Reise nach Norwegen und Island Juni bis Oktober 2008

 Unsere Reise in den Norden statete im Juni im Jahr 2008 und führe uns über Norwegen nach Island. Den Reisebericht, über heiße Quellen und viel Natur, findet ihr hier.

Reisestart: 01.06.2008
Reiseende: 31.10.2008

Touren-Bericht - Monat 10 Norwegen 2008

Fazit meiner Norwegen- und Islandreise:

Es war eine tolle Zeit und ich habe wirklich viel gesehen. Und Island hat mir sehr sehr gut gefallen. Die Menschen sind herzlichst, hilfsbereit und die Begeisterung für mein Mobbi fand einfach keine Grenzen. Immer wieder wurde ich gefragt, um was für eine Art von Fahrzeug es sich handelt und ob es fotografiert werden darf.

Nachdem ich meine liebe Frau Regine in Keflavik abgeholt hatte begann die schönste Zeit: wir konnten 5 Wochen lang gemeinsame Ziele aufsuchen und erkundeten manche schöne Strecke im Fahrzeug und auch zu Fuß. Es wurde nie langweilig - dazu sind die aufgesuchten Gebiete einfach zu imposant.

Island ist schlechthin ein Land für Wohnmobile und ich hatte fast nirgends Probleme frei zu stehen. Wasser- und Entsorgungsstellen sind überhaupt kein Thema, da reichlich vorhanden. So kann man beispielsweise fast überall sein schmutzig gewordenes Fahrzeug an den Tankstellen (sogar kostenlos)mit sauberem Wasser abbürsten. Die Ringstraße ist leicht und gut zu befahren aber so manche Strecken ins Landesinnere haben mir Respekt abverlangt und waren manchmal sehr mühsam zu befahren. Zufrieden war ich hier auf Island auch mit dem Wetter - es war dieses Jahr ein richtig warmer Sommer (so die Aussage eines Isländers).

Ich denke, ich bin nicht das erste und einzige Mal auf Island gewesen.

Norwegen ist auch sehr schön, und hat natürlich auch seinen Reiz. Die Gebiete durch die ich gekommen und gefahren bin waren auch traumhaft, insbesondere zur herbstlichen Jahreszeit.

Aber dieses Land ist halt ein sehr sehr teures Land (Diesel umgerechnet fast 1,70 €) und wenn man dann die Entfernungen berücksichtigt, geht (ging) viel Geld nur für den Kraftstoff drauf.

Ich bin nun froh, dass ich wieder bei meiner Familie sein kann, denn der einzige Wehmutstropfen meiner Reise war die Einsamkeit. Jetzt wird gespart und geplant bis zur nächsten Reise. Es wird vermutlich nach Alaska gehen, aber nicht allein.

An euch alle, die ihr mich virtuell begleitet habt, einmal recht herzlichen Dank und es war immer wieder schön, Post und Mails in meinem Postkorb vorzufinden.

Freitag, 31. Oktober 2008

Habe mich heute Morgen nach dem Frühstück auf den Heimweg gemacht.

Es waren 3 herrliche Tage, die ich in der Kindergartengruppe erleben durfte. Schön waren auch die Spaziergänge, die ich mit meinem Bruder am Strand/Wasser der Nordsee entlang unternahm. Bei euch allen möchte ich mich auf diesem Wege noch einmal recht herzlich für eure Gastfreundschaft bedanken.

Nach ruhiger und kurzweiliger Fahrt durch Dänemark und den Norden von Deutschland kam ich nach genau 5 Monaten wieder zu Hause an.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Habe gestern (Montag) den Anglern in Hvide Sande zugeschaut, wie sie die Heringe in Massen herausholten. Wie ich so nebenbei hörte, haben einige tatsächlich bis zu hundert Fische geangelt. Bei einigen Anglern waren bis zu 4 Heringe an den Haken. Am Nachmittag habe ich mir dann im nächsten Angelladen auch einige "Heringshaken" und entsprechendes Blei gekauft und mein Glück versucht. Aber ich hatte kein Glück, denn meine Haken hatten sich wohl an Steinen fest gehakt und ich habe sie nicht wieder befreien können. So riss denn die Sehne und Blei und Haken waren für immer verloren. Dies passierte mir gleich zwei Mal hintereinander und so habe ich die Angel wieder eingepackt und im Mobbi verstaut. Für mich ist die Angelei für dieses Jahr nun endgültig vorbei.

Heute am Dienstag bin ich schon um 09:00 Uhr bei den Anglern gewesen und wollte mir die Technik des Hering-Angelns noch einmal genau ansehen. Aber ich wunderte mich, denn nur zaghaft versuchte mal einer sein Glück. Warum alle anderen Angler die "Rute nicht ins Wasser warfen" habe ich erst so nach und nach herausbekommen: Die Schleusentore in Hvide Sande waren geöffnet damit ein Wasseraustausch im dahinter liegenden Fjord stattfinden konnte. Und die Heringe waren alle mit in den Fjord gewandert - zum Laichen. Mit mal tauchten vor der Schleuse 4 Seehunde bzw. Robben auf und schwammen dort so herum. Die warten wohl auch auf die Heringe. So etwas habe ich hier auch noch nicht gesehen.

Gegen Mittag - ich war gerade in den Geschäften von Hvide Sande bummeln - rief mich auf dem Handy mein Bruder Hansi an. Sie sind jetzt in Hvide Sande und parken genau neben meinem Wohnmobil. Er ist mit den Freunden Werner, Dieter und Fabian sowie seinem Schwiegersohn Hauke hier in diesen Ort gekommen, um ihr Anglerglück auszuprobieren. So konnte ich nun die Herren schon alle hier begrüßen und es war ein großes Halloo...Sie versuchten bald auch ihr Anglerglück, aber es waren keine Heringe vorhanden. Auch sie hatten (wie ich) Angelhaken und Schnurrprobleme und so stellten wir bald das Angeln ein und fuhren gemeinsam zu dem Ferienhaus in Blåvand. Dort wurde ich dann von den restlichen Mitgliedern der Kindergartengruppe wirklich herzlich empfangen und es gab nochmals ein richtig schönes Halloo!!! Es wurde ein netter feucht fröhlicher Abend und spät und müde ging ich in mein Mobbi zum Schlafen.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Es ist nicht zu fassen: Mein Navi-Gerät funktioniert wieder! Ich kann es kaum glauben, aber wirklich: Ich steckte (warum weiß ich nicht mehr)den Stecker in den Zigarettenanzünder und nach einem kleinen Augenblick ging dass erleuchtete in altem Glanz. Es geschehen doch noch Wunder. Ist mir ja ganz lieb, wenn ich auch nicht begreife, warum es die letzten 10 Tage den Dienst verweigerte.

Ich bin nun in Hvide Sande und habe gerade Abendbrot gegessen. Draußen stürmt und regnet es aber bei mir im Mobbi ist es gemütlich und warm. Eine gewisse Müdigkeit stellt sich augenblicklich ein (gerade nach einer leckeren Mahlzeit) aber ich will doch berichten, was so los war.

Wieder einmal nutzte ich die ruhigen Landstraßen, auf denen ich mit einer angenehmen, maximalen Geschwindigkeit von etwa 70 km/h dahin gondelte. In Ribe machte ich halt und schaute mich ein wenig um. Es gab nicht viel zu sehen aber einen geeigneten Stellplatz für die Nacht entdeckte ich hier. Also richtete ich mich "häuslich" ein und konnte draußen keinerlei Aktivitäten durchführen denn es saute ununterbrochen. So nahm ich mir denn mal ein Buch über Alaska zur Hand und las es in einem Zug durch.

Ich fuhr dann weiter und in Nörre Nebel bog ich ab nach Blåbjerg, denn es war zwischenzeitlich sehr schönes Wetter aufgezogen. Da wollte ich doch wieder einmal die Boots anziehen und ein wenig die Beine vertreten. Gegen 14:00 Uhr machte ich mich auf den Weg, immer schön gerade Strecken durch herrlich rauschenden Wald. Ich staunte nicht schlecht, als ich nach etwa 1 1/2 bei Hennestrand das durch Sturm aufgepeitschte Meer sah. Dieser kleine Ort ist mir noch von früheren Besuchen bekannt und vertraut.

Ich bin ganz bis zum Wasser "runter" und habe mir die mit weißer Gischt bedeckten Wellen eine ganze Weile angesehen, bis ich mit dem Rückmarsch begann.

Kurz nach 17:00 Uhr fand ich mich wieder am Auto ein; ich war ganz schön kaputt und wollte nur noch die Füße hoch legen. Ich machte mir schnell einen Magnesiumtrunk und relaxte erstmal eine gute halbe Stunde. Da ich an diesem Ort nicht sehen bleiben durfte, bin ich dann weitergefahren und kam nach einer knappen Stunde in Hvide Sande an. Hier suchte ich mir am Hafen einen Übernachtungsplatz und schlief bald nach einem kräftigenden Abendbrot auch bald ein. Die ganze Nacht stürmte recht kräftig (Mobbi wurde wieder einmal hin und her geschüttelt) und es regnete auch ganz kräftig.

Am nächsten Morgen - es war der Sonntag - hatten weder Sturm noch Regen nachgelassen (wie ich es mir geheim erhofft hatte) und so blieb ich länger als gedacht im Bett. Erst am frühen Nachmittag konnte ich das Fahrzeug verlassen und bin zur Mole gelaufen. Danach ging ich zurück und lief zur Brücke, die durch Hvide Sande führt. Hier standen die Angler und holten doch einen Hering nach dem Anderen heraus. Ich werde morgen am Montag vielleicht meine Angelausrüstung im Anglershop ergänzen und dann mein Anglerglück versuchen. Ob es was zu berichten gibt? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Freitag, 24. Oktober 2008

Nun befinde ich mich wieder auf dänischem Boden, wenn auch ganz im Osten von Dänemark (Helsingör). Wieder einmal hat mich eine Fähre sicher übers Wasser gebracht - wenn auch nicht gerade preiswert, denn ich musste für diese kurze Strecke (viertelstündige Überfahrt) umgerechnet fast 80 €bezahlen. Da war die 2-stündige Überfahrt auf die Lofoten im teuren Norwegen ja geradezu preiswert. Hauptsache ist auf jedenfalls, dass ich übers Wasser nach Dänemark gekommen bin. Da ich mich nun kurzfristig entschieden habe, noch einmal an die Nordsee zu fahren und einen kräftigen Wind zu erleben, der die Nordseewellen richtig an den Strand trecken lässt, habe ich noch eine Wasserüberquerung vor mir: den Store Belt. An der Nordsee kann ich dann meine Schwägerin Gila und meinen Bruder Hansi sowie deren Kinder und Enkelkinder und die Kindergartengruppe besuchen, die in Blåvand eine Woche Urlaub machen.

Vor dem Ort Roskilde fuhr ich durch einen kleinen Ort, deren Namen ich vergessen habe. Aber als ich durch die Hauptstraße fuhr, sah ich unter dem Schild Zentrum ein weiteres mit der Aufschrift: Bibliothek. Ich hielt an und suchte sie. Nachdem ich sie gefunden hatte fragte ich dort nach einer Internetmöglichkeit und mir wurde gesagt, dass ich um 14:OO Uhr kommen könne, dann wird die Bibliothek geöffnet und dann kann ich mit meinen Laptop das vorhandene WWW benutzen.

So konnte ich wieder mal meine Mails abrufen und die Homepage aktualisieren.

Nach kurzer Weiterfahrt fand ich einen geeigneten Stellplatz (am Waldrand) und hier konnte ich noch einen 1 1/2-stündigen Spaziergang durch den Forst machen, da das Wetter mitspielte und es nicht regnete.

Am nächsten Morgen bin ich von der Hauptstraße abgewichen und habe nur kleinere Landstraßen benutzt. Andauernd sah ich herrenlose Apfelbäume und so hielt ich dann an einer geeigneten Stelle an und pflückte mir die Taschen voll. Lecker schmeckende Äpfel. Vitamine-Haushalt war gesichert.

Zwischen den Orten Korsör und Nyborg gibt es eine größere/längere Brücke die den Storebelt überspannt; ich habe aber gehört, das diese Überfahrt auch recht teuer ist - so muss ich halt noch ein zweites Mal in die Tasche greifen.

Schon von weitem sah ich sie dann: Die Brücke sowie die großen Pylone und als ich am Kassenhaus an kam, brauchte ich nur meine Kreditkarte in den Automaten zu stecken - keinerlei Geheimnummer wurde gefordert, und auch keine Unterschrift verlangt. Auf dem Kassenzettel stand dann der Betrag:620 dänische Kronen. Etwas über 80 €. Wahrlich kein Schnäppchen.

Auf der Autobahn ging es dann weiter Richtung Kolding. Da mir aber die Autobahnfahrt zu langweilig wurde, bin ich nach Kolding wieder auf Landstraßen zurückgekehrt. Und es ging an abgeernteten Mais-, Zwiebel- und Kartoffelfeldern vorbei. An einem Feld hielt ich an und stieg aus. Da sah ich das noch viele Zwiebeln liegen geblieben waren. Ich nahm mir einen Beutel und hatte ihn innerhalb kürzester Zeit voll gesammelt. Schöne große frische Zwiebeln. So machte ich das erneut an einem weiteren Feld: ich hatte noch einen leeren Eimer und diesen füllte ich mit großen Kartoffeln. Unglaublich, wie viele Früchte auf einem abgeernteten Feld noch herumliegen.

Als ich einen geeigneten ruhigen Übernachtungsplatz gefunden hatte, machte ich mir eine Käse-Gemüsepfanne. Die hat mir ungemein lecker geschmeckt.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Melde mich das erste Mal aus Schweden; stehe kurz vor Halmstad (liegt zwischen Göteborg und Malmö). Seit meinem letzten Bericht sind schon wieder einige Tage vergangen, und ich möchte euch heute erzählen warum ich jetzt in Schweden bin.

Doch zunächst will ich euch noch die Bilder zeigen, die ich am Sonntag in Oslo gemacht habe.

Ich bin in Oslo gegen 10:00 Uhr morgens angekommen und habe direkt neben dem Rathaus einen Parkplatz erwischt. Ob die Parkuhr hier am Sonntag auch gefüttert werden muss, konnte ich nicht feststellen. Da ich so wie so nur noch norwegische Scheine hatte, konnte ich also die Parkuhr auch nicht bedienen.

Nach einem schönen Frühstück (wieder mit Kaffee) ging ich dann zum Vorplatz des Rathauses um mich zu orientieren. Oslo hatte einen strahlend blauen Himmel angelegt und die Sonne schien schon so kräftig warm, dass einige Norweger (männl. und weibl.) sich auf den Parkbanken schon sonnten.

Ich marschierte dann weiter und kam an die Hafenpromenade, die schon voller Leben war. Hier lagen wunderschöne Segelboote und so sah ich mich hier mal ein wenig um. Dabei entdeckte ich auch die ewige Friedensflamme (eine tolle Attraktion finde ich, ist doch Frieden in unserer Zeit immer noch nicht selbstverständlich) und habe sie sogleich fotografiert.

Hafenpromenade in OsloEwige Friedensflamme

Nachdem ich eine ganze Zeit an dieser Promenade entlang geschlendert war, suchte ich mir eine Bank und setzte mich damit direkt in die Sonne. Es war schön warm und viele Menschen zogen an mir vorbei. Hier konnte ich einmal in aller Ruhe die Menschen beobachten und es machte mir richtig Spaß.

Daraufhin erkundigte ich noch die an der Hafenseite und fand einen sehr schönen Dreimaster. Der musste auch einfach fotografiert werden, denn solche Schiffe sind einfach "nur schön"...

Schönes Segelschiff

Dann beobachtete ich noch einige Angler, und tatsächlich hat einer in der Zeit meiner Beobachtung eine Makrele an Land gezogen.

Da es sich zwischenzeitlich bewölkt hatte ging ich langsam zum Wohnmobil zurück. Es war inzwischen 16:00 Uhr und ich war total eng ein geparkt. Um hier nun wegfahren zu können, Musste ich das hin und her rangieren. Immer wieder dazu auch aussteigen und sehen, ob ich auch noch ein bisschen Platz habe und wieder vor- bzw. zurück zu fahren. So rangierte ich schon eine ganze Weile, bis ein Norweger mein andauerndes aus- und einsteigen sah, und mir dann seine Hilfe anbot, die ich gerne in Anspruch nahm. Nach gut 10 Minuten hatte ich mich dann aus der Parklücke befreit und konnte abdampfen.

Ich wollte mich nun langsam nach Langesund vorarbeiten und fuhr ein Stückchen westlich auf der Autobahn aus Oslo heraus. Die erste Tankstelle die kam hatte heute wohl einen Superpreis aufgelegt: 10,03 Nok (1,29 €). Das war ja preiswerter als in Deutschland. War der Sprit-Preis weltweit gefallen oder was war hier los? Ich weiß es nicht, jedoch nahm ich mir vor, an der nächsten Tankstelle zu tanken. Als die nächste kam, hatte sich der Preis aber schon auf 10,59 Nok erhöht. Das wollte ich nicht bezahlen, also nahm ich die nächste Ausfahrt und fuhr die 10 km zurück. Dann habe ich getankt und bin wieder weiter westwärts Richtung Drammen gefahren. Jetzt suchte ich mir einen Platz und fuhr von der Autobahn ab. Ich fand einen geeigneten großen Stellplatz hinter einem Bauhaus-Markt und richtete mich dann häuslich ein.

Inzwischen war es 17:00 Uhr und das Wetter war noch trocken. Also habe ich noch einen einstündigen Spaziergang unternommen. Dabei entdeckte ich noch eine Tankstelle und hier lag der Literpreis bei 10,01 Nok. Da hätte ich mir doch diese Rückfahrerei schenken können. Na ja, werde dann morgen vielleicht noch ein wenig Diesel bunkern, mal sehen. Ich kam mit langsam einsetzendem Regen wieder beim Mobbi an. Das war ja gut getimed.

In der Nacht hat es sich dann richtig ein geregnet und auch der ganze Montag wurde vom Regen begleitet.

So nahm ich mir vor, mal das Bauhaus aufzusuchen und von vorn bis hinten zu durchleuchten. Als ich damit fertig war fand ich noch ein zweites großes Center, das wie eine Shopping Mall aufgebaut war. Auch hier schlenderte ich von Geschäft zu Geschäft, aber irgendwie war das für mich alles nur ein großer Haufen Plunder. Ich ging noch mal zur Tankstelle und der Preis war noch weiter gesunken. Jetzt musste man für einen Liter Diesel nur noch 9,89 Nok bezahlen. Ich nahm mir vor, morgen bevor ich losfahre zu tanken denn als ich zum Mobbi zurückging setzte wieder starker Regen ein der mich klitschnass werden ließ.

Den Abend dieses Montags habe ich dann gemütlich im warmen Mobbi verbracht und schon mal alle meine Bilder für eine CD vorbereitet.

Heute am Dienstag - ich war gerade am frühstücken - klingelte mein Handy. Eine nette Damenstimme meldete sich aus Bremen und ragte mich, ob ich schon mitbekommen hätte, dass die Fährgesellschaft, die meine Rückfahrt von Langesund durchführen sollte, Insolvenz angemeldet hat. Sie bestätigte meine aufsteigende Ahnung, dass die Fahrt von Langesund nach Hirtshalts nun nicht mehr durchgeführt wird. Sie entschuldigte sich und sagte mir, dass ich die Hälfte des Fahrpreises erstattet bekomme. Da stand ich also nun ein Stück westlich von Oslo und hatte im Moment keine Fährüberfahrt. Was tun? Ich schaute mir die Karte an und nahm mir vor, über Göteborg nach Helsingborg zu fahren, dort über zu setzen nach Helsingör und dann via Rödbyhavn/Puttgarden nach Deutschland zu fahren.

Ich machte mich also auf den Weg, wollte aber nun schnell noch tanken. Schon von weitem sah ich, dass sich über Nacht die Preise geändert hatten. Und zwar gleich ganz kräftig, denn der angezeigte Dieselpreis lag heute wieder bei ca. 11:55 Nok. Das hat mich doch ein wenig geärgert, denn ich hatte noch gut Platz im 2 ten Dieseltank gehabt. So ließ ich das Tanken sein und machte mich auf Richtung Göteborg. Sie ist in etwa 300 km von Oslo entfernt.

In Göteborg angekommen stauten sich auf der Autobahn erst einmal die Fahrzeuge. Dass hatte ich ja lange nicht erlebt, und es hat mir weiß Gott nicht gefehlt. Es ging nur im Kriechgang vorwärts. Ich erinnerte mich an die schönen und ruhigen Islandfahrten, wo ich nicht ein einziges Mal einen Stau erlebt hatte.

Nun habe ich einen Stellplatz abseits der Autobahn gefunden und hoffe auf eine erholsame Nacht.

Samstag, 18. Oktober 2008

Bin heute wieder früh aufgestanden (so gegen halb neun) und habe dann sofort einen kleinen Spaziergang (etwa 40 Minuten) gemacht, denn vom Himmel strahlte schon die Morgensonne und Raureif hatte Gräser und einige Bäume mit Puderzucker umhüllt. Während ich am See entlang lief und Enten beobachtete wärmte die Standheizung dem Motor und Innenraum vom Mobbi auf.

Als ich wieder zurückgekommen war, fand ich einen angenehm warmen Innenraum vor.

Ich fuhr nun gleich weiter Richtung Lillehammer-Zentrum und ich fand auch sofort die Olympiaanlage von 1994. Es war richtig einfach, da genügend Hinweisschilder vorhanden waren. Und dann sah ich sie schon von weitem: die zwei Skischanzen waren nicht zu übersehen.

Große und kleine Olympia-Schanze von Lillehammer

Schön war es, dass die Anlage in Betrieb war und dass einige Sportler die Sprungschanzen benutzten. Sie springen mit ca. 85 km/h den "Tisch" hinunter und landen mit etwa 95 km/h. Das ist schon grandios und sieht irre schnell aus. Ich würde mir das nicht zutrauen. Allein diese Länge und Höhe...

Der Skispringer ist innerhalb der roten Klammern gelandetDer Skispringer hat den Flug gut "durchgestanden"

Inzwischen hatte ich mächtig Hunger bekommen und (Skispringen macht doch hungrig oder?) und so zog ich mich ins Mobbi zurück und nahm das verspätete Frühstück zu mir. Mein selbst gebackenes Brot hat mir sehr lecker geschmeckt.

Nach diesem verspäteten Frühstück bin ich in die Innenstadt zurück gefahren und habe mir einen Parkplatz (einen zentral gelegenen zu finden war recht kompliziert) gesucht. Dann bin ich die Einkaufspassage hin- und zurück gelaufen immer in Begleitung einer Musikkapelle und vielen weiteren Mitläufern. Es muss irgendwie ein Umzug gewesen sein - jedenfalls war es sehr lustig, interessant und stimmungsvoll.

Nach dieser anderen "Wanderung" wurde mir allmählich kalt denn wir hatten nur plus 3° C. So machte ich mich daran und suchte das Fahrzeug wieder auf und fuhr weiter Richtung Oslo. Morgen werde ich mir dann die Hauptstadt des Landes ein bisschen näher betrachten.

Freitag, 17. Oktober 2008

Es war kalt letzte Nacht. Wir hatten Minus 2° C und somit war der gestern gefallene Schnee liegen geblieben. Es sah draußen toll aus, denn die Sonne erhellte so langsam den Übernachtungsplatz. Dazu kam noch ein wolkenloser blauer Himmel. So mag ich einen beginnenden Wintertag...

Da sich der Innenraum über Nacht abgekühlt hatte, habe ich erst einmal die Heizung angemacht. Nach der morgendlichen Toilette bin ich nach draußen und habe Holz klein gehackt. Ich hatte noch vier Eier und die wollte ich mir heute früh in die Pfanne hauen. Also habe ich die Feuerstelle wieder hergerichtet und dann versucht ein Feuer zu entzünden. Dies war jedoch gar nicht so leicht, da alle dünnen Zweige, die ich zum Starten des Feuers sammelte, mit Schneebedeckt waren. Aber nach einer kleinen Weile loderten doch die Flammen zum Himmel. Nun kam wieder meine Gusseiserne Pfanne zum Einsatz. Und schon nach 5 Minuten waren die Spiegeleier fertig.

Jetzt schnell in die warme "Stube" und dann steht einem guten Frühstück nichts mehr im Wege.

Ich machte mich dann nach dem Frühstück langsam auf den Weg - Richtung Lillehammer. Ich fuhr auf der E6 in Richtung Süden, aber links waren meistens die Berge und rechts hatte ich eine Eisenbahntrasse und meistens ein Gewässer, an das nicht heran zu fahren war. Zusätzlich war dieses Gebiet noch stark besiedeltes und wurde extensiv bewirtschaftet. So sehr ich auch Ausschau hielt, ein geeigneter Übernachtungsplatz wollte einfach nicht kommen.

Endlich, ich war fast schon in Lillehammer, fand ich doch noch ein Traumplätzchen an einem großen See.

Übernachtungsplatz am See - kurz vor Lillehammer

Da ich noch fertige Backmischung für Brot hatte, machte ich mich daran und buk am Nachmittag einen riesigen Laib, denn die Brot-Backmischung war recht gut aufgegangen und hatte sich fast verdoppelt.

Morgen schaue ich mir dann Lillehammer (ehemaliger Austragungsort der olympischen Winterspiele 1994) an.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Heute früh bin ich von meiner kalten Nase geweckt worden. Ich blickte sofort auf das Außenthermometer und siehe, der erste leichte Nachtfrost mit Minus 1 ° Celsius war da. Aber der Himmel zeigte ein lang nicht gesehenes blau.

Zügig stellte ich die Heizung an, um den Motor vor zu wärmen und bin danach noch einmal zurück ins warme Bett. Noch eine halbe Stunde Schlummer-Schlaf gönnte ich mir, dann stand ich gegen 09:00 Uhr endgültig auf. Nach einem kurzen Reinigungs- und Anzieh-Manöver startete ich den Motor und fuhr vielleicht 40 km auf der E6 weiter - immer Richtung Süden.

Dann kam ein Park-Platz an der E6, wo ich frühstücken konnte. Der Motor hatte inzwischen auch den Innenraum ordentlich warm gemacht. Ich kochte mir mal wieder eine Tasse Kaffee und er schmeckte mir ausgezeichnet. Als ich aus dem Fenster schaute sah ich einen Mann mit Rucksack, der an einer Pforte hantierte (er machte sie wohl auf) und dann langsam in die Berge hinauf stieg. Ich wollte mich auch mal wieder bewegen und zog also meine "Wanderschuhe" an. Nachdem ich alles abgeschlossen hatte (so glaubte ich jedenfalls), machte ich mich auf den Weg und dem "Wanderer" hinterher.

Nachdem auch ich durch die Pforte gegangen war, ging es gleich richtig zur Sache. Der Weg zog sich gleich an der Bergflanke in die Höhe und war gar nicht so leicht zu bewältigen, da er noch - bedingt durch gefrorenes Bergwasser - sehr glatt und rutschig war. So marschierte ich immer weiter in die Höhe. Als ich "oben" war, machte der Weg eine Kurve und es ging (wieder nicht so leicht zu bewältigen) diesmal ein Stück den Berg hinunter.

So marschierte ich gut zwei Stunden und hatte so etwa 9 km des Weges geschafft. Ich kam dann - nachdem es gut eine Viertelstunde lang ziemlich steil bergab ging wieder an die E6 und auf einen weiteren Parkplatz. Kurz zuvor kam ein Schild, auf dem Stand, dass ich den Vårstegen nach Süden gelaufen bin. Ich brauchte jetzt dringend eine Pause und da die Sonne so schön schien, habe ich mich auf eine Bank gesetzt und die Sonne genossen.

Nach einer halben Stunde Erholung marschierte ich die ganze Strecke nun Richtung Norden wieder zurück. Besonders der steile Anstieg machte mir jetzt zu schaffen (ein schweißtreibender Aufstieg), aber mit einer erneuten kleinen Pause (die Beine brauchten schon wieder eine Erholung) ging es - immer auf- und abwärts - zum Mobbi zurück. Zwischendurch musste ich mich mit klaren Bergwasser erfrischen; das Wasser ist hier wirklich sauber und gut trinkbar. So kam ich dann doch ziemlich kaputt aber glücklich, den ganzen Weg hin und zurück gelaufen zu sein, wieder bei der Pforte an.

Hier habe ich dann noch zugeschaut, wie Männern mit ihren Hunden drei Schafe zum Parkplatz trieben und dort auf ein bereitgestelltes Auto verfrachteten. Es ist schon toll, wie diese Hunde aufs Wort ihres Herrn hören. Als ich dann beim Mobbi ankam machte mir erstmal ein Magnesium-Trunk, denn ich merkte doch, wie meine Oberschenkel krampfartig zu meutern anfingen. Auch mein rechtes Knie (vermutlich der äußere Meniskus) schmerzte ein wenig.

Nachdem ich mich erfrischt und ein wenig die Füße hochgelegt hatte, fuhr ich von diesem Parkplatz ab und kam nach 100 Metern auf einen weiteren Platz, wo ich ein Lagerfeuer am Fluss entfachen konnte. Hier wollte ich übernachten. Ein moderates Feuer brannte schon nach einer kurzen Zeit und ich stellte, als eine schöne rote Glut entstanden war, den Dutch-Oven darauf. Nach einer halben Stunde war die Suppe warm; das war auch gut so, denn es hatte sich inzwischen recht stark bewölkt und die ersten Regentropfen zeigten sich schon.

Und dann kam eine richtig dunkle Wolke. Sie brachte mir den ersten Schnee. Er war zwar noch recht nass und grobkörnig, jedoch war innerhalb kürzester Zeit ums Mobbi herum alles weiß.

Bin gespannt, wie es morgen früh aussehen wird.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Habe mir heute mal eine Erbsensuppe mit Wiener Würstchen (gibt es hier in Norwegen und schmecken genauso wie in Deutschland) auf offenem Lagerfeuer zubereitet.

Dies hatte ich schon seit Sonntag geplant, doch der andauernde prasselnde Regen ließ ein offenes Feuer einfach nicht zu. Ja, seit Sonntag hatte ich die Erbsen in lauwarmes Wasser getan um sie am Montag dann zu kochen.

Nun haben sie fast drei Tage zum Aufgehen gehabt, aber es waren wohl Uralt Erbsen, denn wenn ich sonst solche Hülsenfrüchte ins Wasser gebe, dann werden sie schon reichlich weicher und fangen manchmal sogar an zu keimen.

Meine norwegischen Erbsen jedoch wurden weder weicher noch fingen sie an zu keimen. Aber beim Kochen hatten auch diese Hülsenfrüchte keine Chance. Sie wurden gut weich und die ganze Suppe mit diversen Zutaten wie Möhren, Zwiebeln, Lauch und weiteren anderen Beigaben war mir selbst ein Renner: habe tatsächlich 3 Teller mit jeweils einem Würstchen aufgefuttert.

Die Gerichte, die ich immer am Lagerfeuer in meinem großen Dutch-Oven zaubere, bekommen immer einen rauchigen Beigeschmack, den ich sehr liebe. Das ist fast pure Wild-West-Romantik.

Zu berichten habe ich noch, dass seit Trondheim das reparierte TomTom-Navi-Gerät zum zweiten Mal seinen Geist aufgegeben hat und nicht mehr funktioniert. Der Bildschirm bleibt schwarz. Das scheint wohl eine Montags-Produktion zu sein. Da werde ich mich in Deutschland mal richtig beschweren.

Sonst habe ich heute weiter nichts gemacht, außer dass ich die Homepage in der Trondheimer Bibliothek aktualisiert habe.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Ich fliehe zurzeit vor dem Regen. Seit Sonntag der Ankunft auf dem Festland hat es nicht mehr aufgehört zu regnen. Das ganze dann bei etwa 7° Celsius. Da bin ich nun die beiden Tage ein großes Stück des Weges gefahren und stehe nun hier auf einem Platz in der Nähe der E6. Es sind noch gut 50 km bis Trondheim und morgen kann ich dann - in der öffentlichen Bibliothek - die Homepage wieder einmal aktualisieren.

Auf der Fahrt hierher kam ich an einem kräftigen Wasserfall vorbei, wo ich kurz anhielt um ihn zu fotografieren. Unter der Brücke, die über diesen Wasserfall führt steht ein recht ansehnliches Trollmännlein, das ganz stolz die norwegische Flagge in der Hand hält.

Norwegischer Troll - am WasserfallRecht großer/starker Wasserfall

Kurz hinterm Polarkreis führte ich eine Fahrzeugkolonne von ca. 10 Fahrzeugen an. Es ging an herrlichen Birkenwäldern und Sumpfwiesen vorbei und mit einem Mal musste ich richtig in die Bremse treten und anhalten, denn vor mir lief eine Herde Rentiere über die Straße. Leider konnte ich kein Bild machen, da ich - als die Tiere die Straße überquert hatten - schon weiterfahren musste, denn von hinten fingen schon einige an zu Hupen. Es ist aber immer wieder herrlich, einige diese Tiere aus näherer Entfernung sehen zu können.

Sonntag, 12. Oktober 2008

War das heute ein Tag - mit Fischen und ohne Fische, mit Sturm und ohne Sturm sowie Regenschauer aber auch Sonnenschein; ich muss es euch der Reihe nach erzählen.

Nach einer erholsamen Nacht weckte mich heute früh noch immer prasselnder Regen. Jedoch, als ich - mit einem kurzen gehaltenen Frühstück - fertig war, hatte der Regen aufgehört und die Sonne kam hervor. Sie schickte uns noch ein paar wärmende Sonnenstrahlen auf die Insel, die mich nach den vergangenen Tagen richtig belebten. Ich ging noch einmal in die Innenstadt zu den Geschäften aber, die hatten hier nicht auf. Ist halt nicht Island... Nachdem ich wieder beim Mobbi war, packte ich meine Angelsachen und ging an die von gestern bekannte Stelle.

Ich dachte ich wäre allein aber weit gefehlt, es waren schon zwei Angler am "arbeiten" und hatten auch schon einen guten Fang gemacht. Der eine Fisch war sage und schreibe einen halben Meter lang und entsprechend schwer. Ich staunte wirklich nicht schlecht. Ich machte meine Angel wieder betriebsbereit und hatte sofort mit dem ersten Auswurf einen mittelprächtigen Fisch am Haken. Den wollte ich behalten und erlegte ihn schnell. So kann es weiter gehen - dachte ich mir. In der Zwischenzeit hatte der eine der beiden anderen Angler wieder einen stattlichen Fisch an Land gezogen. Ich hatte nach mehreren Fehlversuchen dann auch einen Fisch am Haken, aber als ich ihn auf den Felsen hatte löste er sich und verschwand in einer der offenen Felsspalten. Da habe ich mich geärgert, aber es sollte noch besser kommen. Beim nächsten Auswurf biss schon wieder ein Fisch an - Junge, hatte dieser Fisch hatte eine Kraft jedoch nach und nach wurde er müde und ich konnte ihn ruhig und bedächtig an Land bringen. Auch er wurde zügig ins Himmelreich der Fische überführt.

Dann fing ich noch einige kleine Fische, die ich jedoch wieder in Meer zurücksetzte. Dann hatte ich mit Mal einen Hänger und mein letzter Pilker verfing sich so in den Uferpflanzen, dass beim Befreiungsversuch die Angelschnur riss und der Pilker verloren war. Ich glaubte schon, dass die Angelzeit nun zu Ende sei, jedoch einer der beiden anderen Angler hatte mein Missgeschick mitbekommen und kam nach kurzer Zeit mit einen neuen Pilker an und schenkte ihn mir. So konnte ich weiter Angeln und ich wollte noch einen weiteren Fisch für mein heutiges Abendessen herausholen.

Und dann hatte ich einen wirklich großen Wurf getan, denn mit einem Mal merkte ich, wie die Rute sich bog und beim Einholen der Angelschnur verspürte ich einen gewaltigen Widerstand. Aber mit Ruhe und Ausdauer bekam ich den Fisch so langsam in Richtung Ufer. Und dann sah ich ihn, es war fast noch größerer Fisch als der, den ich gestern geschenkt bekommen habe. Mit einem Mal wurde ich richtig aufgeregt. Der Fisch wollte mit Angelhaken und Angelschnur wieder ins tiefere Wasser und unter einem Felsen abtauchen, aber es gelang mir, dagegen zu halten. So brachte ich ihn erneut ans Ufer und wollte ihn an der Angel ans Ufer heben. Als er kurz aus dem Wasser war passierte es: die Angelschnur riss und mit einem platschenden Geräusch verschwand dieser herrliche Fisch wieder im Wasser. So'n Mist. Ich war noch von Angelfieber gepackt und konnte es nicht glauben, dass ich ihn nicht an Land gebracht hatte.

Mir fehlte noch ein weiterer Fisch zum Abendessen, denn den großen wollte ich räuchern und nach und nach verspeisen. Da ich noch Zeit bis zum Abfahren der Fähre hatte ging ich noch einmal zum Mobbi zurück, denn ich hatte noch einige ganz leichte Pilker aus Schottland. Als ich dann fast wieder an der Angelstelle war, sah ich einen wild kreischenden Möwenschwarm an der der Stelle herumfliegen, wo ich gestanden hatte. Diese schlauen Viecher hatten sich doch in der Zwischenzeit an meinen Fischen vergriffen und als ich dann vor meinem Platz stand, flogen sie weg. Alle Fische waren weg. Diese Scheiß Möwen... Hab ich mich wohl geärgert. So ist mein Anglerleben - von Erfolg und Missgeschick umgeben.

Ich hatte dann noch einige Bisse auf meinen Schottland-Pilker und holte auch noch einen kleinen Fisch heraus, den ich aber wieder in Wasser zurücksetzte. Zum Schluss verfing sich auch dieser Pilker dann noch in der Unterwasserflora und erneut riss die Angelschnur. Daraufhin packte ich -innerlich angesäuert - meine Angel ein und verabschiedete mich von den anderen hilfsbereiten Angelkollegen. So werde ich dann heute Abend keinen Fisch essen, sondern mir Sauerkraut mit Würstchen warm machen.

Kaum dass ich beim Auto war fing es erneut heftig an zu regnen und es frischte enorm auf. Als ich zum Meer hin sah, sah ich schon ganz schön große Schaumkronen herumtanzen. Hoffentlich wird die Überfahrt zum Festland nicht zu heftig. Als ich das Mobbi auf dem Schiff geparkt hatte, kam gleich einer der Arbeiter und sicherte das Fahrzeug mit zwei kräftigen Ketten.

Fährfahrt zurück aufs Festland - zur Sicherheit ist das Mobbi angekttet

Die Überfahrt war recht unruhig; die Fähre schaukelte und schlingerte richtig heftig. Es donnerte richtig, wenn sich der Bug der Fähre ins Wasser senkte und die Gischt peitschte dann nur so übers Deck. Zum Glück dauerte diese Fahrt auch nur 2 Stunden und wir kamen heil und ohne "Verluste" in Skutvik an.

Nun habe ich etwa 1500 km vor mir bis Langesund (liegt etwas unterhalb von Oslo)- dann wird mich eine erneute Fährfahrt nach Hirtshalts bringen.

Was werde ich bis zum 31. Oktober noch alles so erleben? Ich werde weiter berichten.

Samstag, 11. Oktober 2008

Habe so etwa eine gute Woche mit Sturm, Regen und Sonnenschein auf den Lofoten zugebracht. Es ist eine wirklich schöne Insel und ich habe es nicht bereut, hier her gefahren zu sein.

Ich bin von Å wieder zurück gefahren nach Svolvaer denn hier konnte ich wunderbar stehen/übernachten und auch beobachten, wann die Fähre ankommt und auch wieder abfährt. Auch wollte ich hier noch ein bisschen angeln. Leider hat mir das Wetter fast die ganze Woche (bis auf den Mittwoch)einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es stürmte und regnete ununterbrochen.

Am Mittwoch bin ich dann zu der Stelle gegangen, von wo man gut die Angel ins Wasser werfen konnte. Hier waren schon einige Leute am Angeln und hatten schon einige Fische gefangen. Ich beobachtete die Szenerie und nahm mir vor, am morgigen Tag dann hierher zu kommen und ebenfalls die Angel aus zu werfen. Jedoch wurde ich am Donnerstag von Sturm und Regenschauern geweckt und das Wetter besserte sich nicht bis zum Samstag.

Heute wollte ich nun die Lofoten verlassen jedoch wurde mir gesagt, dass heute keine Fähre abfährt, sondern erst am Sonntag. Da es im Moment (15:00 Uhr) nicht regnete packte ich meine Angelsachen aus und ging an die Stelle, wo ich neulich die Angler gesehen hatte. Auch heute waren schon wieder einige Leute fleißig und hatten schon diverse Fische gefangen. Ich machte meine Angel betriebsbereit und bald hatte auch ich einen Fisch an der Leine. Behutsam zog ich ihn aus dem Wasser und erledigte ihn mit einem kräftigen Schlag auf den Kopf. Es dauerte gar nicht lange und wieder hatte ich einen Fisch am Angelhaken. Als ich ihn aus dem Wasser gehoben hatte, löste er sich und sprang zurück in sein Element. Schade, einen zweiten Fisch fürs Abendessen brauchte ich schon noch. Aber es wollte kein Fisch mehr anbeißen und langsam wurde es dunkler und dann fing es auch noch an kurz zu Hageln und dann wieder zu regnen. Dazu kam ein orkanähnlicher Wind, so dass ich die Angel einpackte. Als ich gehen wollte, fragte mich einer der Männer, ob ich denn genug Fisch hätte und da ich es verneinte, ging er spontan zu seinen gefangenen Fischen und suchte mir den allergrößten heraus, um ihn mir zu schenken. Da hatte ich aber eine Mahlzeit zusammen, denn der geschenkte Fisch wog bestimmt 2 Kg.

Frische Fische - geangelt auf den Lofoten

Am Mobbi habe ich dann die Fische ausgenommen und gesäubert und in der Pfanne gebraten. Ich habe nur den Fisch gegessen, denn es war wirklich reichlich. So frisch zubereiteter Fisch ist ein wirklicher Genuss.

Mal sehen, wie morgen am Sonntag das Wetter ist. Die Fähre fährt ja erst um 16:00 Uhr und bis dahin könnte ich mein Anglerglück ja noch einmal versuchen.

Ich werde es berichten.

Montag, 06. Oktober 2008

Bin heute früh bei wirklichem Sauwetter weitergefahren. Zum Glück hörte es gegen Mittag auf und da ich einen Abstecher an den Nusfjord gemacht hatte, konnte ich endlich mal wieder einen kleinen Spaziergang an diesem Fjord bis zur Leuchtturmspitze unternehmen. Ich kam diesmal recht nah an die bunten Lofotenhäuser heran und sie waren recht alle geschlossen und nicht bewohnt. Dieser kleine Ort hatte sogar einen kleinen Hafen und es lagen eine Handvoll Boote darin. An einer Hütte war das Eingangstor weit auf und hier befand sich eine Diving-Station (Tauchbasis). Es werden von hier aus Tauchtouren unternommen und wie mir eine junge Frau erzählte, soll die Unterwasserwelt (hier gibt es wirklich ganz klares Wasser)auch sehr farbenfroh anzusehen sein.

Hütten am FjordKleiner Hafen am FjordDie Hütten sind meistens aus Holz mit einem Wellblechdach

Ich ging dann noch ein wenig durch den angrenzenden Wald und kam nach einer guten halben Stunde am Leuchtturm dieses Fjords an. Leider habe ich dabei wirklich nasse Füße bekommen, denn der Waldboden war so etwas von nass, wie ich es nicht erwartet hatte. Nach dem ich einige Aufnahmen gemacht hatte, ging ich schnellen Schrittes zum Mobbi zurück, denn es fing wieder einmal an, recht kräftig zu regnen. Habe mich dann im warmen Wohnmobil "trocken gelegt" und mir dann eine kleine Zwischenmahlzeit in Form eines Müsli zubereitet.

Es ging dann weiter - bei strömenden Regen - bis ich nach 2 Stunden ruhiger Fahrt den südlichsten Punkt erreicht hatte. Hier möchte ich morgen, wenn das Wetter mitspielen sollte, noch ein wenig wandern. Im Moment stürmt es draußen jedenfalls enorm, denn das Mobbi wird wiedermal kräftig hin und her geschüttelt.

Sonntag, 05. Oktober 2008

Habe eine wirklich ruhige Nacht zwischen den Lkw's verbracht und bin am nächsten Morgen vom Geschrei der Vögel geweckt worden.

Ich habe mich dann - nach einem guten Frühstück (mit dänischer Leberpastete) - auf den Weg Richtung Süden gemacht. Es geht die E 10 Richtung Å und bis dorthin sind es nur 130 km.

Trotz des nicht berauschenden Wetters sehen die rot und gelb angemalten Häuser an den Fjorden und Buchten einfach toll aus.

Bei dem kleinen Ort Smorten bin ich dann von der Hauptstraße auf die Nebenstrecke (mit Straßennummer 815) gefahren, die relativ nah am Meer entlang führt. Auch hier konnte ich die schönen Häuser bestaunen und sie passen wirklich in die Küstenlandschaft. Auf dieser Strecke konnte ich nur eine ganz kleine Durchschnittsgeschwindigkeit fahren, was mich aber nicht störte, konnte ich doch alles genauer sehen. So kam ich auch erst gegen 17:00 Uhr im Ort Stamsund (Fähranleger auf den Lofoten) an.

Rastplatz auf den LofotenKleiner Ort auf den LofotenTypische Hütten auf den Lofoten

Hier war alles wie ausgestorben, obwohl hier auch Fähren anlegen. Da ich auf der langsamen Fahrt einen relativ guten Übernachtungsplatz gesehen hatte, fuhr ich jetzt diesen Platz an. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute am offenen Feuer Pellkartoffeln mit Kräuterbutter und Thunfisch zu zubereiten, aber es hatte gegen Nachmittag ein kleiner Sturm eingesetzt, der das nahe Küstenwasser nur so schäumen ließ. Und auch das Mobbi schaukelte er andauernd hin und her. Hinzu kam noch ein kräftiger Regen, so dass das Lagerfeuer heute aus blieb. Ich habe noch einen kleinen Rest Gas in der Gasflasche und so gab es statt der Kartoffeln halt Nudeln, die in 10 Minuten fertig waren.

Samstag, 04. Oktober 2008

Sitze nun auf den Lofoten in Svolvaer an der Anlegestelle der Fähre und werde hier auch übernachten.

Mit mir sind vielleicht eine Handvoll Pkw auf der Fähre gewesen. Die sind nun alle verschwunden, und ich stehe hier einsam zwischen einigen abgestellten Lkw's und 2 weiteren Wohnmobilen, bei denen noch Licht brennt.

Ich war ja von Bodö gegen Mittag losgefahren (habe nach dem Frühstück mal wieder klar Schiff gemacht und bin dann die ca. 225 km lange und schöne Strecke über Fauske auf die Halbinsel Hamaröy gefahren. Von dem kleinen Örtchen Skutvik fährt eine Fähre in einer 2 Stunden langen Überfahrt die Lofoten an.

Besonders schön mit bunt gefärbten Bäumen waren die letzten 30 km , als dich die E6 bei Ulsvag verlassen hatte und auf der kleinen Straße mit Nr. 81 nach Skutvik gefahren bin. Was mich wunderte war, dass hier relativ viel Leute mit ihren Autos unterwegs waren, die ein anhalten auf der direkten Straße erschwerten. Habe trotzdem einmal kurz angehalten um eine wunderschön gelb gefärbte Birke zu fotografieren.

Farbtupfer an einsamer Straße

Ich war dann gegen 16:00 Uhr in Skutvik und fand vor mir einen Ort im Dornröschenschlaf. Es gab keine Informationsschilder bezüglich der Fähre und fragen konnte ich auch keinen Menschen, da ich nicht einen einzigen sah. Bin dann ein bisschen herumgelaufen und mit einem Mal sah ich ein Kaffeehaus, in dem auf den Tischen angezündete Kerzen standen. Ich öffnete die Tür, und ging hinein. Es war ein recht großer Raum mit vielen Tischen und es roch nach Suppe und Kaffee. Am Tresen stand eine Frau und trocknete einige Tassen ab. Ich ging auf sie zu und fragte, ob ich einen Kaffee bekommen könnte. Sie nickte und dann erkundigte ich mich nach den Fähren. Sie erzählte mir, dass die Fähre um 17:30 abfahren wurde und ich das Ticket auf dem Schiff lösen kann. Na wunderbar, so war diese Situation schon geklärt. Nach einiger Zeit kamen sogar noch zwei weitere Personen und bestellten sich etwas zu essen.

Ich fragte auch noch ob sie einen Internet-Anschluss haben und wirklich, hier in diesem verschlafenen Ort könnte ich per WLAN meine Homepage aktualisieren. Ich war so in meine Arbeit vertieft, dass die Zeit wie im Fluge verging und als ich einmal nach draußen sah, war die Fähre schon eingelaufen. Ich schaute auf die Uhr, mein Gott, es war ja gleich 17:30. Nun aber schnell die Laptop-Utensilien zusammengepackt und nichts wie raus zur Fähre. Pünktlich um 17:30 legte sie - mit dem Mobbi und mir an Bord - ab.

Nach etwa 1 1/2 Stunden näherten wir uns schon bei einbrechender Dunkelheit den Felsen dieser Inselgruppe. Es ging durch schmale und nicht ungefährliche - aus dem Wasser herausragende Felsen - hindurch, und der Kapitän kannte seine Strecke wohl ganz genau, denn er verringerte die Geschwindigkeit der Fähre unmerklich. Nach gut 2 Std. machte das Schiff dann in Svolvaer fest.

Abendliche Ankunft der Fähre auf den LofotenHier ist das Fahrwasser wirklich eng

Nun bin ich also auf den Lofoten, werde erst einmal die Heizung anmachen (7° C) und dann Abendbrot essen.

Freitag, 03. Oktober 2008

Habe heute meinen ersten Fisch gefangen.

Doch lasst mich der Reihe nach erzählen: Gestern Abend hatte ich reichlich gegessen, sodass ich heute morgen keinen Bissen herunter brachte. Ich bin also nach dem Aufstehen gleich losgefahren: Richtung Saltstraumen. Dort hatte ich beim ersten Besuch an einer Stelle Angler gesehen. Das wollte ich mir mal aus der Nähe ansehen.

Als ich bei den Anglern ankam sah ich schon einige ausgenommene Fische auf der Erde liegen, und die Angler holten nach und nach eine stattliche Anzahl von Fischen heraus, die ich bis dahin noch nicht gesehen habe. Es wurde aber gesagt, dass diese Fische recht gut schmecken sollen.

Ich schaute diesen Anglern eine ganze Zeit lang zu , und als dann 2 ältere Herren Platz machten, holte auch ich meine Angel aus dem Mobbi heraus. Ich versenkte so nach und nach mehrere der Pilker und diverser Angelköder und fing erst einmal überhaupt nichts. Dann hat mir ein Iraker, mit dem ich ins Gespräch kam, meine Angel richtig her gerichtet und er zeigte mir wie und wo ich auswerfen sollte. Gleich mit dem ersten Wurf hatte er einen Biss und er schenkte mir seinen mit meiner Angelrute gefangenen Fisch. Danach versuchte ich erneut mein Glück und siehe da, auch ich hatte gleich mit dem ersten Auswurf einen Fisch gefangen. Nach und nach verließen die Angler den Platz und ich war ganz allein. Ich fing auch keinen Fisch mehr und packte so langsam meine Angelsachen ein. Ein schwedisches Ehepaar kam gegen 17:00 Uhr an und versuchte nochmals ihr Anglerglück. Gleich der erste Auswurf brachte zwei Fische an Land. Die Frau fragte mich, ob ich die Fische habe will und da sagte ich natürlich gleich ja. Somit hatte ich dann für mein heutiges Abendessen vier Fische und habe sie in zerlassener Butter goldbraun gebraten und dann mit frischen Kartoffeln und Dillsoße wirklich genossen.

Frische Fische aus dem Saltstraumen...... ergeben eine leckere Mahlzeit

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Habe trotz der wilden Gedanken gut geschlafen und bin dann gleich zur MAN-Werkstatt gefahren.

Einem neuen Angestellten erklärte ich nun noch einmal meine Situation und er meinte dann, dass gegen 12:00 Uhr ein Mitarbeiter mit mir zum Mobbi fahren werde.

Als wir gegen Mittag dann am Mobbi ankamen, baute er kurzerhand das Zündschloss ab und steckte einen Schraubenzieher in die kleine Öffnung des Zündschlosses. Dann drehte er den Schraubenzieher so, wie man den Zündschlüssel drehen würde und der Motor sprang mit einem kräftigen Brummen an.

Das war für mich erstmal ein Sound, kann ich euch sagen. Zu wissen, dass der Motor wieder läuft war für mich wie eine Erleichterung. Ich musste allerdings den Zündschlüssel ins Lenkradschloss stecken, weil sonst das Schloss blockieren würde und ich nicht mehr lenken konnte. So fuhren wir dann zurück zur MAN-Werk-statt und dort wurde dann das Lenkradschloss untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass eine kleine Spring (Feder) im Lenkradschloss gebrochen war. Nachdem der Schaden dann gegen 17:00 Uhr behoben war konnte ich wieder an meinen "alten" Platz zurückfahren und konnte diesmal auf geradem Untergrund nächtigen. By the way: diese kleine gebrochene Feder habe ich mit 3200 Nok begleichen müssen also etwa 420 €. Die Norweger langen wirklich hin...

Mittwoch, 01. Oktober 2008

Hallo ihr Lieben, ein neuer Monat ist angebrochen.

Da es die vergangene Nacht den ersten Nachtfrost gab - wir hatten Minus 1° Celsius bin ich gegen 08:30 weitergefahren und heizte über die Motortemperatur auch gleich den Innenraum auf. Nach einer guten Stunde hatte ich den Polarkreis (eine imaginäre Linie auf dem 66,5 Breitengrad) erreicht und stellte mich auf den großen leeren Parkplatz vor dem geschlossenen Polar-Circle-Center. Jetzt frühstückte ich erst einmal recht ordentlich in der nun warmen Bude. Ab und zu schaukelte unser Mobbi denn draußen heulte ein recht kräftiger Wind. Nach dem Frühstück zog ich mich warm an und machte draußen einige Aufnahmen.

Steintürmchen am PolarkreisAm Polarkreis

Dann habe auch ich einige Steine gesucht ( gar nicht so einfach, denn die meisten Steine sind ja schon kleine Pyramiden) und habe 4 Steine zu einem Turm aufgebaut. Damit sage auch ich: Hallo, ich bin hier gewesen.

In Fauske entschied ich mich dann nicht weiter nach Narvik zu fahren, sondern links ab zu biegen und nach Bodö zu fahren. Dort wollte ich mir den Saltstraumen ansehen. Der Saltstraumen ist ein etwa 150 m breiter und 3 km langer Sund. Die Wassermassen, die hier - bedingt durch Ebbe und Flut -hindurch wollen, werden alle 6 Stunden mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten ( 30-40 km/h) hindurch gepresst. Hier sieht man Meeresstrudel von enormen Ausmaßen und schämenden Wirbeln, die gefährlich für Boote werden können. Das hier ist ein Eldorado für die Angler, denn große Mengen Plankton und kleinere Fische werden mit dem Wasser in den Fjord geschwemmt. Da sind natürlich größere Fischschwärme hinterher, und auf diese hat es dann der Angler abgesehen.

Über diesen Sund führt eine große Hochbrücke und von der Brücke hat man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und den Sund.

Hochbrücke über den SaltstraumenDer Saltstraumen - ein 150 m breiter und 3 km langer Sund

Am frühen Abend suchte ich mir dann in der näheren Gegend einen Stellplatz. Ich fand einen geeigneten Platz - zu dem allerdings eine recht ruppige und mit tiefen Löchern versehene Straße führte.

Ich hatte einen Teil der Strecke abgefahren und hielt erst einmal an, um mir dann den Platz von der Untergrundbeschaffenheit erst einmal an zu schauen. Ich fuhr also ein bisschen vom Weg herunter und stand zwar schief aber auf trockener Wiese und machte den Motor aus. Ich ging nun die letzten 50 Meter den Weg entlang und befand den Stellplatz als trocken und gut befahrbar. Ich entschied, hier zu übernachten.

Als ich wieder beim Fahrzeug war wollte ich den Motor starten, doch der Zündschlüssel ließ sich nicht drehen. Ach du große Scheiße, was ist denn nun los? Ich war richtig platt, und wollte es nicht wahr haben, aber ich konnte das Fahrzeug nicht starten. Was nun? Da stehe ich mitten in der Wildnis und unser sonst braves Mobbi (in diesem Fall das Zündschloss) bockt.

Ich hatte gerade das Führerhaus ab geklappt, als ein Ehepaar mit einem Hund vorbei schaute. Sie fragten mich was los sei, und ich erklärte es ihnen. Daraufhin meinte der Mann, dass es in Bodö eine Mercedes-Werkstatt gibt. Also wollte ich da morgen dann hinfahren und um Hilfe bitten. Ich baute die Dax schon einmal ab und fuhr heute Abend schon einmal nach Bodö um zu erkunden, wo denn die Mercedes-Werkstatt ist. An eine Tankstelle fragte ich einen Herrn nach Mercedes und er sagte mir ich solle Richtung Flughafen fahren und dort würde ich dann etliche Autofirmen finden. Die erste Auto-Company war MAN. Hier fragte ich einen Mitarbeiter nach Mercedes und er erklärte mir, dass Mercedes seit einer Woche "dicht" gemacht hat, und dass nun MAN die Mitarbeiter und Aufgaben von Mercedes mit übernommen hat. Nachdem ich ihm dann mein Problem erklärt hatte, meinte er ich solle morgen wieder kommen und mir werde dann schon geholfen.

Ich fuhr also die 30 km wieder zurück, nun wieder mit etwas Zuversicht und Hoffnung im Rücken. Als ich beim Mobbi ankam, war ich allerdings richtig durch gefroren, denn die Temperatur ging gegen Abend doch wieder Richtung der Null-Marke.

Zum Glück habe ich im Fahrzeug nicht so ganz gemerkt, dass das Mobbi schief stand und nach dem die Heizung mich aufgewärmt hat, schlief ich mit "wilden" Gedanken um die Reparatur ein.

Touren-Bericht - Monat 09 Island und Norwegen 2008

Dienstag, 30. September 2008

Petrus hatte ein Einsehen; wahrscheinlich gingen ihm meine andauernden Anrufe auf den Geist: Bitte schließe da oben doch mal die Schleusen. Nun, heute morgen hatten wir endlich mal wieder einen strahlend blauen Himmel. Da machte das Aufstehen gleich doppelt Freude. Aber oho, ich musste erst einmal die Heizung anstellen, es war lausig kalt im Innenraum. Die Thermometer (Innenraum und Führerhaus) zeigten beide Minus 0,5° C. Also ein erster Vorgeschmack auf den Winter. Schnell noch einmal zurück in die warme Koje. Als die Heizung dann ihren Dienst getan hatte, stand ich richtig auf und frühstückte. Da ich im Kühlschrank noch ein Würstchen fand, musste es dran glauben und wurde kurzerhand verspeist.

Ich machte mich auf den Weg und durch fuhr eine reizvolle einsame Landschaft. Ein imposantes Bild liefert auch der bald erreichte Wasserfall Laksfors. Hier stürzen bis zu 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde 17 Meter in die Tiefe. Das sind schon irre Wassermassen und man hört es auch am Rauschen des Falls, dass es hier um gewaltige Wassermengen geht.

Wasserfall an der E6: Laksfors

Kurze Zeit später erreichte ich Mosjöen. Diese kleine Stadt wird mir auch stärker in Erinnerung bleiben, denn hier passierte mein Kamera-Unfall. Ich hatte mich frisch angezogen und wollte die kleine Stadt ein bisschen zu Fuß erkunden. Kurz nach dem ich die ersten Schritte gemacht hatte, fiel mir die schöne/gute/neue/lieb gewonnene HDV-Kamera (Geburtstag zum 60. Lebensjahr) aus meinem Einbeinstativ. Dabei fiel sie gar nicht mal sehr tief (vielleicht 30 cm), aber als sie auf die Erde auf traf, sprang der kleine klappbare Bildschirm auf und liefert seid diesem Fall nur noch weiße vertikale Streifen. Kein Bild wird mehr wiedergegeben. Ihr könnt euch sicherlich meinen Ärger über dieses Missgeschick vorstellen.

Nachdem ich nicht mehr allzu weit in die Stadt gegangen bin, kehrte ich um und ging zum Auto zurück. Ich machte die Kamera noch einmal an und die Streifen waren nach wie vor vorhanden. Das muss wohl richtig repariert werden. Jedoch ist die Kamera sonst noch in Takt; durch den Sucher kann ich noch das aufzunehmende Motiv erkennen und auch bei der Wiedergabe kann man im Sucher alles Aufgenommene erkennen. Und auch alle mechanischen Funktionen scheinen noch in Takt zu sein, denn Weitwinkel und Tele-Zoom lassen sich anfahren und auch Aufnahmen können gemacht werden. Hoffen wir für eine Reparatur mal das Beste.

Jetzt bin ich in Mo i Rana einer Industriestadt in der Nähe des Polarkreises. Diesen Polarkreis werde ich morgen anfahren und begutachten. Hoffentlich hat Petrus wieder gute Laune und lässt das Wetter so wie es heute war. Einfach toll.

Damit ist schon wieder ein Monat vorbei und ab morgen haben wir das letzte Jahresquartal zu fassen. Die Berichte gehen dann weiter im Oktober.

Montag, 29. September 2008

Heute früh wurde ich von den Geräuschen eines beginnenden Arbeitstags geweckt. Da es aber wieder mal kräftig regnete habe ich den Plan, mit der Dax zur Bibliothek zu fahren, aufgegeben. Ich bin also mit dem Mobbi wieder zum Dom gefahren und habe dann dort geparkt. Hat mich nur 20 Nkr gekostet, das geht ja noch. Danach bin ich in 15 Minuten zur Bibliothek gelaufen und habe meine Mails abgerufen und die Homepage aktualisiert.

Nach gut 2 Stunden Arbeit habe ich mich dann aus Trondheim verabschiedet und bin weiter Richtung Norden gefahren.

In Steinkjer habe ich dann getankt. Für 10,44 Nkr (1,34 €) der Liter an einer Uno-X-Tankstelle. Die anderen Tankstellen verlangten immer 13,25 Nkr. Leider konnte ich mit der Master Card nur für 950 Nkr tanken (also ca. 90 Liter). Dann sagte die Zapfsäule keinen Mucks mehr, und das Tanken war für heute erledigt. Solche Tankstellen wünsche ich mir mehr.

Zurzeit scheint hier in Norwegen die Elchjagd im Gange zu sein. Aus dem fahrenden Auto konnte ich einen toten Elch sehen, der auf einem Auto-Anhänger lag. Auch an meinem heutigen Übernachtungsplatz hörte ich andauernd Schüsse und ich hoffe nur, dass ich nicht getroffen werde.

Sonntag, 28. September 2008

Als ich in der Nacht (aus drückendem Problem) aufstand, schaute ich zum Himmel. Dort sah ich unendlich viele Sterne und ich freute mich schon auf einen warmen und sonnigen Tag in Trondheim.

Petrus hat mir diesen - doch redlich verdienten - Wunsch aber nicht erfüllt. Er öffnete am frühen Morgen wieder die Schleusen und es prasselte nur so auf das Dach, dass ich schon dachte es hagelt (bei etwa 3° Temperatur). Habe mich deshalb wieder auf die Seite gedreht, und versucht, diese Regenzeit zu überbrücken.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Spiegeleiern und Kaffee (der erste selbst gebrühte Kaffee, nachdem Gine zurück gefahren ist) habe ich mich entschlossen, doch weiter zu fahren. Es ging die letzten 100 Kilometer nach Trondheim mal bergauf und mal bergab. Immer an wunderschön farbigen Bäumen vorbei, und am liebsten hätte ich jeden dieser Bäume fotografiert. Gegen 14:30 Uhr kam ich dann in Trondheim an. Von der Hauptstraße aus konnte ich schon die "Nidaros Domkirke" - Trondheims prächtigstes gotisches Bauwerk sehen und brauchte nur noch die nächste Straße rechts abbiegen. Direkt an dem Dom konnte ich parken und mir dieses Schmuckstück ansehen. Zum Glück riss die Wolkendecke auf und die Sonne lugte ab und zu hervor.

Leider durfte man innerhalb des Doms nicht fotografieren aber es war sowieso recht dunkel in der Kirche. Nur die wirklich schön anzusehenden bunten Glasfenster spendeten ein wenig Licht.

"Nidaros Domkirke" - Trondheims prächtigstes gotisches BauwerkWestfassade vom Nidarosdom

Als das Domkapitel abgeschlossen war ging ich zu Fuß zur Innenstadt und habe mich dort ein wenig umgesehen. Ich fand bei diesem Spaziergang eine noch geöffnete Bibliothek und bin spontan hineingegangen. Dort erkundigte ich mich nach Internet-Verbindung und es wurde mir gesagt, dass ich meinen Laptop hier benutzen kann. Ich werde also morgen gegen 10:00 Uhr dort aufschlagen und kann endlich mal wieder die Homepage aktualisieren.

Dann wollte ich mir noch unbedingt die "Gamle Bybrua" ansehen und ging von "meinem Parkplatz" am Dom die Straße weiter und kam nach 3 Minuten sowie einer Linkskurve an den Fluss Nidelva und sah sie sofort: Die "Alte Stadtbrücke" von Trondheim mit ihren farbenfrohen Speicherhäusern.

"Gamle Bybrua" (Alte Stadtbrücke von Trondheim) am Fluss Nidelva - mit den alten Speicherhäusern

Da das Parken auch in dieser Stadt problematisch ist, habe ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit am Hafen gesucht und werde dann von diesem Platz -mit dem Motorrad - zur Bibliothek fahren.

Samstag, 27. September 2008

Die ganze Nacht hat es wie wild geregnet und es kam ein irrer Sturm dazu, dass unser doch recht schweres Mobbi nur so hin und her geschüttelt wurde. Da es gegen morgen zusätzlich noch recht frisch wurde (ca. 4° Celsius) bin ich aufgestanden und zum Trollstegen gefahren. Die Straße die hinauf führt ist kurvenreich und schmal. Hinzu kam noch die Nässe vom Regen und die Sicht war auch nicht berauschend. Aber es kam mir bis zur oberen Plattform kein Fahrzeug entgegen.

Auf dem Weg zum Trollstegen

Der Trollstegen überwindet auf einer Länge von 18 Kilometern elf Serpentinen. Das Gefälle bzw. die Steigung der Strecke beträgt bis zu 12 Prozent. An dieser Strecke wurde immerhin fast 20 Jahre lang gearbeitet.

Um mir diese Sehenswürdigkeit anzusehen, suchte ich mir einen Parkplatz (die Aussichtsplattform wird zurzeit neu erstellt), zog mich warm an (sogar mit Mütze) und versuchte einige Bilder zu machen. Von oben hat man einen wirklich schönen Blick in das bunte Isartal. Hier oben auf der Höhe hatte sich der Wind noch verstärkt und ich bewunderte einige junge Radfahrer, die bei diesem Sauwetter den Trollstegen hinauf gefahren sind.

Wo Straßen Sehenswürdigkeiten sindTrollstegen - manchmal eine recht schmale StraßeTrollstegen - eine Sehenswürdigkeit

Danach bin ich ins Tal hinab gefahren - immer mit einem niedrigen Gang, so dass der Motor auch diesmal wieder die Bremsarbeit übernahm. Ab und zu hielt ich mal an um zu fotografieren - das konnte ich aber nur tun, weil nur einige Fahrzeuge hinauf- bzw. hinab fuhren.

Wasserfall am TrollstegenTrollstegen - mit Wasserfall und Brücke

Kurz vor der vorletzten Serpentine wurde ich dann von den Radfahrern überholt, die mit mindestens 50 km/h die Straße hinab brausten.

Jetzt bin ich ca. 100 Kilometer vor Trondheim und werde morgen dann die Stadt besichtigen.

Freitag, 26. September 2008

Der Himmel hat sich mal wieder richtig bewölkt und der Regen prasselte so aufs Dach, dass ich recht früh aufstand. Ich bin dann eine knappe Stunde unterwegs gewesen und habe die restlichen 25 Kilometer nach Geiranger geschafft. Es ging mit vielen Kurven nur bergab und ich musste schon einen recht niedrigen Gang einlegen, damit der Motor die Bremsarbeit übernehmen konnte.

Das Panorama, was sich mir dann bot, als ich den Geirangerfjord vor mir liegen sah, ist schon beeindruckend.

GeirangerfjordFjord und Ort GeigangerGeirangerfjord

Da das Wetter nicht so einladend war, habe ich mir eine Fahrt auf dem Fjord gespart. Ich schaute noch ein wenig in die Souvenirläden - doch diesen ganzen Plunder wollte und brauchte ich nicht.

Daraufhin machte ich mich auf den Weg zum Trollstegen. Da waren noch etwa 40 Kilometer zu fahren und ich ließ mir alle Zeit der Welt. Zusätzlich musste ich noch eine Fähre benutzen, deren Besatzung sich jedoch recht viel Zeit ließ und lieber erst einmal beim Coop einkaufen ging. Da die Fähre also so schnell nicht abfuhr, kaufte ich mir an einem Obststand noch ein gutes Kg wohl schmeckender Pflaumen.

Als sich am frühen Nachmittag schon wieder mein Hunger bemerkbar machte, hielt ich Ausschau nach einem Plätzchen. Es war bald ein geeigneter Platz gefunden und da es im Moment trocken war, sammelte ich schnell Feuerholz ein, was aber gar nicht so einfach war, da ich mich kurz vor dem Trollstegen befand und es hier nur Sträucher und Büsche gibt. Aber ich fand trotzdem genug und bald stand auf dem Feuer ein Topf mit Linsen. Wieder mal sehr lecker.

Morgen werde ich dann die Serpentinenstraße Trollstegen befahren.

Donnerstag, 25. September 2008

Leider habe ich vom Gletscher nicht mehr viel gesehen. Entweder habe ich eine geeignete Anfahrt nicht gefunden, oder ich bin auf der falschen Seite des Gletschers. Von einer früheren Norwegen-Reise hatte ich den Gletscher in einer Erinnerung, die sich mit den jetzt gesehenen Bildern leider nicht deckt.

Dafür bin ich heute einen Traumpfad abgefahren. In der Norwegen-Karte ist die Strecke von Hjelle nach Grotli (Nr.258) als besonders schöne Strecke eingezeichnet. Sie ist eigentlich gedacht für kleinere Fahrzeuge bis 13 Metern Länge (nun, in diese Kategorie passt unser Mobbi ja leicht und locker rein) und Radfahrer, die eine besonders schöne Strecke abfahren möchten.

Und wirklich, nachdem das Mobbi mich auf gut 1500 Meter Höhe gebracht hatte (auf wirklich schmaler Serpentinenstraße), hatte ich ein herbstlich geprägtes Gebirgspanorama vor mir, wie ich es noch nicht oft gesehen habe. Die jetzige Farbenpracht der Büsche, Sträucher und Gräser ist einfach überwältigend.

Ausweichstellen sind hier rarSerpentinen führen auf über 1600 Meter HöheFarbenpracht - wohin man auch schaut

Nach gut 15 Kilometer stand in einer Nische ein Fahrzeug und die Insassen beobachteten mit einem Fernrohr die Bergflanken. Ich hielt an der nächsten Möglichkeit sofort an, den schon aus dem Auto heraus hatte ich eine Große Herde Rentiere in den Bergen sehen können. Leider waren sie zu weit entfernt um sie im Foto festzuhalten, aber für mich war es ein tolles Erlebnis, diese frei lebenden Tiere zu sehen. Hoffentlich sind die gemachten Filmaufnahmen etwas geworden.

Bevor ich wieder auf die Hauptstraße kam, vielen mir die vielen hübschen Häuser der Norweger auf, die hier wirklich her passen. Hier kann man bestimmt gut wandern und die Natur einfach nur genießen...

Die Hütten passen gut in die Natur

Gegen Abend suchte ich mir dann ein Plätzchen in den Bergen (ca. 25 Kilometer vor dem Geirangerfjord) und fand auch eine geeignete Stelle, wo ich am Lagerfeuer einen Blumenkohl kochte. Zum Glück hatte ich mir von der letzten Feuerstelle noch genügend Holz mitgebracht, denn der jetzige Platz ist nur von Gesteins-Brocken und Geröll umgeben.

Mittwoch, 24. September 2008

Bin zur Zeit in der Nähe des größten europäischen Gletschers: dem Jostedalsbreen.

Nachdem ich einen weiteren Tag (mit Blaubeeren sammeln und Brot backen) sowie eine weitere Nacht am See verbracht hatte fuhr ich weiter durch diese schöne Ecke Norwegens. Deutlich zu erkennen ist, dass der Herbst gekommen ist, denn die Blätter der Bäume ändern ihre Farbe nach gelb oder rot.

Norwegische Blaubeeren - immer wieder lecker"Roter" Baum

Die Straßen die ich heute gefahren bin sind wirklich schmal. Auf der linken Seite befindet sich ein Fjord und auf der anderen reckt sich ein Berg in die Höhe. Und teilweise sind diese Straßen auch schlecht einsehbar - trotzdem Fahren hier Busse und Lkw's. Und es kam, was ich schon lange befürchtet hatte: Mit einem Mal standen sich ein Lkw und unser Mobbi gegenüber. Ich schaute in den Rückspiegel, um schnell zurückzusetzen - jedoch befand sich genau hinter mir ein Pkw. Aber der Lastwagenfahrer setzte spontan mit seinem Fahrzeug zurück - das war ihm wohl möglich. Nach etwa 20 Metern kam eine Kurve die zum Glück als eine Ausweichstelle gebaut war. Ich konnte also weiterfahren und bin dann langsam am Lkw vorbeigefahren. Aber es war wirklich Millimeterarbeit. Hinter dem Lkw hatten sich zwischenzeitlich 4 Pkw's eingefunden, die nun auch alle rückwärts fuhren und sich auf weitere Ausweichstellen verteilten. Ich war heilfroh, als die Straße dann in einen Ort breiter wurde und ich einen Parkplatz fand. Jetzt musste ich erst mal eine kleine Pause einlegen - fahren auf so schmalen Straßen ist richtig anstrengend.

Der Ort wo ich die Pause machte heißt Loen und mir fielen die wirklich schön anzusehenden bunten Bäume auf, die die Straße säumten.

Bäume - mit ihrem HerbstkleidNicht zu verkennen: der Herbst ist da

In den nächsten Tagen will ich mal versuchen, näher an den Gletscher heran zu fahren. Mal sehen, ob und wo das möglich ist.

Montag, 22. September 2008

Das Mobbi und ich - wir beide sind am Freitag um 16:00 heil und ohne Blessuren in Norwegen angekommen. Zum Glück regnete es nicht und so konnte ich in Bergen noch notwendige Dingen wie Geld, Norwegen Flagge und Norwegen Aufkleber fürs Mobbi besorgen. Auch holte ich mir bei einer Bäckerei ein Brot und staunte nicht schlecht über den Preis von 40 Nwk (umgerechnet 4 €).

Auf meinem "alten" Parkplatz übernachtete ich und am nächsten Morgen erwachte ich erst ziemlich spät, jedoch erholt und ausgeruht.

Nachdem ich die norwegische Flagge an unserem Mobbi montiert hatte fuhr ich bei regnerischem Wetter - dank der Hilfe des wieder funktionstüchtigen Navi - problemlos aus Bergen heraus.

Ich fuhr eine geraume Zeit und nach gut 100 Kilometer kam ich langsam in die Berge. Hier verfärbte sich die Blätter an den Bäumen und Büschen doch schon recht stark in gelbe und rote Farben. Es ging vorbei an Bächen und Wasserfällen und wunderschön anzusehende Berglandschaft.

Fluss im Gebirge

In dem hübschen Ort Voss (hier kann man gut Kanu- und Wildwasserfahrten machen) hielt ich an und kaufte ich mir noch 2 L Milch und Blauschimmel-Camembert. Bevor es dann weiter Richtung Norden ging, gönnte ich mir eine Zwischenmahlzeit mit Müsli und einem Käsebrot.

Nach zwei weiteren Übernachtungen kam ich am Montag dann an einen Ort, wo ich auf eine Fähre musste, um meine Fahrt fort zu setzten. Hoffentlich muss ich nicht andauernd auf Fähren umsteigen, denn das wird mir dann doch zu teuer. Diese Fahre kam gleich mal 185 Nwk also ca. 23 €.

Nach der Fährfahrt ging es auf wirklich schmaler Straße (Gott sei Dank nur mit 3 oder 4 entgegen kommenden Fahrzeugen) nochmals Richtig in die Berge. Es folgte ein langer und steiler Anstieg mit Dutzenden von Serpentinen und die bisherige gute Sicht wurde bald durch Wolken stark eingeschränkt.

Als der Berg überwunden war ging es ein kleines Stückchen wieder bergab und dann lag zu meiner linken Seite ein großer See. Überall hatten sich in dieser wunderschönen Natur die Norweger kleine hübsche Häuser (zum Teil auch mit Grasdach) hingesetzt, und einige schienen gar bewohnt zu sein, denn aus deren Schornsteinen stieg Qualm heraus. Hier gab es auch viele Birken und einige hatten ihre grünen Blätter in wunderschönes helles gelb getauscht. Wie schön diese Farbtupfer doch aussehen!

An diesem See - so dachte ich mir - müsste man einen Platz zum Übernachten finden. Und richtig, bald war dieses Plätzchen gefunden und einer ruhigen Nacht steht nun nichts mehr in Wege.

ÜbernachtungsplatzÜbernachtungsplatz am See; zu erkennen ist schon die "Verfärbung der Natur"

Montag, 15. September 2008

Nach dieser letzten Nacht am Fluss bin ich am frühen Morgen wieder zurück nach Egilsstadir.

Dann habe ich mir noch einen letzten Skyr-Becher gekauft und bin zum frühstücken zurück ins Mobbi. Als ich am Mobbi ankam wollte mir eine Dame gerade eine Postkarte an die Windschutzscheibe heften. Das brauchte sie nun nicht, sondern sie sprach mich an, dass sie die Information erhalten habe, dass die Norröna-Fähre schon einen Tag früher zurück fährt. Ich bedankte mich für diese Information und keine fünf Minuten später erhielt ich einen Anruf auf meinem Handy von "Smyrill" aus Kiel. Die informierten mich auch über diese Änderung. Ich fragte nach dem Grund und es wurde mir daraufhin erklärt, dass ein großes Sturmtief auf den Ozean zukommt und die Schiffsleitung daraufhin diese Fahrplanänderung beschlossen hat. Somit war also schon heute mein letzter Island-Tag.

Ich beschloss dann sogleich klar Schiff zu machen und als das Fahrzeug versorgt und "Abfälle" entsorgt waren fuhr ich los die letzten 25 Kilometer Richtung Seydisfjördur. Wir hatten inzwischen nochmals einen herrlichen Sonnentag und die Temperatur kletterte auf 15 ° C.

Ich fuhr den letzten steilen Anstieg zur Bergkuppe empor und warf einen letzten Blick auf Egilsstadir. Eigentlich hätte ich schon fast eingebürgert sein müssen, denn ich habe ja doch eine geraume Zeit in diesem Ort und der näheren Umgebung verbracht.

Ein Blick zurück auf Egilsstadir

Als ich den "Berg" überwunden hatte tauchte bald in der Ferne Seydisfjördur auf.

Der Blick auf Seydisfjördur

Heute Abend werde ich mich dann in die Reihe der Fahrzeuge einreihen, die alle zurück fahren müssen.

Hoffentlich wird es keine allzu stürmische Überfahrt.

Nun dauert es ein wenig, bis ich mich aus Norwegen wieder melde.

Sonntag, 14. September 2008

Die Nacht auf dem großen Parkplatz vor dem Supermarkt Bonus war sehr ruhig und erholsam. Jedoch hielt es mich hier nicht allzu lange und ich habe mir ein Plätzchen an einem Fluss in der näheren Umgebung gesucht. Ich brauchte auch nicht allzu lange zu fahren und schon hatte ich ein nettes Plätzchen entdeckt.

Einfacher ÜbernachtungsplatzMobbi am Fluss

Dann war Essen herstellen angesagt. Ich habe eine riesige Schüssel mit Frikadellen gemacht und habe diese auch am Lagerfeuer in meiner guseisernen Pfanne gebraten. Sie sind richtig gut geworden. Am späten Nachmittag haben mich dann noch zwei isländische Motorrad-Fahrer aufgesucht und ein bisschen geguckt und gefragt, was ich da so mache und wo ich schon überall gewesen sei. Aber die fuhren dann bald weiter mit ihren geländegängigen Maschinen die Berge hinauf und trieben Schafe zusammen. Ich sammelte dann schnell noch eine Schale frischer Blaubeeren, denn ich wollte mir am nächsten Morgen noch einmal einen Becher Blaubeer-Skyr kaufen.

Samstag, 13. September 2008

Nach einem arbeitsreichen gestrigen Tag habe ich heute eine "Pause" eingelegt. Erst war einmal richtig ausschlafen angesagt. Nach einem guten Frühstück mit Mett- und Schinkenbroten habe ich mich auf den Rückweg nach Egilsstadir gemacht, denn es regnete wieder einmal (aber nur wenig).

Es ging also auf der Schotterpiste wieder zurück - den Fjord entlang und über den Berg. Da heute die Sicht jedenfalls besser war als auf der Herfahrt konnte ich die vielen Wasserfälle sehen und fotografieren.

Schotterstraße am FjordDutzende von Wasserfällen strömen in den FjordMobbi vor einem größeren Wasserfall

Diesmal konnte ich auch die Serpentinen besser sehen und das ganze Bergpanorama - es war schon sehr gigantisch. Auch der Blick zurück vom Bergauf den Fjord war beeindruckend. Und ruck zuck war ich wieder in Egilsstadir. Beim Bonus Supermarkt habe ich dann sofort meine Vorräte ergänzt und Hackfleisch gekauft, denn ich möchte mir einmal Frikadellen braten. Das Wetter - um ein Feuer zu machen - wurde jedenfalls besser und bald hatten sich alle Wolken verzogen und die Sonne strahlte vom klaren blauen Himmel.

Freitag, 12. September 2008

Ich will euch nicht andauernd mit Wetter-Geschichten belästigen, aber es muss dennoch gesagt werden: heute hatte ich "gutes" Wetter. Nach einer recht regnerischen Nacht bin ich so gegen 11:00 Uhr weiter gefahren. Ich war nun richtig am Fjord und es ging auf schmaler und holperiger Straße weiter, bis ich den Ozean zu sehen bekam.

Die Strecke führte immer am Berg entlang und viele Wasserfälle rauschten nur so herab. Dann kam ich an eine Brücke die über einen recht pittoresken Wasserfall führte. Da ich nun sowieso angehalten hatte, pflückte ich mir auch schnell noch Blaubeeren, die es auch hier in Massen gibt.

Fahrt über einen WasserfallDie Wasserfall-Schlucht

 Und die Strecke nahm einfach kein Ende. Sie zog sich nun direkt am recht rauen Atlantik lang und da sie immer schmaler wurde, beschloss ich, an der nächsten Möglichkeit doch anzuhalten und dann umzukehren. Ich fuhr also noch ein kleines Stück und es kam ein Platz vor einem Berg, wo ich wenden konnte. Aber mir kam die Idee, doch hier zu übernachten, denn dieser Platz war recht groß und auch gerade genug.

Wilde Ost-KüsteÜbernachtungsplatz - hinterm Berg - am Ozean

Da es nun aber erst früher Nachmittag war und sogar die Sonne herauskam packte mich mal wieder die Arbeitswut - sprich ich fing an Wäsche zu waschen. Auch die Matratze wurde mal aus-/abgebürstet und diente gleichzeitig dazu, das Bettlaken zum Trocknen zu halten.

Große Wäsche...

Gegen Abend war dann die gesamte Wäsche trocken und ich konnte alles wieder einräumen.

Heute habe ich mir mal Pellkartoffeln gekocht und dazu gab es - als ganz einfaches Gericht - selbst gemachte Kräuterbutter. Hat das lecker geschmeckt...

Soweit der heutige Bericht.

Donnerstag, 11. September 2008

Leider regnete es auch heute in der Frühe weiter und auch wieder richtig kräftig. Gegen Mittag hörte der ganz starke Regen dann jedoch auf und ging in einen moderaten Nieselregen über. Jetzt machte ich mich endlich auf und fuhr los - Richtung Mjóifjördur. Die ganze Strecke ist gute 35 Kilometer lang. Es gab kam Verkehr und nach etwa 5 Kilometern zweigte von der bis dahin guten Teerstraße eine Schotterpiste ab. Es ist die "953" und auf Straßennummern-Schild war eine gestrichelte Umrandung zu erkennen, die besagt, dass es sich um eine Schotterpiste handelt. Es ging recht langsam hoch bis ein weiteres Schild kam, das besagte, dass auf dieser Strecke nur noch Allradfahrzeuge fahren sollen. Auch stand auf dem Schild der Hinweis, dass die Strecke eine 20 %-ige Steigung bzw. ein Gefälle hat.

Und dann setzte er wieder ein - der Regen. und zwar kräftig. Die Straße hatte aber Gott sei Dank keinen Waschbrett-Charakter, sondern nur einig Schlaglöcher, voller braunem Wasser. Der Wagen sah innerhalb kurzer Zeit wieder total verdreckt aus.

Die Straße verläuft hier in einem Tal - links und rechts hatte ich die Bergflanken und aus beiden ergossen sich dutzende von Wasserfällen. Dann kam eine kurze leichte Steigung und mit mal war ich in den Wolken bzw. im Nebel. Sichtweite schätzungsweise etwa 25 Meter. Und die Straße zog sich immer höher und höher. Es rauschte an allen Ecken und ab und zu sah ich mal wieder einen Wasserfall bzw. ein kräftig rauschendes Wasser.

An der einen Stelle kam mir dann auch wieder ein Fahrzeug entgegen und wir mussten uns beide aneinander vorbei zirkeln. War schon recht aufregend, da es ausgerechnet an dieser Stelle an meiner rechten Fahrzeugseite doch recht steil bergab ging. Aber vorsichtig fahrend meisterten wir diese Situation.

Dann hatte ich wohl die Höhe der Berg-/Tal-Kombination überwunden und es ging recht kräftig in Serpentinen bergab. Hier habe ich das erste Malin Island Serpentinen mit Leitplanken eingefasst gesehen. Ich habe vorsichtshalber den kleinsten Gang eingelegt und bin mi Unterstützung der Motorbremse ruhig bergab gefahren. Leider waren Wolken mein ständiger Begleiter, so dass die Sicht nach wie vor sehr schlecht war und ich keine Fotos machen konnte.

Mit einem Mal tauchte dann das Meer (der Fjord) vor mir auf und ich fand recht schnell einen guten/geraden Stellplatz. Das Tal ist hier etwa 600 Meter breit und rechts und links von mir rauschten die Wasserfälle nur so herab und ins Meer hinein.

Ich beobachtete einen recht kräftigen Wasserfall und staunte nicht schlecht, als nach nicht allzu langer Zeit sein weißes Wasser nach rot-braun wechselte. Dann rauschte diese farbige Brühe etwa eine gute Stunde herab und wechselte wieder ins weiße zurück. Da hier unten auf Meereshöhe die Wolkendecke nicht so tief hing, konnte ich davon Aufnahmen machen.

"Brauner" WasserfallDer "braune" Wasserfall zeigt sich wieder "normal"

Morgen werde ich dann noch weitere 15 Kilometer am Fjord entlang weiterfahren und mir das Meer ansehen.

Mittwoch, 10. September 2008

Es zeigte sich schon heute früh: Ich wurde durch ein leichtes Trommeln auf unserem Fahrzeugdach geweckt. Es regnete - in Strömen.

Das blieb auch den ganzen Tag so, es war alles grau in grau und der Regen hörte nicht auf. Ich konnte/wollte mich deshalb auch nur im Mobbi aufhalten. Deshalb habe ich beschlossen, das mit "an die Küste fahren" und mir die nähere Umgebung des Fjords (Mjóifjördur) ansehen um einen Tag zu verschieben. Ich muss dazu nämlich über die Berge fahren, und die liegen total in den Wolken. Hoffentlich regnet es am morgigen Tag dann nicht mehr und hoffentlich ist auch die Sicht besser.

Mal abwarten.

Dienstag, 09. September 2008

Ich kann es gar nicht fassen, die letzte Islandwoche liegt vor mir. Es trudeln jetzt nur noch eine Handvoll Fahrzeuge auf dem Campingplatz in Egilstadir ein; die meisten Islandbesucher sind sicherlich schon wieder daheim.

Habe heute einen "größeren" Einkauf (für eine Person) gemacht, denn morgen will ich noch einmal an die Küste fahren und mir die nähere Umgebung des Fjords(Mjóifjördur) ansehen. Hoffentlich regnet es an der Küste nicht zu oft, denn der Fjord ist hier von beiden Seiten mit hohen Bergen eingefasst.

Mal abwarten, was da noch so auf mich zukommt...

Montag, 08. September 2008

Als ich heute früh aus dem Fenster schaute sah alles mal wieder grau in grau aus. Das schöne Wetter war also erst einmal vorbei. Aber es regnete nicht und so machte ich mich auf, Egilstadir zu erkunden.

Nach einer guten Stunde Fußmarsch habe ich sogar eine Art Bauhaus gefunden. Da bin ich sofort hinein gegangen. Der Laden war nicht schlecht ausgerüstet und das Sortiment war recht groß. Ich deckte mich sogleich mit Schrauben ein, die mir noch fehlten. Zusätzlich kaufte ich noch ein kleines Schloss um meine Werkzeugkiste abzuschließen.

Auf dem Rückweg ging ich an recht hübsch angelegte Häusern vorbei und in dem einen Vorgarten befand sich ein Wäscheständer mit aufgehängter Wäsche und ich traute erst meinen Augen nicht - zwei aufgehängten Wild-Gänsen. Die sollen bestimmt irgend wann in den Kochtopf. Wie die wohl schmecken? Da würde ich mich gerne anschließen. Da ich meine Kamera dabei hatte habe ich gleich zwei Bilder gemacht und kann sie euch nun zeigen.

So einen schönen Wäscheständer fand ich in einem VorgartenGänse zum Trocknen aufgehängt...

Sonntag, 07. September 2008

Gestern erzählte ich euch ja, dass es doch schon recht herbstlich ist; heute jedoch scheint der Sommer noch einmal zurück gekommen zu sein. Jedenfalls hatte ich heute am Sonntag nochmals einen so schönen warmen Tag, dass ich ein Sonnenbad nehmen konnte...

Es zeigte sich schon am gestrigen Abend. Als ich zu Bett ging, war keine einzige Wolke mehr am Himmel zu entdecken. Es war so herrlich klar und ein schöner Sternenhimmel zeigte sich. Es wurde aber schon recht kalt. Als ich in der Nacht dann wegen eines drückenden Bedürfnisses aufstehen musste und auf das Thermometer schaute, hatten wir etwa 3,5 ° C. Aber was ich dann am Himmel sah, hatte ich auch noch nie gesehen:es fand ein regelrechtes Wetterleuchten statt; immer dachte ich, wer strahlt denn die Wolken am Himmel so grünlich an. Aber es gab am Himmel keine Wolken. Und das sich zeigende Licht bewegte sich auch noch, verschwand und kam wieder. Wie von Zauberhand gesteuert. Ich war mit einem Mal hellwach und beobachtete die Szenerie etwa eine viertel Stunde lang, bis ich allmählich wieder müde wurde und mich erneut zum Schlafen glücklich nieder legte.

Als ich dann am morgen aufwachte zeigte sich ein strahlend blauer Himmel und die Sonne wärmte schon das Mobbi auf. Nach einem guten Frühstück -das am Ende durch eine Blaubeer-Skyr-Mischung gekrönt wurde - machte ich mich so gleich wieder auf um die gegessenen Blaubeeren aufzufüllen. Und ich fand immer noch genug - dicke fette Beeren, die die mitgenommene Schüssel schnell auffüllten.

Es folgte eine ausgiebige Wanderung am Fluss entlang - ich fand hier noch weitere tolle Mobbi-Plätze - und als ich zurück kam hatten wir es schon 15:00 Uhr. Eigentlich Kaffee-Zeit. Ich hatte aber schon wieder Hunger und da noch Suppe von gestrigen Abend übrig war aß ich davon ein wenig(zwar kalt, schmeckte aber trotzdem).

Gegen Abend wurde es dann recht frisch, mit Wolken am südlichen Himmelsrand. Sie störten mich jedoch nicht, da westlich die Sonne immer noch schien und am restlichen Himmel keine Wolke zu sehen war. Ist das ein Zeichen für einen neuen sommerlichen morgigen Tag? Ich werde es euch berichten.

Samstag, 06. September 2008

Es ist zwar schon recht herbstlich, aber die Sonne schien heute so schön, dass ich mich entschloss, wieder einmal die Dax zu bewegen. Also nichts wie runter mit den Teil und dann erst einmal zur Tankstelle (500 Meter entfernt) und das kleine Motorrad mal richtig säubern.

Als dies dann geschehen war bin ich über die Berge nach Seydisfjördur zum Touristenbüro gedüst und habe mal wieder die Homepage aktualisiert. So das war es in kürze von diesem Tag.

Der kalifornische Wein gestern Abend hat übrigens ganz ausgezeichnet geschmeckt. Werde mir wahrscheinlich eine Flasche mit nach Norwegen nehmen.

Freitag, 05. September 2008

Und auch heute hat die Sonne wieder ihr schönstes Strahlen gezeigt und mir damit doch wohl andeuten wollen, nicht zu lange im Bett zu bleiben.Also nichts wie raus aus den Federn und erst einmal frühstücken.

Dann packte mich die Aufräumwut und meine ganzen Kabel, die bisher alle lose in einer Tüte ihr Dasein fristen mussten sind nun fein zusammengebunden und säuberlich sortiert. Dann habe ich so einige Arbeiten am Mobbi gemacht, die auf meinem Arbeitszettel standen. Unter anderem kann ich nun auch draußen Musik hören, da ich zusätzliche Lautsprecher angeschlossen habe.

Dann stand wieder mal ein großer Einkauf an, denn die Vorräte gingen langsam zu Neige. Ja, so ist dieser Tag abgelaufen und schon wieder vorbei. Habe mir heute mal einen kalifornischen Wein gekauft und trinke nun ein Glas auf euer aller Wohl.

Donnerstag, 04. September 2008

Endlich, endlich hat sich die Sonne mal wieder gezeigt und sogar mit ihren noch kräftig warmen Strahlen. Konnte daher - nach dem Frühstück bis zum Mittag - in der Sonne sitzen und relaxen. Musste mich mal von diesem Urlaubsstress erholen -(Hihihi).

Danach wurde das Loch im Armaturenbrett mit einem Schalter zugemacht. Dieses hässliche Loch sollte mich gar nicht erst lange angucken. Zusätzlich stellt dieser Schalter nun den Kontakt von der Batterie zum Zigarettenanzünder her.Das ist eine akzeptable Lösung, so denke ich, und der Schalter nebst Platte ist auch noch recht hübsch anzusehen...

Habe dann noch Wasser getankt, die Toilette entsorgt und das Fahrzug von außen gesäubert. Dann habe ich noch ein wenig am Fahrzeug herum gebastelt und mir aufgeschrieben, was verbessert werden könnte und was ich als nächstes noch einbauen muss. (Alles in allem hat sich die bisherige Einrichtung bewährt und es hat keinen Ausfall gegeben).

Ja und ruck zuck ist dieser Tag nun schon wieder vorbei. Da ich noch etwas Whisky habe, werde ich mir heute mal wieder einen eingießen. Na denn zum Wohl...

Mittwoch, 03. September 2008

Heute hat die Fähre Norröna wieder eine "Ladung" Islandbesucher aufgenommen und bringt sie nun in die Heimat. Ich habe nun nur noch 14 Tage, dann ist auch meine Islandzeit vorbei.

Heute Vormittag bin ich noch einmal zum Campingplatz gefahren um das Tatra-Fahrzeug zu fotografieren, aber es war schon weg gefahren. Aber dieses Fahrzeug könnte ich bestimmt einmal wieder treffen, denn es hat auch Ziele auf dem Plan, die auch ich noch einmal bereisen möchte. Mal sehen...

Heute Nachmittag habe ich ein wenig am Mobbi gebastelt und im Führerhaus einen zusätzlichen Zigarettenanzünder für 12 Volt eingebaut. Hatte schon ein schönes großes passendes Loch ins Armaturenbrett gebohrt, das stellte ich fest, dass der Zigarettenanzünder von der Tiefe her nicht hineinpasst. So ein Mist, hab ich nun ein Loch ohne "Befüllung". Da muss ich mir noch etwas überlegen, wie ich das nun wieder weg kaschiere.

Zum Abendessen habe ich mir noch eine Portion frischer Goldröhrlinge geholt, es wachsen so viele unter den Lärchen, dass meine große Pfanne richtig voll war. Dazu gab es (am Lagerfeuer zubereitet) frische Salzkartoffeln mit Schnitzel. Eine Dose des guten, frei verkäuflichen Thule-Bieres (mit immerhin 2,25 % Alkohol) rundete das Essen ab. Ich hatte die Schnitzel paniert, aber die Panade blieb leider nicht am Fleisch hängen. Muss mich da nochmals bei Köchen um hören, was ich da falsch gemacht habe. Und eine Panade war auch noch verkohlt; das Feuer war wohl zu heftig. Aber bei den anderen Schnitzeln war alles in Ordnung. Und es hat richtig gut geschmeckt...

Dienstag, 02. September 2008

Bin heute ins Schwimmbad gefahren. Da sich das Wetter nur unwesentlich geändert hat, habe ich mich entschlossen, wieder einmal ins Schwimmbad zu gehen.

Bisher hatten wir ja gute Erfahrungen mit den hiesigen Schwimmbädern gemacht und so war ich ein wenig enttäuscht, dass dieses Schwimmbad keine vernünftigen Duscharmaturen hatte und das das Wasser aus dem Heißwasseranschluss nur lauwarm heraus plätscherte. Die Installation der gesamten Rohre und dergleichen hatte wohl schon einige Jährchen auf dem Buckel und musste eigentlich überholt werden.Die Schwimmbahnen jedoch waren großzügig bemessen, und hatten bestimmt eine Länge von 50 Metern. Zum Glück gab es auch die üblichen Heißwasserpools (39 - 41 ° C) in denen man sich "stundenlang" aufhalten konnte. Ich blieb gut 3 Stunden in der Anlage und habe gleichzeitig auch noch meine Wäsche gemacht.

Heute Nachmittag füllte sich wieder langsam der Campingplatz mit "Heimkehrern" - unter anderem viel mir ein Fahrzeug auf, was ich in Keflavik am Flughafen schon gesehen hatte: Es war ein Geländefahrzeug der Marke Tatra. Ich kam mit dem Fahrer kurz ins Gespräch und er sagte mir, dass dies Fahrzeug früher ein Begleitfahrzeug auf der Rallye Paris - Dakar gewesen ist. Es hatte gut seine 400 PS und sei nun zu einem Ausflugsbus für zahlende Passagiere umgebaut worden.

Bin dann vom Campingplatz wieder auf meinen alten Stammplatz gefahren, wo ich hoffe eine ruhige Nacht zu verbringen.

Montag, 01. September 2008

Hallo ihr Lieben, da bin ich schon wieder mit dem ersten Bericht des neuen Monats.

Viel gibt es aber nicht zu berichten, denn das Wetter hat sich leider nicht gebessert. So bin ich nach dem Frühstück wieder los gefahren.

Habe aber noch einmal ein Stück des Weges zum Vatnajökull in Angriff genommen. Nach einigen Wasserdurchfahrten und durch schwarzen Lavasand ging es gut 10 Kilometer Richtung Süden. Dann machte der Weg eine Kurve und es ging recht steil bergauf. Obwohl ich eigentlich schon durch die Wolken fuhr, ging es - nach dem ich den Berg geschafft hatte - richtig in finstere Wolken. Hier habe ich entschlossen, nicht weiter zu fahren, da die Sicht - trotzt Licht- und Nebelscheinwerfern - richtig schlecht wurde. Ich konnte bald keine 20 Meter mehr weit sehen. Und die schotterige Bergstraße verengte sich auch noch auf nur Fahrzeugbreite. Also bin ich ein Stück rückwärts gefahren und habe an einer geeigneten Stelle gedreht.

Die Entscheidung nicht weiter zu fahren fiel mir insofern nicht schwer, als sicherlich auch der Gletscher voll in den Wolken hing. Nach gut 3 Stunden Fahrzeit hatte mich die Asphaltstraße wieder und es ging Richtung Egilsstadir zurück. Nun habe ich einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden und melde mich morgen wieder.

Touren-Bericht - Monat 08 Island 2008

Bericht vom Freitag den 01. August 2008

Hallo ihr Lieben, ein neuer Monat ist angebrochen.

Wir sitzen hier am Meer in der Abendsonne in Akranes, etwa 30 km nördlich von Reykjavik und genießen einen Jägermeister (Regine) und Whisky-Cola (Wolfgang). Um hierher zu kommen, sind wir durch einen 6 km langen Tunnel unter einem Fjord hindurch gefahren. Das einzige Internet-Café des Ortes ließ es leider nicht zu, dass wir unsere Homepage aktualisieren konnten.

Wir sind lange durch Ort gebummelt und haben sogar die Uferpromenade (etwas verschlafen) und den Strand (ziemlich klein) gefunden.Der krönende Abschluss des Tages war der Anblick unseres ersten Papageientauchers. Wirklich possierlich diese Kerlchen und wahre Meister im Tauchen.

Bis zum nächsten Bericht

alles Liebe von den Weltenbummler

Wolfgang und Regine

Samstag 02. August 2008

Hallo, da sind wir wieder!

Von Arkranes ging es weiter Richtung Borgarnes. Hier fanden wir eine Vinbud (öffentlicher Handel für alkoholische Getränke). Wir deckten uns mit Rot- und Weißwein ein. Auch konnten wir für Gine endlich ein Paar Wanderstiefel kaufen - ihre "alten" hatten sich mit einer kaputten Sohle verabschiedet.

Nach Abfrage aller e-mails, Aktualisierung der Homepage sowie Verspeisung eines Riesen-Softeises (trug den Titel: "klein") gingen wir noch auf Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz. Wir fanden am Hafen ein Plätzchen für die Nacht."Mitten in der Nacht" "03:30" Uhr riss es mich Motoren-Lärm aus dem Schlaf. Auf diesem Platz drehte ein "Rennfahrer" mit seinem aufgemotzten Pkw einige Morgenrunden. Er war aber gnädig: Denn nach 3 Minuten war er wieder weg...

Liebe Grüße

Wolfgang und Regine

Sonntag 03. August 2008

Und schon sind wir wieder da...

Kurz vor Mittag haben wir Borgarnes verlassen und sind zum Langárfoss mit seinen kleinen Wasserfällen und Stromschnellen gefahren.

Dort fanden wir eine Lachstreppe und zwei Angler. Wir beobachteten sie eine Weile und tatsächlich, nach kurzer Zeit hatte der eine einen Fisch (möglicherweise sogar einen Lachs) gefangen. Dann sahen wir sogar noch einige kapitale Fische springen.

Wir machten uns dann wieder auf den Weg Richtung Reykjavik. Diesmal aber nicht durch den Tunnel, sondern um den Fjord. An diesem Nachmittag wollten wir noch unbedingt eine Wanderung zum vermutlich höchsten Wasserfall von Island machen.

Nachdem wir den Parkplatz vom Glymurfall gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg. Es ging einen Weg in die Wildnis, der es wirklich in sich hatte. Nach queren von Geröllfeldern mussten wir durch eine Felshöhle klettern und steigen.

Durchgang durch Felshöhlen

Als wir dieses Hindernis überwunden hatten, ging es auch schon auf einem Baumstamm über den Fluss.

Auf dem Baumstamm über den Fluss

Ja, und dann ging es steil nach oben; manchmal so steil, dass wir Hände und Füße brauchten und ich glaube, dass wir manchmal gegenseitig um uns Angst hatten... Es war teilweise so gefährlich, dass ein falscher Tritt oder ein Ausrutschen gereicht hätten, um richtig tief abzustürzen.

So dauerte dieser Aufstieg fast 2 Stunden und der Wasserfall war erreicht und die Mühe wert.

Oberer Teil vom Wasserfall Glymur

Der Abstieg war nicht weniger gefährlich, aber wir passten wirklich gut auf, heil wieder unten anzukommen. Jedoch rutsche direkt vor meinen Augen eine Frau aus und fiel ca. 10 Meter in die Tiefe und blieb dort wimmernd liegen. Nachdem ich sie erreicht hatte und sie ansprach, stellte sich glücklicherweise heraus, dass sie unverletzt war. Sie konnte nach einer geraumen Zeit mit ihrem Begleiter - der die ganze Geschichte vom Berg aus mit ansehen musste - ihrem Weg fortsetzen.

Liebe Grüße

Wolfgang und Regine

Montag 04. August 2008

Seid gegrüßt, ihr Lieben!

Bei Regen und 12° C sind wir weiter gefahren. Kurz vor Reykjavik fanden wir in dem Ort Mossfellsbaer ein geöffnetes Schwimmbad. Für nur 210 ISK (1,75 €) konnten wir uns bis zum Abend vergnügen (Sauna inklusive). Das Bad war im Freien, hatte aber so warmes Wasser, dass es uns nichts ausmachte. Außerdem gab es noch warme Pools (bis zu 40°) in denen man sich aufhalten konnte, bis man schrumpelig wurde.

Glücklicherweise wurde das Wetter besser und die Sonne kam heraus. Es wurde noch ein richtiger isländischer Sommertag mit warmen 20°.Wir liefen noch zu einem kleinen Bach und setzten uns am Ufer in die Sonne. Im klaren Wasser entdeckte ich einen kleinen Fisch, etwa 4 cm groß. Wolfgang meinte, er hätte die Form eines Heilbutts und würde nochmal richtig groß und lecker. Er wünschte ihm deshalb: Alles Gute.

Zum Abendessen gab es Kotletts mit Gemüse und Salat. Das hatten wir uns verdient - Baden macht hungrig - und haben deswegen fast alles aufgegessen,damit es morgen wieder gutes Wetter gibt.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang

Dienstag 05. August 2008

Wir grüßen euch!

Voller Hoffnung fuhren wir gegen Mittag zu den Werkstätten. In der ersten holten wir unsere neue Steckachse ab. Leider wurde uns mitgeteilt, dass eine Reparatur der alten nicht möglich war. So mussten wir in den sauren Apfel beißen und das Teil teuer bezahlen.

Bei Mercedes mussten wir dann erstmal auf die Lieferung von DHL warten - kam 1/2 Stunde später. Dann ging es an die Demontage der Ersatzkappe, die sich nur sehr widerwillig lösen ließ.

Kappe, um den Ölverlust zu stoppen

Dann wurde der verloren gegangene Flansch durch den neuen ersetzt. Wolfgang hatte schon Befürchtungen, dass er nicht passt und mir wurde ganz schlecht.

Der neue Flansch aus Deutschland

Aber zum Glück passte alles einwandfrei. Jetzt musste nur noch die Steckachse angebaut werden.

Neue Steckachse wird montiert

Nach gut einer Stunde konnten wir bezahlen (stöhn) und vom Hof fahren - befinden uns eigentlich immer noch auf Probefahrt.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang

Mittwoch 06. August 2008

Hallo!

Haben heute Stecke gemacht - na ja, für isländische und unsere Verhältnisse. Vom Seljafoss sind wir zum Skoga-Foss gefahren. Dort haben wir das gute Wetter ausgenutzt und eine Wanderung gemacht. Oberhalb des Fall - entlang des Flusslaufs - ist die Skoga noch viel schöner.

Gine am SkógafossDie Skógá mit Fallstufen oberhalb vom Skógáfoss

Nach einem Mittagsmüsli im Auto waren wir wieder gestärkt und fuhren Richtung Dyrhólaey. Dort empfingen uns steile Kliffs und Brandungsfelsen. Auf diesen Felsen fanden wir auch die schönen Papageientaucher. Sie nisteten dort und tauchten vor unseren Augen immer wieder ins Meer.

Die PapageientaucherDer schönste Papageientaucher

Jetzt sitzen wir kurz vor Kirkjubeijarklaustur, essen Riesenportionen Hackfleisch in Tomatensauce und genießen den Abend.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang

Donnerstag 07. August 2008

Hallo, wo immer ihr auch seid!

In Kirkjubeijarklaustur verbrachten wir eine ruhige Nacht und erholten uns bei tiefem Schlaf...

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir 5 km in die City von Kirkjubeijarklaustur und ergänzten unsere Vorräte in dem einzigen Market, den wir in diesem Ort fanden. Hier im Markt war richtig lebhafter Betrieb, denn es war ein Bus angekommen und die Leute strömten nun alle in diesen kleinen Laden. Brot war im nu alle (wir hatten zum Glück noch genügend) und an den zwei Kassen bildeten sich lange Schlangen.

Nach dem Einkaufen fuhren wir dann weiter Richtung Höfn. Auf der linken Seite begleitete uns schon seit einiger Zeit der Gletscher Vatnajökull mit seinen Gletscherzungen. Zum Glück war die Sicht sehr gut,so dass wir den Gletscher bis oben hinauf sehen konnten und die im Wasser schwimmenden Eisbrocken in der Jökulsárlón in weiß, blau und schwarz leuchteten.

GletschereisGine am Gletschersee

Wir setzten uns eine Weile an den Jökulsárlón und beobachteten die Vögel, die sich auf der Jagd nach kleinen Fischen in den Fluss stürzten. Einen vertrockneten Fisch fand ich zwischen den riesigen Gesteinsbrocken.

Ein glänzender Fang

In der Nähe von Höfn suchten wir uns einen Stellplatz - direkt am Atlantik. Unser restliches Hackfleisch wurde auf dem Feuer gewärmt und dazu gab es Salat. Da es sich über Nacht einregnete, schliefen wir lange in den nächsten Morgen.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang

Freitag 08. August 2008

Hey, Fans!

Regen weckte uns und ließ uns unsere Pläne, am Ort zu bleiben, ändern. Es war ein typischer isländischer Sommertag - um die 8° C und Nieselregen. Also: Wagen und Heizung an und wieder weiter durchs Land. Die Ringstraße Nummer 1 wurde gelegentlich zu einer Schotterpiste, ließ sich aber trotzdem gut befahren. Zwischendurch mal einkaufen, Müll entsorgen und weiter. An der wunderschönen (meist) Steilküste sahen wir hunderte von Schwänen - ein toller Anblick.

Wir nahmen eine Abkürzung um nach Egilsstadir zu kommen. Schotterpiste, steil bergan und unbefestigt. Zum Teil nur gut drei Meter breit und zu allem Übel kamen wir auch noch in die Wolken - schon abenteuerlich... Fast am Ende der steilen Strecke blockierte ein liegen gebliebener Bus die enge Fahrbahn. Er hatte ein Problem mit seinem Bremsschlauch, was der Busfahrer aber selber beheben konnte, so dass wir halt 20 min. warteten.

Eine Busreparatur hält uns ein wenig auf...

Danach ging es zügig weiter und gegen Abend erreichten wir Egilsstadir. Wolfgang wusste von seiner Ankunft her noch einen Platz, den wir wieder aufsuchten. Mit einem Linsenessen am Lagerfeuer und ein wenig Sonnenschein beendeten wir den Tag.

Herzlichst

Regine und Wolfgang

Samstag 09. August 2008

Liebe Freunde der Homepage!

Heute früh weckte uns mal wieder der Sonnenschein und ein strahlend blauer Himmel - gegen 6 Uhr. Wir drehten uns jedoch noch einmal um und wachten gegen 9 unter bedecktem Himmel auf. So ein Mist. Gott sei dank: Es regnete nicht.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Egilsstadir und suchten die Touristeninformation auf. Wir erkundigten uns nach der Steuerrückerstattung unserer großen Reparaturrechnung (wie der Ablauf sei). Das Mädel sagte, wir müssten uns nach Seydisfjördur wenden, was nur 26 km entfernt liegt. Also machten wir uns mal wieder auf den Weg: 13 km rauf und 13 km wieder runter, z. T. in Serpentinen. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass die Touristeninformation samstags nicht geöffnet hat. Na toll! Die ganze Strecke umsonst gefahren. Wir haben jedoch mittlerweile herausbekommen,dass wir uns wegen der Steuerrückerstattung an die Landesbank wenden müssen.

Auf dem weiteren Weg nach Myvatn fuhren wir über eine Brücke, die über eine eindrucksvolle Schlucht führt.

Schlucht vom Jökulsá in den Berg gegraben

Auf einem Schotterplatz richteten wir uns gemütlich ein und ließen uns vom aufkommenden Wind in den Schlaf schaukeln.

Herzlichst

Regine und Wolfgang

Sonntag 10. August 2008

Liebe Freunde!

Nach einer 3° kalten, klaren Nacht war zur Aufstehzeit (so gegen 9 Uhr) immer noch ein wenig Sonne zu sehen. Wir fuhren weiter Richtung Dettifoss durch's karge Hochland, wo einige Berge unsere Aufmerksamkeit erregten.

Berge auf dem Weg zum Dettifoss

Gegen Mittag erreichten wir über eine 28 km lange Gravelroad den Dettifoss. Es ist der größte Wasserfall Europas und die graubraunen mit Gletschertrübe beladenen Wassermassen sind schon beeindruckend.

GischtGine vor'm DettifossGraue, aufgewühlte Wassermassen

Wir gingen und kletterten von da aus die eineinhalb Kilometer bis zum oberhalb liegenden 12 m hohen Selfoss.

Gine fast im Selfoss

Vom Dettifoss ging es die Schotterstraße weiter bis wir den Parkplatz vom Hafragilsfoss erreichten und unser Mobbi auf rotem Grund abstellten.

Mobbi auf roter Erde

Mit einem beeindruckenden Blick über die Ziegenschlucht verließen wir das Hochland und näherten uns der nördlichen Küste.

Blick auf den Hafragilsfoss

An der Nordspitze der Tjörnes-Halbinsel fanden wir direkt am Atlantik bei richtig schönem Sonnenschein einen Stellplatz für die Nacht.

Herzlichst

Regine und Wolfgang

Bericht vom 11. und 12. August 2008

Liebe Freunde!

In Húsavik angekommen, buchten wir eine Tour zum Whale-Watching. Um 13.15 Uhr bestiegen wir das 15-m-lange Schiff "Faldur".

Unser Whale-Watching-Boot

Für die Bootstour hatten wir uns auf Anraten des Tcketverkäufers dick und fest angezogen. Zusätzlich bekam jeder an Bord einen wetterfesten, warmen Overall - denn es sollte kalt und windig werden. Wir hofften, dass der Wind die Wolken restlos weg pusten würde.

Regine im warmen Overall

Neptun war uns hold, denn wir sind nicht untergegangen und haben sogar mehrere Wale gesehen. Besonders eindrucksvoll war gleich zu Beginn der Luftsprung eines Wales, der sich uns in seiner ganzen Schönheit präsentierte. Leider waren wir noch nicht mit der Kamera bereit, um diesen akrobatischen Akt auch euch zeigen zu können. Nach etwa drei Stunden war die Fahrt zu Ende. Wolfgang hätte gerne noch weiter geschaukelt, aber mir hat es dann eigentlich auch gereicht.

Gegen Nachmittag fuhren wir weiter in das Naturschutzgebiet von Mývatn. Wir suchten uns einen Campingplatz (das erste Mal auf Island) und reihten uns ein in die Schar der eng stehenden Camper.

Am nächsten Morgen bei herrlich warmen Sonnenschein (8,5°C, Wolfgang sofort kurzes Hemd an und Hosenbeine abgezippt) marschierten wir durchein Lavafeld mit Krüppelbirken bewuchs, Flechten und Blaubeeren (sehr lecker). Eigentlich wollten wir zum Naturbad, aber der Weg führte uns auf den Hverfjal, einen alten Vulkanberg mit einem Krater vom 1 km Durchmesser. Bei seiner Explosion hatte er einen 150 m hohen Aschering produziert.

Auf dem Weg zum Krafla-Gebiet kamen wir an einem blauen See vorbei, der uns mit seinem türkisfarbenen Wasser begeisterte.

Türkisfarbener See

Im Krafla-Gebiet faszinierte uns die dort herrschende Farbenvielfalt (von tiefschwarz über rot bis hin zu gelb-braun). Unter der aufgebrochenen Oberfläche der Solfataren leuchtete uns das giftige Gelb des Schwefels entgegen.

Solfataren bei MývatnEs dampft und riecht überall nach SchwefelHier blubbert und kocht es...

Überall dampfte es und uns stieg der Schwefelgeruch aus der schwarzen Lavamasse entgegen. Total beeindruckend!

Aus dem Lavagestein steigt Dampf

Zum Abschluss dieses wundervollen Sommertages konnten wir ein angenehm warmes Bad an einem kleinen Wasserfall genießen. Was für ein Tag!

Im warmen Bach...

Herzlichst

Regine und Wolfgang

Mittwoch 13. August 2008

Hallo!

Nach einer weiteren kalten Nacht fuhren wir erneut ins schöne Mývatn Gebiet. Zum Glück kam gegen 11:00 Uhr die Sonne heraus und beleuchtete die Schönheiten (Schlammtrichter und Schwefelablagerungen). Es ist einfach nur beeindruckend. Schaut euch in Ruhe die Bilder an:

Noch ein rauchender KegelBrodelnder SchlammtrichterHeißer brodelnder Schlamm

Nach ausgiebiger Durchwanderung dieses Gebietes fuhren wir weiter Richtung Akureyri. Wir machten einen von mehreren Zwischenstopps in Dimmuborgir um hier zwischen den dunklen Lavaburgen zu wandern. Hier stellte ich mit einem Mal und großem Entsetzen fest, dass mein Portemonnaie mit Scheckkarten und Führerschein und ein klein bisschen Bargeld verschwunden war. Also fuhren wir zurück nach Reykjahlid, denn vorgestern hatte ich noch die Campingplatzgebühr bezahlt. Vorsichtshalber fragten wir auch beim Touristenbüro, ob vielleicht meine Geldbörse abgegeben worden sei. Der wirklich freundliche Mitarbeiter sagte jedoch, dass dies nicht geschehen sei. Zwischenzeitlich rief ich in Frankfurt an und ließ unser Konto sperren. Wir überlegten noch einmal, wo wir am letzten Tag überall waren, und wo ich das Portemonnaie verloren haben könnte. Ich hatte gestern Abend beim Baden im Bach meine Hose ausgezogen. Vielleicht habe ich es dort verloren. Also sind wir noch einmal an diesen schönen Badeplatz gefahren und haben alles abgesucht. Ohne Erfolg. Besorgt fuhren wir wieder zurück und wollten auf dem Campingplatz noch einmal nachfragen. Bevor wir zur Rezeption gingen, durchsuchte ich noch mal alle meine Hosen. Gott sei Dank, in der Hose meines Hausanzuges fand ich das gesuchte Stück. Es fiel uns beiden ein Stein vom Herzen. Jedoch müssen wir nun die Sperrung des Kontos wieder aufheben lassen. Aber das sind ja nur Kleinigkeiten...

Wir konnten nun unseren Spaziergang in Dimmuborgir machen und genossen diese schöne Umgebung in vollen Zügen. Wir wurden auf eine "Kirche"hingewiesen, die wir uns angesehen haben.

Die Kirche

Morgen wollen wir uns den Godafoss ansehen. Bis dahin

seid herzlichst gegrüßt von

Wolfgang und Regine

Donnerstag 14. August 2008

Liebe Leute!

Heute sind wir schon recht früh (10.30 Uhr) am Godafoss angekommen. Der Godafoss (Götterfall) erhielt seinen Namen, weil bei der Einführung des Christentums die heidnischen Götterstatuen in die Fluten geworfen wurden. Der Godafoss hat eine Fallhöhe von etwa 12 Metern. Als wir ankamen war die Sonne so freundlich einen Regenbogen über den Wasserfall zu zaubern, was besonders schön aussah.

Auf dem Weg zum GodafossGodafoss zum Greifen nah

Dann fuhren wir weiter nach Akureyri - der Perle des Nordens. Ein wunderschönes Städtchen am Ende des Fjords mit weißen Häuser mit bunten Dächern.

Hier konnte Wolfgang endlich seine neue Mastercard in Empfang nehmen - jedoch ohne Geheimnummer. Die ist wahrscheinlich nach Hause geschickt worden (sehr geschickt), so dass eine sofortige Nutzung immer noch nicht möglich ist. Hier muss Johnny noch mal helfen.

Nachdem wir etwas durch den Ort gebummelt waren, suchten wir uns einen Platz am Eyjafjördur. Wir befinden uns hier an einem historischen Ort, weil hier im Mittelalter eine Handelssiedlung gewesen ist. Diese wird jetzt wieder nach gebaut und als Freilichtmuseum aufbereitet. So viele Baufahrzeuge und Bagger wie auf dieser 7 km langen Straße habe ich auf ganz Island nicht gesehen.

Wir hatten uns in Mývatn ein Stück geräucherte Forelle (rotes Fleisch) gekauft. Diese haben wir heute Abend genüsslich mit Baguette und Salat verspeist. Hatte ein tolles Aroma, da sie über Birkenholz kräftig geräuchert war - total lecker. So was essen wir jetzt nur noch...

Bis dann

Regine und Wolfgang

Bericht vom 15. und 16. August 2008

Hallo Leute!

Nach zweitägiger Abstinenz sind wir wieder da.

Wir fuhren weiter nach Norden Richtung Dalvik. Die Fahrt ging schön an diesem Fjord entlang. Schon bald erreichten wir Dalvik. Ein kleiner, verschlafener Ort - aber mit Internet-Café. Bei einem Süppchen konnten wir hier seit längerer Zeit mal wieder unsere Homepage aktualisieren.Als wir den Ort verließen, sahen wir ein Fischtrockengestell, das zu einem Freilichtmuseum gehörte.

Fischtrockengestell bei einem MuseumGetrocknete Fischköpfe

Bevor wir das ebenfalls verschlafene Olafsfjördur erreichten, mussten wir durch einen "Einbreitgöng" fahren: Das ist ein Tunnel, der nur eine Spur breit ist und zu unserem Pech, hatte der Gegenverkehr Vorfahrt. Da der Tunnel fast 3,5 km lang war, fragten wir uns, wie denn das gehen solle. Aber alles kein Problem, denn erstens gibt es ja nicht so viel Verkehr auf Island und zweitens gab es alle 200 Meter eine Ausweiche auf unserer Seite. Trotzdem war es spannend, denn so einen Tunnel hatten wir bisher noch nicht befahren.

Über Olafsfjördur führen wir dann auf Schotterstrecke in die Lagheidi - eine Gegend im Gebirge mit vielen Blaubeersträuchern und anmutigen Bächen. Schon bald war ein geeignetes Plätzchen für die Nacht gefunden.

Am Morgen fuhren wir ans Ende der Welt: Siglufjödur, die ehemalige Metropole des Heringsfangs. Wir besuchten ausgiebig das Heringsmuseum, das urtümlich und interessant war. Kurze Filme sorgten dafür, dass die ausgestellten Gegenstände zum Leben erwachten.

Danach machten wir eine Wanderung in die Berge und ließen uns die Blaubeeren schmecken. Auf dem Rückweg sprang uns plötzlich ein kleinerer Fluss in den Weg, der auf etwas abenteuerliche Weise überquert werden musste - mit einem größeren Sprung oder mit Umwegen und Tasten von Stein zu Stein.

Für die Nacht richteten wir uns auf dem Campingplatz direkt am Hafen ein.

Bis dann

Regine und Wolfgang

Sonntag 17. August 2008

Aloa!

Stellt euch vor, heute Morgen hat doch tatsächlich die Sonne uns wach geküsst. Von einem wolkenlosen, strahlend blauen Himmel sandte sie ihre wärmenden Strahlen direkt in unser Schlafgemach. Somit haben wir bereits um Viertel vor Neun das erste Sonnenbad genommen.

Endlich konnten wir mal draußen frühstücken. Da schmeckt es doch gleich doppelt so gut.

Frühstück im warmen Sonnenschein

Die Gunst der Stunde und das gute Wetter nutzend, erledigten wir unsere "große" Wäsche. Wolfgang hat bestimmt 1 1/2 Stunden gewaschen, gespült und gewrungen. - Ich glaube, wie man richtig aus wringt, weiß er jetzt auch. Endlich durfte ich auch etwas tun und die Wäsche mit aufhängen.

Große Wäsche

Nach dieser arbeitsintensiven Phase mussten wir uns erst mal ganz dringend erholen.

Sonnenbaden auf Island - etwas ganz Besonderes

Nachdem wir uns stundenlang erholt und mit einem Salat gestärkt hatten, beschlossen wir einen Spaziergang zum Hafen zu machen. Dort wurde tatsächlich auch am Sonntag Nachmittag gearbeitet. Wolfgang sprach einen der Arbeiter an, wie viel den so eine Kiste mit Fischen wiegen würde. Aber er hatte einen der wenigen Isländer erwischt, die kein Englisch sprechen, und so hatte seine Frage zur Folge, dass uns der gute Mann einen Fisch schenkte.

Unser erster Fisch

Für das Ausnehmen und die Zubereitung war Wolfgang zuständig - ich mehr dafür, die Reste an die Möwen zu verfüttern. Der Fisch mundete gar köstlich.Wir haben ihn komplett aufgegessen mit Dillsoße und Reis. Sehr lecker!!!

Bis dann

Regine und Wolfgang

Bericht vom 18. und 19. August 2008

Hey!

Von Siglufjödur ging es gegen Mittag auf gut ausgebauter Straße nach Saudárkrókur. Eigentlich ist dieser Ort nicht wirklich erwähnenswert,aber Wolfgang entdeckte vor der Kirche den einzigen Lichtblick im Ort: eine wunderhübsch angelegte Blumenrabatte.

Isländische BlumenprachtBunte Farbenvielfalt

Wir fanden allerdings gleich hinter dem Ort einen sehr schönen Stellplatz am Skagafjördur. Hier konnte Wolfgang auch mal wieder ein Feuer machen und darauf unsere Hühnersuppe kochen.

Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir wieder Richtung Akureyri. Gleich nach dem Losfahren mussten wir auf der Straße ein Blindhead (nicht einsehbare Bergkuppe) erklimmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Blindheads war an dieser Stelle ein Verkehrsschild aufgestellt. Obwohl Wolfgang in langsamen Tempo den Berg hinauffuhr, kam es zu einem Zusammenprall zwischen dem Schild und unserem Spiegel, der in "Tausend Fetzen"zersprang. Bei nächster Gelegenheit fuhren wir rechts ab und kamen auf einer Pferdeweide zum Halten.

Die Spiegelaffäre

Nachdem wir überlegt hatten, wie wir das reparieren können, kamen Wolfgang auf die Idee einen der beiden rechten Außenspiegel ab- und um zu bauen. Mir fiel jedoch mein Kosmetikspiegel ein, der neulich aus dem Schrank gefallen war und seitdem nicht mehr in der Halterung blieb. Kurzerhand wurde der eine Teil davon mit Klebeband über die Spiegelhalterung am Mobbi geklebt und siehe da, es hielt erst mal.

Notreparatur mit Kosmetikspiegel

Ich habe mich in der Zwischenzeit um die Pferde gekümmert - oder sie um mich? Das eine war jedenfalls sehr zutraulich, aber streicheln lassen wollte es sich nicht.

Gine als Pferdeflüsterer

In ganz Akureyri ließ sich kein Ersatzspiegel auftreiben und nun hoffen wir, dass unsere Konstruktion noch eine Weile hält.

So long!

Regine und Wolfgang

Mittwoch 20. August 2008

Hello friends - all over the world!

Sind heute früh bei bedecktem Himmel in Akureyri "gelandet". Nachdem wir uns gleich am Flughafen umgesehen haben (Regine fliegt ja Morgen nach Reykjavik ) haben wir uns auch schon nach einem Stellplatz für die kommende Nacht umgesehen. Wir fanden in der näheren Umgebung auch einen Campingplatz - jedoch hat dieser uns überhaupt nicht zugesagt. So fuhren wir wieder Richtung Flughafen und fanden einen Platz gegenüber von einem Flugmuseum. Dies wollten wir uns ansehen, jedoch machte es erst in 20 Minuten auf. In der Nähe des Museums standen sauber geputzte kleine Flugzeuge und wir gingen auf diese zu um sie uns aus der Nähe anzusehen. Mit einem Mal erscholl eine Stimme, dass wir doch eintreten sollen; und schon ging ein Tor auf, durch das wir hindurchgingen. Wir sahen hinter einem Flugzeug zwei Männer sitzen, die uns ansprachen.Wir antworteten, dass uns die Flugzeuge - alles schmucke Vögel - sehr gefallen. Und schon machte sich einer der Herren (sehr sympathisch) auf und erklärte uns die ganzen Flugzeuge.Ich durfte sogar auf ein Wasser-Flugzeug steigen und in die Maschine sehen. Alles machte einen sehr gepflegten Eindruck.Nach einer geraumen Zeit verabschiedeten und bedankten wir uns bei dem netten Herrn für die Führung.

Dann gingen wir ins Flugzeug-Museum und dort bekamen wir die "nächste Privat-Führung", denn wir waren momentan die einzigen Besucher.An einer Wand hingen alte und neue Fotos, die wir uns näher betrachteten. Plötzlich entdeckten wir mehrere Bilder des Herrn, der uns die Flugzeuge gezeigt und erklärt hatte. Es ist ein berühmter Sohn der Stadt mit Namen ARNGRIMUR B JÓHANNSSON. Er war Linienpilot bei der selbst gegründeten Fluggesellschaft AIR ATLANTA und ist heute Besitzer mehrerer kleiner Flugzeuge. Da haben wir aber gestaunt, dass wir mit diesem Herrn persönlich sprechen konnten.

Mittlerweile strahlte die Sonne zu unserer großen Freude wieder vom wolkenlosen Himmel. Wir setzten uns daraufhin ein wenig vor die Touristeninformation und unterhielten uns mit mehreren älteren Damen aus Amerika und Canada. Sie wiesen immer auf unser Fahrzeug hin und waren davon ganz angetan. Sie hatten es sich eingehend angesehen und fanden es großartig. Als wir dann zu erkennen gaben, dass wir die Besitzer sind,war das Erstaunen noch größer.

Nach diesem Small Talk besuchten wir die nette Dame von der Landesbank, die uns beim Eintreten sofort wieder erkannte. Endlich bin ich nun im Besitz einer funktionstüchtigen Scheckkarte.

In der öffentlichen Bücherei konnte ich mal wieder meinen Laptop benutzen und unsere Homepage aktualisieren.

Man sieht, Akureyri ist eine richtige Großstadt (15.000 Einwohner).

So long!

Wolfgang und Regine (noch)

Donnerstag 21. August 2008

Hallo Leute!

Meine Gine hat sich heute morgen auf den Weg zurück nach Deutschland gemacht; nun sitze ich hier am See des Flughafens und schaue "stumm schreiend" der davon fliegenden Propellermaschine nach. Oh Schreck und Graus, ich wieder ganz allein. Gine, du fehlst -schon nach ein paar Minuten. Aber unsere gemeinsame Urlaubszeit war einfach toll.

Habe mich heute den lieben langen Tag in der Bücherhalle aufgehalten und die Zeit am Computer verbracht. Das lag auch daran, dass mit dem Davon-Fliegen von Gine sich das Wetter verschlechterte und mir ein Aufenthalt im Freien keinen Spaß machen würde. Die Nacht verbringe ich nun hier am Flughafen - es ist nicht sehr laut, da keine großen Flieger starten und landen und die Autos auf dem Flughafengelände langsam fahren müssen. So steht einer ruhigen Nacht hoffentlich nichts im Wege.

Morgen will ich dann noch einige Bilder von der schönen kleinen Stadt am Eyjafjördur machen und diese dann auf die Homepage stellen.

Bis morgen also...

Wolfgang

Freitag 22. August 2008

Hallo ihr Lieben!

Ja, die letzte Nacht war doch ruhig. Habe die erste Maschine gegen 08:30 Uhr gehört. Der Lärm der Propellermaschine hält sich in Grenzen.

Danach habe ein paar Bilder von Akureyri gemacht.

Auf dem Weg nach AkureyriAkureyri aus der FerneAkureyri

Habe mich danach auf den Weg gemacht Richtung Osten. Da bin ich wieder in das Gebiet von Myvatn gekommen. Das Wetter war einladend (die lästigen Fliegen und ähnliche Plagegeister weniger) und so habe ich noch einige Bilder von der Gegend gemacht. Das Wasser ist hier auch sehr klar und ich konnte mehrere Forellen schwimmen sehen.

MyvatnKlares Wasser in Myvatn

In dieser Gegend hat es auch viele Blaubeeren. Da die Sonne schon schien und ich ja noch 3 Wochen Zeit habe begann ich damit Blaubeeren für eine Zwischenmahlzeit zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich eine kleine Schale voll, die mein restliches Natur-Skyr aufwerten sollten.Die Blaubeeren sind in dieser Ecke etwas größer als an den Fjorden und schmecken auch etwas besser.

Richtig gutschmeckende BlaubeerenDie Sträucher und Büsche sind voll davon...Innerhalb kurzer Zeit gesammelt - eine ganze Schüssel voll...

Die Zwischenmahlzeit mit den Blaubeeren und dem Skyr war sehr sehr lecker. Ihr könnt es euch wohl vorstellen. Bei der Weiterfahrt sah ich auch noch ein Rapsfeld - das jetzt Mitte August in voller gelber Blüte stand. Halt etwas später als bei uns.

Jetzt war es Zeit ein warmes Bad zu nehmen. Vom ersten Aufenthalt in diesem Gebiet kannte ich noch den kleinen warmen Wasserfall und fuhr dort hin.Keine Menschenseele weit und breit. Also Kleidung aus und hinein ins Vergnügen. Es war herrlich. Ich konnte mir die besten Stellen zum relaxen aussuchen. Nach gut einer Stunde kamen weitere Leute und machten es mir nach. So blieb ich gut 2 Stunden an dieser Stelle und kam auch noch mit zwei netten Schweizern ins Gespräch die evtl. noch nach Askja wollen. Also beschloss ich auch Askja einen Besuch abzustatten.Für diese Wegstrecke habe ich den Luftdruck der Reifen auf 2,5 bar herab gesenkt, denn es ging teilweise durch recht lange schwarz-sandige Abschnitte und ich wollte mich hier nicht unbedingt festfahren. So fuhr ich an diesem Tag noch die gut 50 km (Schotter-, Sand- und Gravelstrecke sowie zusätzlich zwei Flussdurchfahrten, die aber keine Problem darstellten), bis ich endlich todmüde an ein Campground in Herdubreidarlindir ankam. Nun schnell noch 'ne Kleinigkeit gegessen und dann sofort ab ins Bett.

Gute Nacht und bis morgen also...

Wolfgang

Bericht vom 23. und 24. August 2008

Meine Lieben!

Am nächsten Tag ging es ausgeschlafen an die nächsten 40 km. Die Strecke war teilweise sehr schlecht und nur ganz langsam zu befahren, da die Strecke zum Teil aus Lavagesteinsschichten bestand, die zusätzlich auch noch mit engen Kurven angereichert war. Jedoch wurde diese Fahrt - die an roten Bergen vorbeiführte - von mir ohne Probleme bewältigt.

Der Weg nach Askja führt durch tiefschwarze LavasteineAls wenn der Berg noch glüht...

In Askja angekommen habe ich mich dann gestärkt und daraufhin den halbstündigen Fußmarsch zum Öskjavatn gemacht. Es ging bei regnerischem Wetter durch Lavagestein. Mit etwas Phantasie könnte man meinen, das der Fußmarsch durch glühendes Lava führt.

Schwarz und rot - die Vulkanfarben

Am See angekommen habe ich nur kurz einige Fotos gemacht, denn das Wetter änderte sich schnell. Der anfängliche Regenschauer artete aus in einen Regensturm. Da habe ich mir dann das Baden im See verkniffen und bin zügig zum Auto zurückgegangen.

In diesem See kann gebadet werdenDer Ösjuvatn im Einsturzkessel der Askja

Da noch Zeit genug war bin ich dann zurückgefahren und bin am ersten Abzweig auf die F910 gekommen, die nach Mödrudalur führt. Dorthin sollten es noch ca. 90 km sein. Die Strecke stellte sich jedoch als übelste Wellblechpiste da, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich habe für diesen Abschnitt doch noch 3 1/2 Stunden gebraucht - und dieses Wellblech ist einfach nur nervig.Zusätzlich kam teilweise eine trostlose Mondlandschaft dazu, die die Stimmung nicht gerade anhob. Zwischenzeitlich war es auch etwa 19:30 Uhr,also eigentlich Zeit, ein ruhiges Stellplätzchen aufzusuchen. Jedoch darf in dieser Gegend nicht gezeltet werden und auch nicht vom Weg abgewichen werden. Also musste ich die Strecke in einem Stück bewältigen. Zweimal musste ich einen riesigen/reißenden Fluss überqueren(hier gab es zum Glück die isländischen Einwegbrücken) und endlich, gegen 21:30 Uhr hatte ich mein Etappenziel erreicht. Auf der ganzen Strecke ist mir nur ein Fahrzeug entgegengekommen. Ich war froh, endlich einen Übernachtungsplatz außerhalb dieses Gebietes gefunden zu haben und fiel erneut todmüde ins Bett. Ich glaube, ich bin sofort eingeschlafen.

Reisen kann manchmal ganz schön anstrengend sein.

Am nächsten Morgen sah die Welt - mit Sonnenschein - schon wieder freundlicher aus. Es ging zurück nach Egilsstadir. Hier musste ich tanken, denn dieser Abstecher zur Askja hat den Dieselverbrauch doch ansteigen lassen (niedriger Luftdruck, langsames fahren und Sand- und Wellblechpisten fordern ihren Tribut). Zusätzlich deckte ich mich mit Lebensmittel ein, denn ich hatte vor, noch nach Sneifell ins Rentiergebiet zu fahren und mich dort umzusehen.

Da es mir aber für heute zu spät erschien, dorthin zu fahren, suchte ich meinen Stellplatz (aus früheren Besuchen noch gut in Erinnerung) auf und richtete mich hier "häuslich" ein.

Da die Sonne so schön schien, bin ich ein wenig durchs Gebüsch gestromert und habe innerhalb kürzester Zeit Blaubeeren und Pilze zusammengetragen. Das Abendbrot war also gesichert.

Herbstfrüchte - innerhalb kürzester Zeit gefunden und gesammeltRiesen-PilzpfanneDie Pilze werden in Kräterbutter kräftig angebraten

Zwischenzeitlich waren Wolken aufgezogen. Als es dann Zeit war zu Bett zugehen, bereitete mir der Himmel noch einen spektakulären Sonnenuntergang. Und alles in der klaren frischen Luft. Island ist einfach toll. Schaut euch nur die Bilder an.

Abendrot an meinem StellplatzDer Himmel steht in FlammenEin Sonnenuntergang der Extraklasse

Bis demnächst seid lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht vom 25. und 26. August 2008

Meine Lieben!

Habe gestern den ganzen Tag im Mobbi verbracht. Es hat nur geregnet und gestürmt. Habe mich mit meinem Laptop beschäftigt und ein wenig den Skifilm von diesem Jahr bearbeitet. Da habe ich auch ganz schon Zeit mit verbracht. Warte nun geduldig auf den Dienstag - vielleicht wird das Wetter ja wieder besser. Am Dienstag habe ich erst einmal lange ausgeschlafen. Dann habe ich mich auf den Weg nach Egilstadir gemacht. Habe dort ein Automobilgeschäft gesehen und habe dort noch einmal nach einem Spiegel gefragt. Irgend wie ist mir der kleine Notspiegel doch nicht ausreichend.

Der Angestellte hatte zwar keinen passenden in der Größe, wie sie an meinem Fahrzeug angebaut sind, aber einen etwas kleinen Spiegel habe ich dann doch mitgenommen und wieder mit Tesaband befestigt. Dieser Spiegel ist fast so gut wie die Originalversion von Mercedes. Und die Sicht ist nun deutlich besser, ich fühle mich auf jeden Fall wohler damit. Habe dann das nun schöne warme Wetter ausgenutzt(die Sonne zeigte sich doch noch) und bin wieder Blaubeeren pflücken gegangen. Wieder war eine Schüssel schnell gefüllt. Und in meinen Mund verschwanden auch noch einige Gramm dieser blauen Perlen. Auch Pilze habe ich wieder gefunden und mitgenommen. Mal sehen, wie sie schmecken werden.

Bis dann euer Weltenbummler

Wolfgang

Mittwoch 27. August 2008

Hallo Freunde!

Heute früh schien die Sonne und so habe ich das kleine Motorrad herab gelassen und geputzt. Sie sprang nach zweimaligen bocken dann beim dritten mal sofort an. Hatte sie jetzt lange nicht bewegt, fast 6 Wochen.

Danach habe ich mir den Laptop umgehängt und bin die Serpentinenstraße (Steigung bis zu 10 %) über die Berge in den nächsten Ort gefahren.In Seydisfjördur (meinem Ankunfts-/Ausgangspunkt der Islandreise) angekommen setzte ich mich in die Vorhalle des geschlossenen Touristenbüros -neben die Heizung - und wärmte mich beim Arbeiten am Laptop gleichzeitig auf. Nach dieser Fahrt war ich doch ein wenig durch gefroren... Und das bei Sonnenschein. Aber in diesen hohen Bergen war es doch recht kalt.

Nach dem aktualisieren der Homepage musste ich gegen 17:00 Uhr das Touristenbüro verlassen, denn es machte zu. Ausgerechnet waren nun auch noch an diesem Nachmittag Wolken aufgezogen und es regnete leicht. Aber da musste ich jetzt durch. Die Dax schnurrte die Berge hoch und fand den Weg nach Egilsstadir zu meinem jetzigen Standplatz, fast ganz allein zurück. Na gut, ein klein wenig habe ich ihr doch geholfen. Da ich nur leichte Fahrrad-Handschuhe angelegt hatte, fingen auf der Berghöhe meine Finger doch mächtig an zu frieren. Aber Gott sei Dank, kurz hinter der Passhöhe riss die Wolkendecke schon mal auf und der Regen hörte auch bald ganz auf. Und es wurde wärmer. Dann ging es den Berg wieder hinab, wobei ich durch die Serpentinen ganz langsam fuhr, denn die Straße war vom Regen doch sehr rutschig.

Auf der Fahrt den Berg hinunter kamen mir schon ab und zu Heimreisende in Autos, auf Motor- und Fahrrädern entgegen, denn morgen legt die Fähre Norönna in Seydisfjördur an. Auch der Campingplatz von Egilsstadir war total mit Zelten, Bussen und Wohnmobilen gefüllt. Zum Glück habe ich ja meinen ruhigen Stellplatz am Fluss.

Werde nun morgen ins Landesinnere fahren und hoffe, dort in den verbleibenden 3 Wochen, einmal wilde Rentiere zu sehen. Bin schon jetzt gespannt, was ich zu sehen bekommen werde.

Euer Weltenbummler

Wolfgang

Bericht vom 28. und 29. August 2008

Hallo meine Freunde!

Habe mich heute fast den ganzen Tag in Egilsstadir auf dem Campingplatz und vor dem Kaufhaus Bonus herumgetrieben. Es war hochinteressant, denn ich konnte die Menschen und Fahrzeuge erleben, die heute am Donnerstag nach Seydisfjördur zur Fähre zurückfahren um ihre Heimreise anzutreten.

Der Campingplatz - sonst immer gähnend langweilig - war zum Bersten voll mit Fahrzeugen, Bussen und Zelten und die Müllcontainer liefen fast über. Andrang herrschte auch an der Wasseranlage und der Toilettenanlage. Jeder wollte noch die Toilette klar - und entsorgt haben. Und auch die Waschanlage war voll belegt, denn die Fahrzeuge sollten ja schön sauber auf die Fähre fahren. Alles in allem hoch spannend.

Gegen Mittag kam dann noch ein geländegängiges Fahrzeug auf den Bonus Supermarkt. Ich stellte mich mit meinen Fahrzeug gleich daneben und kam mit dem Fahrer in Gespräch. Er bedauerte jetzt schon nach Haus fahren zu müssen, denn Island hat ihm auch sehr gefallen. Sein Fahrzeug ist zum Glück ohne Blessuren davongekommen.

Fast zwei Brüder...

Am nächsten Tag ist dann in Egilsstadir wieder Ruhe eingekehrt.

Kenne die Gegend nun schon ziemlich gut. Habe mir wieder eine Schüssel voll Blaubeeren gepflückt und damit meinen Blaubeer-Skyr nochmals verlängert. Auch eine große Schüssel voll Pilzen brachte ich von meinen Rundgängen mit. Es handelte sich um Goldröhrlinge. Sie haben mir als Pilzgemüse - in der Pfanne gebraten - sehr gut geschmeckt. Es gibt unendlich viele hier und ich könnte jeden Tag davon essen - würde ich sie denn sammeln gehen.

Seid ganz herzlich gegrüßt von

Eurem Weltenbummler

Wolfgang

Samstag 30. August 2008

Hallo meine Freunde!

Nach einem guten Frühstück habe ich mich mal wieder auf den Weg gemacht und bin Richtung Sneifell gefahren. Es ging immer am Wasser entlang und nach einer Stunde Fahrzeit hatte ich einen touristisch interessanten Punkt erreicht. Vor mir lag der Wasserfall Hengifoss. Ich bin zu diesem Wasserfall, der gut 2,5 km entfernt ist hin gewandert. Es ging immer bergauf aber ich habe mir Zeit gelassen und die schöne Gegend bewundert.

Auf dem Rückweg zeigte mir ein dänischer Mitwanderer einige Wiesenchampignons, die ich probierte. Sie waren frisch und aromatisch und schmeckten wie unsere Champignons zu Hause.

In dieser Ecke habe ich meine ersten 3 wild lebenden Rentiere (verwilderte Einwanderer aus Norwegen) gesehen. Es ist schon immer beeindruckend, Tiere in der freien Natur beobachten zu können. Leider waren sie für eine Foto- bzw. Filmaufnahme zu weit weg.

Auf dem weiteren Weg habe ich dann noch jagende Isländer (Jagdzeit vom 01. August bis 15. Sept.) und ihre Beute (einige erlegte Rentiere) gesehen.Die Isländer fahren mit ihren ATV's (all terrain vehicle) in die Wildnis und stöbern die Rentieren auf und erlegen sie dann.

Gegen Abend kam ich dann am Sneifell (nicht mehr aktive Zentralvulkan mit 1834 m Höhe) an. Ich musste die letzten 12 km auf Schotterpiste fahren und 3 kleine Wasserfurten meistern. Inzwischen alles schon Routine. Und auf dem Campingplatz konnte ich gratis stehen, da hier die Saison schon vorbei ist.

Den Sneifell konnte ich dann auch kurz sehen, als sich die Wolkendecke einmal auftat. Er sieht schon beeindruckend aus, mit seinen übersäten Schneefeldern. Hoffentlich kann ich morgen mal ein Bild von ihm machen. Jetzt mache ich die Heizung an (in dieser Gegend haben wir nur 6° C) und verkrieche mich in mein warmes Bett. Hoffentlich ist das Wetter morgen besser als heute; ich drücke mir mal die Daumen...

Seid ganz lieb gegrüßt von

Eurem Weltenbummler

Wolfgang

Sonntag 31. August 2008

Hallo Leute,

heute ist der letzte Tag im Monat August und wie schnell er doch vergangen ist.

Leider hat das Daumen drücken nicht geholfen, im Gegenteil, das Wetter hat sich noch verschlechtert. Es stürmte und regnete und alles bei lausigen 6,5 ° C. Ich habe den Eindruck, hier ist der Herbst schon in vollem Gange.

Habe mich den ganzen Tag nicht aus dem Auto getraut und die Zeit im Mobbi mit Fach-Bücher lesen - steige nun so langsam in die Geheimnisse meiner neuen HDV-Kamera ein - sowie Filme sehen und Spiele spielen. Abends habe ich mir dann schon Spiegeleier mit Frikadellen gemacht und ging doch zufrieden zu Bett. Vielleicht bringt der neue Monat besseres Wetter, möchte den Sneifell doch einmal sehen und auch zum Vatnajökull-Gletscher sind es nur noch 18 km. Mal sehen...

Seid ganz lieb gegrüßt von

Eurem Weltenbummler

Wolfgang

Touren-Bericht - Monat 07 Island 2008

Bericht vom Mittwoch den 02. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, ein weiterer Tag ist vergangen.

Heute früh gegen 10:30 Uhr verabschiedete sich das Müncher Ehepaar mit ihrem Unimog. Zuvor hat mir aber Hr. Dobringer noch wertvolle Tipps gegeben, wo ich in Island noch unbedingt hin fahren sollte. Für diese Tipps noch mal herzlichen Dank.

Muss mir auch unbedingt noch im nächsten Touristenbüro detaillierte Landkarten kaufen, damit ich die Strecken finde, die Hr. Dobringer mir nannte.

Habe heute tatsächlich eine Wanderung von gut 3 Stunden unternommen. Bin dabei auch auf den gestern im Bericht erwähnten Gletscher gestiegen.Aber nur ca. 150 Meter hoch, denn diese Gletscher, obwohl sie von dichtem sehr schwarz und schmutzig aussehen, sind sie doch höllisch glatt und ohne Steigeisen unter den Füßen kann man sehr schnell ins Rutschen kommen - insbesondere beim Abstieg. Das Abrutschen konnte ich fast vermeiden,bis auf eine kleine Sequenz, wo es mich fast gefetzt hätte. Bin aber glücklicherweise beim Abrutschen schnell wieder auf den schwarzen Belag zugesteuert und hier fanden meine Füße wieder genügend halt. Soweit dieses kleine Abenteuer...

Es hat mich erstaunt, das es hier an den Gletscherzungen gar nicht so kalt ist, wie ich es vermutet hätte. Die Temperatur lag bestimmt bei ca.8° C und es gab somit keine Gefrierschrankkälte. Viele kleine Rinnsale flossen schon vom Gletscher und schufen teilweise bis zu 10 cm breite,aber manchmal auch recht tief gehende Spalten. Er knarrte und knirschte auch nicht, wie ich es vorher vermutete, sondern der Gletscher taut friedlich ab.

Ich hatte mir noch die Regenjacke über meinen Fliespullover angezogen und auch eine Mütze aufgesetzt, da ich nicht wusste, wie lange ich unterwegs sein würde.

Linker Hand in der Ferne sah ich nun die türkisfarbenen Eisbrocken im Gletschersee Jökulsárlón. Es sah umwerfend aus. Ich beschloss den See aufzusuchen. Ich wollte die vielen Eisbrocken aus unmittelbarer Nähe sehen.

Also marschierte ich los. Es ging über Fusballgroße und teilweise auch Medizinball große Steine und es war gar nicht so leicht voranzukommen. Nachdem ich diese Steinhalden überwunden hatte, ging ich etwa eine gute Stunde und in dieser Zeit waren die Eisbrocken nicht zu sehen.Danach musste ich eine kleine Anhöhe hinauf gehen und sah, dass die Eisblöcke schon näher gekommen waren. Ich hatte es noch nicht ganz geschafft,und so marschierte ich weiter. Nach einer weiteren viertel Stunde tauchte vor mir eine Gletscher-Fluß auf. Ich folgte diesem Fluss eine Zeit lang,hatte aber keine Möglichkeit erkannt, trockenen Fußes hinüber zu kommen. Also sucht ich mir die schmalste Stelle aus und warf große Gesteinsbrocken in den Fluss, um eine Möglichkeit zu schaffen, über die ich hätte gehen können. Jedoch gab ich dieses Unterfangen sehr schnell wieder auf, denn ich hätte eines Baggers bedurft. So blieb mir nichts anderes übrig, als die Hose hoch zu krempeln, Schuhe und Strümpfe aus zu ziehen und durch das Wasser hin durch zu waten.

Gott sei Dank war die Stelle nicht allzu breit und im nu war ich drüben. Aber das Wasser war doch recht kalt. Schnell Schuhe und Strümpfe wieder an und weiter marschiert. Nach weiteren 10 Minuten stand ich vor dem gleichen Problem: nur war die Strömung dieses Flusses deutlich stärker. Doch jetzt so kurz vor dem Ziel aufgeben kam nicht in Frage. Wieder suchte ich mir also eine einigermaßen zu passieren Stelle und ging durch das Wasser. Hier musste ich schon ein Wenig mehr gegen das Wasser ankäpfen - aber nach kurzer Zeit hatte ich auch diese Passage geschafft.

Dann tauchten die Eisblöcke auf und mit ihnen ein dritter Fluss. Sollte ich jetzt aufhören und nicht weitergehen, wo doch das Ziel zum Greifennah ist? Nein.

Also wieder Schuhe aus, Hose hoch (die Socken hatte ich schon gar nicht mehr wieder angezogen) und ab durch die schmalste Stelle. Dieses Mal war der Fluss zwar etwas breiter, dafür aber recht flach.

Das wäre geschafft und ich kam endlich an meinem Ziel an: ich stand direkt vor den wunderschönen Eisblöcken mit ihren tollen Farben und Formen. Ich genoss diesen Anblick doch all zu lange konnte ich jetzt doch nicht mehr verweilen da ein penetranter Regen einsetzte.

Nun ging es den gleichen Weg zurück; jedoch bei der 2. Furt kam eine größere Menge Wasser und machte mir die Hosenbeine Richtig nass, obwohl ich sie bis über die Knie hochgezogen hatte. Aber das machte nichts, denn ich war ja auf dem Rückweg und bald wieder im warmen Mobbi, dass erst gar nicht auftauchen wollte (mir kam die regnerische Rückstrecke viel länger vor) aber recht bald sah ich es wieder und war glücklich.Zwischenzeitlich regnete es so stark, dass ich total durchnässt am Fahrzeug ankam. Jetzt schnell hinein, nasse Klamotten aus sowie trockene Kleidung und Heizung an. Bald ging es mir wieder gut denn es war mollig warm im Fahrzeug.

So viel zum heutigen Tag. Hoffentlich wird das Wetter bald wieder freundlicher. Jedenfalls bleibe ich hier an diesem Platz noch bis Morgen stehen.

Bis dahin grüßt euch ganz lieb der Weltenbummler

Wolfgang.

Berichte vom 03. und 04. Juli 2008

Hallo Freunde der Homepage REWOLA - ich will euch weiter aus meinem Tagebuch erzählen.

Wieder Mal hatte ich eine ruhige Nacht - na ja, fast am Ende der Welt! Gegen 10:30 war ich soweit die Weiterfahrt nach Reijkjavik fortzusetzen. Aber zunächst fuhr ich nochmal die wenigen Kilometer zum Gletschersee Jökulsárlón um ein paar Aufnahmen zu machen, denn das Wetter hatte sich etwas gebessert, es regnete heute Morgen nicht mehr.

An dieser Lagune herrschte um diese Zeit schon viel Betrieb; einige wenige Leute wagten es sogar (trotzt eines recht kräftigen Windes) mit einem Autoboot auf den See hinaus zu fahren.

Land- und Wasserfahrzeug

Ich habe noch versucht, zu filmen, aber dieses Fahrzeug verschwand einfach hinter einigen Hügeln, um dann irgend wann in die Lagune zu fahren. Wie klein mit mal dieses doch recht imposant große Fahrzeug gegenüber den im Wasser schwimmenden Eisbrocken ist.

Danach fuhr ich direkt ans Meer, denn hier lagen die Eisbrocken, die der kleine Fluss nicht ins Meer befördert hatte. Diese Brocken wollt ich mir noch aus direkter Nähe ansehen.

Hier kommen ein paar Bilder:

Eisbrocken auf schwarzem StrandSilberner EisbrockenEisbrocken im Meer

Als ich die Bilder im "Kasten" hatte fuhr ich weiter. Bald hatte ich einen Übernachtungplatz gefunden und konnte den Tag in Ruhe ausklingen lassen.

Mobbi vorm Gletscher (gleichzeitig Übernachtungsplatz)

Der Übernachtungsplatz lag in unmittelbarer Nähe einer weiteren Gletscherzunge mit anschließendem See. In diesem See schwammen ebenfalls Eisbrocken aller nur erdenklicher Größe. Ich machte noch einen Abendspaziergang und bald sah ich das Ende des Gletscher vor mir:

Abbruchkante vom Gletscher

Da das Wetter wieder mal um schlug - es regnet hier in Island wohl immer nach 15:00 Uhr - nahm ich mir vor, am nächsten Morgen noch ein paar Fotos vom Gletscherende auf zunehmen.

Hier mal 2 Fotos vom nächsten Morgen:

Riesige Brocken brechen dann ab...Wann wird dieses Stück abbrechen?

Bald aber rief mich die Ringstraße zurück: ich wollte endlich nach Skaftafell - hier gibt es einen Campingplatz und das Gebiet ist gut zum Wandern geeignet. Außerdem ist es ein Nationalpark direkt am Vatnajökull.

Am frühen Nachmittag kam nochmal eine schöner Stellplatz in der unmittelbaren Nähe des Gletschers - wo ich nicht nein sagen konnte, und beschloss, hier noch eine Nacht Zwischenstop einzulegen.

Morgen gehe ich dann auf den Campingplatz in Skaftafell, da ich mir die Gegend ansehen will (es handelt sich hier um einen Nationalpark) und ein wenig wandern möchte.

Bis dahin seid vom Weltenbummler Wolfgang

recht herzlich gegrüßt.

Berichte vom 05. und 06. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, hier kommt eine Zusammenfassung der letzten beiden Tage:

wie das Leben doch so spielt, ich bin doch nicht auf dem Campingplatz gewesen, obwohl dieser eigentlich schön gelegen ist, nicht zu voll war und von der Infrastruktur richtig gut ausgestattet ist. Aber, ich bin am Campingplatz vorbeigefahren und bin zum nächsten Parkplatz gefahren und habe dort die Dax herabgelassen. Dann habe ich mit der Dax die ganze Gegend (und somit auch den Campingplatz) abgefahren.

Dabei habe ich einen wunderbaren Stellplatz für die Nacht gefunden, den ich dann doch dem Campingplatz vor zog. Da es dann am Abend anfing zu regnen, bin ich zeitig ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen bin ich dann zum Informations-Center (befindet sich gleich neben dem Campingplatz gefahren) und habe mir von Island 2 Karten mit Maßstab 1:300.000 gekauft. Dann erkundigte ich mich wegen einiger Wanderstrecken. Als erste schlug man mir vor, zum Svartifoss zu wandern. Ist nicht all zu weit und nach gut 1 1/2 Stunden war ich wieder am Wohnmobil.

Kleiner Wasserfall

Dann habe ich mich mit einem Müsli gestärkt und am Nachmittag habe ich dann eine zweite kurze Wanderung zu einer Gletscherzunge gemacht. Ist schon irre, wenn man so am Gletscherende steht und direkt auf die Eismassen gucken kann.

Ich beschloss nach diesen Wanderungen noch zum nächst größeren Ort zu fahren. Der Ort wird vereinfacht nur Klaustur genannt; geschrieben wird er wie folgt: Kirkjubaejarklaustur.

In dem Ort angekommen entdeckte ich sofort einen Netto Markt. Hier deckte ich mich mit Lebensmitteln fürs Wochenende ein und holte mir am Geldautomaten noch notwendiges Geld.

So tankte ich auch gleich noch 60 Liter Diesel und Frischwasser. Als ich am Wasser auffüllen war, kam ich mit einem Isländer ins Gespräch, der mir vor schwärmte wie schön der Fagrifoss (befindet sich nur ca 20 km von Klaustur entfernt. Er zeigte mir auf seiner Kamera auch gleich noch ein Bild und in der Tat, der Wasserfall sah gut aus. Ich bedankte mich für den Tip und beschloss die 20 km schnell noch zu fahren. Ich schaute mir das "Ganze" noch auf meiner neuen Karte an. Ich musste also von der gut ausgebauten Ringstraße auf die F206. Und es stand noch der Zusatz 4x4.

Also dann nix wie los.

Ja und damit begann meine erste Off-Road-Strecke. Und die war gleich richtig hart. Mein Gott, so eine Strecke bin ich noch nie gefahren. Es ging rauf und runter, und alles nur in Fahrzeugbreite. Die Ränder waren mit fußballgroßen Steinen gesäumt und auch die Beschaffenheit des Offrod-Weges hatte es in sich. Ich kann es kaum beschreiben. Das Fährzeug schaukelte hin und her und stöhnte immer fort. Manchmal musste ich in den ersten Gang schalten und dann kam die Motorbremse wieder zum Einsatz. So ging es die ersten 10 Km. Dann kam die erste Wasserduchfahrt, die aber nicht schlimm war. Der Weg zog sich schlecht einsehbar und auch noch kurvig in die Höhe. Und genau an der Kuppe kamen mir gleich 2 Busse entgegen. Ach die meine Güte. Jetzt ging die Zirkellei los. Aber irgendwie kamen wir doch an einander vorbei. Aber ich glaube, nicht nur ich bin ins schwitzen geraten...Manchmal konnte ich nur Schritt-Tempo fahren aber endlich nach gut 1 3/4 Stunden war ich - nach dem ich noch einen größeren Fluss durchfahren musste - am Ziel.

Habe mir schnell noch den Fagrifoss angesehen, denn das Wetter war noch ganz passabel. Der Wasser fall ist wirklich schon anzusehen.

Größerer Wasserfall (Fagrifoss)

Habe dann neben dem Flusslauf ein Lagerfeuer entfacht und mir mit Spaghetti, Tomaten uns Knoblauch sowie Zwiebeln und Thunfisch ein wirklich leckeres schmackhaftes Abendessen zubereitet.

Am nächsten Morgen beschloss ich die Strecke noch weitere 25 km zu fahren und nach Lakagigar zu fahren. Also dieser Jeep-Piste weiter zu folgen.

Man kommt dann in eine Kraterlandschaft - doch die Lavasteine sind zum größten Teil mit Moos bewachsen.Aber die Landschaft ist einfach traumhaft anzusehen - wenn der Weg auch sehr sehr schwierig zu befahren ist. Ich könnte andauernd anhalten um Bilder zu machen.

Kleiner Bach mit grünem Gras und schwarzer Lava

Endlich war ich am Ziel und stieg am Parkplatz aus. Ich war von der Fahrt schon richtig fertig. Diese Off-Road Strecke hat es wirklich in sich...

Hier am Parkplatz war ein Ranger und ich erkundigte mich, was ich mir anschauen sollte. Er schlug mir vor, auf den Berg zu steigen und die Aussicht nach Norden und Süden (jeweils Lakagigar) zu genießen. Habe ich auch gemacht. Auch wenn ich beim Bergsteigen wiederum ins schwitzen kam. Jedoch war die Aussicht vom Berg wirklich gigantisch. In der Ferne konnte man noch die weißen Schneeflächen des Gebietes Vatnajökull sehen.

Erster Blick vom Berg in LakiZweiter Blick vom Berg in Laki

Danach brauchte ich nur noch die 45 km zur Ringstraße zurück zu fahren.

Vorher schaute ich mir aber noch einen mit Wasser gefüllten Krater an, von dem auch ein wunderschöner Wanderweg zu einem 2. nicht gefüllten Krater weitergeht. Diesen Wanderweg wollte ich auch noch machen, denn den Wetter war einladend wie lange nicht mehr: 23° C und die Sonne schien vom blauen Himmel herab. Der mit Wasser gefüllte Krater ist einfach nur ein Augenschmauss.

Kratersee

Die sich anschließende Wanderung - durch wunderschönes Kratergebiet - dauerte noch gut 2 Stunden und dann war ich endlich am Fahrzeug.

Nun ging es diese fürchterliche Strecke wieder 20 km zurück, und gegen 18:00 Uhr war ich wieder am Fagrifoss, wo ich gestern schon übernachtet hatte.

Ich machte mir nun schnell wieder ein Feuer und es gab zur Krönung dieses ereignisreichen Tages einen Fischtopf mit Zwiebeln und Tomate - angelegt an mit Meersalz gewürztem Reis. Es war wirklich lecker.

Jetzt bin ich irgend wie alle. Haue mich nur noch ins Bett.

Bis zum nächsten Bericht grüße ich euch recht herzlichst

Wolfgang.

Berichte vom 07., 08. und 09. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, es kommt der Bericht der drei letzten Tage:

die Nacht am Fagrifoss war wieder erholsam und ausgeruht wachte ich schon um 08:00 Uhr auf.

Als ich aus dem Fenster sah, traute ich meinen Augen erst gar nicht, denn alles war mit tiefem Nebel verschleiert und sehen konnte ich keine 20 m weit. Oh je, dachte ich dass wird ja eine Rückfahrt zur Ringstraße.

Ich fuhr dann die restlichen 25 km - wie gehabt - manchmal im Schneckentempo und nicht schneller als max. 20 km/h - zurück. Und ob ihr nun glaubt oder nicht: an der Stelle, wo mir 2 Busse entgegen gekommen sind - kam mir diesmal auch wieder ein Bus entgegen. Wieder zirkelten wir aneinander vorbei und es ging ohne Schrammen und Verluste ab. Zum Glück löste sich auch der Nebel auf, so dass eine einwandfreie Sicht das Fahren erleichterte.

Endlich war ich wieder auf der asphaltierten Ringstraße. Himmel, welch ein Gefühl - nach dieser Tortur - auf dieser Straße mit 70 km/h seelenruhig übers Land zu fahren. Eine wahre Wohltat. Da es jetzt so gut lief, bin ich gleich nach Vik gefahren. Aber nicht ganz, denn vor Vik wollte ich mir den schwarzen Sandstrand ansehen.

Also fuhr ich ohne groß nach zu denken an den Strand bis zum Wasser. Das ging soweit ganz gut. Der Sand in Meeresnähe war auch hart und trocken. Da es an dieser Stelle aber irgend wie schmuddelig aussah, wollte ich seelenruhig zurückfahren. Ja und mit einem Mal passierte es: es ging ein klein wenig nach oben, aber so weit kam ich gar nicht, denn der bisher tragende Sandstrand ging über in einen knochen-trockenen tiefen Weichsand. Und an dieser Stelle malten sich die Räder trotz der eingelegten Sperren sofort tief in den weichen Sand. Ich hing fest. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Also erst einmal aussteigen und die Sachlage begutachten. Mist verdammter, dachte ich mir warum prüfst du nicht vorher den Boden...

Ich glaube in diesem Moment ging mein Puls doch schneller als an anderen Tagen. Also was blieb mir anderes übrig: ich musste mich erst einmal freischaufeln. Zu meinem Glück hatte ich in Höfn eine weggeworfene richtig große Schaufel (es fehlte allerdings der Stiel) aufgesammelt und sie mitgenommen. Sie kam jetzt zu ihrem Einsatz.

Zum Glück hatte ich eine gefundedene Schaufel dabei,  die jetzt zum Einsatz kam

Da der Sand so fein und weich war, ließ er sich schnell und locker weg schaufeln. Das ganze dann vier Mal. Nachdem ich dann noch Steine und Holzbretter an die Reifen gelegt hatte, ließ ich zusätzlich mit meiner Mobbi-eigenen Druckluftanlage die Luft aus den Reifen. Ich stellte einen Luftdruck von 2 bar ein. Dadurch wurden die Reifen etwas breiter was ein erneutes eingraben verhindern sollte.

Die "hauseigene" Druckluftanlage kommt zum Eisatz

Nun alle 4 Luftschläuche von den Rädern abmachen und den Motor starten. Rückwärtsgang eingelegt und rucki zucki war ich aus dieser misslichen Lage befreit. Oh, wie mir ein Stein vom Herzen fiel. Brauchte keinen Kran holen lassen, der mich hätte raus ziehen können. Diese ganze Arie hatte doch gut eine Stunde Zeit in Anspruch genommen.

Meine Spuren im Sand...

Jetzt stand ich in höchster Freude mit meinem Fahrzeug auf dem nassen festen Sand und pumpte wieder den für die Straße notwendigen Luftdruck von 4 bar in die Reifen Das dauerte so ca. 10 Minuten und dann fuhr ich los. Wollte diesen Abschnitt des Strandes schnellstens verlassen.

Also nix wie weg. Mit einem Anlauf der leider zu kurz war kam ich diesen verflixten ansteigenden Sandstrand nicht hoch und rucki zucki hatte ich mich erneut festgefahren. Diesmal - da ich mit einer hohen Drehzahl fuhr - hatte ich mich noch etwas tiefer in den Sand gewühlt. Oh, dass kann doch wohl nicht war sein - dachte ich so bei mir. Warum nur hatte ich die Reifen wieder aufgepumpt? Ich wusste es selber nicht.

Das 2. Mal festgefahren

Also die gleiche Prozedur noch einmal. Wie gehabt. Ich will es jetzt nicht zu sehr ausweiten - abermals nach einer Stunde Arbeit hatte ich das Fahrzeug wieder auf dem festen nassen Sandstrand.

Jetzt bloß alles richtig bedenken und keinen Fehler machen - dachte ich so bei mir... Ich nahm also einen richtig langen Anlauf und hatte wohl auch die notwendige Geschwindigkeit denn diesmal fuhr sich das Fahrzeug nicht fest und ich konnte diesen Abschnitt des Strandes endgültig verlassen.

Als ich gerade wieder mit dem Aufpumpen der Reifen beschäftigt war, kam ein Pkw den ich sofort warnen konnte und der Fahrer bedankte sich recht herzlich für meinen guten Rat, nicht an diesen Strandabschnitt zu fahren.

Ich fuhr nun nach Vik rein und suchte mir ein Internet Cafe, wo ich erstmal einen Espresso trank und die letzten 2 Stunden Revue passieren lies. Nach einer gewissen Zeit der Beruhigung machte ich mich wieder einmal an die Homepage. Von Vik fuhr ich dann weiter Richtung Skogar. Ich übernachtete in Nähe eines See's. Leider regnete es sich ein und auch als ich am nächsten Morgen weiterfuhr regnete es immer noch. In Skogar angekommen suchte ich gleich den Skogarfoss auf, einen sehr schönen und hohen Wasserfall. Immerhin 60 m hoch.

Skogafoss - 60 Meter hoher Wasserfall

Ich beschloss wieder eine Wanderung zu machen: ich folgte dem Flusslauf eine gute Stunde. Und das hat sich gelohnt, denn der Skogar-Wasserfall ist der krönende Abschluss einer Reihe von weiter oberhalb gelegenen Fallstufen des Flusses Skoga. Und eine ganze Menge von diesen Fallstufen habe ich mir in Ruhe angesehen und sie trotz des Nieselregens bewundern können. Durchnässt kam ich dann wieder am Mobbi an und legte neue trockene Kleidung an.

In meinem Reiseführer hatte ich gelesen, das nach Skogar ein schönes Gebiet in Pörsmörk kommt. Das lag auf auf meinem Wege. Also fuhr ich dahin.Leider habe ich den Abzweig irgend wie verpasst, denn mit einem Mal war ich schon in der nächst größeren Stadt Hvotsvöllur. Da es hier einen Netto-Markt gibt, habe ich meine Vorräte aufgefüllt. Dann bin ich die 20 km zurückgefahren und habe den Abzweig nach Pörsmörk gefunden. Es ging gleich an einem auch großen Wasserfall vorbei, der sogar ziemlich stark aufgesucht wurde. Es ist der Fluß Sejalandsà der 100 m in die Tiefe stürzt. Jedoch ist dieser Wasserfall nicht so breit wie der des Flusses Skoga.

Habe diesen Wasserfall relativ schnell abgehakt. Die nun anstehende Off-Road-Piste ist noch nicht ganz so schlimm, aber das "Wellblech"dieser Piste ist recht nervig und unangenehm. Auch die vielen zum Teil recht großen Steine machen die Fahrt nicht zu einem echten Fahrspaß. Mehrmals musste ich durch kleine Bachläufe und stehe nun gegen Abend an einem Fluss, den ich morgen durchqueren werde.

Ein Übernachtungsplatz

Ich werde mal versuchen, heute Abend das im Supermarkt gekaufte weiche Brot kross zu braten. Mal sehen, wie das krosse Brot dann mit Spiegeleiern schmeckt.

Sollte Toastbrot werden...

Das Brot schmeckte so zu sagen "nur heiß". Aber die in meiner gusseisernen Pfanne am Lagerfeuer zubereiteten Spiegeleier mit dem krossem Schinken, nebst 2 Gläsern frischer Milch ist für mich immer wieder ein Genuss.

Abendbrot aus der Pfanne

Es ist nun schon wieder Mitternacht und der mich heute Nachmittag/Abend fröhlich gestimmte blaue Himmel zieht sich mit dunklen Wolken zu Ja, das Wetter ist unberechenbar; man kann aber sagen, dass es sich meistens schnell wieder ändert.

Ich konnte es nicht glauben: um 08:00 Uhr schaute ich aus dem Fenster und der Himmel zeigte sein schönstes blau, was ich bisher hier in Island noch nicht oft gesehen habe. Nicht eine einzige Wolke war zu sehen. Ich schaute auf das Außenthermometer - und auch dass konnte ich gar nicht fassen - wir hatten jetzt schon 15° C. Das versprach ja heute heiter zu werden.

Nach dem Frühstück bin ich dann im Schritttempo weiter gefahren. An einer doch größeren Furt stand ein Pick-Up Fahrzeug mit Isländischen Kennzeichen. Daneben stand ein Ehepaar, dass sich nicht schlüssig war, wie sie die Furt durchfahren sollten. Ich kam mit dem Ehepaar ins Gespräch, und irgendwie stellte es sich im Gespräch heraus, dass sie das Fahrzeug gemietet hatten und aus der Schweiz angereist sind. Sie warteten auf den Bus, der diese Strecke regelmäßig fährt. Es kam jedoch noch vor dem Bus ein weiterer Pick-Up, jedoch von der anderen Seite und zeigte uns durch seine Fahrweise und Spur, wo wir durch fahren mussten. Wir fuhren dann eine Weile im Konvoi bis zu einer Gabelung, wo wir beide anhielten und nicht genau wussten, in welche Richtung wir fahren sollten.

Wir haben uns nach für die linke Spur entschieden und waren nach gut 500 Metern am Fluss Krossa, der richtig groß und mit starker Strömung vor uns lag. Obwohl hier Fahrzeugspuren ins Wasser führten, trauten sich weder die Schweizer noch ich diesen Fluss zu durchqueren. Dann kamen mit Mal zwei Allrad-Busse, die uns zeigten, wo man lang fahren musste. Aber, diese Busse fahren ganz schön tief im Wasser. Ich hätte bestimmt hinterherfahren können, aber ich traute mir das nicht zu. Also entschloss ich mich, dem Schweizer Ehepaar zu folgen.

Wir hatten noch einige kleine Flussdurchquerungen zu absolvieren und waren dann bald am Ende des Tals. Ich suchte mir einen Platz, gleich neben dem Fluss Krossa und richtete mich häuslich ein.

Als erstes war heute Waschtag; ich musste meinen verqualmten Pullover waschen und fand auch noch, dass der Schlafanzug, die Unterhose und ein T-Shirt fällig waren. Als Wäscheleine diente ein langes Stück Kabel, da ich keine andere Leine dabei hatte. Da die Sonne schien und ein leichter Wind wehte, konnte ich davon ausgehen, dass die Wäsche am Abend fertig ist.

Waschtag

Dann erkundete ich die näher Umgebung. Am Ende dieses Tals schaut man direkt auf einen großen pitoresken Gletscher. Werde Morgen mal in diese Richtung wandern.

Am Nachmittag baute ich dann aus größeren Steinen eine Feuerstelle, denn ich hatte beschlossen, mal wieder ein Brot zu backen.

Als der Teig dann nur noch aufgehen musste, nutzte ich die Zeit, um mein Abendessen vor zu bereiten. Ich hatte mir gemischtes Hack besorgt und so sollte es Spaghetti mit Hack und Tomatensoße geben.

Da sich mein Brot doch diesmal erheblich vergrößert hatte, musste es dann in den Dutch-Oven. Das Feuer hatte ich schon angemacht und nun kam der Dutch-Oven aufs Feuer, das Hack wurde gleichzeitig angebraten und nebenbei kochte bald das Wasser für die Spaghetti.

"Mehrfach-Ofen"

Das Essen hat wunderbar geschmeckt und ich habe noch einen guten Rest, den ich Morgen aufessen werde. Das Brot ist mir diesmal besser gelungen als beim aller ersten Brot.

Leckeres selbstgemachtes Brot

Wie es schmecken wird erzähle ich dann morgen, denn jetzt bin ich müde und gehe ins Bett.

Hatte ja erwähnt, das ich heute wandern wollte. Das habe ich auch gemacht.Nach einem lockeren Frühstück machte ich mich auf den Weg. In kurzer Hose und Poloshirt. So warm war es heute. Heute kam der Wanderstock, (ein Geschenk von Reinhard) zum Einsatz. Mit dem Stock in der Hand machte ich schon was her: wurde ich doch sogar mal von einer Isländerin angesprochen, wo es solch gute Stöcke gebe. Hab sie dann natürlich aufgeklärt, dass dieser gerade gewachsene Birkenstock aus Deutschland kommt. Hier in Island gibt es kaum Birken und wenn, dann sind sie eher kleinwüchsig.

Ich bin ein Stück in die unmittelbare Bergwelt hinein/hinauf gegangen. Da bin ich ganz schön ins schwitzen gekommen, und einige Male musste ich eine Pause einlegen, so hoch ging es hinauf. Und ganz ungefährlich war es auch nicht, denn an einigen Stellen hatte man Seile gespannt. An diesen konnte ich mich auf dem Hinweg hochziehen und fühlte mich gleich ein wenig gesichert. Dann kamen Passagen, da war der Weg recht schmal und es ging sage und schreibe bestimmt 300 Meter in die Tiefe. Hab mich voll auf den Weg konzentriert, damit nichts schlimmes passieren konnte.

Eine Stelle war besonders grauslich: auf einem Bergkamm ging es rechts und links steil in die Tiefe. Aber richtig steil. Hier gab es keine Seile, ich musste dieses vielleicht 8 Meter lange Stück ohne Hilfsmittel passieren. Und das auf einer Wegesbreite von ca. 1 Meter. Hab mir immer eingeredet, bloss nicht nach links und rechts schauen. Aber auch hier verlief alles glatt. Habe mir vorgenommen, auf dem Rückweg, wenn die Beine müde und schwer sind besonders auf zupassen.

Nach gut 2 Stunden kam ich (nach einem doch recht anstrengenden End-Stück von ca. 200 Metern über Schottersteine) auf einem Plateau an, von wo ich einen wunderbaren Blick auf einen Gletscher hatte. Hier oben war es recht windig; jedoch war den Wind zum Glück nicht kalt und die Sonne schien, so dass ich eine halbe Stunde Verschnaufpause machte.

Der Rückweg bereitete mir zum Glück keine Probleme. Aber mit Respekt und besonderer Vorsicht habe ich diese heiklen 8 Meter Bergkamm überwunden. Ich war froh, als ich endlich nach gut 5 Stunden wieder beim Auto ankam und ich es mir auf meinem Campingstuhl bequem machen konnte.

Diesen Tag habe ich dann mit Pellkartoffeln, Quark (Skyr natur) und Butter mit Rauch-Salz am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit - bis zum nächsten Bericht.

Seid lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang.

Berichte vom 10. und 11. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, es kommt der Bericht der letzten beiden Tage:

ich habe am nächsten Morgen lange ausgeschlafen. Erst gegen 11:00 Uhr bin ich aufgestanden. Zum Frühstück habe ich einen großen Teil meines selbst gebackenen Brotes verdrückt. Es ist mir wirklich gut gelungen, richtig mit aufgegangenem Teig und vielen Luftbläschen, wie es bei einem guten Brot wohl sein sollte.

Erneut machte ich mich auf den Weg um die unmittelbare Gegend ein wenig zu erkunden. Dabei stellte ich fest, dass sich innerhalb eines Birkenwäldchens ein Campingplatz befindet. Sehr schön gelegen. Da ich nun aber nicht auf den Campingplatz, sondern weiterfahren wollte, verstaute ich alle meine ausgepackten Sachen und machte mich daran, dieses Birkental zu verlassen.

Am frühen Nachmittag kam ich - nach einer ein-stündigen schaukeligen 10 km/h schnellen Fahrt - an eine Stelle, die mir auf dem Hinweg schon aufgefallen war. Beim Durchstreifen der "Wildnis" hatte ich an dieser schön gelegenen Ecke ein Fahrzeug gesehen, dass hier übernachtete. Kurzerhand entschloss ich mich auch hier zu nächtigen und parkte den Wagen so, dass er einigermaßen gerade stand.

Übernachtungsplatz direkt vor einem Gletscher

Dann schenkte ich mir einen Whisky ein und genoss den Anblick, den mir hier die Gletscherwelt bot. Dazu hörte ich schöne Instrumental-Musik, und die Welt war für mich wunderbar und ok. Ich beobachtete auch noch ein kleines Vögelchen, dass keine 25 Meter von mir entfernt mitten in dem Felsengestein brütete. Dieses Vögelchen hatte mich immer im Visier, zeigte aber keinerlei Angst. Als es einmal weg flog, bin ich schnell hin gelaufen und habe mir das Nest betrachtet: 4 Eier lagen daran und sollten ausgebrütet werden.

Am nächsten Morgen aß ich ein 2. Drittel meines Brotes. Das hält sich aber nicht lange - da muss ich nächste Woche, bevor Regine kommt wohl noch mal ans Backen denken. Musste mich heute anders kleiden, denn das Wetter war wieder einmal anders als am Tag zuvor. Heute hatte es wieder nur ca. 12° C.

Nach dem Frühstück bin ich dann um den Gletschersee gewandert und habe mir den Gletscher aus unmittelbarer Nähe angesehen. Ist schon gewaltig und beeindruckend.

Dann beschloss ich die andere Talseite aufzusuchen und zu sehen, was da so "los" ist. Nach einer guten Stunde war ich dann auf der anderen Talseite. Es fuhren zwar einige Jeeps und Allradfahrzeuge hier herum, aber hier sah alles irgendwie trostlos aus. Nur Steine (ohne Ende) und schmutziges graues Berg-/Gletscherwasser. Nach einiger Zeit beschloss ich dann wiederum zu kehren.

Auf dem Rückweg kam ich dann an einem grünen Bergrücken vorbei, von dem mehrere Wasserfälle flossen.Am schönsten dieser Wasserfälle befand sich auch noch ein Parkplatz. Ich beschloss sofort hier zu übernachten.

Übernachtungsplatz an einem der vielen Wasserfälle

Heute Abend habe ich dann - in der Tat - das letzte Drittel meines Brotes verputzt.

Jetzt bin ich satt und müde, denn der Bericht ist geschrieben und ihr seid somit auf dem Laufenden. Es ist jetzt zwar erst 22:00 Uhr, aber ich verziehe mich ins warme Bett, denn da draußen fängt es an zu regnen und eine kräftiger Wind kommt auf.

Bis zum nächsten Bericht

seid ganz herzlich gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang.

Samstag 12. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, heute gibt es einen nicht all zu langen Bericht.

Es hatte ja gestern schon angefangen zu regnen. Nun, heute hat sich der Regen verstärkt und alles war grau in grau. Also fuhr ich ein wenig weiter. Ich wollte bei diesem Wetter die Zeit nutzen und in einem Internet Cafe die Homepage aktualisieren.Als nächster Ort kam Hvolsvöllur. Leider hatte das im Ort ansässige Internet Cafe erst am Abend geöffnet. Also bin ich weiter gefahren.

Der nächste Ort der kurz danach kam heißt Oddi. Aber auch in diesem kleinen Ort macht das Internet Cafe erst am Abend die Tore auf.Also war weiterfahren angesagt.

Dann kam ich in eine größere Stadt. Selfoss. Hier fand ich sofort eine Bank und Einkaufsmöglichkeiten sowie ein Internet Cafe, dass schon um diese Zeit (14:30 Uhr) geöffnet hatte.

Nachdem ich alle meine Einkäufe erledigt hatte und auch die Homepage aktualisiert hatte wollte ich weiterfahren. Als ich beim Fahrzeug (ich ging von vorne auf das Fahrzeug zu) war, sah ich an meinem Ölwannenschutz eine gebrochene Stelle an der doch recht dicken Aluminium-Platte.

Die doch recht starke Alu-Platte hat den Vibrationen - verursacht durch  Off-Road-Strecken - nicht standgehalten und ist gebrochen.  Habe neben der Bruchstelle rechts oben - als vorläufige Lösung - eine Schraube eingedreht

Das musste ich aber schnellstens reparieren - eher aus diesem noch kleinen ein erheblich größerer Schaden entsteht.

Da es aber immer noch Bindfäden regnete wollte ich im nächsten Ort Hveragerdi (in der Karte als größerer Ort markiert) nach einer Werkstatt suchen.Schon während der Fahrt überlegte ich, wie ich wie ich eine gescheite Reparatur hin bekäme.

Auf dem Weg aus dem kleinen Ort heraus sah ich eine sich im Bauzustand befindende Halle. In dieser Halle standen schon ein Bagger und ein LKW. Ob ich da mal anhalte und frage, ob ich mich hineinstellen dürfte? Überlegt und gemacht... Als ich jedoch fragen wollte, gab es leider keinen Menschen, der mir eine Antwort geben konnte.

Also nutze ich die Gunst der Stunde und fuhr - zum Zeichen das ich nichts "Schlimmes" vorhatte - auch nur halb in diese Halle hinein.

Dann holte ich mein notwendiges Werkzeug und aus dem Schraubenkoffer - den ich auf dem Tisch geöffnet hatte - 3 Schrauben heraus. Mit diesen wollte ich - dass zur Zeit nur noch mit einer Mutter befestigte Teil - zusätzlich sichern. Alles verlief glatt und zu meiner Zufriedenheit.

In einer noch nicht fertig gestellten Halle konnte ich - trotz  starken Regens - die vorläufige Reparatur sofort vornehmen

Ich wollte trotzdem wieder schnell fort, bevor noch irgend Jemand käme und Fragen stellen würde. Also das Werkzeug schnell in den Eingangsbereich gelegt und dann nichts wie weg. Das Malheur zeigte sich in der nächsten Kurve: mit einem lauten Knall und Geschäppere flog der noch offene Schraubenkasten vom Tisch in den Eingangsbereich. Mein Gott, habe ich mich erschrocken.

Hatte - nach dem Weiterfahren - den offenen Schraubenkasten - total vergessen.  In der nächsten Kurve fiel er dann mit einem riesigen Knall polternt vom Tisch.  Nun heißt es Schrauben einsammeln und alles wieder (bestimmt mehrere hundert Einzelteile) sortieren

An so einem Regentag kann ich ja ruhig mal Ordnung in meinem Schraubenkasten schaffen. Habe - nachdem ich einen Stellplatz nahe am Meer auf einer Schafwiese gefunden hatte - bis gegen 21:30 Uhr den Schraubenkasten wieder eingeräumt.

Dann gab es nur noch ein kurzes Abendbrot und die Hoffnung, dass der nächste Tag vielleicht besseres Wetter bringen wird.

Bis zum nächsten Bericht

sag ich allen eine gute Nacht.

Der Weltenbummler Wolfgang.

Sonntag 13. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, es folgt ein kleiner Bericht, denn es ist nichts viel passiert.

Die letzten beiden Tage hatte es ja schon angefangen zu regnen. Und auch heute regnete es, als ich in der Früh aus dem Fenster schaute immer noch. Also fuhr ich wieder ein klein wenig weiter.

Auf dem Weg nach Grindavik (ein größerer Ort vor Reikjavik) kommt man an Krýsuvíkurberg vorbei. Von der Hauptstraße (eine schwarzer Schotterweg und ohne Probleme zu befahren) zweigt eine etwa 5 km lange Off-Rod-Strecke ab, die mich zu einem Vogelfelsen bringt. Die Klippen sehen schon toll aus mit ihren verschiedenen Farben.

Steilküste mit VogelkolonieFarbige Steilküste

Es ist eine 7 km lange Vogelkolonie. Hier fand ich einen guten Stellplatz, nachdem ich eine Kuppe mit dem Fahrzeug überwunden hatte. Mobbi zog mich ohne Probleme über einen Berg.

Stellplatz für eine Nacht. Hier wehte ein kräftiger Wind,  der das Mobbi hin- und herschaukelte

Am Nachmittag wurde das Wetter besser, und es hörte endlich auf zu regnen. Dann machte ich mich mit der Kamera auf den Weg. Und es hat sich gelohnt.

NistplätzeNoch ist ausreichend Platz für weitere Bewohner...Hier fühlen sich die Vögel sicher

Es ist schon beeindruckend, die Vögel so im Wind direkt über dem Meer und den Klippen segeln zu sehen. Und viele viele Nester konnte man an der steilen Klippenwand sehen.

Gegen Abend habe ich mir dann noch eine Suppe gekocht; passte am besten zu dem frischen Wind hier an der Steilküste. Und kühl wurde es auch. Ich hatte Glück mit dem Kochen über'm Feuer, denn kaum war die Suppe fertig, fing es wieder an zu regnen. Also aß ich meine Abendmahlzeit im geheizten Wohnmobil. Und schon habe ich wieder ein Wochenende hinter mir.

In einer Woche ist dann auch meine Gine dabei und ob ich/wir dann noch Zeit haben Berichte zu schreiben wird sich zeigen. Bis dahin kommen ja noch Einige.

Also dann - freut euch auf den nächsten Report

von

eurem Weltenbummler Wolfgang.

Montag 14. Juli 2008

Hallo ihr Lieben daheim, wieder gibt es nur einen kleinen Report.

Heute Morgen hatte der Sturm etwas nachgelassen und es regnete nicht mehr ganz so stark. Am Horizont über'm Meer wechselte die dunkle Wolkendecke ihre Farbe in Richtung silbergrau. Da war also nicht mehr so viel Wasser in den Wolken.

Ich machte wieder alles fahrbereit und fuhr dann los. Nach dem die 5 km lange Off-Road-Strecke hinter mir lag, fuhr ich wieder durch wunderschöne Landschaft. "Fotografiertechnisch" machte mir leider der Regen mir einen Strich durch die Rechnung. Mir taten nur die 2 Radfahrer leid, die mir bei diesem Wetter an einer "Blindhead" (nicht einsehbare Bergkuppe) entgegenkamen. Als ich ihnen jedoch meinen Daumen nach oben entgegenstreckte konnte ich ein schönes Lächeln auf ihren Gesichtern erkennen.

Gegen Mittag kam ich in den Fischer-Ort Grindavik. Hier scheinen die Menschen gutes Geld zu verdienen, denn es gab nur Einzel- oder Reihenhäuser und vor vielen stand zusätzlich ein mehr oder weniger großes Wohnmobil oder ein Caravan.

Im Touristenbüro fragte ich nach einem Internet Cafe: doch in diesem Ort gab es das nicht. Auch das Touristenbüro hatte keinen Internetanschluss und man sagte mir ich solle nach Keflavik fahren. Na ja, auf dem Weg dahin bin ich ja so wie so.

Dann fuhr ich einfach mal von der Straße ab, recht rein einen Weg. Dieser hatte sogar eine Nummer (425). Mit mal war ich in einem Geo-thermalen Gebiet. In weiterer Ferne sah ich Dampf emporsteigen. In diese Richtung fuhr ich weiter. Es roch auch ein bisschen nach Schwefel. Links und rechts neben mir überall dieses scharfe Lavagestein. Ich fuhr recht langsam, denn diese scharfen Steine sind ein Graus für die Reifen. Da es aufgehört hatte ununterbrochen zu regnen (nur ab und zu mal ein Schauer) hielt ich mal an, um mir die Gegend mal genauer zu betrachten.

Kaum war ich ausgestiegen und durch eine Senke einen kleinen Anstieg hoch, wollte ich meinen Augen nicht trauen. Vor mir lag ein See mit hellblauem Wasser.

Blauer See - mit Dampf im Hintergrund

Das sah irgend wie unrealistisch aus, dieses blaue Wasser, die schwarzen Lava-Steine und grüne Wiesen.

Dann flogen Möven über diesen See. Die sahen vielleicht toll aus: ihr unteres Gefieder leuchtete in der Seefarbe und wenn sie dann noch tief flogen zeigten sie ihr oberes schwarzes Federkleid. War sehr pitoresk an zu sehen. Leider waren diese Vögel zu schnell und zu klein für mich um davonein Foto zu machen. Ausgerechnet jetzt kam wieder mal ein stärkerer Wolkenbruch, so dass ich ins Fahrzeug flüchten musste. Daher habe ich leider nur zwei Aufnahmen von diesem See.

Eine blaue Lagune in einem geo-thermalen Gebiet

Gegen Abend habe ich dann direkt am Atlantik ein schönes Plätzchen zum Übernachten gefunden. Ich war gerade beim Essen, da kam die Sonne heraus und lächelte mich - zur Versöhnung der letzten Regentage - an. Mit mal fing es aber erneut an zu regnen - trotz des Sonnenscheins. Die Sonne war aber noch so nett, und zeigte mir ihren schönsten vollen Regenbogen wie ich ihn bisher nur selten gesehen habe. Richtig ausgeprägt in den Farben. Ich hatte meine Kamera noch im Führerhaus liegen und als ich sie endlich geholt hatte, waren Sonne und Regenbogen verschwunden. Dafür regnete es nun aber auch nicht mehr.

Morgen werde ich in Keflavik sein und mir diesen Ort ansehen. Auch soll es einen Angelsee in der Nähe geben. Mal sehen was ich alles so vorfinden werde. Und falls das Wetter mitmacht, möchte ich noch einmal an diesen blauen See zurück fahren und noch einige Fotos machen.

Ich halte euch ´weiter informiert.

Also bis bald...

Der Weltenbummler Wolfgang.

Dienstag 15. Juli 2008

Hallo ihr Lieben daheim, schon wieder nur einige wenige Zeilen.

Heute erlebte ich am atlantischen Ozean einen sonnigen Tag.

Er begann zuerst mit noch recht kräftigen Wolken, die aber im laufe des Tages immer weniger wurden und gegen Nachmittag dann ganz verschwanden.

Jetzt sitze ich im 21:30 immer noch in der Sonne (wenn auch im Wohnmobil bei geöffnetem Fenster) und schreibe diese paar Zeilen. Aber es wird heute Nacht zwar keinen Nachtfrost mehr geben, aber doch recht kalt werden. Wir haben jetzt schon nur noch 6° C.

Nach einem kleinen Frühstück fuhr ich also nochmals zurück an die "blaue Lagune" um die Stimmung bei Sonnenschein einzufangen. Die folgenden Bilder entstanden dabei:

Blaue Lagune - mit schwarzen Lava-Gesteinsbrocken umgebenEs dampft an allen Ecken...Blaue Lagune mit Leuchtturm im Hintergrund

Sie doch toll aus oder?

Danach bin ich noch direkt an den Atlantik gefahren, denn dort gab es noch einen Felsen, auf den man "rauf" gehen konnte. Von dort oben hatte ich dann einen besonders schönen Blick auf die Vögel...

Am AtlantikVögel in der SteilwandDie Brandungswellen sind ziemlich heftig...

Nachdem ich alles erkundet und abgehakt hatte, machte ich mich auf den Rückweg und fuhr wieder Richtung Keflavik .Auf der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz entdeckte ich eine Vogelmutter, die beim Brüten war.

Vogelmutter beim Brüten

Als sie kurzzeitig weg flog, konnte ich die folgenden Bilder schießen:

2 Vögelchen sind schon geschlüpft...Das 3. Ei wird vom Nachwuchs geöffnet

So, und als ich dann mit meinen Berichten und Update auf der Homepage fertig war, wollte gerade die Sonne untergehen. Da musste ich schnell noch ein Foto machen und diese Stimmung einfangen.

Mitternachtsstimmung mit Sonnenuntergang

Ja, ich hatte es ja schon angedeutet - es wird kalt werden. Jetzt kurz vor dem zu Bett gehen (00:30 Uhr) steht das Thermometer auf nur noch 4° C. Da habe ich ganz schnell die Heizung angeworfen, sie ca. eine 3/4 Stunde laufen lassen (dann war es ausreichend warm) und dann hatte ich auch keine kalten Füße mehr und konnte endlich einschlafen.

Dann also gute Nacht und bis bald...

Der Weltenbummler Wolfgang.

Mittwoch 16. Juli 2008

Es sind nur noch 4 Tage, dann hole ich meine liebe Frau von Keflavik ab. Ca. 10 km vom Flughafen entfernt habe ich mich häuslich eingerichtet. Ich plante - die Dax herab zu lassen, um mit ihr heute Nachmittag in die Bücherei zu fahren, in der ich gestern schon war, um meine Homepage zu aktualisieren.

Nach dem Aufstehen packte mich mit einem Mal das Reinigungsfieber. Ich holte mir eine Schüssel warmes Wasser und ein Schwammtuch und begann das Führerhaus, welches lange keine Reinigung erfahren hatte - zu säubern. Als ich einmal das Handtuch draußen ausschüttelte, blickte ich zufällig auf die 100 m von mir entfernt vorbeiführende Straße.

Aber was sah ich denn da: ich traute ja meinem Augen kaum, denn auf einem felsigen Teil neben der Straße stand schief ein recht neuer Pkw. Und 2 Personen liefen immer um dieses Fahrzeug herum. Da stimmt doch etwas nicht - dachte ich so bei mir - und machte mich barfüßig (in der Zwischenzeit hatte die Sonne die Herrschaft an sich gezogen und die Temperatur auf 16° C hochgefahren) auf den Weg, mir dieses "Schauspiel"anzusehen.

Beim Fahrzeug angekommen sah ich dann die ganzen Ausmaße eines Malheurs: zersprungene Plastikteile lagen überall herum, der Wagen hing vorne links tiefer - bedingt durch einen platten bzw. defekten Reifen. Auch waren einige kaputte Stellen am Fahrzeug deutlich zu erkennen. Und das Fahrzeug lag auf einem großen spitzen Stein auf, der das Wegschieben des Fahrzeuges per Handkraft verhinderte. Sie hatten noch Glück im Unglück, denn der Wagen stand direkt vor einer senkrechten Felsenwand. Da sie aber nicht zu schnell gefahren waren, kam das Fahrzeug noch vor der Wand zum Halten.

Ich fragte die beiden aufgelösten Personen auf englisch, ob sie Hilfe benötigten und sie sagten Yes. Irgend wie unterhielten sie sich danach untereinander auf deutsch und so konnte wir uns auf deutsch weiter unterhalten. Es war also ein Ehepaar und zum Glück waren sie unverletzt und so konnten wir uns um den Wagen kümmern. Der Fahrer sagte mir, dass das Fahrzeug mit einem Mal nach links zog und er nichts dagegen tun konnte. Vermutlich war der Reifen geplatzt und hatte so diesen Unfall verursacht.

Leider hatte dieses neue Auto keinen Reservereifen dabei. Sie waren gerade in Keflavik gelandet und hatten sich bei Sixt dieses Auto mit Vollkasko-Versicherung gemietet. Das war bestimmt gut so, denn der Schaden war nicht unerheblich. Aber wirklich gut und wichtig war halt,dass sich keiner ernstlich verletzt hatte. Nun versuchten sie per Handy mit Sixt Kontakt aufzunehmen, was jedoch nicht klappte. Ich sagte dann: wenn sie keine Verbindung bekommen werde ich sie gleich zurück nach Keflavik und Sixt bringen, was sie dankend annahmen. Schnell ging ich zurück und packte alle Sachen so weit es ging schnell weg und zog mir Strümpfe und Schuhe an. Wie gut, dass ich die Dax noch nicht herabgelassen hatte. Dann habe ich das Ehepaar nach Keflavik gefahren und das war alles was ich für die beiden tun konnte.

Ich wünsche Ihnen liebes Ehepaar - von hier aus, dass sie mit ihrem nächsten Mietwagen mehr Glück haben und dass sie Island nur von seiner schönsten Seite kennen lernen.

Ja und danach fuhr ich zu meinem Platz zurück. Darauf vollendete ich meine Reinigungsprozedur und gegen 14:30 Uhr lies ich dann die Dax herab und wollte mit ihr in die Bücherei fahren. Nur irgendwie ließ sich das Vorderrad nicht bewegen. Hallo, was war denn mit der Dax los? Also Werkzeug heraus und schnell einmal das Vorderrad demontieren und die Nabe aufmachen. Aber ich konnte nichts erkennen. Dann baute ich alles wieder zusammen und siehe da, das Rad lief wieder wie geschmiert. Verstehe einer die Technik!!!

In der Bücherei angekommen konnte ich den Internet-Service wieder voll in Anspruch nehmen sogar mit Strom. Warum die Zeit mit der Arbeit am Laptop immer nur so schnell verrinnt? So, nun seit ihr wieder auf dem neuesten Stand.

Bis zum nächsten Mal sage ich tschüss und ciao -euer Weltenbummler Wolfgang.

Donnerstag 17. Juli 2008

Habe heute einen Faulenzer-Tag eingeschoben.

Zuvor möchte ich euch aber noch ein Bild der gestrigen Abendstimmung zeigen.

Nachtstimmung

Auf dem Bild deutet sich schon das heutige Wetter an. Hatte fast den ganzen Tag nur Sonnenschein. Das musste ich also auch einmal ausnutzen.Kurze Hose und T-Shirt an und Schuhe aus. Dann ab auf die Liege, natürlich mit Unterbrechungen.

Ein seltener Sonnentag den ich auf der Liege verbringe

Ich habe mich entschlossen, so ein Bild auch mal zu zeigen, denn es ist hier in Island selten genug, wo ich auf der Liege zu sehen sein werde. Zwischendurch habe ich mich mal auf die Dax geschwungen und Holz gesammelt, denn heute ist wieder ein Brot-Backtag. Als das Brot dann fertig war - so gegen 19:30 Uhr habe ich mir gleich 3 Stullen - nur mit guter isländischer Butter - geschmiert und dies als mein Abendbrot betrachtet.

Jetzt um 22:00 Uhr kommen massiv Wolken auf. Die ersten Regentropfen hängen schon an der Scheibe.

Ich werde mich jetzt in mein Gemach verziehen.

Also bis dann -

euer Weltenbummler Wolfgang.

Freitag 18. Juli 2008

Habe heute in meiner "hauseigenen" Bücherei die Homepage ein wenig verändert. Es ist jetzt eine Seite dazu gekommen in der die Berichte nach Monat aufgeteilt sind. So ist die Öffnung dann ein wenig einfacher, da ihr nicht mehr so weit nach unten zu scrollen braucht. Konnte zusätzlich mit meinem Sohn und meiner Tochter ein wenig chatten, was immer ganz lustig ist.

Ich wünsche euch allen einen guten Einstieg ins Wochenende

euer Weltenbummler Wolfgang.

Berichte vom 19., 20. und 21. Juli 2008

Hallo ihr lieben Leute,

es kommt mal wieder eine komprimierte Berichterstattung der letzten 3 Tage. Zunächst die wichtigste Neuigkeit: Meine Gine ist endlich bei mir im Mobbi angekommen, wenn auch mit leichten Hindernissen. Doch dazu später mehr.

Am Samstag bin ich einfach noch einmal zu meiner Bücherei gefahren und habe die Möglichkeit Internet zu benutzen reichlich ausgeschöpft. Am Nachmittag fing ich dann an, das Mobbi ein bisschen zu säubern und wieder wohnlich herzurichten. Gine sollte ja am nächsten Tag nicht gleicheine schmutzige Kabine vorfinden.

Nach dieser Aktion habe ich schnell noch die Handtücher gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Damit war dieser Tag auch schon gelaufen...

Am Sonntag habe ich mich dann tot schick angezogen, habe die Dax aufgeladen und festgeschnürt und wollte demnächst zum Flughafen fahren. Jedoch wurde daraus nichts, denn gegen Mittag rief Gine mich aus dem Holiday Inn in Berlin-Schönefeld an, dass ihr Flug gestrichen ist. Sie wird voraussichtlich erst am Montag in aller Herrgotts-Frühe nach Island kommen. Na Bravo...

Heute ist Montag, der 21.07. und ich habe meine Gine in die Arme nehmen können. Allerdings hat sie gleich das manchmal launische Wetter von Island zu Genüge kennen gelernt, denn es regnete wirklich den ganzen Tag. Gott sei Dank hat Gine mir ja nun meine neue Kreditkarte mitgebracht. So weit - so gut...

Da wir sowieso tanken und einkaufen wollten, fuhren wir direkt zu einem Geldautomaten um 20.000 isl. Kronen abzuheben. Ich steckte also diese super neue Karte in den Automaten und siehe da: Sie funktionierte nicht. Ich gehe jetzt davon aus, dass nicht meine alte Kreditkarte defekt war, sondern dass meine Pin-Nummer (ich hatte sie mir sogar aufgeschrieben) nicht richtig ist.

Gine und ich also in die Bücherei und ans Internet ran und eine Mail an die Haspa verfasst, mit der Bitte, mir eine neue Kreditkarte mit neuer Pin-Nummer zu bestellen. Dann haben wir ein Plätzchen am Atlantik angesteuert und hier übernachten wir dann auch...

Bis zum nächsten Bericht

euch alles Liebe und Gute.

Wolfgang.

Dienstag 22. Juli 2008

Hallo ihr Lieben!

Heute schreibt euch Gine den Bericht.

Nach einem super guten Frühstück (es z. B. gab Lachs) machten wir uns auf den Weg zu Wolfgangs blauem See. Der Himmel war bedeckt, aber es war trocken. Dieser See leuchtet nicht nur in einem strahlend blau-türkisen Farbton,sondern er ließ auch das Gefieder der Möven, die ihn überflogen in seiner Farbe erstrahlen.

Von dort aus fuhren wir etwa 20 km bis zu Islands Attraktion: der Blauen Lagune. Die Lufttemperatur betrug etwa 13° C und die Wassertemperatur lag bei 38° C. Wir aalten uns im Wasser, beschmierten uns die Gesichter mit Thermalschlamm, erkannten uns nicht wieder und waren am Ende schrumpelig ausgelaugt.

Erholung im warmen WasserHier kann man es lange aushaltenGine ganz verwegen...Wolfgang ist jetzt und später nicht wieder zu erkennen

Nach etwas Müsli und einem Cappuccino sind wir weiter gefahren Richtung Reykjavík. Wir haben uns nach ca. 20 km ein Plätzchen am Atlantik gesucht und hoffen, dass der Wind heute Nacht nicht allzu viel Lärm macht.

Soweit für heute

Gruß und Kuss

Regine und Wolfgang.

Mittwoch 23. Juli 2008

Hallo Leute!

Seit dem Gine da ist, ist frühes Aufstehen die Regel...

Nach dem Frühstück sind wir direkt nach Reykjavik reingefahren. Ersten Halt machten wir am Flughafen und erkundigten uns nach einem Rückflug (für Gine) von Akureyri (liegt ziemlich in der nördlichen Mitte von Island) nach Keflavik bzw. Reykjavik.

Diesen Rückflug hatten wir schnell gebucht und konnten danach in die Stadt marschieren. Als wir auf den Stadtplan schauten, sahen wir, dass die berühmte Hallgrimmskirche sich gar nicht weit entfernt vom Flughafen befindet. So liefen wir als erstes dorthin und schauten uns diese schlicht gehaltene Kirche (Gine war etwas enttäuscht) an. Jedoch begeistert sind wir beide von der schlichten, aber sehr eindrucksvollen Orgel.

Orgel der Hallgrimmskirche in Reykjavik

Wir liefen noch ein bisschen durch die näheren Straßen und landeten nach gar nicht langer Zeit am Tjörnin (Teich bzw. die Alster von Reykjavik). Dieser See ist nur einen halben Meter tief und das sonst so klare Wasser von Island sucht man hier vergeblich. Aber die vielen Vögel (zum Teil schon mit Nachwuchs) sahen sehr possierlich aus.

Nach einem kleinen Imbiss in einem Kaffee beendeten wir unseren Hauptstadtbesuch, denn wir wollten weiter Richtung Gullfoss (schönster isländischer Wasserfall).

Zunächst kam der See Pingvallavatn und Touristenattraktion Pingvellir. Leider regnete es wieder mal Bindfäden, so dass wir diesen schönen Ort nur kurz besichtigten und nicht mehr durch die einladenden Schluchten wandern mochten. Diese sehr schönen und manchmal recht tiefen Schluchten sind teilweise mit klarstem Wasser angefüllt.

Steil abfällende Wände - erzeugt durch Erdplattenverschiebung

Einer touristischen Sitte konnte auch ich nicht widerstehen: Ich habe eine Münze in das Wasser geworfen und Gine verfolgte das Abtauchen in die Tiefe mit Begeisterung.

Im Wasser befinden sich viele Münzen, aber leider keine Fische

Einen Übernachtungsplatz an einem Fluss fanden wir ca. 30 km vor Gullfoss.

Was uns dort erwartet erzählt der nächste Bericht.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Donnerstag 24. Juli 2008

Hallo!

Gegen 10:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg.

Als erstes Tagesziel erreichten wir nach einer knappen Stunde das Thermalgebiet von Geysir. Hier erlebten wir die in regelmäßigen Abständen aufsteigende weiße Fontäne des aktivsten Geysirs mit Namen Strokkur. Das Wirken einer in der Tiefe schlummernden Kraft schleudert die heißen Wassermassen ca. alle 8 Minuten in die Höhe und entlockt manchem Zuschauer ein ah... und oh... Wenn dann das Wasser wieder in dem Geysir verschwindet, dauert es eine gewisse Zeit, bis der Geysir wiedergefüllt ist.

Der Geysir Strokkur saugt sein ausgestoßenes Wasser wieder ein

Auch schön anzusehende Wasserlöcher mit ihren verschiedenen - wie unecht aussehenden Farben - kann der Zuschauer bewundern.

Sehr schön und farbenprächtig...

Als die Touristenbusse dann zu Hauf ankamen, verließen wir dieses thermale Gebiet und fuhren zum 10 km entfernten Wasserfall Gullfoss. Viele Menschen halten diesen Wasserfall für den schönsten von Island und auch ich finde ihn wirklich eindrucksvoll.

Der Gollfoss von seiner schönsten Seite

Prächtig war es, dass die Sonne flüchtig durch die Wolken lugte. Schön ist es auch, dass wir ziemlich nahe an den Wasserfall herangehen konnten um ihn direkt aus der Nähe zu bewundern.

Gine und ihr Gullfoss...

Nach einem kleinen Müsli fuhren wir gegen Nachmittag weiter Richtung Norden auf einer fast 100 km langen Schotterpiste nach Hveravellir.

Was uns da morgen erwartet, folgt im nächsten Bericht.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Freitag 25. Juli 2008

Hallo daheim!

Heute hat Gine ihren ersten Sonnentag genießen dürfen. Da die Sonne so schön schien und es um 10:30 Uhr schon 14° C warm war, beschlossen wir, hier in Hveravellir die Gegend zu erwandern.

Wir starteten vom Parkplatz aus und kamen gleich an schön anzusehende Wasserläufe und Wasserlöcher. Diese blubberten und sprühten ihren Dampf lauthals heraus.

Farbenprächtiger WasserlaufVulkanlandschaft mit rauchendem "Donnerkegel"

Wir gingen dann ein wenig in die "Bergwelt" (Lavawüste) und eroberten diese...

Gine hat den Berg erobert

So marschierten wir durch die bizarre Landschaft und kamen nach gut ca. 3 1/2 Stunden wieder am Parkplatz an. Wir nahmen dann ein heißes Bad in dem Naturpool und relaxten eine ganze Weile.

Heißer Pool eingebettet in der LandschaftIm heißen Wasser kann man gut relaxen

Erfrischt fuhren wir daraufhin zurück - den furchtbaren Weg - den wir gekommen waren. An diesem Spätnachmittag schafften wir noch gut 45 km in 2 Stunden. Wir rasteten und übernachteten dann gleich neben den Schafen und Islandpferden.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Samstag 26. Juli 2008

Hallo!

Heute hat Gine ihren zweiten Sonnentag genießen dürfen und das gleich hintereinander. Wir fuhren über Gullfoss und Geysir zurück und trafen dort das nette Ehepaar, dem sich Gine während der langen Verspätungszeit anschließen durfte. Unsere Fahrt Richtung Selfoss wurde unterbrochen durch einen Besuch des Kraters KERID.

Krater mit KraterseeDer Kratersee

In Selfoss machten wir einen Großeinkauf und konnten endlich mal wieder ins Internet. Gegen Abend, die Sonne schien noch schön, fanden wir einen wunderschönen Platz an einem Fluss.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Sonntag 27. Juli 2008

Hallo, ihr Schnuckis!

Und... vorbei mit dem schönen Wetter.

Von unserem Übernachtungsplatz am Fluss, machten wir uns auf den Weg nach Landmannalauga. Ich durfte (sollte) durch den Fluss fahren. Diese kleine Übung haben das Fahrzeug und ich mit Bravour gemeistert (sagt Wolfgang).

Auf schöner Asphaltstraße ging es gut 100 km bis wir auf die F 26 kamen. Schon hatten wir wieder eine wellige Schotterpiste,die teilweise mit übelsten Schlaglöchern durchzogen war, unter den Reifen. In Landmannalauga mussten wir noch zwei Flussarme durchqueren und befanden uns mitten in vulkanischem Gebiet. Es nieselte, war windig und etwa 10°C warm. Aber die Gegend, die wir trotz des Wetters 3 Stunden lang erwanderten, ist wirklich einzigartig. Wolfgang hatte seine Kamera vergessen (also heute keine Bilder), da das Wetter sowieso nicht gut war und wir nur einen kleinen Trip machen wollten.

Hinter dem riesigen Zeltplatz fließt ein warmer Bach und speist eine Badestelle. Hier wollen wir morgen schwimmen gehen.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Monntag 28. Juli 2008

Hallo Leute...

Und immer noch Regen...

Nach einem kräftigen Frühstück mit Bacon and Eggs (sunny side up) haben wir uns entschieden, einen Faulenzertag einzulegen. Das heißt nicht ganz: nach diesem sättigendem Frühstück sind wir zum heißen Fluss gegangen und haben uns dort eine ganze Weile aufgewärmt.

Der Regen kitzelt sie an der Nase...Gine vor dem heißen Zulauf

Ansonsten haben wir nur auf besseres Wetter (der Regen sollte endlich mal aufhören) gewartet, gespielt (neue Spiele ausprobiert) und gut gespeist. Gegen Abend kamen dann noch 6 Landrover aus Belgien und haben uns in der Tat umzingelt. Wir kamen mit dem einen Fahrer noch ins Gespräch und er sagte uns, dass es morgen besseres Wetter geben soll (es soll wärmer werden).

Nun gut, wir warten darauf.

Liebe Grüße

Wolfgang und Regine.

Dienstag 29. Juli 2008

Tag auch!

Ihr glaubt es nicht. Heute Nacht um 4.30 Uhr drehte ich mich um und öffnete dabei ein Auge, um zu sehen, ob ich mich nicht auf Wolfgang wälze.Aber sofort öffnete ich das zweite Auge und dem Mund, dem ungewollt ein: "Boooaahhh!" entwich. Wolfgang klappte sofort seine Augen auf und fragte, was denn los sei. Ich sagte: "Da, sieh doch mal aus dem Fenster!"Die ganzen uns umgebenden Lavafelsen sowie der Himmel standen in Flammen. Alles, was wir sahen, war glutrot. So haben wir einen Himmel und Felsen noch nie gesehen.

SonnenaufgangVon der aufgehenden Sonne angestrahltes Lavagestein

Nach diesem Naturschauspiel lagen wir noch etwas aufgekratzt im Bett. Doch irgendwann holte uns der Schlaf wieder ein. Als wir erneut aufwachten, strahlte vom blauen Himmel die Sonne und lachte uns an. Jetzt aber nichts wie hoch und diesen Tag auskosten. Nach dem Frühstück machten wir uns zum Wandern fertig und kamen in eine farbenprächtige Landschaft.

"Rötlicher" BergWasserfall in der Ferne

In der Ferne sahen wir einen Wasserfall oder ein Schneefeld. Erst als wir näher kamen, erkannten wir, dass es sich um einen Wasserfall handelt.

Kleiner aber schöner Wasserfall

Wieder machten wir eine Tagestour von 4 1/2 Stunden. Es war herrlich warm - über 20° C. So ein Tag entschädigt gleich für mehrere Regentage. Wir gingen noch zum Schwefelberg, um diesen Anblick auch noch mal im Sonnenlicht zu sehen.

Es "stinkt" zum Himmel...Aus allen Ecken und Löchern steigt der Dampf

Vor dem Abendessen - Lachs mit Nudeln - erholten wir uns über eine Stunde im warmen Wasser.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Mittwoch 30. Juli 2008

Tag noch mal!

Ihr glaubt es nicht. Es war unser heißester Tag und vermutlich der heißeste Tag in der Geschichte Islands - mit 29° C. Wir machten uns von Landmannalauga aus auf den Rückweg, der im strahlenden Sonnenschein doch noch etwas anders aussah als im Regen auf dem Hinweg.

Nach gut 15 km Rüttelstrecke kamen wir an einen hilfsbedürftigen Deutschen, der den zweiten Reifen platt hatte. Aber wir konnten da auch nicht weiterhelfen, da unsere Reifen schlauchlos sind. Also machten wir uns an die nächsten 15 km Schotterpiste. Alles lief problemlos. Dann kamen wir endlich wieder auf die gute Asphaltstrecke. Wolfgang stellte irgendwie ein Dröhnen und Brummen fest. Die Abkürzung über die nächste Schotterpiste nahmen wir nicht, sondern blieben unserer Meinung nach auf der F26.

Wir besichtigten dafür die wieder aufgebauten Farmhäuser aus dem 11. Jahrhundert.

Kurze Zeit später, es war kurz vor drei Uhr, passierte es: Es gab mit einem Mal ein merkwürdig polterndes Geräusch und ich fragte sofort:"Was war denn das?", aber Wolfgang wusste auch keine Antwort und hielt sofort am Straßenrand an. Wir stiegen aus und Wolfgang entdeckte es: Ein Teil vom hinteren Antriebsstrang fehlte und das Anschlussstück vom Verteilergetriebe hing lose herab.

Probleme mit dem HinterradantriebSchaft zur Steckachse fehlt

Wolfgang hatte sofort Schweißperlen auf der Stirn und fragte hilflos, wie denn so ein Teil abbrechen könnte.Wir suchten also erstmal unsere ADAC-Verbindungsdaten und riefen in München an, um Hilfsmöglichkeiten zu finden. Die nette Dame dort schickte ein Fax an ihre Partnerfirma in Island, die mit uns per Handy Kontakt aufnahm und fragte, was kaputt sei und wo wir uns befänden. Wir machten die entsprechenden Angaben und sagten, dass wir uns auf der F26 befänden. Um kurz nach vier teilte man uns mit, dass ein Mechaniker zu uns unterwegs sei.

Wir warteten also und warteten - über zwei Stunden. Dann kam ein Anruf des Mechanikers, der fragte, wo wir denn seien.

Wir beschrieben einen entsprechenden Abschnitt auf der F26 und er sagte, er würde uns da schon finden. Wir warteten also weiter. Kurze Zeit später hielt ein Kleinbus neben Wolfgang und fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Wolfgang sagte, nein, der Mechaniker sei schon unterwegs. Jedoch fragte er, wie denn der nächste Ort hieße. Die Antwort lautete: "Árnes und Sie befinden sich hier auf der 30." Ach, du mein Schreck! Und natürlich hatten wir keine Nummer von dem Mechaniker, der uns auf der falschen Straße suchte.

Aber glücklicher Weise rief der kurze Zeit später wieder an, um nochmals nachzufragen, wo wir uns genau befänden. Nachdem Wolfgang ihn über unseren Irrtum aufgeklärt hatte, dauerte es noch etwa eine dreiviertel Stunde und so gegen acht Uhr war er dann da. Gott sei Dank!

Gemeinsam bauten die Männer die restlich Steckachse vom Verteilergetriebe ab und siehe da, mit eingeschalteter Differentialsperre waren wir wieder fahrbereit, wenn auch nur über den Vorderradantrieb. Er gab uns die Adresse einer Werkstatt in Reykjavik, die uns weiterhelfen könnte. Dann verabschiedeten wir uns und änderten unsere Reiseroute Richtung Selfoss.

Um Viertel nach neun kamen wir dort an und sahen, dass unser Mobbi beim Anhalten Öl auf den Boden gespuckt hatte. Wolfgang opferte zwei seiner uralt Hemden, um das Öl damit aufzuwischen und dann gingen wir in "unser" Internetcafé, wo wir, obwohl die Küche schon geschlossen hatte,noch ein leckeres warmes Sandwich bekommen konnten.

Als wir zum Mobbi zurückkamen, gegen halb zwölf, war kein weiteres Öl nachgetropft und wir suchten uns einen Schlafplatz am Wasser. Das Rauschen des Wasser ließ uns die Sorgen des heißen Tages vergessen und gut einschlafen.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

Donnerstag 31. Juli 2008

Hallo, da sind wir wieder!

Nach dem Aufstehen stellten wir fest, dass der Supermarkt noch nicht geöffnet hatte, aber beim Bäcker bekamen wir ein sehr leckeres Brot. Also, erstmal frühstücken mit Cappuccino und einem Glas Milch. Dann zur Touristeninformation und fragen, wo wir denn in Reykjavik die angegebene Adresse finden. Die Dame markierte uns genau die Straße auf dem Stadtplan uns schon konnte es losgehen.

Beim Einkauf unterwegs tropfte wieder das Öl und beim Aufwischen stellte Wolfgang fest, dass der Flansch vom Verteilergetriebe nun auch noch fehlte. Wo konnten wir denn den bloß noch verloren haben? Wir schafften es trotzdem in vorsichtiger Fahrt bis Reykjavik und fanden auch die Werkstatt.

Wir erklärten dem Werkstattleiter unser Anliegen und übergaben ihm die Einzelteile, woraufhin er meinte, dass es möglich sei, das zu reparieren. Er sagte uns aber auch, dass ein langes Wochenende vor der Tür stehe mit Islands einzigem Feiertag für Geschäftsleute. Also vor Dienstag wäre eine Reparatur nicht möglich. Er gab uns die Adresse von Mercedes, bei denen wir den verlorenen Flansch beschaffen müssten.

Die angegebene Mercedes Niederlassung stand jedoch vor der Auflösung und ein sehr freundlicher Österreicher, der dort arbeitete, verwies uns aneine andere Niederlassung am anderen Ende der Stadt. Auch dort war dieses Teil nicht vorrätig und musste somit in Deutschland bestellt werden. Voraussichtliche Lieferung: Dienstag.

Unser Mobbi wird in der Mercedes-Werkstatt in Island repariertHier fehlt auch noch der Flansch zur Steckachse

In stundenlanger Arbeit konstruierte ein Angestellter ein Rohr mit Deckel um unsere Ölaustrittsstelle abzudichten.

Wir werden uns also bis Dienstag gedulden müssen und solange nur mit dem Vorderradantrieb die nähere Umgebung von Reykjavik erkunden.

Gegen neun Uhr war unser Suppeneintopf fertig - wir gewöhnen uns allmählich an diese Essenszeit - und schmeckte köstlich.Jetzt lassen wir mit einem Spielchen den Tag ausklingen.

Liebe Grüße

Regine und Wolfgang.

 

Touren-Bericht - Monat 06 Norwegen und Island 2008

Bericht vom Sonntag den 01. Juni 2008

Heute ist es endlich soweit - meine erste größere Reise beginnt. Ich fahre heute nach Hirtshals in Dänemark, wo ich mit dem Schiff "Fantaasia" nach Norwegen (Langesund) gebracht werde.

Es ist gegen 12:30 Uhr, als ich mich auf den Weg mache. Zuvor musste noch eine meiner Hosen geändert sowie ein T-Shirt gewaschen werden. Zwischenzeitlich war auch das Verabschiedungskommite eingetroffen: Nathalie und Steven sowie Margrit und Peter - unsere uns/allen lieb gewordenen Nachbarn und Freunde. Ich muss es euch sofort mitteilen: Peter hat mir 2 Pakete seiner "berühmten" und wohlschmeckenden Kräuterbutter mit auf den Weg gegeben. Die nächste Grille kann kommen...

Ja, und dann hab ich mich nach der Verabschiedung von meiner lieben Gine und unserem etwas traurig aussehenden Johnny - sowie den oben erwähnten Kindern und Freunden auf den Weg gemacht. Hirtshalts in Dänemark war schon in meinem neuen Navi eingegeben und nach ca.6 Stunden ruhiger Fahrt bei Sonnenschein kam ich gegen 19:00 Uhr in Hirtshalts an. Habe die Reederei Kystlink sofort gefunden. Aber das Einchecken auf dem Schiff ist erst für 0:30 Uhr geplant.

Ich hatte also alle Zeit der Welt. Ich habe sie gleich genutzt und bin nach dem 50 km entfernten Skagen gefahren. Dort habe ich mir die "versandete" Kirche,sowie die Spitze von Skagen (Grenen) mit dem Zusammentreffen von Skagerak und Kattegat angesehen.

Da es um 21:30 immer noch hell genug war, bin ich noch zur Rabjerg Mile (eine doch recht große Sanddüne) gefahren. So, nun warte ich auf das Einchecken und melde mich demnächst wieder.

Seid bis dahin herzlichst gegrüßt von eurem Reisenden und Weltenbummler

Wolfgang

Ob Johnny mit will?Hose schnell noch kürzenGine voll konzentriert - aber was ist mit Johnny?Strand in SkagenSonnenuntergang bei Rabjergmile

Montag 02. Juni 2008

Es ist schon der zweite Reisetag und auch schon gegen 22:00 Uhr; jedoch noch Tag hell - und ich habe mich leider bei schönstem Wetter ins Mobbi an den Laptop zurückgezogen, um diesen Bericht für euch zu schreiben. Ich mach dies aber wirklich gerne, um alle auf dem Laufenden zu halten...

Habe heute schon wieder schöne Dinge gesehen; bin nach der "Grenzpassierung" sofort Richtung Norden gestartet - sprich im Detail hat mich das Mobbi zur Stabkirche nach Heddal gebracht. Es hat sich gelohnt, denn diese Holzkirche ist ein wirkliches Prachtstück. Beim "Sich-Nähern" merkt man diesen Teergeruch, denn sie ist mit einer teerartigen Lösung sozusagen imprägniert. Damit wird diese Kirche wohl gegen vorzeitigem Verfall geschützt.

Ich habe, nach diesem "Gottesdienst", mein Navi - auf kürzeste Strecke - Richtung Stavanger programmiert - und nun ging es die gleiche Strecke zurück, die ich auch hin gefahren war. Jedoch hat sich das zweimalige Fahren gelohnt, da diese Strecke schon eine ganz tolle Naturkulisse bietet.

Gegen 18:30 Uhr habe ich an einem Gewässer einen schönen + ruhigen Stellplatz für den angehenden Abend und die kommende Nacht gefunden. Es gab Gyros mit Pilzen und Zwiebeln. Bei der Zubereitung stellte ich dann fest, dass ich - ein mir wirklich wichtiges Gewürz/Gewächs - sprich Knoblauch nicht dabei hatte; es musste also auch ohne gehen... und es hat geschmeckt, da das Fleisch schon gut gewürzt war.

Zusätzlich muss ich aber auch noch erwähnen: dass mit dem Navi ist echt genial; ich bin in aller Ruhe und ohne mich auf einer Karte orientieren zu müssen losgefahren; das Navi hat mich mit ja überall sicher hingeführt: dabei waren auch Abkürzungswege dabei- die ich so nicht gefahren wäre, denn es waren mitunter doch schon recht schmale Straßen dabei.

Das war's für heute und dann bis zum nächsten Bericht...

Seid ganz herzlichst gegrüßt von eurem Reisenden und Weltenbummler

Wolfgang

Dienstag 03. Juni 2008

Heute ist mein dritter Reisetag.

Habe jetzt um 21:00 Uhr - nach einem Essen am offenen Feuer - meinen Laptop "angeworfen" und schreibe mein tägliches Tagebuch.

Heute gegen 10:00 Uhr bin ich zur nächsten Etappe aufgebrochen. Ich möchte mich nach Stavanger (in der Nähe soll es den berühmten Preikestolen - einen sog. Felsvorsprung/Kanzel) begeben. Diesen will ich besuchen und mir ansehen. Aber dahin zu kommen ist bei diesen "langen" Wegen gar nicht so leicht.

Hatte ja zuvor mein Navi eingestellt (die Frage: möchten sie Mautstrecken vermeiden hatte ich mit ja beantwortet) und das Navi führte mich richtig in die Wildniss. Stavanger kam einfach nicht näher, und ich bekam Sorge, mit dem noch in Deutschland getankten Diesel dort dann nicht anzukommen. Also entschied ich mich um zukehren. Nach also gut 80 km umsonst gefahrener Strecke war ich endlich wieder auf einer großen Zubringerstraße. 

Ich fuhr nun bis Arandal und dann bog ich ab. Nach Evje. Hier bin ich schon früher einmal gewesen und die Strecke kam mir irgend wie bekannt vor.

Zwischenzeitlich hatte ich beschlossen zu tanken, denn diese Straßen/Strecken kosten mehr Sprit als ich erwartet hatte. An einer "STATION OIL" ging ich mit meinen beiden "EC-Karten" zur Kassiererin und fragte womit ich denn bezahlen könnte: sie meinte mit beiden. Ich ging also an die Zapfsäule 2 und tankte mal 70 Liter Diesel für ca. 1000 Nok. Nach dem Tanken ging ich zurück zur Kassiererin und präsentierte ihr meine beiden Check-Karten; ich besitze die Haspa Master Card(Kreditkarte) und die Haspa EC-Karte. Die Kassiererin meinte ich solle die Master Card nehmen. Diese funktionierte jedoch nicht: das Terminal sagte die Karte sei zu alt. Auf der Karte steht aber eine Gültigkeit von Okt. 2009. Haben wir noch nicht. Also musste die 2. Karte benutzt werden: Ergebnis bei diesem Versuch war, dass nun diese Karte vom Computer nicht akzeptiert wurde. "Na Bravo" sagte ich zur Dame - sie jedoch schüttelte auch nur den Kopf - was bedeutete dass sie die Sache auch nicht verstand.

Mir kam die rettende Idee: ich fragte sie nach einer Bank, und dieser unscheinbare Ort(im nach-hin-nein weiß ich gar nicht mehr wo dass ganze geschah), hatte in der Tat eine Bank. Sie hatte auch Gott sei Dank geöffnet. Also schnurstracks in diese Bank hinein und an den Schalter: I need Money - waren meine ungeduldigen Worte.

In gut verständlichem Englisch teilte sie mir mit, das "draußen" ein Geldautomat sei. Ich zeigte ihr meine beiden Kreditkarten und fragte welche ich denn nehmen solle - sie antwortete die Haspa Mastercard. Also - ich an den Automaten - und das Ergebnis war - ich will es euch nicht verheimlichen - diese/meine Karte wurde vom Automaten nicht akzeptiert. Allmählich bekam meine sonst meistens ruhige Stirn Sorgenfalten. Ich wieder zur Schalterdame und teilte ihr meinen Misserfolg mit. Sie lächelte nur und meinte, ich solle es mit der normalen EC-Karte ausprobieren. Jetzt kam also der sog. Finale Versuch, und ich will es jetzt nicht weiter ausweiten - endlich habe ich 2000 Nok erhalten und konnte somit meinen Diesel bezahlen. Das war für mich auch ein Abenteuer, aber diese Art suche ich eigentlich nicht. Aber mit der Haspa habe ich (bzw. Gine - sie muss mir eine neue Kreditkarte bestellen) zu sprechen.

Jetzt schaue ich aus meinem Fenster auf das schöne Gewässer und ich sehe Fische springen. Das wäre ja was für meinen Johnny - er würde bestimmt noch die Angel herausholen - ich jedoch werde gleich zu Bett gehen. Es ist ja immerhin 22:30 in Oststeinbek; aber irgend wie hat mich dieser Tag geschafft.

Mal sehen, was mich morgen erwartet. Zur Information: es gab heute Abend auf offenem Feuer Lammfilets mit Salzkartoffeln und Peters Kräuterbutter. Das war so lecker - ich könnt es morgen schon wieder essen. Was es morgen geben wird weiß ich jetzt noch nicht.

Ich sehe noch mal aus dem Fenster und sehe schon wieder Fische springen: ich werde doch noch mal nach draußen gehen und schaue mir das mal an...

Das war's für heute und dann bis zum nächsten Bericht...

Seid ganz herzlichst gegrüßt von eurem Reisenden und Weltenbummler

Wolfgang

Mittwoch 04. Juni 2008

Kinder, wie die Zeit vergeht denn heut wird die Woche geteilt - auch für euch...

Bin heute früh gegen 07:00 Uhr wach geworden - denn diese tolle Sonne schien in mein Schlafzimmerfenster und kitzelte doch meine kleine Nase. Der Erfolg war - ihr könnt es euch denken - ich musste niesen und war dann hellwach. Heute hatte ich viel vor: ich wollte ja zum Preikestolen fahren und diese Attraktion auch aufsuchen.Also ran an Steuer, Navi mit Preikestolen gefüttert (hatte er tatsächlich angezeigt) und los ging die Fahrt.

Wieder wunderschöne Strecken die ich hier sehen darf. Natur ohne Ende. Man könnte andauernd anhalten und Fotos machen. Aber diese "kleinen" Strecken haben es auch in sich: Serpentinen 'rauf und runter und der fahr-technische Stundendurchschnitt liegt man g' rad so bei 40 Std.-Km. Aber ich habe ja Zeit (im Moment ja noch ohne Ende...).

Dann brachten mir die Verkehrs-Schilder mit mal den Hinweis Preikestolen - Fähre.Und mit mal stand ich vor einem "Fährterminal". Also erst mal schauen, was die für die kurze Strecke haben wollen:es waren ca. 120 Nok. Endlich war ich am Parkplatz des an gesteuerten Ziel's. Es war nun gegen 14:00 Uhr.Es ging durch Wald, über Stock und Stein im wahrsten Sinne des Wortes und die Tour gipfelte sogar ein paar Mal in eine bergsteigerische Klettertour.

Für Hansi's Knie wäre dass nichts mehr gewesen; er hat die Strecke ja schon früher in jüngeren Jahren gemacht.Aber alle Achtung: 2 Std. läuft man hoch und runter und wirklich über Steinquader einer Größe die auch schon mal das Maas eines halben Meters haben können. Ja und nach gut 1 1/2 Std. war ich am Ziel. Es ist schon beeindruckend die Felsenkanzel mit dem darunter liegenden Lysefjord zu sehen.

Aber ganz nah' an die Kanzel-Abbruchkante hab ich mich dann doch nicht getraut; es wehte ein irrer Wind, und ich fühlte mich mit Kamera und dem was ich dabei hatte schon nicht ganz wohl, an eine solche Kante 'ran zu gehen. Ich habe einige Aufnahmen gemacht und war froh, das alles sehen zu dürfen. Nach 15 min. Verschnaufpause habe ich mich auch gleich auf den Rückweg gemacht. Ab und zu merkte ich doch meine schleifenden/aus gepowerten Beine.

Aber nach gut 02:00 Std. kam ich am Parkplatz (für den ich heute nichts zahlen musste, da die Parkplatzuhr ausgetauscht wurde) doch recht erschöpft an. Ich hatte ja leider vergessen, mir ein Getränkt mitzunehmen. Und das bei diesem schönen Wetter. Im Auto musste ich erst mal 2 Becker Apfelschorle - die ich fast berauschend fand - trinken und danach fühlte ich mich aber bald wieder sehr gut. Es war wohl Bestimmung: ich hatte Vormittags bei einem kurzen Stopp beschlossen, das "alte Magnesium" von der letzten Reise - auf zu brauchen, und hatte mir also auch zwei Becher Wasser mit diesen Tabletten einverleibt.

Es lag bestimmt an diesem Trank, dass ich auf dieser Tour und auch danach keinerlei Krämpfe oder ähnliches hatte. Nach diesem Marsch beschloss ich, heute nicht mehr weiter zu fahren und suchte den nächsten Campingplatz auf, der sich in unmittelbarer Nähe vom Preikestolen befindet.

Als Abend-Essen machte ich mir kurz mein mitgenommenes Hähnchen (sozusagen als Schmor-Hahn mit Zwiebeln und viel Rotwein) was mir auch wirklich gut schmeckte. Dann ging es auf diesem Campingplatz los: nach und nach kamen die interessierten Leute und sprachen mich aufs Fahrzeug und meine Pläne an. Gerne gab ich Auskunft was mir auch Spaß bereitete. Nett fand ich auch die Holländer, die sich gleich meine Internetadresse notierten. Ich könnte noch viel mehr Einzelheiten erzählen, doch heut' bin ich irgendwie geschafft...

Deshalb seid recht herzlichst gegrüßt und bis zum nächsten Bericht...

Wolfgang

Donnerstag 05. Juni 2008

Mein abendliches Ritual - ein Bericht des heutigen Tages.

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht auf dem Campingplatz bin ich gegen 10:00 Uhr aufgebrochen.Hatte noch ausgiebig geduscht, Wäsche gewaschen (Socken und Unterwäsche per Hand-Waschmaschine) und mich noch schnell vom Holländer verabschiedet.

Verabschiedet hat sich auch mein neues - zum Geburtstag erhaltenes TomTom Navi. Es will nicht mehr angehen. Warum weiß ich auch nicht. Ich hab es an der Kfz-Steckdose angeschlossen, und die LED's am Stecker und am Navi leuchten auch auf. Also liegt doch Strom an. Nur der kleine Bildschirm bleibt dunkel. Was ist da bloß los? (Ob Johnny da was wüsste?)

So habe ich mir das mit dem TomTom-Navi nicht gedacht. Mal sehen, ob ich das Gerät in Bergen nach Hause zurückschicken kann. Ist ja ein nagelneues Gerät und wir haben ja Garantie darauf. Kann das alles nicht begreifen, da es bis heut' früh seinen Dienst zuverlässig gemacht hatte.

Nun kommt also die Karte von Gila (Gila ich danke dir) zum Einsatz und diese Karte gibt mir erst einmal immerhin eine gewisse Beruhigung,nämlich zu wissen, wo ich hinfahre, bzw. mich befinde. Junge, zieht sich die Strecke. Bergen will und will nicht in Sichtweite kommen. Dafür musste ich bei Hielmeland - auf die Fähre - und dann gleich 160 Nok berappen. Beim Ort Sand habe ich für 500,14 Nok 53,15 L Diesel getankt.

Dieses hätte ich aber gar so nicht machen dürfen, denn es war eingefärbter Kraftstoff, der nicht besteuert ist, und der nur für Kommunen und dergleichen. bestimmt ist. Na, es ist alles gut gegangen und man hat mich auch nicht polizeimäßig überprüft. Eine derartige Kontrolle hätte mir gerad' noch gefehlt.

Zum Glück wurde diesmal meine EC-Checkkarte von der Esso-Station akzeptiert.

Habe kurz vor Odda noch den Latefoss (einen immerhin 165 Meter hohen und mächtigen Wasserfall) gesehen. Ist schon gewaltig, wie die Wassermassen vom Berg stürzen und eine riesige Gischt erzeugen..

Da heute nicht viel mehr passiert ist - warte ich auf den nächsten Tag. Mal sehen was da kommen wird...

Es ist jetzt fast 22:00 Uhr und ich werde mich jetzt gleich in meiner Koje verkriechen. Gine du fehlst...Grüß mal Mutti recht herzlich und erzähl ein bisschen...

Seid recht herzlichst gegrüßt und bis zum nächsten Bericht...

Wolfgang

Bericht vom 06. 07. und 08. Juni 2008

Es gibt diesmal eine Zusammenfassung von 3 Tagen (ich kann ja nicht immer nur schreiben).

Hallo alle ihr Lieben - daheim und sonst noch wo, geht es euch allen gut? Mir jedenfalls - fast uneingeschränkt - ja. Habe ich doch nach einer Woche des Reisen' s die uneingeschränkte Freiheit gefunden, die ich immer mal suchte.

In der Tat, ich bin meine eigener Herr, und bestimme den Tag. So habe ich also gestern beschlossen,heute am 07. 06 2008 einen Ruhetag einzulegen. Hab' ich auch gemacht. Relaxt vom späten Morgen, bis zum frühen Nachmittag; auf der mitgenommenen Liege.

Auf dieser wurde es mir doch aber irgend wann zu langweilig. Nichts tun ist ja auch 'ne Aktivität - manchem liegt sie sogar auf Dauer;ich beschloss jedoch, nach dem Aufstehen aus der Liege, mal die Umstände zu erforschen, warum eine Möwe so hartnäckig immer und immer wieder - auf mich zuflog und dabei - wie ein irrer Vogel zu kreischen begann.

Ich ging also zurück zu meinem Wagen und beobachtete die Möwe. Sie flog mit einem Mal auf einen Vorsprung und blieb dasitzen. Dann, nach einer Weile der Beruhigung - auf beiden Seiten - flog sie auf den gras-/steppenartigen Küstengrund zu, welcher überging in den Fjord.

Ich beobachtete sie weiter: ihr Schnabel war weit aufgerissen,so als ob sie hechelte; ich war selbst auch ein wenig aufgeregt, denn ich dachte mir (bei diesem Verhalten) hat sie doch bestimmt ein Nest, was es zu verteidigen gilt. Also ging ich auf sie zu; sie guckte mich mit ihren riesigen Vogelaugen an und stieg aber sogleich in die Luft,um mich dann mit wildem Schrei (wieder) anzugreifen. Ich hatte mir aber die Stelle gemerkt wo sie gesessen hatte. Und richtig, als ich diese Stelle dann vor mir sah, erblickte ich eine Nest mit drei großen Möweneiern. Nun wusste ich also warum dieser ganze Möwenterz veranstaltet wurde. Das Gelege sah richtig gut aus. Ist schon toll, so etwas in freier Natur beobachten und sehen zu können.

Gegen 18:00 Uhr wollte ich per Internet das erste Spiel der Euro-Fußballmeisterschaft sehen, aber denkste, via Internet wird nur innerhalb Deutschland übers Internet übertragen, und leider nicht ins Ausland. Habe nun statt Fußball zu sehen eben "gut" gekocht - es gab Pellkartoffeln mit Peters excellenter Kräuterbutter; diese muss leider diese Woche noch alle werden, da ich keine Butter nach Island einführen darf.

Also werde ich auch die nächsten Tage irgend wie ein Gericht mit Kräuterbutter machen, denn diese leckere Butter vernichte ich nur durch meinen Magen.

Habe am Abend ersatzweise einen Film gesehen, (Johnny sei Dank) den ich euch nur sehr empfehlen kann wenn ihr mal richtig lachen wollt: Die Wutprobe mit Jack Nichelson. Habe diesen Film extra noch auf dem Laptop gelassen und nicht gelöscht,da ich ihn mir mit Gine zusammen noch einmal ansehen möchte. Ich habe wirklich viel gelacht, und es macht Spaß, Jack Nichelson in dieser Rolle zu sehen.

Nach einer ruhigen Nacht bin ich heute am 08. 06. 08 nun kurz vor Bergen Die Straße mit ihren schmalen Passagen - ich erwähnte sie ja schon - führte mich noch in das Bergen-nahe Ski-Gebiet. Hier mag im Winter bestimmt viel los sein.

Konnte von unten sogar auf die Berge sehen und die Ski-Lifte erkennen. Schnee lag auch noch genügend da, so schien es mir.Auf dem riesigen Parkplatz waren nur 3 bis 4 Fahrzeuge abgestellt.

Dann kam der Steinsdalfossen auf der rechten Seite in meinen Blick. Wieder ein sehr schön anzusehender Wasserfall...

Hatte von diesem Fall gerade einige Pictures gemacht, da hielt hinter mir ein Mobbi an;die beiden Insassen winkten mir zu und ich überlegte kurz: ja, diese Insassen kamen mir bekannt vor, und mit Mal viel der Groschen: es das schwedisches Paar, mit denen ich auf dem Campingplatz am Preikestolen gesprochen hatte. So trifft man sich auch in diesem großen Norwegen immer mal wieder...

Bin jetzt ca. 30 Km vor Bergen. Habe einen Platz am Fjord gefunden und die unmittelbare Umgebung erforscht. Neben "Walderdbeeren", die immer sehr lieblich und süß schmecken, habe ich noch einige Blumen gefunden, die ich sehr hübsch fand. Und das auf den Ufer-Felsen. So ist die Natur. Da wo Platz und Lebensraum ist, entfaltet sie ihre ganze Schönheit.

So, jetzt läute ich um 16:00 Uhr schon wieder den Feierabend ein. muss mir schließlich Gedanken machen, was es heute Abend zu essen geben soll. Erst wollte ich den Grill herausholen und mir darin ein kleines Feuerchen entfachen. Aber heute meint es des Wettergott nicht so gut:schon nach dem Aufstehen zogen leichte Schleierwolken auf, die sich - im Laufe des Tages verstärkten - und, als ich den Grill herausholen wollte, öffneten sie ihre Tore: mein erster Regen dieser Woche. Ich weiß nur nicht, ob das Mobbi davon sauber werden wird?

So nun wisst ihr also Bescheid, das ich mir im Mobbi mein Essen zubereiten werde. (Auf alle Fälle ein Gericht mit Peters Kräuterbutter - schön,dass er mir so einen großen Vorrat gemacht hat).

Was ich denn heute Abend gegessen haben werde, erzähle ich in meinem nächsten Bericht; ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Seid ganz lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang

Montag 09. Juni 2008

Eine Kurzmitteilung aus wenigen Zeilen.

Hier in Bergen konnte ich bisher keinen vernünftigen Stellplatz finden.Ich fuhr sogar einmal einem Wohnmobil-Schild nach, in der "stillen Hoffnung" einen "akzeptablen" Platz zu bekommen. Dieser Platz stellte sich jedoch als ein 170 Nok teurer Platz dar - und er lag dermaßen bescheuert zwischen Schrotthalden und ähnlichem Müll - dass ich sofort eine Wende machte und fuhr weiter.

Es wurde schwierig, denn obwohl ich nun aus Bergen heraus gefahren war, kam nur "besiedeltes Land" in Sicht.

Endlich: ich habe einen Stellplatz gefunden. Er ist nicht berauschend (ich würde ihn als Notplatz einstufen), aber für eine Übernachtung geht es. Er befindet sich in der Nähe von einem Sportplatz. Bin die nähere Umgebung auch schon abgelaufen: werde mich morgen wahrscheinlich bei einer Schule positionieren, die in nicht all zu großer Weite vom heutigen Platz entfernt ist (ob es da ruhig sein wird ?).

Heute habe ich keine Bilder, denn Bergen werde ich erst am kommenden Sonntag "richtig" bzw. länger besuchen und dann dort auch Bilder machen.Ich glaube das lohnt sich, denn was ich bisher von Bergen sah, war schon sehr pitoresk...

Gehe nun in mein Bett...

Deshalb seid ganz lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang

Bericht vom 10. 11. und 12. Juni 2008

Ich schreibe diesmal nur einen kleinen Bericht (jedes Tag das gleiche Ritual).

Habe mich hier auf dem Notplatz für mehrere Tage einquartiert. Genieße die Umgebung, die ich jeden Tag aufs neue erwandere und erkunde.

Ab und zu schaue ich den Sportlern/ Fußballspielern oder auch Schulklassen bei ihren sportlichen Aktivitäten zu... Esse Müsli und Brot mit Wurst und Kassler (letzteres darf ich ja in Island nicht einführen) und es schmeckt mir immer wieder.

Werde Morgen mal nach einem Platz suchen, wo ich mal ein Lagerfeuer machen kann...

Gehe nun in mein Bett...

Deshalb seid ganz lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang

Freitag 13. Juni 2008

Es folgt ein Kurzbericht.

nach einem langen Ausschlafen (habe gestern immerhin die 2. Halbzeit eines norwegischen Fußballspieles um ca. 21:00 Uhr (richtig mit Schiedsrichter und sogar gelben Karten) ansehen dürfen und war nach meinen Einträgen auf der Homepage endlich um 00:30 im Bett.Jetzt war es auch draußen einigermaßen dunkel und ich konnte gleich einschlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich dafür erst gegen 10:30 Uhr auf. Oh je, die ganze schöne Zeit verpennt... Aber, ich habe ja jetzt Zeit. - Also aufstehen, einigermaßen klar Schiff (am Körper und im Mobbi) machen, und nichts wie los: Auf zum Mülleimer - zur Zeit zwar immer die gleiche Strecke - aber Bewegung ist gut.

Nun noch die Suche nach einem neuen "Lager-Feuer-Platz".

Diesen habe ich heute gefunden. Habe nun schon am frühen Nachmittag meine "Essen-Sachen" eingepackt, und bin zu diesem neuen Platz aufgebrochen. Dort habe ich an dieser schönen Ecke mein Abendbrot gezaubert: Nudeln mit dem letzten Stück Kräuterbutter von Peter. 2 Rollen sind doch schneller aufgebraucht als gedacht. Peter sollte doch 'ne Fabrik aufmachen. Jetzt ist "alles" vorbei. Oh, diese Kräuterbutter-Rollen fehlen nun schon... muss unbedingt mal mit Peter sprechen...

Habe heute endlich mal den sog. Notplatz - auf dem ich nun schon vier Tage campiere - aufgenommen. Und auch endlich den reparierten Laptop-Strom-Stecker, der mir zur Zeit gute Dienste erweist.

So, nun seid wieder ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Samstag 14. Juni 2008

Es gibt wieder nur einen kurzen Bericht, denn wieder ist nichts aufregendes passiert.

Heute ist schon wieder Samstag, aber es ist recht kalt: wir haben nur 9° Plus C.

Nach einem langen Ausschlafen (habe gestern immerhin die 2. Halbzeit eines norwegischen Fußballspieles um ca. 21:00 Uhr (richtig mit Schiedsrichter und sogar gelben Karten) ansehen dürfen und war nach meinen Einträgen auf der Homepage endlich um 00:30 im Bett. Jetzt war es auch draußen einigermaßen dunkel und ich konnte gleich einschlafen.

Geschlafen habe ich bisher immer gut, auch wenn die Norweger weniger fahren sollten: jedenfalls an dieser Straße -und auch noch mitten in der Nacht.

 Habe nun die umliegende Gegend schon ausgiebig abgelaufen. Fühle mich hier schon fast wie zu Haus.

Heute nahm ich mal einen neuen Weg, den ich bisher noch nicht gelaufen war. Mit einem Mal - ich traute meinen Augen kaum - tauchte in dieser doch eigentlich unscheinbaren Ecke (Loddefjord) wieder mal ein Lidl auf... Trotz dessen, dass ich keine Geldbörse dabei hatte, stattete ich Lidl einen Besuch ab. Es kam mir schon wieder komisch vor, die meisten Regale waren wie leer geplündert und die Menschen schleppten die Sachen ab, als wenn es bald nichts mehr geben würde. Ich bin aus diesem Laden schnell wieder raus, weil ich vorher noch einen zweiten Laden/Markt (nannte sich KIWI) entdeckt hatte.

Dieser Laden entpuppte sich als edelster Supermarkt: es war alles zu bekommen. Auch hier schaute ich mir alles genau an.Mensch, die in Norwegen haben ja Preise: Smakstomat (in verständlichem Worten: einfache Cherry-Strauchtomate) 500 Gramm kamen sage und schreibe 44,90 Nok (abzüglich eines großzügigen Rabatt' svon - 5,51 Nok (somit also immer noch ein Betrag von umgerechnet ca. 5 €).

Bin auf schnellstem Wege zurück zum Mobbi, weil ich nicht geschaut hatte wie lange die Läden am Samstag geöffnet haben;schnell das noch vorhandene Geld eingepackt, und nichts wie zurück zum KIWI-Laden.Kurz auf den Öffnungszeiten-Aushang geguckt: Donner Wetter die haben sage und schreibe bis 23:00 Uhr auf. Ich hab mir also jetzt alle Zeit der Welt genommen, um die 5 Dinge, die ich für die Überbrückung der nächsten 3 Tage (dann geht es ja auf die Fähre nach Island) brauche zu entdecken und einzukaufen...

Diese 5 Teile waren im Einzelnen: Smaktstomat, Halvfine Bröd, Helmelk Milk, Brie Eldorado 180 Gramm und HVITÖK (fällt mir jetzt - nach einigem Überlegen - erst wieder ein: sind Knoblauch-Knollen).

Jetzt im Eiltempo zum Auto: ich hatte nun Hunger bekommen. Habe mir dann ein vorzeitiges Abendbrot gemacht, und dies nach Hause auch sofort kommuniziert.

Nachdem ich satt war, wollte ich noch einen weiteren Spaziergang machen: nach einer viertel Stunde änderte sich jedoch das Wetter schlagartig -es zogen an dem tagsüber durchwachsenen Himmel tiefe dunkle Regenwolken auf. Ich machte schleunigst kehrt, und keine Minute nach dem ich im Mobbi war, fing es an, wie aus Kübeln zu regnen.

Also, da ich noch nicht müde war, fing ich an, den Bericht aufzuschreiben, und mir Gedanken zu machen, wann ich denn nach Bergen zurückfahren wollte. Nach dem Bericht war es immer noch sehr hell - und ich nicht müde. Habe mir einen alten James Bond Film angesehen. Ein klein bisschen Entspannung...

So, für heute soll' s reichen:

Seid wieder ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Sonntag 15. Juni 2008

Wieder gibt es nur einen kleinen Bericht, denn es ist wieder nicht viel passiert.

Ich stehe nun fast schon sieben Tage auf diesem Notplatz.

Heute früh hat mich die Sonne wach geküsst; Mensch, kann die das gut; sie muss einen nur richtig erwischen...Ja, ich traute meinen Augen/Gefühlen nicht, denn nach dem gestern doch recht kühlen Tag zauberte die Sonne Niesgefühle auf meine Nase; ich schaute aus dem Fenster: blauer Himmel - im schönsten Norwegen-Blau.So sollte jeder Tag beginnen. Man ist gleich ganz anders drauf...

Nach dem morgentlichen Ritual - als Frühstück gab es den letzten Schluck Milch, angereichert - in einem erweiterten Müsli mit Haferflocken,Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie einiger weniger Korn-Flakes - wurde ich auf jeden Fall doch recht satt...

Nun, heute ist ja Sonntag: es war zwischenzeitlich 12:30 Uhr und Gine, Margrit und Peter begannen bestimmt ihre Runde um den Öjendorfer-Park... Jetzt kam mein großes Talent denn: im Geiste war ich dabei - nur wanderte ich halt um den Norwegischen Park am Loddefjord; waren bestimmt auch 4 Km...Jedoch: Pommes und Wein/Alster-Wasser gab es hier nicht, soweit ich auch suchte. Deshalb beschloss ich so gegen 14:30 Uhr nach Bergen zurück zu fahren.

Ich wollte mir - da das Wetter so mitspielte - einmal Bergen an diesem ruhigen Nachmittag ansehen. Und dies tat ich auch.

Habe in Bergen "einiges" abgelaufen, nachdem ich mir vorher einen Stellplatz für die Nacht gesucht hatte. Das mit dem Parken hier ist ein echtes Problem ( ich erwähnte es ja schon) - gibt es doch überall Parkverbotsschilder bzw. die Hinweise, dass es sich um private Parkplätze handelt.

Ich hoffe die Bilder zeigen euch einen kleinen Einblick, wie schön Bergen doch ist. Geht leider nicht mehr, da die Bilder aus versehen gelöscht wurden.Leider kann ich ja diese "Schönheit" vor Ort noch nicht teilen - das wär' s gewesen; doch Gine ist ja bald in Reikjavik -und ich dann hoffentlich auch.

So, nun geht die Sonne langsam unter - was nicht gleichzusetzen ist mit Dunkelheit, sondern die wärmenden Strahlen sind halt nicht mehr im vollen Umfang da...

Mal sehen, was morgen der Tag so bringt. Ich will auf jeden Fall zu einer Post, um das kaputte Navi zurückzusenden.

Jetzt ist es schon wieder 22:30 Uhr; die Sonne wirft ihre letzten noch wärmenden und ausreichend Licht spendenden Strahlen -auf die spitzen Dachziegel - der angesiedelten höher gelegenen Häuser. Dazu höre ich gerade eine meiner selbst gebrannten MP3-CD: die mit instrumentalen Titeln. Zur Zeit passt alles zusammen.Habe mir dazu noch eine Flasche Weißwein aufgemacht denn ich darf ja gar nicht zu viel davon mit nach Island nehmen. So ist auch das norwegische Leben schön... Jetzt um diese Abendstunde ist der Himmel fast wieder wolkenleer. Was bringt mir der Wettergott morgen?

So, nun soll' s reichen -

seid ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Montag 16. Juni 2008

Heute sind nur 3 Meldungen zu machen:

habe in Bergen mein erstes Softeis (gleich 'ne Riesentüte) gegessen, denn der Wettergott meinte es gut und die Sonne zeigte sich von ihrer schönen Seite. Da musste ich also nach Bergen zum Fischmarkt 'reinlaufen und habe mir eben dieses Eis gegönnt.Mensch die können hier auch Eis herstellen, und eines, dass auch richtig gut schmeckt...

Die 2. Meldung lautet: habe für ca. 200 Nok das Navi nach Hause geschickt.

Gleich neben meiner Übernachtungsmöglichkeit befindet sich ein großer Supermarkt. Da war auch ein norwegisches Postzeichen angebracht.

Ich also rein in den Supermarkt und nachgefragt, und siehe, diese kleine Poststelle hatte gepolsterte Briefumschläge in entsprechenden Größen und als ich sagte ich möchte etwas nach Germany schicken wurde nur genickt und gesagt: "that is not a problem"...

Die 3. Meldung lautet: habe heute das erste Mal geangelt. Ist schon toll, so 'ne Angellei; aber wie das Schicksal so spielt, außer einem gewaltigen "Hänger", gab es keinen Fisch. Muss mir wohl doch mal einen Fisch kaufen, um in den Genuss eines Fischgerichts zu kommen.Aber mal sehen, wie es in/auf Island wird.

So, bin nach meinem Abendbrot (es gab Wurst- und Käsebrote, denn diese Sachen mussten ja "weg") nochmals nach Bergen zum Fähranleger, aber von der Norröna (so heißt das Schiff) gab' s noch keine Spur. Werde also auf morgen warten.

Die nächsten Tage werde ich keine Einträge machen/- können, weil ich mich dann auf der Überfahrt nach Island befinden werde.Ich melde mich bald wieder.

Jetzt seid wieder ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Bericht vom 17., 18. und 19. Juni 2008

Hallo ihr Lieben daheim, ich bin endlich auf Island.

Nach dem Abschied von Bergen hat uns die Norröna wohl behütet und dank zunächst ruhiger See zur Spitze von Schottland gebracht.

Es ging mit 22 Knoten Speed an einigen Bohrinseln vorbei, und man konnte gut die Fackeln erkennen, mit denen das nicht nutzbare Gas ab gefackelt wird.

Nach einer einigermaßen ruhigen Nacht in der in etwa von mir geschätzten 3m x 3m x 3m großen Kabine mit 9 Betten neben und übereinander(da ich aber erst sehr spät zu Bett ging, musste ich mich auch noch auf einer der obersten Liege hinlegen) schlief ich erst gegen 03:00 Uhr ein. Nach mir kam noch eine weitere Person ins Zimmer. Es war ein jüngerer Mann und sein Schlafsack war eine einzige Katastrophe: das rascheln und Scheuern dieses synthetischen Stoffes liegt mir jetzt noch in den Ohren.Mitten in der Nacht bekam dann auch noch eine andere Person einen Niesanfall, der aus bestimmt 10-maligen Niesern bestand.An erquickenden/wohltuenden Schlaf war gar nicht zu denken.Dazu kam auch noch, dass ich über mir mal gerade noch 30 cm Platz hatte. Wenn ich mich umdrehen wollte, streifte einer meiner Arme immer an der Decke lang. Wir hatten in unserem damaligen Alkovenmobil mehr Abstand zu Decke. Ich kam mir vor wie in einer Kiste mit Deckel.

Am nächsten Morgen stand ich gerädert - kurz vor 07:00 Uhr - auf und beschloss sogleich, die 2. Nacht, nicht wieder an diesen grauslichen Ort zurückzukehren, sondern die Nacht irgendwie anders zu zubringen.

Der Ort wo wir endlich ankamen, ist Scrapster und liegt an der Spitze von Schottland; er wirkt aber eher trostlos. Jedoch gingen hier viele Fahrradfahrer von Board, die die Schönheit von Schottland per Fahrrad erleben wollten. Jedoch machte Ihnen das Wetter erst einmal per leichtem Nieselregen einen "Strich durch die Rechnung". Dann fuhren noch eine ganze Reihe von Campern und Wohnwagengespannen, sowie viele Motorradfahrer auf das Fährschiff. Wo die Norröna die alle gelassen/verstaut hat, ist mir ein Rätsel.

In Schottland

An diesem Tage änderte sich das Wetter gleich zweimal: den Nieselregen ließen wir in Schottland. Es klarte am frühen Vormittag auf und die Sonne strahlte fast bis zu späten Nachmittag vom blauen Himmel. Ich saß im T-Shirt auf dem obersten Deck und sonnte mich ein wenig. Es war richtig warm (wie auf Griechenland) und man fühlte sich richtig wohl.

Nach der weiteren/ruhigen Fahrt - das Wasser der See war fast spiegelglatt - kam uns am Horizont in einer von mir geschätzten Entfernung von ca.2-4 Km die AIDA diva entgegen (wie ich später erfuhr, fuhr sie von einer Island-/Färöer-Tour zurück nach Bergen). Das Schiff ist so riesig, das man trotz dieser Entfernung gut die wellen artige Bemalung erkennen konnte.

Am späten Nachmittag bewölkte es sich und wir kamen den Färöer-Inseln und deren Hafen Torshavn immer näher.Draußen an Deck konnte man nicht mehr aufhalten: der Wind peitschte die See auf und es fing auch noch an zu regnen.Leider konnte ich von diesen grünen Inseln nicht viel erkennen, da sie alle im Nebel/Nieselregen lagen. In Torshavn konnte man etwas mehr sehen:hier vielen mir gleich mehrere sportlich aktive Ruderer auf, die mit ihren riesigen Boten wohl im Hafen um die Wette ruderten.Dass das riesige Fährschiff dazwischen anlegen wollte, schien sie nicht zu stören.

Hier gingen etliche Pkw's von Bord, aber was sich an Campern, Caravan-Gespannen und Reisebussen am Hafen befand, war eine solch große Anzahl, dass ich erst dachte, die werden wohl bestimmt nicht alle nach Island mit kommen können.

Nach 1 1/2 Std. war jedoch zu meinem und dem Erstaunen einiger anderer Passagiere alles an Bord und wir konnten den Hafen verlassen. Gegen 22:00 Uhr fuhren wir ab. Wir fuhren jetzt ziemlich nahe an den Steilküsten der Inseln vorbei, hinaus auf die offene See. Die See wurde zunehmend unruhiger. Als wir dann die Inseln hinter uns gelassen hatten wurde das Meer immer unruhiger.Aber die Norröna ist ein solch großes Schiff, das man die raue See an Deck nicht all zu stark spürte.

Gegen Mitternacht wurde die Cafeteria, in der viele das Abendessen eingenommen hatten, immer leerer. Ich machte es mir hier bequem(mit einer handvoll weiterer Passagiere (hatten die ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich in der ersten Nacht?) und schlief darauf hin sogar ein wenig ein. So richtig gut war dies aber auch alles nicht; aber irgend wann war auch diese Nacht 'rum und ich freute mich auf das Frühstück, dass aus 2 Brötchen, einer Scheibe Schinkenwurst, einem Ei und einem Glas Milch bestand. Da ich in meinem neuen Rucksack (ein Geschenk des Reiseveranstalters Stumböck) in der Butterdose noch Butter hatte, brauchte ich diese nicht zu kaufen.Beim Öffnen der Butterdose sah ich aber den Mist: die ganze Butter war "zerlaufen" und sah geronnen aus. Das kam vermutlich vom Sonnenschein an Deck, denn den Rucksack hatte ich ja immer bei mir. In diesem befand sich halt auch meine neue Kamera, sowie Waschzeug und dergleichen.

Habe diese Buttersoße trotzdem auf die Brötchen geschmiert und alles aufgegessen, denn die Butter musste wegen Island (Einfuhrverbot) ja weg.

Endlich war es soweit: Island/Södesfjordur kam in Sicht.

Das Wetter wurde jetzt noch schlechter: es goss in Strömen. Deshalb bekamen wir von Island erst einmal gar nicht so viel zu sehen.Dann wurde das bisher verschlossen gehaltene Auto-Deck geöffnet, und ich konnte ins Mobbi einsteigen.

Mobby auf der Norönna

Oh, wie mich mein geliebtes Bett anstrahlte...

Erst einmal verstaute ich alles was ich mitgenommen hatte und zählte meine Bier- und Weinvorräte und schrieb für den Zoll vorsichtshalber alles genau auf. Ich hatte irgend wie eine Vorahnung, das man mich filzen würde.

Nach einer guten halben Stunde konnte ich von Bord fahren und alle Fahrzeuge reihten sich vor dem Zoll auf.Der Himmel hatte seine Schleusen richtig geöffnet - mir taten die Beamten der Behörden leid, die bei solch einem Wetter ihren Dienst verrichten mussten. Aber, die werden solch Wetter ja hier auf Island öfters haben und es macht ihnen vielleicht gar nicht so viel aus.

Meine Vorahnung bezüglich des Zoll' s bestätigte sich. Ich wurde mit anderen Fahrzeugen (einem weiterem Wohnmobil) und diversen Pkw's auf eine andere Spur beordert und dort wurde, vor dem Zollgebäude (in das Gebäude passten nur Pkw's), der vor mir stehende Camper gründlich durchsucht - ich konnte sogar den Einsatz von Hunden sehen.

Endlich war ich an der Reihe. Ein vermutlich höherer Beamter kam auf mich zu und fragte mich ob er das Fahrzeug innen sehen könnte. Na klar sagte ich und stieg aus um die Notleiter herunter zu lassen. Er stieg in mein Fahrzeug, setzt sich hin und sah als erstes meine Kartoffel-und Zwiebelbox (diese befand sich offen sichtlich unterm Esstisch). Daraufhin sagte er mir, dass die Vorschriften sagen dass nicht mehr als 5 Pfund davon eingeführt werden dürfen. Zusätzlich klärte er mich auf, dass ich keine Eier und kein frisches Fleisch dabei haben dürfte. Ich sagte ihm, dass ich dies auch alles nicht dabei hätte, und dann wollte er noch wissen, ob ich allein reise. Ich erzählte ihm dass ich in Reikjavik meine Frau abhole und wir dann gemeinsam Ferien machen würden. Daraufhin wünschte er mir einen schönen Urlaub und sagte: ich lasse Sie jetzt raus. Keine Frage nach weiteren Vorräten und meinen 5 L Bier, meiner Flasche Whisky (ein Geschenk von Mutti - nochmals vielen Dank) und meinen weiteren 5 L Wein. Eigentlich war ich fast enttäuscht, wo ich alles extra vorher auf einem Deklarations-Zettel notiert hatte.

Ja, nun bin ich also auf Island. Habe in unserem Bett eine schwankende/schaukelnde (es kommt mir noch so vor, als sei ich noch auf dem Schiff)und kühle Nacht (das Thermometer zeigte heute am frühen Morgen mal g' rad so 7° Celsius an) verbracht.

Sitze nun hier in dem Touristen-Office (blaues Gebäude) und nutze deren kostenloses WLAN, um diesen Bericht fertig zu schreiben.

Erster Übernachtungsplatz auf/in Island

Bin jetzt wirklich auf diese schöne große Insel gespannt.

Jetzt kommt sogar die Sonne heraus, und ich sehe aus dem Fenster. Die Häuser sehen niedlich aus; ähnlich wie in Norwegen. Gut zu erkennen sind jetzt auch die grünen Berge auf deren Spitze noch alles weiß gepudert ist. Werde mich nun auf den Weg machen und einkaufen gehen und sehen was kommt.

Bis zum nächsten Bericht seid wieder ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Freitag 20. Juni 2008

Hallo ihr Lieben daheim, ich grüße euch ganz herzlich - aus den kalten Södisfjördur.

Kleiner Teil von Södisfjördur

Bin heute Vormittag nochmals ins Touristen-Office und habe an meiner Homepage gebastelt. Irgend wie hatte ich bald auch Kontakt mit Johnny über einen sog. Internet-Chat. Ist schon toll, wie diese modernen Tools funktionieren (wenn man nur weiß, wie man sie bedienen muss).

Nach einer Müsli-Zwischenmahlzeit machte ich mich auf den Weg, die Insel zu erkunden. Ich fuhr bis zum nächsten Ort schon mal durch eine grandiose (noch mit Schnee versehene) Bergkulisse und die ersten Wasserfälle begleiteten mich.Kurz vor dem Ort Egistadir - der mein heutiges kurzes Etappenziel sein sollte - ging von der Hauptstraße eine Schotterpiste ab.

Auf dieser bin ich ein kleines Stück gefahren und kam nun an einen Fluss, wo ich sofort entschied, dass dies mein Übernachtungsplatz wird.

Stellplatz am Fluss (das Wasser kommt vom Berg und ist eiskalt)

Hier fand ich ausreichend Holz und eine Feuerstelle und habe mir dann Nudeln gekocht. Ich machte mir dazu eine Knoblauchbutter und so hatte ich heute sogar eine warme Mahlzeit. Das Feuer war aber auch notwendig, denn hier war es mit 5° C doch sehr kalt. Die Abendliche Stimmung am Lagerfeuer wurde durch einen Whisky bereichert; habe alles genossen.

Werde jetzt um 23:30 Uhr zu Bett gehen.

Seid ganz lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Samstag 21. Juni 2008

Hallo ihr Lieben daheim, heute war ein schöner Tag auf Island.

Bin heute früh gegen 09:30 aufgestanden und wollte mal die unmittelbare Umgebung meines Stellplatzes erkunden. Dazu habe ich die Dax herunter genommen. Habe sie erst einmal mit dem Wasser des Flusses (br..rr ist das kalt) säubern müssen.Sie sprang dann aber nach 3 Wochen Ruhephase gut und unproblematisch an. Darauf bin ein bisschen durch die Gegend gefahren. Dabei habe ich einen Platz entdeckt, wo die Menschen der näheren Umgebung ihren Baumschnitt und Gartenabfall entsorgen. Da konnte ich mich aber mit Feuerholz eindecken; habe fast den ganzen Wagen beladen.

Feuerholz kann man hier immer gebrauchen. Also erst einmal horten und mitnehmen...

Darauf bin ich in den nächsten Ort gefahren; er ist keine 2 km weit weg. Dort - im Supermarkt habe ich 1 Hähnchen, 10 Eier, Chinakohl und tief-gefrorenes / gemischtes Gemüse gekauft.

An meinem Lagerplatz habe ich dann die Feuerstelle vorbereitet, denn heute wollte ich mir eine Suppe kochen. Habe das erst leicht angetaute Hähnchen mit meinem Handbeil in Stücke geteilt. Diese dann mit Wasser, Salz und Pfeffer ab in den Dutch-Oven; hab' gleich noch ein paar Zwiebeln, 3 klein geschnittene Knoblauchzehen und eine klein gewürfelte Kartoffeln dazu getan. Zum Schluss kam auch noch der Chinakohl dazu. Nachdem das Feuer gut angefacht war habe ich den Topf auf's Feuer gestellt und das ganze 1 1/2 Std. gekocht. Dann hab ich das aufgetaute gemischte Gemüse dazugetan und nach weiteren 10 Min. war eine wirklich lecker schmeckende Suppe fertig. Es war soviel geworden, dass ich Morgen die 2. Portion essen kann.

Die fertige Suppe. Ob sie wohl schmecken wird?

Musste auch noch eine kleine Reparatur vornehmen: die Tür des Kleiderschrank's ging immer wieder auf. Der Zapfen der die Tür festhalten soll war aus so weichem Aluminium, dass sich dieser immer wieder verbog und so das Schloss freigab. Habe jetzt ein stärkeres Alu-Winkel-Stück angebracht, wo von ich nun glaube, dass dieses Teil hält (was seine Stärke verspricht).

Nach dieser Reparatur setzte ich mich mit einem Bier ans Lagerfeuer und genoss die Sonne, die heute so stark war, das mir richtig warm wurde.Die Wolken hatten sich verzogen, es war klarer blauer Himmel und in den fühlte ich mich versetzt.

Mal sehen wie das Wetter morgen wir.

Seid jetzt lieb gegrüßt von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Sonntag 22. Juni 2008

Hallo ihr Lieben daheim, heute ist Sonntag auch auf Island. Deshalb habe ich heute frei und einen Ruhetag eingelegt.

Habe heute meine Morgentoilette an einem Mini-Wasserfall erledigt. Keine 200 m von meinem Stellplatz entfernt entdeckte ich eine geeignete Stelle, wo ich in Wasser konnte. Br..r, war das Wasser kalt. Einmal den Kopf unter Wasser, das Gesicht, Arme und Achseln kurz durch gespült und ebenfalls noch die Socken, dann musste ich aber schon wieder aus diesem "sau"-kalten Wasser 'raus...

Es ist ja meistens Schmelzwasser, was von den noch mit Schnee bedeckten Bergen kommt und dies ist nun mal keine 10° C warm. Habe am Nachmittag noch einen Spaziergang gemacht. In der Nähe eine Hütte entdeckte ich im tiefen Gras ein paar wilde Stiefmütterchen,die sehr hübsch aussahen.

Wilde Stiefmüütterchen

Ich kniete mich hin und war gerade am Knipsen, als ein wild kläffender Hund vor mir auftaucht und mich anknurrte. Mein Gott, hab' ich mich erschrocken. Der Hund hörte einfach nicht wieder auf. Also hab ich mich - mit beruhigenden Worten (die er sicherlich nicht verstand) auf ihn einredend - zurückgezogen. Er bellte jedoch noch eine ganze Weile hinter mir her.

Zum Essen gab es heute die zweite Hälfte meines Eintopfes. Jetzt ist immer noch ein kleiner Rest übrig, den ich morgen dann als Vorsuppe servieren werde. Hatte heute wieder Mal das Glück mit wärmenden Sonnenstrahlen, einem blauen Himmel und einer Hitze von bestimmt 15-16° C. So macht das Leben Spaß. Dieser wolkenlose blaue Himmel blieb so - bis in den frühen Morgen.

Bis zum nächsten Bericht grüßt euch alle ganz lieb der Weltenbummler

Wolfgang

Montag 23. Juni 2008

Hallo ihr Lieben daheim, heute ist Montag, und Gine hat Geburtstag.

Deshalb auch noch mal über dieses Medium - Mein Lieber Schatz, alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag und einen ganz dicken Kuss aus der Ferne... In gut 4 Wochen sehen wir uns ja endlich wieder. Freue mich jetzt schon darauf, diese schöne Natur mit dir teilen und erleben zu dürfen.

Bericht von heute 1. Teil:

Habe heute früh meinen Schatz daheim angerufen und zum Geburtstag gratuliert. Als ich um 05:00 Uhr aus dem Fenster guckte,sandte die Sonne ihre ersten Strahlen durch die Tannen und der Himmel hatte immer noch sein blaues Prachtkleid angelegt.Oh, dachte ich zu mir das wird wieder ein Tag mit Sonnenschein.

Als ich so gegen 10:00 Uhr aufwachte traute ich meinen Augen kaum: der ganze Himmel war mit tiefen dunklen Wolken bedeckt und ich hörte die ersten Regentropfen auf unser Dach fallen. Wie schade, das der Himmel mal wieder trauert. Lag bestimmt daran, dass ich meine Suppe nicht aufgegessen hatte. Hihi...

Also, jetzt werde ich mal ein Stückchen weiter fahren. Werde mal sehen, dass ich von Egilsstadir bis nach Djúpivogur komme. Dies soll eine Strecke von ca. 80 km sein wobei es sich bei einem Teil der Strecke um ein Off-Road-Stück handeln soll. In der Karte eingezeichnet als gestrichelte Linie. Mal sehen, was da auf mich zukommt.

Werde heute Abend in meinem 2. Teil diese Berichts davon berichten...

Hier sitze ich nun im Irgendwo; also so zwischen Djúpivogur und Höfn (die nächste größere Stadt) an einer einsamen Bucht und schreibe den 2. Teil des Berichts vom heutigen Tage.

Nach dem ich die Breidalsheidi mit der dazugehörenden Off-Road-Strecke (von der ich mir mehr "Off-Road" versprochen hatte)ohne Blessuren am Fahrzeug überstanden habe, kam ich nach Djúpivogur - und erkundigte mich dort nach der nächsten Bank und Tankstelle auf dem Weg nach Reikjavik. Das nette Mädel vom Touristbüro sagte mir, das es in Höfn eine Tankstelle und eine Bank gibt.So hatte ich also erst einmal die wichtige Information, um dann in den nächsten Tagen gewisse Vorräte wieder aufzufüllen. Der Weg nach Reikjavik ist ja noch recht lang.

Noch ein paar Informationen zur Off-Road-Strecke: es handelt sich hier also um eine gut zu befahrene jedoch recht schmale(höchstens 3,00 m breite) Gravel-Road. An einigen Stellen muss einspurig über Brücken gefahren werden. Die Straße zieht sich etwa 35 km durcheine von langen, niedrigen aber teilweise sehr schönen Bergzügen eingefasste Gegend. Es geht zum Teil recht kräftig bergauf und bergab;hier musste ich schon einmal in den 2 Gang herunter schalten und voll die Motorbremse benutzen. Ich war gerade auf einem Parkplatz,um von der schönen Gegend einige Fotos zu machen, da kam doch ein Riesen-Truck die kleine Bergstraße herauf.Gott sei Dank war ich halt g' rad zur rechten Zeit auf dem Parkplatz.

Bin dann noch in Djúpivogur ein bisschen herum gekurvt, aber einen geeigneten Stellplatz habe ich hier nicht gefunden. Beim Suchen habe ich aber die Landebahn des städtischen Flugplatzes entdeckt; und das in diesem kleinen Ort.

Da sich hier also noch keine Gelegenheit zur Übernachtung bot, fuhr ich weiter. Ich war jetzt wieder auf der Ringstraße Nr. 1. An einigen Stellen waren Bagger und andere Maschinen im Einsatz, um diese nun wieder asphaltierte Strecke in Schuss zu halten. Irgendwann ging eine Schotterpiste -die wohl noch den Zustand in Bau befindlich innehat - links ab. Dieser folgte ich bis zum Ende.

Es tat sich hier eine kleine Bucht auf und ich beschloss hier zu Abend zu essen und zu übernachten.

Ich konnte am Strand dieser Bucht sogar ein Lagerfeuer entfachen und nach dem ich den Strand von Unrat (meistens Plastik und dergleichen) befreit hatte, fühlte ich mich eingeladen, hier mein Abendessen zu zubereiten.

Daraufhin schleppte ich all meine notwendigen Dinge von der Schotterstraße (einen Parkplatz oder eine Kehre gab es hier nicht, habe also einfach gewendet und das Fahrzeug halt abgestellt) zum Strand. Ich baute aus Steinen eine Feuerstelle und sammelte alles Holz ein, was ich hier finden konnte. Es kam doch so eine Menge zusammen, dass es für den gesamten Abend reichen sollte.

Es gab eine Vorsuppe (vom Tag vorher) und Bratkartoffel mit Spiegeleiern. Die Kartoffel habe ich mit dem Meerwasser vor gekocht; habe mir somit das Salzen und mein Wasser gespart.Alles war sehr lecker, und ich bin gut satt geworden- und es hat mir auch sehr geschmeckt.

Gegen Abend änderte sich wieder einmal das Wetter: den ganzen Tag hat es mal geregnet, mal schien kurz die Sonne. Jetzt aber - um diese Stunde es war etwa 18:30 Uhr verschwanden die Wolken und die warme Sonne sandte wieder einmal ihre vollen Strahlen auf meinen - in die richtige Sonnen-Anbeter-Position gebrachten Stellung - Körper. So kann es einem wirklich gut gehen und man kann das bisher doch manchmal kühle Island immer genießen.

Jetzt noch mal einen technischen Hinweis für alle technisch Interessierte: hatte mir ja in Oststeinbek zwei zusätzliche Solarpanele aufs Dach angebracht .Also, ich muss sagen, dass hat sich gelohnt: habe bisher immer volle Batterien, obwohl ich doch so manchen Platz erst nach drei oder mehr Tagen verlasse, und das Fahrzeug zwischendurch nicht bewege. Hinzu kommt natürlich der Vorteil, dass hier die Sonne (wenn sie denn scheint) mir pro Stunde bis zu 15 Amp. liefert. Habe den Kühlschrank immer auf größter Stufe, der Laptop und das Radio können auch ihren "Saft" aus der Batterie ziehen und die Heizung kam auch schon des öfteren zum Einsatz.

Das war' s erstmal wieder für heute. (Morgen muss das Wetter gut werden , da ich meine Suppe voll ausgelöffelt habe)...

Bis zum nächsten Bericht müsst ihr euch wieder ein bisschen Gedulden.

Es grüßt euch alle ganz herzlich der Weltenbummler

Wolfgang

Dienstag 24. Juni 2008

Hallo ihr Lieben es folgt wieder nur ein Kurzbericht.

Gestern Abend, als ich zu Bett ging - hatte ich wieder mal einen irren blauen Himmel. Ob das Morgen früh auch noch so ist wird sich zeigen.

Heute früh hatte ich diesen blauen Himmel leider nicht mehr. Es hatte sich bewölkt, dafür war es aber immerhin schon 12° C warm. Habe mir zum Frühstück ein Müsli rein gezogen (schön verlängert mit Schokomüsli sowie Sonnenblumen- und Kürbiskernen; leider musste ich die restliche Milch auch ein klein wenig strecken, da sich in der Milchtüte kaum noch ein Schluck befand).

Danach bin ich nach Höfn weitergefahren. Immer die aspahaltierte Ringstr. Richtung Südwesten.

Mit mal war der Asphalt-Belag weg und Hinweisschilder sagten, dass zur Zeit an dieser Strecke gebaut wird. Das ausgefahrene Teilstück entpuppte sich dann als eine mindestens 8 km lange Gravelroad mit Schlaglöchern und Wellblech. Hinter jedem Fahrzeug bildete sich eine Sand und Staubwolke. Unser kleines Beiboot (Motorrad) - die Dax - dreckte dermaßen ein, dass ich jetzt erst einmal eine Waschanlage brauche,um sie zu reinigen, bevor ich sie benutzen kann.Dafür fuhren wir an herrlich schwarzen Bergrücken lang, die einfach nur toll aussehen.

Kurz vor Höfn zeigten sich in der Ferne die Ausläufer das Vatnajökull (Glätscher-Massiv). In Höfn kaufte ich schnell noch Mich, Käse Wurst und Butter ein. Nachdem ich einen einigermaßen guten Stellplatz gefunden hatte, fing ich mit den Vorbereitungen für das Backen eines Brotes an.

Der Ciabata-Brotteig ist sogar "aufgegangen"

Feuerholz wurde gesammelt (Treibholz findet man immer am Wasser) und ein Platz hergerichtet der als Feuerstelle dienen konnte. Dann habe ich ein Ciabata-Brot gebacken. In unserem Dutch Oven. Es hätte zwar noch ein wenig höher sein können, aber fürs erste Mal ist mir das Brot gut gelungen. Und hinterher da hat es mir mit den heute gekauften Dingen belegt - besonders gut geschmeckt. Das mach ich bestimmt einmal wieder.

Das Ciabata-Brot ist fertig. Wie das duftet...

Mal sehen, dass ich Morgen mal wieder ein Internet Café finde (ein Informationsbüro hat dieser Ort), damit ich die letzten Berichte wieder Online stellen kann.

Jetzt grüßt euch alle ganz herzlich der Weltenbummler

Wolfgang

Mittwoch 25. Juni 2008

Hallo ihr Lieben, es folgt neuer Status.

Habe heute lange ausgeschlafen und nicht gefrühstückt - war noch satt von meinem Brot vom Vortag. Es war wieder mal recht frisch und zuerst bedeckt. Aber es klarte der Himmel doch noch auf und die Sonne kam zum Vorschein. Oh, wie ich diese wärmenden Strahlen immer genieße...

Danach habe ich in einer fast Gaststätte (hier konnte man Essen und Trinken - sogar alkoholische Getränke wie Bier und Mixgetränke bestellen und auch ordentlich Speisen. Bevor ich hier also meine Mails und meine Homepage bearbeitete - habe ich mir eine Pilz-Vorsuppe und ein Bratfisch-Gericht bestellt. Zu dem Fisch erhielt ich sogar Salat und runde gebratene Kartoffeln. Hat alles ordentlich gut geschmeckt und das ganze für umgerechnet 10 €.

Habe dann meine mails abgerufen und meine Homepage bearbeitet.

Danach bin ich zum Einkaufen gefahren. Habe mir Speck gekauft, denn ich habe ja noch ein paar Eier in der Kühlbox; diese möchte ich mir mal mit Speck am Lagerfeuer (in meiner gusseisernen Pfanne) zubereiten. Des weiteren habe ich einen Becher Skyr gekauft. Skyr ist eine der bekanntesten traditionellen Speisen, die sich die Isländer schon seit Jahrhunderten munden lassen. Es ist nach seiner Konsistenz und nach seinem Geschmack wohl eine Kreuzung zwischen Joghurt und Quark. Dieser Becher wurde nun in sofern zu einem Festschmaus, weil ich ihn mit viel Sahne anreicherte und frische dicke Blaubeeren dazu tat. Junge, das hat geschmeckt. Und satt hat es mich auch noch gemacht; ich kam mir nach dem Essen richtig voll gestopft vor. Bin 5 km zurückgefahren und habe einen neuen Stellplatz für die Nacht gefunden. Sehr ruhig gelegen.

Gegen Abend kam aber ein Wind auf. Und dieser verstärkte sich von Stunde zu Stunde bis hin zum richtig starken Sturm. Zusätzlich zogen dunkle Wolken auf und es war richtig ungemütlich. Nun wurde es auch noch bitterkalt. 5° C und das mit dem Wind.Ich war aber in meinem warmen Mobbi und merkte halt nur, dass das Wohnmobil ab und zu durch die Windböen hin und her geschaukelt wurde.

Nachdem ich noch mit Gine tel. hatte ging ich auch gleich in mein warmes Bett und überlegte, was ich Morgen machen werde, falls das Wetter ungemütlich bleibt; auf jeden Fall wollte ich an meiner Homepage weiterarbeiten und die bisher gemachten Bilder in die richtigen Ordner stellen.

Jetzt grüßt euch alle ganz herzlich der Weltenbummler

Wolfgang

Donnerstag 26. Juni 2008

Seid gegrüßt ihr Lieben daheim.

Habe auch heute wieder lange geschlafen und bin richtig gut ausgeruht, um mich an meine Bilder - die auf die Homepage sollen - 'ran zu wagen.Gott sei Dank hat der Sturm heute nachgelassen und der Himmel ist strahlend blau; es ist jedoch immer noch recht kalt, und die Raumtemperatur ist heruntergegangen auf nur noch 13° C. Da habe die Heizung sofort wieder angemacht.

Habe über 4 Stunden an meiner Homepage gebastelt und alle Bilder in den Ordner Fotoalbum 3 kopiert. Mal sehen, ob das alles so klappt, wie ich mir das so vorstelle. Schließlich sollt ihr auch mal was zu sehen bekommen, und nicht immer nur Berichte lesen müssen.

Zwischenzeitlich hat sich das Wetter wieder schnell geändert: der Himmel zog wieder zu und es fing kurz an zu regnen, aber wirklich nur ganz kurz. Aber die Wolken am Himmel sind nach wie vor da.

Sitze nun immer noch in der Nähe von Höfn am Vatnajokull-Gletscher und warte auf etwas besseres Wetter, denn den Gletscher möchte ichbei Sonnenschein (bessere Sicht als jetzt sollte es schon haben) erleben. Hoffentlich muss ich nicht allzu lange warten.

Habe heute gegen 17:00 Uhr gegessen. Es gab ein Riesenmüsli, angereichert mit ein wenig Sahne, Milch und Skyr. Dazu noch einige frische Blaubeeren;das hat geschmeckt. Habe danach mein restliches Ciabatabrot mit Butter, Salz und Knoblauch gegessen. Mal eine andere Variante. Schmeckte aber ebenfalls. Auch den Speck habe ich probiert. Alles zusammen also ein leckeres Abendbrot. Und gesättigt war ich ebenfalls.

Das war's für heute...

Seid ganz lieb gegrüßt vom Weltenbummler

Wolfgang

Freitag 27. Juni 2008

Seid gegrüßt ihr lieben Leute.

Habe heute fast den ganzen Tag in der isländischen "Gaststätte" zugebracht, denn hier kann ich ohne groß Geld ausgeben zu müssen, meine Homepage aktualisieren. Im Speisesaal habe ich nur eine Champignon-Creme-Suppe gelöffelt und mich dann in den Nebenraum verzogen und bin gestärkt ans Werk gegangen. Alle bis dato geschriebenen Berichte habe ich übertragen und auch die Dateien so angelegt und umgestellt, dass jetzt mein allererstes Bild im Ordner "Fotos" zu sehen ist. In kleiner Übersichtsform und wenn das kleine Bild angeklickt wird,öffnet sich auch das entsprechend große Bild. Jo, das wäre erstmal geschafft. Die anderen Bilder werde ich beim nächsten Mal alle aufeinen Schlag übertragen. Die Vorbereitungen dazu sind schon abgeschlossen.

Habe auch noch meine Mails abgerufen und von meiner lieben Nathalie einen tollen Brief bekommen. Hab' mich riesig gefreut Nathi. Danke nochmals dafür...

Am frühen Abend habe ich schnell noch Geld abgehoben und eingekauft. Da der erste Becher Skyr schon alle ist (was sind schon 500 Gramm) habe ich gleich einen neuen Becher in den Einkaufswagen gelegt.

Wollte heute Abend am Lagerfeuer Spiegeleier mit Schinken braten, aber das Wetter spielte nicht mit. An dauernd zogen schwarze Regenwolken über meinem Lagerplatz (heute befindet er sich direkt zwischen dem Meer und dem schwarzen Berg hinter mir) hinweg und entleerten sich; dazu kam noch ein frischer Wind, so dass ich beschlossen hatte, Brot zu essen. Und als Nachtisch gab es nochmals den Skyr - einige wenige frische Blaubeeren - zum Verlängern und Geschmack verbessern hatte ich noch...

Es grüßt euch alle ganz herzlich der Weltenbummler

Wolfgang

Samstag 28. Juni 2008

Hallo allerseits, heute ist ein irrer Tag, denn:

meine liebe Schwägerin - die Gitti und der tolle Freund meiner Tochter - der Steven - sie haben Geburtstag. Da läuft bestimmt was ab in Hamburg; doch zunächst euch beiden von mir: herzliche Glückwünsche zum Geburtstag und alles alles Gute und Liebe für euer neues Lebensjahr. Möge euch die Sonne des Lebens mit ihren fröhlichen, schönen und lustigen Strahlen verwöhnen und immer wieder begleiten... Ihr habt bestimmt eine - oder auch zwei Feiern und glaubt mir, ich wäre gerne dabei - aber wie das Leben so spielt - mit mal bin ich in/auf Island und nicht mehr in Hamburg.Aber an diesem Tag denke ich doch recht häufig an euch...

Heute habe ich den "alten" Übernachtungsplatz verlassen und einen "Neuen" aufgesucht.

Gegen Mittag machte ich einen 2-stündigen Spaziergang kundschaftete meine unmittelbare Gegend aus. Dabei habe ich auch einen neuen tollen Stell-/Übernachtungsplatz direkt am Meer entdeckt. Der hat mir so zugesagt, das ich ihn am Nachmittag aufgesucht habe.Hatte mir noch Holz besorgt, das ich an der Dax befestigte und so mitnehmen konnte.

Ein neuer Stell- und Übernachtungsplatz

Bevor ich jedoch den Platz wechselte, habe ich die Dax herabgelassen (ich wollte mal wieder Motorrad fahren) und bin nach Höfn gefahren.

Da ich beschlossen hatte, auch noch am Sonntag am "neuen" Platz zu verweilen, musste ich noch ein wenig einkaufen. Hatte mir vorgenommen, am Sonntag mal ein Grill-Hähnchen zu machen. Also auf zum Netto Markt und schnell noch eingekauft. Hähnchen und Butter und Skyr; Skyr - so habe ich beschlossen werde ich hier so oft wie möglich essen (schmeckt und macht satt).

Kaum aus dem Netto-Markt herausgekommen stellte ich fest, das mein Wohnmobil-Schlüsselbund weg war. Ach du meine Güte, wo hab ich denn das gelassen? Mich überall abtastend fand ich es nicht. Himmel, ich habe doch nur dieses eine, ja Regine zu Haus (hilft mir jetzt auch nicht)hat das 2. -Bund. Ich wurde unruhig und malte mir schon einige Szenarien aus (in der Hoffnung dass sie nicht eintreten mögen), wie es ohne Schlüsselbund weiter gehen könnte.

Jetzt erst einmal klar denken: es kann ja nur auf dem Weg hierher nach Höfn verloren gegangen sein oder ich habe es vielleicht am Wohnmobil vergessen. Also vorsichtig und langsam mit der Dax zurückfahren. Das habe ich gemacht. Immer die Augen auf, ganz langsam (vielleicht 30 km/h fahrend)und auf die Fahrbahn schauend, kam ich endlich ohne das Schlüsselbund zu sehen, am "Wohnmobilstellplatz" an. Mit irren Augen suchte ich sofort die Eingangstür ab, und siehe da, das Schlüsselbund steckte im Türschloss. Jetzt fiel mir erst einmal ein Stein vom Herzen.

Hatte also das Schlüsselbund beim Wegfahren in der Eingangstür stecken lassen. So weit so gut - oder weniger gut; alles war offen, der Laptop lag auf dem Tisch und meine tolle neue Videokamera hatte ich auch noch nicht verstaut - jedem zugänglich.

Aber keiner hatte - in der Stunde in der ich weg war - an meinem Fahrzeug Interesse gezeigt.

Ist das nicht himmlisch, "wenn du in den Ferien bist", und "ist das nicht paradisisch", wenn alles unberührt bleibt (und ich alles offen lassen kann). "Träume zu leben" ist gar nicht so leicht...

Nach diesem aufregenden Nachmittag habe ich den Abend mit einem guten Essen (Spiegeleier und Speck) - zubereitet am offenen Lagerfeuer -eingeläutet. Das Lagerfeuer hat auch gehalten bis ca. 10:00 Uhr. Das ist die Zeit, das Mobbi aufzusuchen...

Der Speck brutzelt schon...Das Essen ist fertig; es wird direkt aus der Pfanne gegessen

So, ihr Lieben, schön ist es, wenn man Ferien hat (Urlaub kann so schön sein); man muss sich nur erholen/können... Heute ist es mir nicht ganz gelungen. Die Schlüsselarie steckte mir doch gewaltig in den Gliedern...

So, jetzt gibt es wieder liebe Grüße von eurem Weltenbummler

Wolfgang

Bericht vom 29. und 30. Juni sowie vom 01. Juli 2008

Hallo ihr Lieben, muss mal wieder Tagebuch schreiben, denn schon wieder sind 3 Tage ins Land gegangen.

Ja, man glaubt es kaum: bin ich doch schon 4 Wochen unterwegs. Kinder wie die Zeit vergeht...

Da heute (Sonntag) ein kräftiger Wind weht, bin ich eine bisschen in den Felsen der Küstenregion herum gekraxelt.Fand bald eine Stelle, wo ich mich hinsetzen konnte (eine große mit weichem Wollgras bewachsene Kuhle, wo auch kein Wind hin kam)und konnte das Meer und die da drauf schwimmenden bestimmt etwa 1000 Enten beobachten. Ist schon interessant, wenn sich die Enten putzen und dabei mit den Flügeln immer auf und ab schlagen. Der Wellengang des Meeres war ziemlich stark aber den Enten (sogar ganz junge waren darunter)schien dies nichts aus zu machen. Lustig sah es immer aus, wenn einige der Enten auf die aus dem Meer herausragen Spitzen der Felsen 'raufkrabbeln wollten. Dies gelang nicht immer und sie rutschen oft wieder ab, denn die Felsenspitzen waren nass und mit irgendwelchen Meer-pflanzen bewachsen.

Habe am frühen Abend die Feuerstelle neu aufbereitet und ein schönen Feuer entfacht. Als das Holz zum größtenteils herunter gebrannt war -es waren sozusagen nur noch Glutstücke vorhanden - legte ich das vorher gewürzte und zerteilte Hähnchen auf meinen Grill. Es ging alles sehr schnell:die Hähnchenteile waren im nu durch und gold braun ich ich musste sogar aufpassen, dass sie mir nicht verkohlten.

Ich ließ mir alles gut schmecken, und da ich keine Beilage hatte, habe ich dieses 1300 Gramm schwere Hähnchen tatsächlich aufgegessen.

Ich hatte echt Glück mit dem Wetter, denn kaum war das Hähnchen verspeist, öffnete der Himmel mal wieder seine Schleusen und es fing kräftig zuregnen an. Habe mich also in mein Mobbi verkrochen, die Heizung angeworfen (es wurde wieder recht frisch) und an meine Homepage gearbeitet.

Der schon am Nachmittag kräftig wehende Wind verstärkte in der Nacht seine Tätigkeit und schüttelte selbst unser doch schweres Mobbi hin und her.Da ich ziemlich nah am Meer auf den Klippen stand, hatte ich schön Befürchtungen, dass sich vielleicht mal die Bremse lösen konnte und der Wind uns ins Meer schleudern könnte. Diese Gedanken geisterten in meinem Kopf umher und ließen mich eine ganze Weile nicht einschlafen.Spielte schon mit dem Gedanken, ein Stück zurück zu fahren; verwarf das aber und schlief dann doch noch ein.

Am Montag bin ich wieder nach Höfn 'rein gefahren und habe mich für die nächsten 276 km (der nächste größere Ort ist/heißt Vik) präpariert.

Nach dem Geld holen, einkaufen und tanken bin ich noch in die Gaststätte (Kaffihornid) um meine Homepage zu aktualisieren. Jetzt sind alle Bilder zu sehen. Fertig war ich mit dieser Angelegenheit so gegen 15:00 Uhr Ortszeit. Bald darauf fuhr ich weiter. Jetzt kam ich den Gletscherzungen (insgesamt sind es 4) des Vatnajökull immer näher.

Selbst eine Gletscherzunge ist riesig

Bin an die Gletscherzunge Hoffellsjökull ganz nah herangefahren und habe dort einen Abendspaziergang unternommen.

Eismassen - zum Teil sehr "schmutzig" - all überall

Dabei habe ich mir ein Stückchen Eis (von einem Eisberg) abbrechen können. Wieder im Mobbi habe ich das Stück mit dem Brotmesser zerteilt und ein Stückchen ins Glas und eine kleine Menge Whisky dazu getan. Das hat lecker geschmeckt, trotz der kleinen schwarzen Sandkörnern,die ich ohne Brille vorher nicht gesehen hatte.

Dieses kleine Stückchen Eis habe ich von einem großen Eisberg abbrechen können.  Nach einer flüchtigen Reinigung kommt es dann in ein Glas mit Whisky.  Ist doch mal etwas anderes als ein Eiswürfel aus dem Gefrierschrank...

Da ich hier nicht übernachten durfte, fuhr ich ungefähr 3 km zurück, durch eine Wasserfuhrt hindurch und hatte einen wunderbar ruhigen Übernachtungsplatz. Es war meine erste größere Wasserdurchfahrt und mein weiß vorher nicht wie es ausgeht; aber ich hatte einen Trecker beobachtet, der durch dieses Wasser durch fuhr. Und da er nicht stecken blieb, habe ich mich auch getraut. Geländegang rein und volles Gasim ersten Gang. Und mobbi extra III meisterte diese Furt mit einem Lächeln...

Heute, am Dienstag bin ich nun an die zweite Gletscherzunge (Fláajökull) herangefahren. Zu erst landete ich auf einem Bauernhof - wo es nicht mehr weiter ging. Jedoch die Gletscherzunge konnte man schon gut und deutlich in Einzelheiten erkennen.

Nah am Fláajökull

Auf dem Bauernhof fuhr ein Trecker herum. Ich stieg aus und fragte den Fahrer auf die Gletscherzunge zeigend: kommt man von hier aus noch näher heran. In schönsten isländischen Worten - und mit der Hand gestikulierend - erklärte er mir, wie ich fahren soll damit ich direkt an das Gletscherende herankomme. Ich sagte ja, ich hab alles verstanden und weiß nun genau, wie ich zu fahren habe. In der Tat, da der Bauer mit der Hand zurück wies und dann nach rechts zeigte, deutete/schätzte ich diese Geste in so fern richtig ein, denn - nachdem ich zurückgefahren war und auf der Ringstraße rechts abbog - kam ich bald an ein Hinweisschild: Fláajökull rechts. Ich fuhr diesen Schotterweg bis zum Ende und stand nach einer halben Stunde weiterer Fahrt über Stock und Stein am Ende dieser Gletscherzunge. Das war so eine richtige Schotterpiste und das zuvor in Höfn gewaschene Fahrzeug war sofort wieder dreckig. Das war vielleicht ein Geholpere, manchmal konnte ich nur 10 km/h fahren. Aber auch dies hat mobbi extra III ohne knurren (nur mit knarren) gemeistert.

Das Wetter macht mir zur Zeit keinen Spaß: immer nur böig-kräftiger Wind angereichert mit Regen. Und dies bei 11° C. Dabei habe ich jetzt einen idealen Stellplatz gefunden (will gleich ein Müsli essen): kaum zugänglich, wenig einsehbar und als Untergrund dient hier sauberes Gras-Gewächs.Aber ich werde doch weiterfahren und mal sehen, was ich heute noch so erlebe...

Mobby auf grüner Wiese - einem Zwischenstopp  am Nachmittag. Erst wollte ich hier über Nacht bleiben,  aber es wurde immer stürmischer und ungemütlicher

Also bin ich zurück auf die Ringstraße gefahren und dieser Richtung Vik gefolgt. Erst dachte ich schon, dass ich den Gletschersee Jökulsárlón verpasst bzw. nicht gefunden hätte aber dann - mit einem Mal - war ich an diesem See. Rechts ging die Straße ab und keine 300 Meter weiter sah ich die türkisfarbenen Eisblöcke auf dem See schwimmen.

Eisberge auf dem Gletschersee Jökulsárlón

Es regnete und stürmte dermaßen, dass die Menschen alle mit dicken Regenjacken - mit Kapuze auf dem Kopf - herum liefen.Also zog ich auch meine dicke Jacke an, Kapuze auf und 'rauf auf den nächsten Berg. Von hier oben hatte man einen herrlichen Blick über den See, der mich trotz des ungemütlichen Wetters begeisterte. Ich sagte zu mir selbst, dass ich hier morgen noch mal herkomme, mit der stillen Hoffnung, dass das Wetter dann vielleicht besser ist.

Ich bin danach die Ringstraße noch ein Stückchen weitergefahren und folgte rechts einer Schotterpiste. Die fuhr ich ca. 5-6 km bis zum Ende.Ich war auf einem großen Schotterplatz angekommen, auf dem bereits ein Unimog stand. Hier war man fast am Ende der Welt; wohin ich auch sah,überall nur große und kleine Schottersteine und das Ende der Gletscherzungen keine 500 Meter entfernt.Hier beschloss ich zu bleiben, vor allen Dingen wehte der Wind hier nicht ganz so heftig und es könnte eine ruhige Nacht werden.

Ich hatte mich gerade in den Schlafanzug begeben, als es an der Tür klopfte. Es war mein Stellnachbar, der anfragte, ob er mein Mobbi mal mit seiner Frau besichtigen könnte. Na klar, sagte ich wenn es nicht stört, dass ich schon im Schlafanzug bin.

Ein Unimog aus München

Nach 10 Min. kamen Frau und Herr Dobringer und schauten sich den Innenraum unseres Mobbi's an. Ich hatte den Eindruck, dass das Fahrzeug bei Ihnen Gefallen fand. Wir fachsimpelten noch gut eine halbe Stunde, und sie wünschten mir noch eine ruhige Nacht. Sie wollten noch einen Spaziergang an den Rand der Gletscherzunge machen, und schauen ob man auf den Gletscher kommt. Ob ich Morgen mal auf die Gletscherzungen 'raufkrabbeln werde?

Wie es weitergeht erzählt euch der Weltenbummler Wolfgang

mit dem nächsten Juli Report.