtzeitig in den Wald.

In näherer Umgebung von Bethel (hier machten Jimi Hendrix, Joe Cocker und Janis Joblin so etwa im Aug. 1969 irre Musik. Sie trugen mit dieser Musik dazu bei, dass die damalige Generation sich dem Slogan "make love and peace zu Eigen machte), sah ich an der Hauptstraße ein Schild, dass zu einem State Park führte. Ich folgte diesem Schild, und nach knapp 2 km sah ich den Eingang zum State Park. Es war ein recht kleiner Park, aber da er abseits lag, schien er mir ein geeigneter ruhiger Übernachtungsplatz zu sein, was sich dann auch herausstellte. Als ich auf den Parkplatz fuhr, sah ich ein Fahrzeug, dass mich dann doch näher interessierte. Es war ein Pick Up, und vor dem Fahrzeug stand (den Namen habe ich leider vergessen) ein Mann (anderer Jäger), der mit einem Greifvogel auf der Jagd war. (Die Jagdsaison war ja in vollem Gange). Ich kam mit diesem sehr freundlichen Menschen ins Gespräch, und er erzählte mir, das er in Deutschland Verwandte hätte. Er ist aber in den USA geboren. Ich fragte ihn noch nach der Sicherheit dieses Platzes aber er meinte, wenn ich auf dem Platz stehen bleiben würde, wo wir uns gerade befanden, wäre alles kein Problem. Der Greif-Vogel-Fan fuhr dann bald weiter und ich machte noch einen Spaziergang am See entlang. Welch eine Stille und Ruhe doch auch in der Natur vorherrscht.

Greifvogel abgerichtet zur Jagd

Es war so ruhig, dass ich fast verschlief. Na ja, was heißt verschlafen: ich hab doch Zeit und es hetzt mich kein Mensch. Also auch mal schlafen/verschlafen bis um 10:00 Uhr. Dann aber ging es um 11:30 Uhr schon weiter. Nächstes Ziel war die amerikanische Militärakademie West Point, von der ich schon so manches gehört hatte. Also hieß es: die nächsten 120 km in Angriff zu nehmen. Die West Point Akademie liegt von Norden kommend linksseitig direkt am Hudson River.

Gate zum Visitors Center West Point MA

Im Visitors Center schaute ich mir die Filme zur Kadettenausbildung an und war schon beeindruckt. Am späten Nachmittag machte ich dann noch eine geführte Bus-Tour (auch West Point ist einfach riesig) durch das als "restricted area" markierte Gelände von West Point. Da ich noch keinen geeigneten Platz zum Übernachten hatte, quartierte ich mich einfach auf dem Parkplatz des nächstgelegen Supermarktes ein. Keiner hat etwas zu beanstanden gehabt.

Neben dem Visiter Center befindet sich noch ein Museum, dass ich mir am nächsten Tag ansah. Da mein Rücken heute keine großen Beschwerden machte, durchlief ich alle 3 Etagen und schaute mir alle Ausstellungstücke an. Das Museum ist großartig und zeigt nicht nur die beiden Weltkriege, sondern auch die eigene Geschichte mit den Kämpfen der Nord - und Südstaaten und vieles mehr.

Da ich ein 2. Mal nicht beim Supermarkt übernachten wollte fuhr ich so gegen Nachmittag (ich hatte die Zwischenzeit in der Bibliothek von Werst Point verbracht) weiter. Das Navi wollt mich sofort auf die Autobahn Richtung New York führen. Dies ignorierte ich und so kam ich nach nicht allzu langer Fahrt an ein Schild: Bear Mountain State Park. Das sah alles so einladend aus, das ich spontan beschloss, hier zu übernachten. Ich parkte das Fahrzeug auf dem riesigen Parkplatz und ging in den einzig offenen Shop und betrachtete mir die zum Kauf bereitstehenden Artikel. Aber es gab nichts, was ich unbedingt haben wollte.

Park- Und Übernachtungsplatz im Bear Mountain State Park - in der Nähe des Hudson Rivers

Als ich mich dann im Park umsah, entdeckte ich etwas abseits gelegen eine Eissporthalle, wo Eishockey trainiert wurde. Das schaute ich mir näher an und war beeindruckt von dem Trainer, mit welcher Freude und Begeisterung er den kleinen Knirpsen das Training spielerisch vermittelte. Nach dem ich eine Weile zugesehen hatte wurde mir doch kalt (wie kalt es war hab ich am Thermometer abgelesen, was aber in Fahrenheit anzeigte - also nach Umrechnung etwa 6 Grad Celsius) und ich ging dann zurück in die Halle und wärmte mich ein wenig auf.

Temperatur: 43 Grad Farenheit etwa 6 Grad CelsiusHier wird die Jugend spielerisch trainiert

Auf dem Rückweg zum Mobbi ging in vorsichtshalber noch bei der Parkpolizei vorbei und fragte ob ich denn eine Nacht hier stehen bleiben könnte. Der entsprechende Polizist gab mir die Erlaubnis und so ging in fröhlich und gut gelaunt zum Mobbi zurück.Dabei kam ich an einer Wiese vorbei, auf der friedlich ca. 50 Rehe (sie werden hier mule deer genannt) grasten. Sie störte es anscheinend nicht, dass ich bei ihnen so dicht vorbei ging. Das kennen sie wahrscheinlich. Irgendwo erklang alle paar Minuten die heulende Sirene eines Zuges. Ich hatte in der West Point Akademie so einen Zug schon gehört und gesehen: Er fuhr am Hudson River entlang und war irre lang. Die Lokomotive fuhr schon um einen Berg herum; die Wagons kamen aber erst um einen anderen Berg herum, jedenfalls sind diese Züge einfach gigantisch lang. Diese Sirenen der Züge störten ein wenig, von den Geräuschen, die sonst ein Zug verbreitet zum Glück nichts zu hören. Ich war gerade beim Essen machen, als ein junger Mann mich durchs Küchenfenster auf deutsch ansprach: Hallo und willkommen Bad Oldesloer. Da war ich ja überrascht. Wie sich herausstellte war es ein junger Deutscher, aus Eppendorf, der zur Zeit hier in den USA arbeitete. E wollte gerade mit einigen anderen Freunden zu einer Nachtwanderung (ca. 10 Meilen) aufbrechen und hatte mein Fahrzeug gesehen. Da ich nun auch gerade am Küchenfenster im Licht stand konnte er mich sehen. Wie klein ist die Welt sagte er noch zu mir und verabschiedete sich bald zu seiner Wanderung.

Als ich am frühen morgen aufwachte, hatten sich die maule Teers verzogen und nun grasten etwa doppelt so viele Gänse auf der Wiese und schnatterten teilweise um die Wette. Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf den Weiterweg. Es ging nun zielstrebig nach New York. Gott sei's gedankt, dass das Navi mich gut leitete. Zuerst fuhr ich noch auf einer kleinen Straße am Hudson River entlang, aber bald kam die Autobahn in Sicht und ich wurde auf diese Straße - 8 spurig - geführt. Das Überqueren auf dieser Brücke wurde mit 15 $ berechnet. Irgendwann - ich musste noch 2 mal Mautgebühr von je 2 $ bezahlen und dann war ich schon auf Long Island. Ich hatte mir in Niagara Falls Library schon die Karte von Long Island angesehen und festgestellt, das ein kleines Städtchen mit Namen Freeport nicht allzu weit vom Flughafen JKF entfernt sich befindet. Dort führte mich das Navi hin, und bald befand ich mich in der hiesigen Bibliothek wieder und aktualisierte endlich mal wieder die Homepage.

Nachdem das erledigt war fuhr ich durch den Ort und fand neben einem griechischen Lokal einen Parkplatz. Ich machte mir etwas zu essen (ich hatte noch Brot-/Salat- und Tomatenreste) und war gerade dabei mir das erste Brot zu schmieren, als ein junger Mann an die Scheibe klopfte und wissen wollte um was es sich bei unserem Fahrzeug handelt. Da ich noch immer gern Auskunft erteile, machte ich ihm die Führerhaustür auf und lud ihn ein einzusteigen. Es gefiel ihm alles sehr gut und nachdem er sich für die Erklärung bedankt hatte, gab er mir noch den Tipp, wo es in Freeport gute und schöne Plätze hat. Ich gab die Straße dann ins Navi ein um nach dem Essen dort hin zu fahren.

Gegen 16:00 Uhr kam ich zur besagten Str. Es handelt sich um eine lange Straße mit vielen Geschäften (irgendwie alle ohne sichtbares Lebenszeichen) die dann an ihrem Schluss mit mehreren Parkplätzen am Wasser gelegen endete.

Straße in Freeport. Oberflächlich betrachtet: "Schöne" Meile die zum Wasser führt

Obwohl ich einige Fahrzeuge sah, gab es nur wenige Menschen. Und irgend wie sah alles schrottreif aus. Ich fuhr die Straße einmal auf und ab und bemerkte ein Wohnmobil auf einem Parkplatz. Dort standen Leute davor. Ich wollte die mal ansprechen ob es hier alles sicher ist. Beim Wohnmobil angekommen wurde ich mit Hallo begrüßt und musste erst wieder einmal unser Auto vorführen. Dann erzählten sie mir, das sie aus Florida heraufgekommen waren, um den Leuten hier zu helfen. Zu helfen fragte ich: Ja, erklärten sie mir, hier an der Küste in Freeport hätte es vor nicht allzu langer Zeit ein Desaster/Unglück - ausgelöst durch den Monstersturm "Sandy" mit anschließender Flutwelle - gegeben. Sandy hatte ganze Arbeit geleistet: Sandy brachte Tod und Zerstörung. Nun begriff auch ich, warum hier alles so "schrottig" aussah. Die Menschen hatten ihre zum Teil überfluteten Wohnungen leer geräumt und die zu meist aus Holz bestehenden inneren Ausbauten abgerissen und nach draußen gebracht. Hier handelt es sich um Milliarden von Schäden.

Wohnmobil aus Florida - zum Helfen angereistDer 2. Blick: "Sandys" schreckliche Arbeit. Desaster in Freeport"Sandys" Arbeit. Desaster in Freeport"Sandys" Arbeit. Desaster in Freeport

Es wirkte nun nur noch alles irgendwie traurig auf mich. Nach dem ich mir einen Parkplatz gesucht hatte, ging ich noch einmal in ein Nebenstraße und sah dort das gleiche Bild: Verwüstung. Irgend wie taten mir die Leute leid. Früher - bestimmt ein sehr schöner und lebendiger Ort - war über Nacht zu einem Katastrophen-Ort geworden. Ich kam noch mit einigen Bewohnern ins Gespräch, die mir erzählten wie hoch das Wasser auf der Straße gestanden hat, aber ich konnte es kaum glauben. Jedoch es war die Wahrheit. Viele Anwohner hatten auch Boote, die teilweise irgendwo gelandet waren. Oftmals hatten sie nur noch Schrottwert.

Boote, auf der Straße...

Vielleicht kann ich den Leuten hier irgendwie helfen: Habe ja noch mehr als eine ganze Woche Zeit. Mal sehen, ob ich Kontakt zu den Leuten bekomme, die Hilfe gebrauchen können.

Karte

Woche vom 12. bis 18. November 2012

Woche vom 12. bis 18. November 2012

Ich hatte hinter der Library von Niagara Falls geparkt und blieb dort auch zum Übernachten stehen. Die Main Street lag vor dem Gebäude aber vom Verkehr bekam ich nichts mit. So schlief ich gut und fest und wachte morgens fast schwitzend auf. Wie so heizte die Heizung so bullerig? Aber ich hatte sie doch gar nicht angemacht! Ich schaute auf das Thermometer und traute meinen Augen kaum: Wir hatten eine Innentemperatur von 27 Grad C. und das Außenthermometer zeigte 21 Grad C. Der Sommer war zurück gekehrt. Ich machte die Dachluke auf und schaute in den strahlend blauen Himmel von Niagara Falls.

Nach einer frischen Tasse Kaffee und einem "alten" Baguette-Brot ging ich in die Bibliothek und verband mein "kaputtes" Navigationsgerät mit meinem Laptop. Ich ging dann auf die entsprechende TomTom-Seite und wie von ganz alleine zeigte sich der zuletzt eingegebene Ort auf dem Navigationsgerät. Ich klopfte 2mal auf die Glasfront und siehe da, das Gerät sprang auf die Seite Routenplanung zurück. Ich baute alles wieder ab und verließ erfreut und wirklich erleichtert die Bibliothek.

Danach fuhr ich zu der Tankstelle (an der ich schon mal geparkt hatte), und stellte das Fahrzeug ab. Dann machte ich mich auf und ging über die Fußgänger-Brücke und war bald darauf auf der kanadischen Seite der Stadt Niagara Falls. Von weitem sah ich dann schon die Niagara Fälle und hörte das Donnern der Wassermassen. 

The HorseshoeEinfach gigantisch - diese Wassermassen

Von der kanadischen Seite sind die Niagara-Fälle noch beeindruckender und das schöne warme Wetter lockte viele Besucher (teilweise ind kurzen Hosen und T-Shirts) herbei, die Wassermassen anzusehen. Ich wanderte dann noch durch die dort vorhandenen Geschäfte und setzte mich dann in eines dieser vielen Coffeeshops (Starbucks bzw. Tim Hortons) und beobachtete so die Besucher.

Heute zeigt sich hier auf der kanadischen Seite sogar noch ein Regenbogen

Am Nachmittag machte ich mich dann wieder auf und ging zum Mobbi zurück. Ich wollte diese Nacht noch hier bleiben und den warmen Tag aus nutzen um einige kleine Reparaturen vorzunehmen. Ein Seitenbegrenzungslicht und das hintere linke Rücklicht war ausgefallen, und dies brachte ich wieder in Ordnung.

Am nächsten Tag war das schöne warme Wetter wie auf einen Schlag verschwunden. Es hatte sich eingetrübt und es fing an zu nieseln. Ich fuhr trotzdem in die 120 KM entfernte Stadt Toronto, denn hier wollte ich mich auch noch ein wenig umsehen. Toronto ist ein Vielvölkerstaat, und alle Menschen leben reibungslos zusammen. Die Stadt ist mit 6 Mill. Einwohnern riesengroß und liegt am nordwestlichen Ufer des Ontariosees.

Nach gut 1 1/2 Stunden Fahrzeit kam ich bei regnerischem Wetter und knapp 4 Grad Celsius in Toronto an. Himmel noch eins, was herrscht hier für ein Verkehr (und wenn ich mir dann noch vorstelle, dies alles ohne Navigationsgerät - o ne - o ne...). Das Navigationsgerät führte mich dann zur zuvor eingegebenen Straße "Queens Quay W". Am Ende dieser Straße gibt es einen ziemlich leeren Parkplatz direkt am Wasser gelegen. Ich bezahlte 8 $ per Kreditkarte und präparierte das kleine Motorrad für die Stadtfahrt, denn es hatte aufgehört zu regnen und ab und zu zeigte sich der blaue Himmel. Einen Sonnenstrahl nutzend blickte ich auf die Skyline von Toronto - mit den vielen großen hohen Businesshäusern - und ich war beeindruckt.

Ich finde einen geeigneten bezahl-Parkplatz und entschließe mich, die Stadt mit der Dax zu erobern. Trotz der Kälte von nur 2 Grad springt das Motorrad sofort anSchon beeindruckend die riesige Metropole Toronto

Dann fuhr ich mit der Dax Richtung CN Tower. Der Canadian National Tower befindet sich in der südlichen Innenstadt von Toronto. Er ist ein 553 Meter hoher Fernsehturm und gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt. Bis 2005 war es das höchste freistehende und nicht abgespannte Bauwerk der Erde. Auf den wollte ich unbedingt hinauf. Aber erst am Nachmittag denn jetzt wollte ich mich ein wenig in der Stadt umsehen. Dem Fernsehturm gegenüber befindet sich das John Street Roundhouse. Es ist ein sogenannter Ringlokschuppen, der historische Lokomotiven und eine Brauerei beherbergt. Er wurde 1897 erbaut und 1995 rekonstruiert. Dort sah ich ein paar sehr schön erhaltene Lokomotiven.

Vor dem CN Tower steht diese gewaltige Lokomotive

Dann fuhr ich weiter - das Wetter war immer noch zufriedenstellend - wenn auch kalt - zur City Hall und sah mich dort um. Da hier viele Arbeiter herum wuselten um den Vorplatz schon weihnachtlich schön zu gestalten, machte ich mich auf und fuhr zum Eaton Centre. Das Eaton Centre ist eine Shopping Mall und hier konnte ich mich etwas aufwärmen. Eine gute Stunde lang ging ich wohl von Geschäft zu Geschäft und stellte mit Nüchternheit fest, dass ich nicht allzu viele Dinge gebrauchen könnte/haben wollte.

Als nächstes wollte ich nach Chinatown und zum Kensington Market. Vom Eaton Centre fuhr ich links in die Dundas Street hinein. Nach einiger Zeit war ich wohl in besagtem chinesischen Teil der Stadt, denn häufig sah ich Garküchen und in einigen Restaurants sah man die ganzen / goldbraun lackierten Enten und andere tierische Teile in den Auslagen hängen. Ein Geschäft inspizierte ich näher: Es gab jegliches frisches Gemüse (bestimmt hervorragend zum Wokken geeignet), dann Aquarien in denen lebende Hechte verschiedenster Größe schwammen, Forellen, kleine und kapitale Lobster, Muscheln, Schnecken und viele viele alle andere Meeresfrüchte. Hier dürfte man nicht mit leerem Magen hinein spazieren...

Die Zeit war nun schon recht vorangeschritten und so fuhr ich nur am Kensington Market vorbei wieder Richtung CN Tower. Der Feierabendverkehr hatte eingesetzt und an einigen Kreuzungen kam es zu Stau-Bildungen. Da war ich mit der Dax ganz gut dran und umging so manche Stau Situation.

Im CN Tower kaufte ich für ca. 35 can. $ ein Ticket und dann ging es mit dem Fahrstuhl auch in "Null-Komma-Nichts" bis ganz nach oben. Welch eine herrliche Aussicht. Es leuchteten überall die Lichter und es sah fantastisch aus. Leider gibt meine Kamera diesen schönen Eindruck fotographisch nicht so wieder, wie meine Augen dies gesehen haben.

Blick vom CN Tower auf die pulsierende StadtBlick vom CN Tower auf eine andere Seite

Interessant ist auch der gläserne Fußboden, der einen ungehinderten Blick - den Tower entlang nach unten - ermöglicht. Einige der Besucher trauten sich nicht sofort, diesen Glasboden zu betreten. Ich muss allerdings gestehen, dass auch mich ein merkwürdig komisches Gefühl beschlich, als ich den Glasboden betrat und dann nach unten sah. Ist aber doch sehr beeindruckend.

Blick auf den Glasboden, einige trauen sich nicht drau zutreten und nach unten zu blicken

Nach diesem Highlight fuhr ich zum Auto zurück (mein Parkplatz-Ticket war gerade abgelaufen) und befestigte die Dax - in der nun vorhandenen Dunkelheit - wieder sorgfältig. Da ich hier in dieser quirlig lauten Stadt nicht übernachten konnte/wollte, ließ ich mich vom Navi in die Kleinstadt Hilton (60 km von Toronto entfernt) führen. Oh wie angenehm, nur auf den Verkehr und das Navigationsgerät achten zu müssen. Nach einer guten 3/4 Stunde war ich in Hilton und fand bald einen Parkplatz, der zum Übernachten einlud. Ich machte es mir im Mobbi warm und gemütlich. Dann gab es die Reste vom Abendessen des Vortages und gegen 22:30 Uhr fielen mir die Augen zu. Ist doch anstrengend so eine Stadtbesichtigung.

Am nächsten Tag fuhr ich wieder ein Stückchen weiter. Ziel war die Gegend der sog. "Finger Lakes". Ich fuhr aber zuerst noch einmal Richtung Niagara Falls, denn ich brauchte mal wieder einen Internet-Zugang. Da ich wusste, wo die öffentliche Bibliothek ist, fuhr ich direkt dorthin. Zunächst musste ich aber wieder in die USA einreisen. An der Grenze stauten sich die Automassen - aber irgendwann war auch ich dann an der Reihe. Diesmal kontrollierte mich eine Lady, die aber alles sehr freundlich und korrekt abwickelte. Da mein Fahrzeug ein "anderes Fahrzeug" als die US-Fahrzeuge ist, wurde es natürlich entsprechend begutachtet kontrolliert. Nach den üblichen Fragen: Woher ich denn komme und wohin ich reise, ob ich Waffen und über 10.000 $ dabei hätte (alle Fragen konnte ohne zu zögern beantworten) durfte ich nach ca. 10 Minuten in die USA einreisen.

Als ich mit meiner Homepage fertig war, machte ich mich auf den Weiterweg. Ins Navigationsgerät gab ich die Stadt Auburn ein und dann fuhr ich auf der Bundesstraße mit der Nr. 20 durch kleine ruhige und beschauliche Städtchen. In einem Ort sah ich einen Outdoorshop. Ich machte eine kurze Rast und ging in diesen doch riesigen "Laden" hinein. Er war sehr interessant aufgebaut. Alles natürlich gestaltet, so wie man sich die amerikanische Outdoor-Welt vorstellt. Hier war alles zu kaufen was des Trappers Herz schneller schlagen ließ. Dieses Geschäft war richtig gut besucht.

Unterwegs angehalten um ein Shopping-Center für Outdoor-Aktitivitäten anzusehenEs wurden Materialen aus der näheren Gegend verbautMan fühlt sich wie in der "richtigen" NaturAlle diese Tiere kann man in der schönen Natur erleben

Alles habe ich mir hier genau angesehen - von dem Gewehr bis zur Pistole, vom Pfeil und Bogen (aus Holz und Aluminium) bis zur gesamten Angelausrüstung, vom Outdoorgrill bis zu entsprechender Kleidung - es gab einfach Alles. Sehr gelungen fand ich auch ein riesiges Aquarium, fast so groß wie ein kleines Schwimmbad: Hier schwammen alle erdenklichen Fische in verschiedenen Größen herum. Ich erkannte Hechte, Forellen, Lachse, Welse und und und. Hm, hier jetzt mal 'ne Angel hinein halten, das hätte was, und das Abendessen wäre gesichert. Diese Outdoor-Welt beeindruckte mich dann doch gute zwei Stunden und ob ich wirklich alles gesehen habe, weiß ich nicht.

Von Auburn fuhr ich dann direkt zu einem State Park, denn es begann schon dunkel zu werden. Im Park gibt es einen kleinen Wasserlauf, durch den ich fuhr. Hinter diesem kleinen Fluss hatte ich die freie Auswahl an Stellplätzen. Irgendwann hatte ich endlich die geeignete Parkposition gefunden (ist gar nicht so einfach, wenn es viele freie Stellen hat) und ich marschierte die 30 m zurück zum Flüsschen. Das Wasser hatte eine doch erstaunliche Fließgeschschwindigkeit und es war sauber und klar. Ich bediente mich und füllte meinen Wassertank mit 60 Litern frischem Wasser auf. Bevor ich mir mein Abendbrot zubereitete machte ich mich daran, Wäsche zu waschen.

Zu den Finger Lakes gehören eine Reihe von Seen. Es werden insgesamt elf langestreckte, fingerartig aussehende Gewässer dazu gerechnet, die sich teilweise bis zu 60 km lang hinziehen.Diese Seen-Ecke ist für ein mildes Klima bekannt und so wundert es nicht, dass es hier ein superbes Weingebiet gibt. Ich wollte mir auf jedenfalls eine "Winery" ansehen. Zunächst aber fuhr ich zum Taughannock Falls State Park. Das war aber überhaupt nicht leicht, denn ich war morgens mit unerträglichen Rückenschmerzen aufgewacht. Solche Schmerzen hatte ich noch nicht erlebt. So ein Mist aber auch. Meine bis dato positive Stimmung war auf den Nullpunkt gefallen. Wie sollte ich die 3 Wochen bis zum Abflug bloß überstehen? Aber am Steuer sitzend ging es mir bald wieder besser und die Schmerzen ließen nach bzw. waren fast nicht mehr vorhanden. Also frohen Mutes weiter. Im Taughannock State Park angekommen machte ich einen Spaziergang – vorsichtig und langsam und befand mich dann bald bei der Parkinformation. Diese war sogar mit einer Lady besetzt und hier erkundigte ich mich nach einer Winery. Die Lady empfahl mir die American Vineyard (diese hat das ganze Jahr auf und sei auch nicht so weit entfernt). Dann empfahl sie mir noch die Besichtigung der Taughannock Falls, einen kleinen 60 m hohen Wasserfall anzusehen. Nach Besichtigung dieses Wasserfalls (schwierig zu fotografieren, denn die Sonne steht direkt hinterm Wasserfall) fuhr ich weiter zur Winery.

Besuch der American Vineyards (Winery) - in der Gegend der Finger Lakes of New York (Wine Country)Eingang zur Scheune

Bei der Winery angekommen stellte ich mein Fahrzeug dann so ab, daß ich gleich die entsprechende Gute-Nacht-Parkposition hatte. Dann ging ich hinein und war angenehm überrascht.Es waren schon etliche Leute am verköstigen des Weines, ich aber schaute mich erst einmal um und schmunzelte: es ist alles sehr schön dekoriert, mit niedlichen Accessoires und die Weinauslagen können sich auch sehen lassen.

... und diesen auchEs werden aber auch andere interessante Weine angeboten

Von einer Lady angesprochen, ob ich denn Wein probieren wollte, sagte ich ja. Ich bekam einen DIN A 4 Bogen auf dem verschiedene Weine aufgeführt waren. Ich suchte mir 8 Weine heraus und dann ging es schon ans probieren. Es wurden allerdings immer nur sehr kleine Mengen ins Weinglas eingegossen, aber ein de gustieren war dennoch gut möglich. Jedoch fand ich die Preise für die Flasche dann doch etwas überzogen. Die Nr. 2 auf den Testbogen wurde dann mein Favorit. Zum Schluss probierte ich dann noch (für einen weiteren $) die Blaubeerweine. Aber das waren meiner Meinung nach schon fast süßeste Portweine.

8 x einen Wein probieren (da wird doch ein Guter für mich dabei sein)

Gegen 18:00 Uhr trat dann in der umgebauten Scheune die Gruppe "The Guilty" auf und spielten 2 Stunden lang flotten country rock. Dazu gönnte ich mir dann meinen Favoriten Nr. 2 den Chardonnay. Nachdem ich mich persönlich bei der Gruppe für die klasse Aufführung bedankt hatte, verzog ich mich in mein Wohnmobil und ließ den Abend mit einem Buch ausklingen.

Nach einer absolut ruhigen, für hiesige Verhältnisse kalten Nacht, wachte ich am frühen Morgen von Kojotengeheul und meinen Rückenschmerzen auf. Komisch dachte ich: tagsüber das Sitzen und Autofahren ist keine Problem, aber nach dem Aufwachen das "Hochkommen" ist eine einzige Katastrophe. Ich kann mich vor Rückenschmerzen fast gar nicht bewegen. Notgedrungen zog ich mich am Griff unserer Dachluke in die Höhe und schaute dann aus den Fenstern. Aber die heulenden/jaulenden Tiere konnte ich nicht mehr sehen.

Gestern Nachmittag hatte ich mich tel. schon bei Cathy und Bob Hammond in Elmira gemeldet (dies sind die Gast-Eltern, die unsere Tochter Nathalie für ein Jahr aufgenommen hatten) und wir verabredeten einen Besuch für Sonntag Nachmittag. Ich hatte somit noch genügend Zeit und machte einen Abstecher nach Corning. In Corning besuchte ich das Rockwell Museum of Wester Art. Von diesem Museum hatte ich mir allerdings mehr von versprochen: Außer einigen Bronze-Skulpturen und Gemälde waren nur noch einige Fotografien zu betrachten - die ich allerdings schon in anderen Medien gesehen hatte (z.B. der Geysir "Old Faithfool" aus dem Yellowstone Nationalpark).

Mit diesem Gemälde wirbt das Rockwell Museum of Western Art in Corning

In Corning gibt es aber auch noch das "Museum of Glass". Ein kostenloser Shuttle-Bus brachte mich vom Museum of Western Art zum besagten Glas-Museum. Hier bewunderte ich wirkliche Kostbarkeiten:

Glaskugeln mit herrlcihem Innenleben - Schmuckstücke aus dem Corning Museum of GlassWie ein anderer Trabant aus dem Weltall - zu kaufen für ca. 40.000 $Noch mehr und weitere Datails - beeindruckende Arbeit

Beeindruckt war ich von wirklich vielen (zum Teil unbezahlbaren) Glas-Artefakten und als ich durch Zufall einer asiatischen Gruppe folgte, sah ich eine Etage höher noch einen Weihnachtsbaum, der mir auch gut gefiel: nur gemacht aus Glaskugeln. Stark. Wenn der umfallen würde...

Tannenbaum aus lauter GlaskugelnZum Teil sehr schön aussehende Glaskugeln

Zum Abschluß dieser Woche besuchte ich dann - wie schon erwähnt - Cathy und Bob Hammond, - und wurde sehr herzlichst aufgenommen und begrüßt.

Vor Cathy's and Bob's Haus

Nach leidlich geführtem small-talk wurde ich dann auch zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Es gab sehr schmackhaft zu bereitetes Roastbeef mit Kartoffeln und Möhren sowie einer von Cathy zubereiteten hervorragenden Soße. Mein Gott, war die lecker. Ich möchte mich auf diesem Wegen - bei euch lieben Menschen - ganz herzlichst für die Gastfreundschaft die ich erfahren durfte, bedanken. Zum Abschied wurden mir dann noch alle Reste der Mittagsmahlzeit mitgegeben. Und auch noch mehrere Kuchenstücke. So verspricht die nächste Abendmahlzeit, auch wieder ein Genuss zu werden. Nach einem gemeinsamen Foto im Haus verabschiedete ich mich und fuhr weiter nach Binghamton, einer größeren Stadt - auf dem Weg nach Osten.

In Binghamton fuhr ich zu einer Einkaufsmall und stellte mich abseits der Straße auf einen riesigen Parkplatz. Es wurde eine ruhige Nacht und die vorhandenen Lkws blieben - bis in den späten Morgen hinein - still.

Karte

Woche vom 05. bis 11. November 2012

Woche vom 05. bis 11. November 2012

Nach der herrlichen Mahlzeit begab ich mich bald zu Bett, und hatte eine sehr ruhige Nacht. Da ich von gestern noch recht satt war, ließ ich das Frühstück ausfallen und begab mich wieder - "on the road again". Die Km-Angaben auf der Karte konnten nicht stimmen - bis ich mich besann: Wir waren ja in den USA, und hier gibt es nur Meilen. Die Angabe 123 von der Grenze zum nächsten Ort ( Bar Harbor) ist also mal mit 1,6 zu multiplizieren. Das ergibt dann einen Strecke von fast 200 Km.

Bar Harbor ist ein quirliger kleiner Ort, wo man vorzüglich Hummer essen kann. Ich erkundete den Ort und fand ein Lokal, an dessen Seite lauter Autonummernschilder angebracht waren.

Schilderwald an einem Restaurant in Bar Habor

In Bar Harbor fand ich keinen geeigneten Übernachtungsplatz. Da es jetzt schon recht dunkel wurde, entschloss ich mich, ein gutes Stück (46 km umgerechnet) zurückzufahren und beim Walmart in Brewer zu übernachten. Als ich beim Walmart ankam herrschte da jedoch noch Hochkonjunktur. Hier würde ich keine Ruhe finden. Aber die USA sind ja groß. Etwa 800 m entfernt wurde ein neues Gebäude gebaut. Der riesige Parkplatz davor war schon fertig. Hier war kein einziges Fahrzeug. Außerdem war der Platz von der Hauptstraße ziemlich entfernt. Es wurde eine ruhige Nacht.

Nach dem Aufstehen fuhr ich sofort weiter: nach Camden. Dort angekommen gönnte ich mir in einem kleinen Hafenkaffee 2 Baguettebrötchen mit frischer Butter und einem Pott Kaffee. Die ersten Brötchen (und dann auch noch so, wie wir sie von Deutschland her kennen: knackig und frisch) die ich aß und wie sie mir schmeckten...

Weiter ging es auf der Straße Nr. 1 gen Süden. Da ich aber nicht zu weit südlich wollte gab ich ins Navigationsgerät Lancaster ein. Durch einsame Straßen fuhr ich - bergauf und bergab - durch die Landschaft, ohne das mir viele Fahrzeuge begegneten. An wunderschön anzusehenden Häusern, die teilweise direkt an so manch herrlichem See gebaut waren. Nach einem Gewaltritt kam ich am späten Mittag in Burlingten an. Es ging dann per Fähre (15,25 $) über den Lake Champlain.

Bei Burlington setze ich mit einer Fähre über - um danach in die Berge zum Ort Lake Placid zu fahren

Da ich noch genügend Zeit hatte, wollte ich mir heute noch Lake Placid ansehen. Zunächst aber ging es erst einmal in die Berge. Das Thermometer sank und irgend wann blieb es bei Minus 8 Grad Celsius stehen. Es musste vor kurzer Zeit geschneit haben, denn die Berghänge waren richtig schön mit der weißen Masse eingepudert.

In den Bergen um Lake Placid ist der erste Schnee gefallen

In Lake Placid angekommen wollte ich mir die sportlichen Arenen ansehen. Ich fuhr zuerst zur Biathlon-Kampfstätte. Hier gab es nichts besonderes zu sehen (auch keinerlei Trainingsaktivitäten oder ähnliches) und so fuhr ich zum nächsten Ziel: Die riesigen Sprungschanzen. Als ich dort ankam stellte ich mit bedauern fest, das alles verschlossen war und keine Besichtigung möglich war. So ein Ärgernis. Die beiden riesigen Sprungschanzen hätte ich gerne gesehen. Ich fuhr wiederum ein kleines Stück weiter und schon war ich im eigentlichen Ort von Lake Placid. Der Ort ist m.E. vergleichbar mit St. Moritz in der Schweiz. Es reihen sich Geschäfte und mondäne Kaffeehäuser an einander und Parkplätze sind Mangelware. Auch reiht sich Villa an Villa mit schönem Ausblick über den See. Als ich fuhr mein großes Auto endlich eine Parkmöglichkeit gefunden hatte stieg ich kurz aus und machte schnell eine Fotografie vom See. Dann nichts wie weg.

Blick über den Lake Placid

Ich wollte noch bis Keene Valley fahren. War auch eine schöne Strecke. Da an dieser Strecke auch ein Ski-Alpin-Gebiet liegen sollte, hielt ich meine Augen auf. Ich fand das Gelände auch, und auch Schnee hatte es hier: jedoch hatte das Gebiet den Betrieb noch nicht aufgenommen. Schade, denn ich wäre schon gern Ski gefahren. Als ich dann gegen Abend einen ruhigen Übernachtungsplatz gefunden hatte, machte ich mir ein einfaches Abendessen bestehend aus Schweinefilet, frischen Brechbohnen und Zwiebeln an Butterkartoffeln:

"Fern"-Fahrer haben immer riesigen Hunger

Die nächsten Tage hies es Strecke machen: Ich wollte ja zu den berühmten Niagara Wasserfällen. Über die ital. klingenden Städtchen wie Rome, Vienna usw. fuhr ich bis Fair Haven. Unterwegs sah ich immer wieder herrliche Landschaften und meine ersten Tiere:

Wildlife - unterwegs gesehenSie fressen da wo sie Futter finden

In Fair Haven fand ich an einem schön gelegenen See einen Übernachtungsplatz. Als es eindunkelte zeigte die Sonne nochmals ihr ganzes Können. Es kam ein herrlicher Sonnenuntergang (mein erster auf dieser Reise).

Ich parke an einer ruhigeren Seite des See's (weg von der Straße)...... und werde auch noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt

Als ich am nächsten Morgen mein Navigationsgerät anschaltete konnte ich es nicht mehr programmieren. Was ist das bloß für eine Sch... mit TomTom und mir? Damals vor 4 Jahren mit meinem ersten TomTom Gerät hatte ich auch Probleme. Das Gerät ging zwar an, aber ich konnte keine Route planen. Es hatte bisher einwandfrei geklappt. Warum das nun passieren musste, steht in den Sternen. So navigierte ich per Karte und Kompass und gelangte nach geraumer Zeit endlich auf die Straße mit der Nr. 18. Sie führt direkt am Lake Ontario entlang. An einem State Park (Hamlin Beach) hielt ich an. Er war recht groß, und da das Wetter schön war, machte ich einen ausgedehnten Spaziergang. Alles wie ausgestorben. In dem riesigen Park befanden sich wunderschöne Plätze wo Grillvorrichtungen aufgebaut waren. Jedoch zu dieser Jahreszeit war ich einer der sehr wenigen Besucher.

Eingang (sehr schön angelegt) zum Hamlin Beach State Park am Lake OntarioIm Hamlin Beach State Park Lake Ontario - Highway Number 18

Es ging dann weiter und am Nachmittag gelangte ich zum State Park mit der Bezeichnung Krull. Ich durchlief noch den ganzen Ort - denn ich suchte einen Einkaufsladen. Da der Ort anscheinend keinen Hatte, gab es eine simple Brotzeit. Danach machte ich mich bettfertig und hatte eine sehr ruhige Nacht.

Ich war nun nur noch etwa 50 km von den Niagara Wasserfällen entfernt. Da jedoch alles rel. gut ausgeschildert war, erreichte ich gegen Mittag den Ort mit den erhabenen Wasserfällen. Es sollen angeblich jedes Jahr Millionen von Besuchern hier herkommen. Heute schien es jedoch nicht so voll zu sein. Ob es auch am Wetter lag (es war bedeckt - jedoch mit 9 Grad Celsius rel. warm) wissen die Götter. Nachdem ich an einer Tankstelle in unmittelbarer Nähe des Eingangs zu den Wasserfällen getankt hatte sprach ich den Besitzer an, wo ich denn die Fälle sehen könnte. Er erklärte mir alles und war gleichzeitig an meinem Fahrzeug interessiert. Ich sollte es bei ihm abstellen und könnte von der Tankstelle zu Fuß zum Eingang gehen. Ich würde dann auch noch die 10 $ Parkgebühren sparen. So machte ich dass dann auch und schon bald befand ich mich vor dem Eingang.

Eingang zu den Niagara-Fällen US-Seite

Ich hörte sie dann auch schon aus der Ferne donnern: denn laut Übersetzung der Irokesensprache werden sie "donnerndes Wasser" genannt. Gewaltigen Wassermassen zischen zu den Fallstufen hin.

Da rauschen die Wassermassen

Ich durchwanderte den Park und machte so manche Aufnahme.

Da donnern sie - die WasserfälleDer rechtseitige Fall ist der sog. "Horseshoe". Er ist von der kanadischen Seite besser zu sehen

Als ich wieder beim Auto war fragte ich den Besitzer noch nach einem Einkaufsshop. Kurzerhand setzte er sich in sein Auto und brachte mich zur nächstgelegenen Einkaufs-Mal. Dort kaufte ich für mein Abendessen ein. Dann begab ich mich auf die Suche nach einem WiFi. Vom Parkplatz des Shopping-Centers sah ich in etwa 500 m Entfernung mehrere der bekannten amerikanischen Schulbusse. Dort wird sich wohl eine Schule befinden. Auch kann ich dann ja mal nach einer Public Library fragen. Bei den Schulbussen angekommen fragte ich eine Lady, ob sie denn wohl wisse, wo ich besagte Library finden könnte. Sie nickte nur und zeigte auf das Gebäude, was sich hinter den Schulbussen befand, und was ich für eine Schule gehalten hätte. Endlich nach langer Zeit konnte ich mein Tagebuch wieder aktualisieren. Da morgen am Samstag die Bibliothek auch noch geöffnet hat, will ich mal mein Navigationsgerät mit dem Laptop verbinden und versuchen, eine neue Software oder ein Update zu installieren. Vielleicht lässt es sich auf diese Weise dann wieder programmieren. Außerdem plane ich für morgen den Besuch der Wasserfälle von der kanadischen Seite aus. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Woche vom 01. bis 05. November 2012

Bericht Anfang November

Nun haben wir schon den ersten November und ich bin schon eine Woche und 2 Tage unterwegs. Und habe schon eine Menge gesehen. Vor allen Dingen Tiere. Doch leider nur tot. Wo wollt ihr sicher wissen: Nun sie lagen alle am Straßenrand. Überfahren. Meistens Waschbären. Das sind wohl nachtaktive Tiere die am Tage wohl schlafen. Ich habe bei 100 aufgehört zu zählen. Aber so ist das mit dem Verkehr. A pros pros Verkehr: Es ist ein ganz entspanntes Fahren - und hier macht das Fahren auch noch wirklich Spaß. Und alle sind höflich und zuvorkommend, keine Hektik, keiner wird blöd angemacht, man hat Zeit und Ruhe und die Highways sind einfach eine Wucht.

Nachdem ich eine ruhige Nacht im Städtchen North Rustico verbracht hatte fuhr ich weiter Nach Cavendish. Dort gibt es den Prince Edward Island Nat. Park. Ich kam bei stürmischem Wetter an und das erste was ich sah, war ein schöner Fuchs, der vor mir gerade über die Straße lief. Ich wollte noch schnell die Kamera zücken, aber da verschwand er schon im Unterholz.

Ich fuhr dann weiter durch das Eingangstor aber das Häuschen, bei dem man wohl im Sommer seine Abgabe machen muss, war schon gar nicht mehr besetzt. Ich fuhr weiter und sah bald den Parkplatz und dahinter dann das Meer. Ich stieg aus und sah mir alles näher an. Hier peitschte der Wind das Meer richtig an und die Wellen brandeten dann mit großer Wucht entweder an den Strand oder an das rote Ufer. Das sah schon beeindruckend aus. Obwohl kaum Besucher da waren musste ich später einem älteren Ehepaar doch Rede und Antwort nach dem Woher und Wohin usw. stehen.

Küste bei Cavendisch auf PEI (Prince Edward Island)Küste bei Cavendisch auf PEI (Prince Edward Island)

Als ich meine Filmaufnahmen im Kasten hatte machte ich mich auf den Weiterweg, denn das Wetter hatte sich verändert. Hatte ich beim Photographieren noch Sonnenschein, so stellte sich nun der Regen ein. Da wollte ich hier nicht mehr länger verweilen und so beschloss ich, die Insel zu verlassen. Es ging somit weiter zum Städtchen Borden-Carleton. Hier gibt es die Confederation Bridge, die ich benutzen wollte. Die 1997 eröffnete Brücke führt über die engste Stelle der Northumberlandstraße im Osten Kanadas. Sie verbindet Kanadas kleinste Provinz, die Insel Prince Edward Island, mit der auf dem Festland befindlichen Provinz New Brunswick. Die Kastenträgerbrücke ist mit knapp 13 Kilometern die längste Brücke Kanadas und gehört weltweit zu den längsten bedeutendsten Brückenbauwerke der Welt. Schon von Weiten war die Brücke zu erkennen. 

Die Confederation Bridge verbindet auf 13 Km Länge die Insel PEI mit dem Festland von New Brunswick

Als ich langsam die Straße entlang fuhr, sah ich von Weitem ein Fischgeschäft mit einem beleuchteten Open-Schild. Ich fuhr auf den Parkplatz , stieg aus und ging rasch ins Geschäft. Hier gab es das, was mein Herz begehrte: Lobster und Scallops-Muschelfleisch (so eine Art Jacobsmuschel). Ich kaufte für 8 $ einen Hummer und für 11,50 $ die Muscheln. Das sollte heute mein Abendbrot werden.

Da liegt mein AbendessenDie erste Schere ist ab...

Dann fuhr ich weiter zur Brücke und zahlte dort in bar (meine europäische Kreditkarte wurde vom System nicht akzeptiert) 45 $ und durfte dann die Brücke befahren. Obwohl sie 13 km lang ist, schnurrte mobbi extra III diese Länge ruck zuck ab.

Nachdem ich einen Übernachtungsplatz gefunden hatte (bei einem nordamerika_2012-Center, hier hatte ich auch einen Internet-Zugang), goss ich mir ein Glas Weißwein ein und machte mich daran, den Hummer zu verspeisen. Ich kann sagen, er war sehr lecker und ich habe das Hummerfleisch auch gut aus den Scheren unt, in dem ich das Messer auf die Scheren hackte (leicht) und das Messer dann drehte. Die Schale bricht dann relativ leicht auseinander und ist der Anfang erst gemacht, bekommt man den Rest der Schale auch leicht auseinander. So holte ich das feste helle Scherenfleisch im Ganzen heraus. Es ist leider nun nicht soviel, dass ich davon satt gewesen wäre. So machte ich mir dann noch die etwa 20 fleischigen Muschelstücke (sie sehen aus wie helle Gulaschstückchen) mit Spaghetti, Zwiebeln und Knoblauch. Danach grunzte (haha) ich zufrieden und war satt wie ein König.

Liebe Grüße vom Weltenbummler Wolfgang

Am nächsten Tag setzte ich bei regnerischem Wetter meine Reise fort. Ich fuhr bis zur größten Stadt der Provinz NB nach Saint John. Ohne Unterbrechung. Dort angekommen (es war inzwischen später Nachmittag) suchte ich die ein Hinweisschild zu den Reversing Falls. Glücklicherweise war ich in die Nähe des Hafens gelangt. Hier lagen riesige Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Da es in Strömen goss suchte ich weiter nach einem Hinweis für die Rev. Falls. Nicht weit vom Hafen entfernt teilte sich die Straße und hier gab es das von mir gesuchte Hinweisschild. Also einmal links abgebogen, und dann noch etwa 3 km und schon kam ich über die Brücke, die über den Saint John River führt. Dahinter war auch gleich ein riesiger Parkplatz, wo ich mich "häuslich" einrichtete. Es war zwar noch sehr windig, aber den Regen unterbrach ab und zu seinen Einsatz. Hier an der Bay of Fundy bewirkt der hohe Gezeitenwechsel ein interessantes Naturschauspiel: Bei einsetzender Flut drängt sich das Wasser der Bucht mit größter Macht in die Mündung des Flusses und lässt ihn flussaufwärts fließen. Das kann man beim Information Centre beobachten. Leider machten mir die Lichtverhältnisse und der wieder einsetzende Regen ein schnelles fotografisches Ende.

Rechterhand von der Brücke sind die Aussichtshäuschen

Da der Parkplatz groß genug war (ich war auch der Einzige der hier stand) übernachtete ich hier. Von der Hauptstr. incl. der Eisenbahnbrücke war absolut nichts zu hören. Nach einem einfachen Frühstück fuhr ich weiter. Auf der teilweise neu angelegten Hauptstr. Nr. 1 fuhr ich fast bis St. George. Kurz vorher bog ich allerdings ab, denn ich wollte ans Meer. Es ging Richtung Black Harbour. Als ich an einer einsamen Bucht das Fahrzeug abgestellt hatte und mich umsehen wollte, kam ein netter quirliger Zeitgenosse und sprach mich an. Er redete wie ein Wasserfall: schnell und ohne Unterbrechung. Ich verstand nur so viel, das ich ihm folgen solle er möchte mir etwas zeigen. Aus diesem Zeigen wurde fast ein ganzer Tag. Dieser Hummer-und Muschelfänger zeigte mir alles was zu seinem Beruf gehört: Hummerscheren und Hummerfallen (300 Stück besitzt er), Boote, Seile, Scallop-Muschel und viele div. andere Dinge deren Bedeutung ich nicht immer verstand. Auch nahm er sich die Zeit und fuhr mich mit seinem Auto durch einen großen Teil der Gegend und erklärte mir alles. Oh, da merkt man dann aber doch, das viele Vokabel neu sind oder vergessen waren. Er wollte mir auch unbedingt eine Fotografie mit einem blauen Hummer zeigen, aber er fand sie nicht. "Shit" murmelte er andauernd. Endlich kam seine Frau und die brachte ihm dann das Foto, was er wohl verlegt hatte. Darauf hin zeigte er mir ganz stolz diese Fotografie. Blaue Hummer sehen wirklich gut aus. Und seine riesigen Hummerscheren musste ich bewundern. Die hat er selbst gefangen.

Hier hält er nochmals 2 Exemplare gewaltiger Scheren in die KameraHier steht er inmitten seiner 300 FallenAus einem Schuppen holt er noch die Schale einer Scallop-Muschel

In seinem Haus bekam ich dann erst einmal eine Tasse Kaffee angeboten (Instant-Kaffee - nicht so ganz meine Welt) und dann lief er hurtig in den Keller und kam mit einem übergestülpten Bärenfell (angeblich selbst erlegt) zurück und wollte mich erschrecken.

In seinem Haus setzte er sich das Fell eines erlegten Bären auf's Haupt - und wollte mich erschrecken

Am Späten Nachmittag verabschiedete ich mich von diesem Unikum und ich setzte meine Fahrt fort. Unterwegs kauft ich noch schnell ein für ein Abendessen (es waren so etwas 10 oder 12 Scheiben Schnitzel-Fleisch, und preislich auf 10 $ herunter gesetzt war). Das gab am Abend dann einen Gulasch, der mir zwei Tage ein schmackhaftes Abendessen lieferte.

Inzwischen kam ich der canadischen/US-amerikanischen Grenze immer näher. In St. Stephen befindet sich diese Grenze. Es befindet sich hier ein kleiner Leuchtturm - ich habe ihn zwei mal aufgenommen: Einmal bei Niedrigwasser am Morgen im Nebel und dann noch einmal tagsüber, als der Nebel sich verzogen hatte. Hier erkennt man auch wie stark das Wasser doch zurück geht.

Morgentliche Stimmung (abgelaufenes Wasser) - beim kleinen Leuchtturm von St. StephenHier noch einmal der kleine Leuchtturm von St. Stephen

Eine Attraktion ist in St. Stepehn das Schokoladenmuseum. Ich beschloss, es zu besichtigen. Es war sehr hoch interessant (auch wenn ich nicht alles verstanden habe) und Pralinen konnte man auch verkosten. Beeindruckt haben mich die Dipperinnen, die nach einer langen Ausbildung - mit ihrer rechten Hand Karamelstückchen in eine Schokoladenmasse tunken und dann auf ein Brett legen. Dabei gehen sie so geschickt zu Werke, das keine Schokolade auf dem Brett verschmiert wird. In einer Art Kreubewegung streichen sie den Rest der Schokolade auf das Karamelstückchen ab. Sieht toll aus. Beeindruckt war ich auch von einer Skulptur, die aus reiner Schokolade gefertigt ist. Ich fotografierte sie. Sie stellt einen Biber dar. Auf seinem Rücken hat er in weißer Schokolade einen Schmetterling sitzen. Hier das Ergebnis:

Schokoladen-Biber - gesehen beim Besuch des Schokoladenmuseums in St. Stephen

Ankunft und erste Erlebnisse in Kanada Oktober 2012

Ankunft in Halifax

Endlich ist es soweit! Es ist Dienstag der 23. Oktober 2012 und 04:00 Uhr. Da ich schon gestern übers Internet eingecheckt habe - verbleibt bis 06:10 Uhr (dann startet der Flieger) noch jede Menge Zeit um einen frischen Kaffee genüsslich zu schlürfen. Dann springen Regine und ich ins Auto und meine liebe Frau fährt mich zum Flughafen. Es folgte die erste von insgesamt 3 Kontrollen um ins Flugzeug zu kommen. War ein ganz scharfer "Hund", denn ich musste auch meine Schuhe (Stiefel) ausziehen.

Es ging dann pünktlich los und nach 45 Minuten landeten wir ins Amsterdam. Um in das Flugzeug nach Toronto einsteigen zu dürfen musste ich durch die 2. Kontrolle. Wieder alles ablegen und sich kontrollieren lassen. Wir flogen dann wiederum pünktlich los in einer Boeing mit ca. 300 Leuten an Bord. Ich hatte einen Sitzplatz der es mir erlaubte, die Füße nach außen in den Gang zu verlagern. Das war ab und zu ganz angenehm. So gegen 13:00 Uhr Ortszeit landeten wir bei regnerischem Wetter in Toronto. Hier ging es zum Customs-Officer (diesmal eine Lady), die mich fragte was ich vorhabe. Nach dem ich ihr erzählte, dass ich eine größere Reise plane staunte sie nicht schlecht, stempelte meinen Pass und wünschte mir eine gute Reise. Nun ging es weiter zur 3. Kontrolle - zum Glück weniger scharf und um 15:30 startete der Flieger ab nach Halifax. Das Wetter besserte sich, und ich konnte teilweise schon farbige Bäume sprich den Indian Summer erkennen.

Vom Flughafen ging es dann per Taxi (preiswerte Busse hatten den Betrieb leider schon eingestellt) in mein Hotel, was ich schon in Hamburg übers Internet gebucht hatte. Komischerweise fühlte ich mich noch gar nicht so richtig müde, und so beschloss ich noch ein wenig herum zu spazieren. Es war jetzt um 19:00 Uhr hiesiger Zeit schon recht frisch: ich schätzte so etwa 3 Grad Celsius. Bald kam ich an einem Restaurant vorbei, wo ich mir 2 Bier und ein lecker schmeckendes Abendbrot (Nudeln in einer schmackhaften Soße mit leckeren Fischstückchen) gönnte.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück (meine Güte, was haben die hier für ein pappiges Brot), machte ich mich zu Fuß auf den Weg und mein Fahrzeug zu bekommen. Mein Gepäck konnte ich noch im Hotel lassen und so lief ich bei herrlichem Sonnenschein direkt zum Spediteur. Hier sagte ich meinen Nachnamen und die nette Dame vom Empfang sorgte dafür, dass eine weitere nette Dame sich mit den Frachtpapieren zu mir begab. Alles war schon perfekt vorbereitet. Ich musste nur noch 150 can. $ bezahlen und schon entließ man mich. Danach ging ich zum nicht weit entfernten Customs-Bürogebäude. Die junge Frau die mich dort bediente fragte nur, ob ich Waffen im Wagen hätte und wie lange ich in Nova Scotia bleiben würde. Auch ihr erzählte ich von meinem Vorhaben der Reise und schon händigte sie mir die notwendigen Papiere aus. Keine Frage wurde gestellt, ob ich Alkohol oder Lebensmittel im Wohnmobil hätte. Danach begab ich mich zurück ins Hotel.

Ich bestellte mir ein Taxi und der Fahrer fuhr mich zum Container Hafen. Wir waren noch nicht einmal auf dem Gelände, da sah ich unser Mobbi schon stehen. Wie freute sich mein Herz. So weit schien ja alles gut gegangen zu sein. 

Mobbi im Hafebgelände von Halifax

Nachdem ich die Papiere abgegeben hatte und wir (wieder eine Lady und ich) eine äußere Inspektion des Fahrzeugs auf offensichtliche Schäden gemacht hatten, konnte ich mit dem Fahrzeug schon nach 10 Minuten aus dem Hafengelände fahren. Ich hielt dann auf dem vorgelagerten Parkplatz an, um meinen Rucksack auszupacken und meinen Laptop zu verstauen. Beim Auspacken der Rucksacks kam ein kleiner roter Beutel zum Vorschein, den ich nicht einpackt hatte. In diesem Beutel befand sich ein Papier, was ich auseinander faltete. Da hatten liebe Menschen mir wohlgemeinte Worte aufgeschrieben. Ich überflog die ersten Zeilen und nahm mir vor, dieses nette Briefehen abends in aller Ruhe zu lesen.

Ich baute jetzt erst einmal außen meine beiden Flaggenstöcke mit der deutschen und kanadischen Flagge an, und installierte dann das neue Navigationsgerät TomTom World. Dann schaltete ich es ein und nach kurzer Zeit wurde mir auf dem Display der Platz auf dem ich gerade stand angezeigt. Waw - dachte ich, dass klappt ja hervorragend, und so war es denn auch bis jetzt. Ich gab dann die erste Adresse ein, denn ich benötigte Gas zum Kochen. Von der Fa. Seabridge hatte ich eine Unterlage bekommen, wo ich Propan tanken kann. Das hat alles bestens geklappt und ich hab es genaus so einfach gefunden, wie es in der Unterlage beschrieben wurde. Vielen Dank Seabridge.

Da es neben der Gastankanlage gleich ein Einkaufszentrum gab, konnte ich mich gleich mit Lebensmitteln eindecken. Nicht weit von der Sobeys-Handelskette gab es auch einen "liquor store" (NSLC heißen hier diese Läden) in dem Alkohol verkauft werden durfte. Ich wollte mich gerad ins Geschäft begeben, da wurde ich angesprochen, was denn das für ein Fahrzeug sei. Es waren zwei ältere Herren, die das Fahrzeug bestaunten. Ich erzählte ein bisschen von meinem Fahrzeug und dem Plan meiner Reise und fragte sie dann danach, was sie mir für Bier empfehlen würden. Sie meinten nur, schau hinten auf unseren Pickup, da findest du 2 Ladungen mit guten Bier. Das brauchen wir, denn wir fahren jetzt in ein Camp um zu relaxen und zu feiern. Ich merkte mir die Biersorte und ging ins Geschäft. Dort kaufte ich mir von dem Bier 2 Kisten (jeweils 12 Dosen) und dann noch einen gut schmeckenden Wein (im Karton a 4 Liter). Daraufhin war ich gleich um 60 can. $ ärmer. Ja, hier hat es andere Preise.

Jetzt tankte ich das Fahrzeug noch mit Diesel voll (ca. 350 Liter a 1,03 € umgerechnet pro Liter) und dann ging es an die Suche nach einem ersten Übernachtungsplatz. Ich fuhr weg von diesem Einkaufszentrum und kam auf eine nicht so stark besiedelte Straße. An einem freien Platz hielt ich an und stieg aus, denn ich hatte auf einem Grundstück einen Strauch mit herrlich roten Blättern entdeckt. Der Strauch war so was von schön mit seinen leuchtenden roten Blättern, dass ich ihn fotografieren musste. 

Herrlich roter Strauch

Nachdem ich die Aufnahme im Kasten hatte ging ich noch ein Stückchen weiter und kam an ein Haus, wo eine junge Frau mir das erste Wasser für meinen Frischwassertank gab. Der Tank war von mir in Oststeinbek geleert worden, da ich nicht wusste, ob es in Halifax schon Frost hatte. Hinter dem Haus der jungen Frau, zweigte eine Gravelroad von der Hauptstraße ab. Ich marschierte da mal hin und entdeckte bald einen ruhigen Stellplatz der sich für meine erste Übernachtung gut eignete. Nach einem guten Abendbrot las ich dann die lieben Grüße die ich auf dem Zettel vorgefunden hatte. Euch lieben Leute gilt noch einmal ein besonderer Dank dafür. Hab mich riesig darüber gefreut. Ich schlief dann ruhig und gut und gegen 5 Uhr schaute ich aufs Thermometer: -1 Grad Celsius. Die angestellte Heizung wärmte das Fahrzeug schnell auf, und den Frühstückskaffee konnte ich in unserem mollig warmen Fahrzeug genießen.

Dann fuhr ich zurück nach Halifax, denn die Zitadelle (sie wurde von Seabridge als ein "Must see" angegeben) wollte ich mir also auch ansehen. Schwierig war es, in der Nähe der Zitadelle einen Parkplatz zu bekommen. Aber endlich klappt es doch. 

Auf dem Weg zur Zitadelle

Von hier hatte man auch einen guten Blick auf einen Teil von Halifax. 

Blick auf Halifax (linksseitig)

Auf dem Weg zurück zum Mobbi fand ich in einer Seitenstraße noch diesen herrlich leuchtenden Baum. 

Herrliche Farben - vom Herbst erstellt

Auf dem weiteren Weg nach Peggys Cove (hier gibt es einen kleinen Leuchtturm auf einem Granitrücken) hatte ich meine erste Begegnung mit der hiesigen Polizei. Ein Streifenwagen stand am Straßenrand und sah mich vorbeifahren. Was den Beamten veranlasst hat mir zu folgen weiß ich nicht, jedenfalls setzte er sich hinter unser Mobbi und fuhr eine ganze Weile hinter mir her. Als ich dann durch eine Ortschaft kam, wo ich schöne Motive zum Fotografieren fand, bog ich links in eine Seitenstraße ab. Der Polizeiwagen folgte mir natürlich. Keine 300m weiter hörte ich mit mal die Sirene und ich wusste sofort, dass das mir galt. Also hielt ich an und kurbelte schon mal die Fahrzeugscheibe herunter. Der Beamte war zwischenzeitlich ausgestiegen und kam auf unser Fahrzeug zu. Ich hatte meine Hände auf das Fenster gelegt, so dass er mich unbewaffnet sehen konnte. Dann kamen wir ins Gespräch. Er wollte nur wissen, wonach ich suche und als ich ihm sagte, dass ich schöne Bildmotive gesehen hätte war für ihn die Welt wieder in Ordnung. Ich hatte jedenfalls die ganze Zeit ein komisches Gefühl. Aber der Constable war eigentlich nur an unserm Fahrzeug und dem Plan meiner Reise interessiert. Er wünschte mir dann noch viel Spaß und fuhr bald davon. Auch ich fuhr nun weiter und kam dann zu dem besagten Leuchtturm. Auf dem Platz davor konnte ich kostenlos parken.

Kostenloser Parkplatz bei Peggy's Cove

Ich schaute mich um und fand den Leuchtturm auch sehr schön. Leider war er abgeschlossen - ich wäre gerne hinaufgestiegen.

Da noch Zeit genug war um einen Übernachtungsplatz zu suchen, fuhr ich weiter nach Mahone Bay. Wie Kerzen auf einem Leuchter stehen dort drei Kirchen an einer Bucht nebeneinander. Ein sehr adretter kleiner Ort. Um diese Kirchen aufzunehmen wollte ich mein Stativ benutzen. Aber wo war das bloß? Ich hatte es immer im Führerhaus deponiert. Aber ich konnte es nicht finden. Sollten die Arbeiter in Hamburg etwa....? Ich habe das ganze Mobbi auf den Kopf gestellt, aber es blieb verschwunden. Mist. So muss ich mir wohl ein Neues kaufen. Es war eh' schon etwas ramponiert - dieses Teil. Hatte es früher schon mal mit einer Schraube repariert. Zum Glück hatte ich noch ein kleines Stativ dabei, was jetzt zum Einsatz kam. Den Erfolg seht ihr an den Bildern.

Drei Kirchen spiegeln sich im Wasser in der Bucht von Mahone Bay

In diesem Ort fand ich auch einen ruhigen Platz zum Schlafen.

Kostenloser Parkplatz an der Bucht von LunenburgSchöne Kirche in Lunenburg

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhr ich weiter nach Lunenburg. Lunenburg steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und hat eine gut erhaltene Altstadt. Hier fand ich herrlich bunte Häuser, eine schöne Kirche (St. John's Anglican Church of Canada von 1753) und ein Fischereimuseum. Auf dem herrlich gelegenen Parkplatz an einer Bucht konnte ich parken.

Und immer dieses leuchtende rot - ich kann mich nicht satt sehen

Das Fischereimuseum habe ich mir ein bisschen näher betrachtet und ich fand es hat sich gelohnt, da hinein zu gehen. Hier konnte ich endlich auch mein Frischwasser mit 60 Litern ergänzen. In der Zwischenzeit haben einige Leute das Fahrzeug bewundert und bestaunt und ich musste vielen Interessierten Rede und Antwort stehen.

Auf dem Weiterweg zur Ostküste (ich wollte nach Port Royal) sah ich wieder Bäume mit den tollsten Farben, die die Natur im Herbst so hervorbringt. Ich kann mich einfach nicht satt sehen!

Rast- und Übernachtungsplatz an einsamen SeeFertiges Brot, sieht doch gelungen aus

Ich fand gegen 16:00 Uhr einen geeigneten Übernachtungsplatz an einem See. Hier konnte ich ein Lagerfeuer machen. Um das Feuer in Gang zu bringen, wollte ich mit meinem in Finnland erworbenen Taschenmesser kleine Holzstücke auffächern, die dann dem Feuer mehr Angriffsfläche bieten würden. Also schnell ins Führerhaus und das Messer holen. Aber es war nicht da! Ich hatte es doch unter meinen alten Sonnenbrillen versteckt. Die alten Brillen waren noch da, nur mein schönes finnisches Messer hatte sich in Luft aufgelöst. Das musste ich nun auch noch verschmerzen. Das Feuer bekam ich trotzdem gut in Gang und bald buk mein erstes Brot in meinem Dutch-Oven..

Als dann im Dunkeln das Brot endlich fertig war, wurde es verkostet und ich war mit meinem Werk zufrieden. Na ja, es hätte eine Priese Salz mehr sein können.

Frisch ausgeschlafen machte ich mich am nächsten Tag auf die Weiterreise nach Port Royal. 1939 wurden hier Blockhäuser und Palisaden wieder aufgebaut. Das wollte ich mir gerade anschauen, da hielt ein Fahrzeug neben unserem Mobbi in dem ein bärtiger junger Mann und zwei Knaben saßen. Der junge Mann sprach mich in fließenden deutsch an, dass er mein Fahrzeug gesehen hatte und er lud mich zu sich nach Hause ein. Ich fuhr dann hinter ihm her und nach kurzer Zeit bog er links auf sein Grundstück ab. Dort lernte ich dann den Rest der wirklich netten Großfamilie kennen. Es sind deutsche Auswanderer. Ich wurde mit mächtigem Hallo begrüßt (so wie mal alte Bekannte und Verwandte begrüßt - was ich ganz toll fand) und gar nicht lange Zeit später saßen wir alle gemeinsam am Mittagstisch. Liebe Familie Braun, für die liebevolle Gastlichkeit bedanke ich mich noch einmal recht herzlichst. Eure Kinder sind einfach großartig.

Hier einmal einige Mitglieder der Familie.

Vater Marcus Braun mit 4 Famielienmitgliedern

Nachdem ich noch mit 12 frischen Eiern und einem Glas Marmelade sowie vielen Tipps fürs Weiterfahren beschenkt wurde fuhr ich zum Victoria Beach. Hier fand ich einen ruhigen Platz am Meer - zum Übernachten geeignet. Ich lief noch zu dem kleinen Hafen der sich in unmittelbarer Nähe befand und sah, dass das Hafenbecken fast leer war und die dortigen Boote auf dem Trockenen lagen. Wir hatten also Ebbe. Als ich dann zu Bett ging - so gegen 23:00 Uhr schaute ich noch aus meinem Fenster und bemerkte, dass die Flut eingesetzt hatte.

Übernachtungsplatz am Meer

Am nächsten Morgen - nach dem ereignisreichen gestrigen Tag - ging ich nochmals zum kleinen Hafen. Inzwischen war das aufgelaufene Wasser schon wieder am Ablaufen und nur noch die zwei kleinen Boote, lagen im Wasser.

Kleines Hafentor

Danach machte ich mich gleich auf den Weg, denn ich wollte nach Prince Edward Island. Dort soll man ja bekanntlich einen guten Hummer zum Essen serviert bekommen. Dazu musste ich über Truro fahren und dann weiter nach Caribou. Dort gab es eine Fähre, die mich in einer 75-minutenlangen Fahrt nach Wood Island (der Fähranleger auf PEI = Prince Edward Island) bringen würde. In Caribou angekommen fragte ich die nette Dame am Schalter nach dem Preis - ich hätte ja nur ein zweiachsiges Fahrzeug und es sei ja auch ein Motorhome und kein Truck. Und als ich dann das Portemonnaie zückte guckte sie mich nur erstaunt an. "Hier brauchen sie nichts zu bezahlen" sagte sie mich anstrahlend. Wahrscheinlich hatte ich in diesem Augenblick mein europäisch kosten-verstörtes Gesicht aufgesetzt - und dann auch noch in dem Bewusstsein, etwas weniger zahlen zu wollen als gefordert. Jedenfalls erhellte sich mein Minenspiel schlagartig und ich murmelte nur noch in meinen kleinen Bart: unbelieveable, unbelieveable. Ich musste mich in die Lane 8 einreihen und fuhr an den dort parkenden Fahrzeugen der Lane 7 vorbei. Dann kamen wieder einmal einige der wartenden Reisenden, die sich sofort auf das Fahrzeug stürzten und es erst einmal begutachteten. Ich merkte ihre verstohlenen Blicke und tat so, als würde ich telefonieren.

Fischerboote ohne Wasser unterm Kiel (Ebbe)

Nach gut 80 Minuten 17:00 Uhr Ortszeit waren wir dann auf PEI. Ich fuhr dann zur Village North Rustico und wollte hier nun meinen ersten kanadisch frischen Lobster (Hummer) essen. Ich suchte und suchte und fand nur ein einziges Lokal, was Licht an hatte. Ich ging hinein und erzählte der Kellnerin meinen Wunsch. Sie staunte nur und sagte, sie könne mir nur einen Lobster-Burger anbieten. Na ja, zur Not nahm ich dann auch den. Und was bekam ich: Einen vollen Teller mit nach wirklich nichts schmeckenden Pommes und als Beilage einem Löffel Salat und dann - ich sag es mal so - eine Burgerdsemmel mit etwas (vielleicht auch) kleingehacktem Hummerfleisch. Dafür bin ich nun 500 km gefahren. Oh man, was für eine Welt.

Im Restaurant kam ich mit einem Paar (es saß am Nebentisch) ins Gespräch und erzählte ihnen meinen Hummer-Misserfolg. Sie gaben mir den Tipp, in Charlottotown nach einem Hummergeschäft zu fragen. In dieser Stadt sollten Lobster zu bekommen sein, und die würden dann auch frisch zubereitet. Kann ich mir ja noch einmal überlegen.

Gott sei Dank war gegenüber dem Restaurant gleich ein großer Parkplatz, auf dem ich es mir dann - bei einem Glas Wein - im Mobbi gemütlich machte.

Karte 

Abschiedsparty im Oktober 2012

Mobbi auf dem Schiff nach Halifax

Nach dem ich am Donnerstag den 04.Okt.2012 unser Fahrzeug in den Hamburger Hafen gebracht hatte bekam ich nach einer Woche eine mail von Gunther van Deuren (einem Security-Mitarbeiter aus Belgien) - der unser Fahrzeug richtig Klasse fand und sofort ein Foto machte. Dies mailte er mir zu. Das Bild zeigt unser Mobby auf dem Schiff.

mobbi auf dem Schiff

Abschiedsparty

Am Samstag, den 20. Okt. trafen sich die Familie und viele sehr liebe Freunde - um mit mir eine Farewell-Party abzuhalten. Euch allen dafür noch einmal auf diesem Wege ein herzliches Danke-Schön für euer Kommen und die vielen guten Wünsche sowie Geschenke. Hier jetzt noch ein paar Bilder von der Party, die wir in "Regines Schule" feiern konnten.

Farewell-PartyFarewell-PartyFarewell-PartyFarewell-PartyFarewell-PartyFarewell-Party

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