Reise Südamerika Oktober 2017

Im Oktober 2017 beginnt unsere Südamerikatour mit einer 4-wöchigen Frachterfahrt. Die aktuellen Reiseberichte findet ihr hier.

Bericht 10

Bericht 10: Letzte Woche in Uruguay vor dem Heimflug


Hallo und seid gegrüßt von den beiden Weltenbummlern Regine und Wolfgang.
Nun ist er schon fast vorbei (außer einer schäbigen Restwoche) unser „Kurzaufenthalt“ in Südamerika. Aber wir haben ja eine Familie, auf die wir uns freuen, mit ihnen das deutsche Weihnachtsfest zu verbringen, und so fliegen wir nächste Woche erst einmal nach Hamburg zurück.

Viel ist in den letzten Tagen nicht passiert und so wird dieser Bericht nicht allzu lang.

Wir hatten ja in La Paloma wieder einen ruhigen Platz am Meer gefunden und schliefen bei Meeresrauschen sehr gut in unserem Mobbi. Den nächsten Tag versuchten wir an Bargeld zu kommen aber die Bargeldautomaten gaben auf Gines Visa Karte kein Geld heraus. Da unser Gasvorrat sich nun doch langsam, aber beharrlich dem Ende zu neigt, beschlossen wir unseren Grill mal wieder einzusetzen. Grillkohle hatten wir. Nur der zu starke Wind an unserem Platz der letzten Nacht war zu kräftig. Also fuhren wir noch einmal auf den Platz, den wir schon einmal als Übernachtungsplatz angesteuert hatten. Hier baute ich sofort den Grill auf, fügte die restliche Aldi-Grillkohle hinein und bald konnten wir ein leckeres Mahl zu uns nehmen. Wir hatten Porree in Knoblauch-Käse-Sahnesoße und dazu gab es von Regine zubereitete leckere Frikadellen. Seht euch die Bilder an. Wir haben die Frikadellen nicht geschafft. Eine blieb übrig und wurde nach und nach zum Frühstück aufgeschnitten aufs Brot gelegt.
Bild: Grill_Kochen_25.JPG
Bild: Porree.JPG
Bild: Riesige Frikadellen_25.JPG

Auch dieses Mal zeigte sich der Platz als gute Alternative: Ruhige Lage, gerades Stehen und kein Hundegebell. Die Nacht senkte sich schnell herein und bald fielen wir in unseren verdienten Schlaf.

Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Minas. 40 km vor Minas fanden wir den Platz, der sich Puebla Eden nennt. Paul und Brigitta hatten uns diesen schon als Übernachtungsplatz genannt und empfohlen. An einer kleinen Wasserfurt gab es ein Toilettenhäuschen mit klarem frischem Wasser und etlichen Grillstellen. Hier hielten wir an und richteten uns häuslich ein. Wir waren ganz allein und konnten uns die beste Grillstelle aussuchen. Da wir kurz nach La Paloma noch eingekauft hatten, hatten wir genug „Futter“ dabei, um hier länger zu verweilen. Interessant war auch, wie Gauchos hier ihre Kühe durch das Wasser trieben um sie zu einer großen Weide zu treiben. Leider waren sie dabei so schnell und auch hinter Bäumen verschwunden, dass ich mit der Kamera wieder einmal zu spät kam, um dies gut festzuhalten.
Bild: Übernachtungsplatz_01_25.JPG
Bild: Übernachtungsplatz_02_25.JPG
Bild: Übernachtungsplatz_03_25.JPG

Tags darauf fuhren wir dann die restlichen 40 km weiter nach Minas. Dies kleine Städtchen war quirlig und lebendig. Jedoch hatte die Kathedrale, die wir uns ansehen wollten, geschlossen. Beeindruckend war auch die Weihnachtsdekoration, die uns bei 28° im Schatten irgendwie befremdlich vorkam.
Bild: Minas_01_25.JPG
Bild: Minas_02_25.JPG

Von Minas ging es dann wieder zurück nach Puebla Eden, wo wir noch eine Übernachtung einlegten. Danach ging es wieder zur Küste zurück und in eine uns bekannte Gegend (an der Punta Colorada) hielten wir an und richteten uns ein. Zur Abwechslung gab es mal kein Fleisch, sondern Blumenkohl mit Spiegeleiern und Kartoffeln. Auch mal wieder ganz lecker. Auch sollte mal erwähnt werden, dass wir hier in Uruguay unheimlich viel frisches Obst in jeglicher Form essen. Richtig große Fans sind wir zwischenzeitlich von Limetten, die hier so was von gut sind – geschmacklich und voller Saft – eine wahre Wonne. Wir verwenden sie in großen Mengen, nicht nur im Caipie...
Bild: Blumenkohl_25.JPG

Weiter ging es von dort dann an der Küstenstraße entlang Richtung Atlantida.
Wir entdeckten wunderschöne Stellplätze und entschieden uns an einem Platz direkt am Meer zu bleiben. Keine Verbotsschilder und man wird überall willkommen geheißen. Uruguay ist ein Paradies für Wohnmobile.
Bild: Parken direkt am Meer_25.JPG

Hier hat sich ein Künstler eine Haus gebaut, das die Form eines Adlerkopfes hat. Wir fuhren also zum Haus und waren echt beeindruckt. Man kann es aber nur von außen betrachten, aber es ist trotzdem gut gelungen und beeindruckend. Aber seht selbst:
Bild: Adlerhaus_01_25.JPG
Bild: Adlerhaus_02_25.JPG

Nach dieser Besichtigung suchten wir uns einen Platz am Meer und fanden auch bald einen in Santa Ana, an dem wir bis zum Samstag blieben. Wir faulenzten und gingen am Wasser spazieren und lasen in unseren Büchern. Wir konnten hier noch einmal grillen. Wir suchten uns Holz und machten in unserem Grill zunächst ein richtiges Feuer. Nachdem eine gute Glut entstanden war, legte ich noch ein wenig Holzkohle nach. Zu guter Letzt kam dann das Stück Rinderfilet nur mit groben Salz vom Himalaya gewürzt auf den Grill. Nach zweimaligem Wenden war das Fleisch außen schön braun und innen ein wenig blutig, so wie wir es mögen. Es ist erstaunlich, wie viel von diesem leckeren Braten in unseren Mägen verschwinden kann. Dazu gab es leckeren Wein der Marke Tannat Rose.
Bild: Grillen in Santa Ana_00_25.JPG
Bild: Grillen in Santa Ana_01_25.JPG
Bild: Grillen in Santa Ana_02_25.JPG

Zum Abschluß dieses Tages, erlebten wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang. Das verspricht für morgen einen noch schöneren Tag, denn heut hatten wir durchwachsenes Wetter und einen frischen Wind, der die Temperatur oft nicht über 22° C ansteigen ließ. Dennoch hatten wir einige längere Sonnenabschnitte, wo der Bikini angezogen wurde und später halt wieder in wärmende Kleidung gewechselt werden musste.
Bild: Grillen in Santa Ana_03_25.JPG
Bild: Sonnenbad in Santa Ana_25.JPG

Heute am Samstag (Kirsten, dein Geburtstag, wir denken an dich und trinken ein Bier auf den Wohl, leider haben wir hier kein Internet und könnten dir somit keine Grüße übermitteln) weckte uns ein sonniges Sommerwetter und wir hatten beim Frühstück schon 23°C. Und keinen Wind. Es sollte heute einer der heißesten Tage dieser Woche und unserer gesamten Zeit in Uruguay werden. Nach dem Frühstücken gingen wir zum Wasser hinunter und Gine traute sich hinein. Das Wasser war zwar zuerst ein wenig frisch, aber man hat sich daran schnell gewöhnt. Durch einige schöne Wellen musste Gine sich durcharbeiten. Aber sie hat es gut gemacht.
Bild: Regine badet_25.JPG

Gegen Mittag holte ich unseren Sonnenschirm und wir setzen uns darunter, denn die senkrecht stehende Sonne hatte solch eine wärmende Kraft, das wir diesen Sonnenschutz brauchten.
Viele Freizeit-Angler waren hier am Strand und ab und zu wurde ein kleines Fischlein gefangen und ins Meer zurückgesetzt. Gegen Nachmittag kamen dann noch weitere Angler, die größeres Glück hatten. Sie fingen mehrere Fische, die sie uns zum Abschluss schenkten. So kamen wir noch in den Genuss von frischem Fisch an diesem Sonnentag.
Bild: Geschenkter Fisch_25.JPG
Wir machten ihn auf dem Grill und er war zwar grätig, aber trotzdem lecker und für uns beide mehr als reichlich. Morgen am Sonntag geht es dann zu Felix und Timo, wo wir die letzten beiden Tage unseres Aufenthalt in Uruguay verbringen werden und unser Mobby stehen lassen wollen.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang

Bericht 9

Bericht 9: An der Küste entlang Richtung Punta del Diablo und nach Norden - Chuy Brasilien

Am Abend fuhren wir dann zu einem „Ausweichplatz“, der gerade war und auch außerordentlich ruhig. Hier übernachteten wir dann und fuhren am nächsten Morgen weiter nach La Pedrera.
Übernachtung La Paloma 25

La Pedrera ist gar nicht so weit weg von La Paloma, aber das Wetter (Wärme und blauer Himmel) luden ein, noch mal an den Atlantik zu fahren. Wir fanden dann auch einen schönen Platz und richteten uns für den Strand her. Hier habe ich (Wolfgang) mich (wenn auch vorsichtig – der gewaltigen Strömung und Wellen wegen) das erste Mal ganz ins Wasser gewagt.
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Unser nächstes Ziel war wieder ein Platz mit Leuchtturm: Cabo Polonia.
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Dies ist ein Naturschutzgebiet und man darf nicht mit dem eigenen Fahrzeug an den Strand fahren, sondern wird mit Allrad getriebenen LKW's zu dem Ort gefahren. Dies ist eine kostenpflichtige Angelegenheit aber mit ca. 400 urug.Pesos (10 €) auch nicht zu teuer. Wir bestiegen so einen LKW (natürlich ganz vorn auf dem obersten Sitz, so als würden wir oben auf unserem Mobbi sitzen, ohne Gurt und Airbag) und wurden dann schön durchgeschüttelt, aber durch wunderschöne Sandwege und auch noch am Strand entlang zum kleinen Fischerdorf gefahren.
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Hier steht dann auch der gut angelegte und gepflegte Leuchtturm -
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und dahinter gibt es eine See-Löwen Kolonie zu bewundern. Wir blieben eine ganze Weile bei diesen Tieren und bewunderten sie.
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Wir gingen dann ins nächste Fisch-Restaurant und bestellten uns eine Portion Fisch mit Salat und 2 Flaschen Bier. Das Bier hier ist sehr schmackhaft und hat die Größe eines Liters. Wir haben die riesige Portion Fisch (weißes grätenloses Fischfleisch) und die 2 Flaschen Bier geschafft. Alles sehr, sehr lecker.
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Nachdem uns der riesige Truck wieder zu unserem Auto zurückgebracht haate, durften wir die Nacht über für 200 Pesos auf dem parkeigenen Gelände auf einer geraden Wiese ruhig übernachten.
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Tags darauf (wir schliefen etwas länger, weil das Wetter anfing sich zu verändern) fuhren wir weiter und wollten nach Punta del Diablo. An einer Steigung passierte es dann: Ich musste von dem einen leeren Tank umschalten auf den noch vollen Tank. Dies habe ich aber einen Augenblick zu spät getan und der Motor hatte schon Luft angesaugt. Folge war, dass das Fahrzeug ausging und wir stehen blieben. Also hieß es Warnblinkanlage an und Warndreieck aufstellen. Dann das Führerhaus hochklappen (ging relativ einfach, dank der zuvor neu installierten Kipp-Hydraulik-Anlage) und die Dieselleitung entlüften. Nach einer halben Stunde Arbeit konnte ich den Motor wieder starten und wir fuhren weiter. Lerneffekt: Lieber etwas eher umschalten als stehen zu bleiben.
Dieselumschaltung vergessen 25

Bald kam unser nächster Ort in Sicht: Punta del Diablo. Hier war es sehr stürmisch aber neben dem Teufelshaus konnten wir einigermaßen gerade stehen.
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Bild: Punta del Diabolo_02.JPG

Das Teufelshaus war eine sehr verfallene Ruine und eigentlich kein schöner Anblick. Früher musste es wohl eine Gaststätte oder ähnliches gewesen sein, denn im Haus waren noch Wasserbecken und verkommene Anschlüsse und zerstörte Toiletten zu erkennen.
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Wir liefen am frühen Nachmittag noch durch den Ort und schauten den Wellenreitern zu. Einige Restaurants und Geschäfte hatten geöffnet, aber es war noch nicht viel los: Die Sommer-Saison geht ja erst nach Weihnachten – so wurde uns erzählt – los. An dem einen Restaurant gingen wir hinein und bestellten uns Meeresfrüchte (Mariscos) sowie 2 Caipies. Alles wieder super lecker. Die Caipies gab es in umfunktionierten Marmeladengläser und wir bezahlten für 2 Stück nur 150 Pesos also umgerechnet nicht einmal 5 €.

Nach einer windigen Nacht fuhren wir weiter Richtung Chuy. Hier an der Grenze zu Brasilien tankten wir den günstigeren Diesel für ca. 90 €-Cent. Allerdings funktionierte hier meine Master-Card nicht und wir mussten in Dollar zahlen, da wir nicht mehr genügend urug. Pesos hatten. In einer Bank mussten wir uns dann direkt beim Schalterbeamten Geld holen, da der Automat uns nichts ausspuckte. Man musste eine Nummer ziehen, etwa eine Viertelstunde warten und dann brauchte ich meine Visakarte und noch meinen Re

Bericht 7 Monat November 2017

Bericht 7: Von Rio über Paranagua nach Zarate (Argentinien)

Heute am 11.11. beginnt in Deutschland der Karneval.
Wir machen morgen eine Party: So hat es uns der Kapitän versprochen. Eine Grill-Party. Mal sehen...
Nach Rio de Janeiro hatte sich das Wetter auf See geändert. Zuerst war es noch einigermaßen sonnig, aber so nach und nach zogen Wolken auf. Wir hatten Glück, denn es war kaum Wind zu spüren und so blieben wir von unangenehmen Wellengang verschont.
Zum Abend des 2. Tages begann der Himmel sich zu verdunkeln und es fing an zu regnen. Erst langsam und dann immer stärker. Nach und nach durchschnitten riesige Blitze den dunklen Himmel und zischten ins Meer. Dann öffnete sich das Schleusentor des Himmels und es kam Regen vom Himmel, wie ich es noch nicht erlebt habe. Als wir in unsere Kabine kamen, sahen wir, dass sich das Wasser sogar einen Weg durch unser Außenfenster gesucht hatte und unseren Fußboden getränkt hatte. Wir wischten alles auf und gingen ins Bett. Allmählich hörte der Regen auf. In der Nacht (wir bekamen davon gar nichts mit) erreichten wir Paranagua. Tagsüber sahen wir zu, wie das Schiff entladen wurde und am frühen Abend verließen wir bei herrlichem Wetter (klare Luft, Sonnenschein und gute Sicht) diese Stadt. Hier noch einige Bilder über unsere Ausfahrt und den Verkehr, den wir auf dieser Wasserstraße erlebten.
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Heute am 12. November wachten wir durch ein kräftigeres Schaukeln des Schiffes auf. Als wir aus unserem Kajütenfenster blickten, sahen wir viele, viele Schaumkronen auf dem Wasser. Sie und das Schaukeln und Rollen des Schiffes wurden durch einen kräftigen, etwa 70-80 km/h schnellen Wind verursacht). Aber alles bei strahlend blauen Himmel. Jedoch der Wind war wirklich frisch und kühl, sodass ein sitzen bzw. der Aufenthalt an Deck sich erübrigten. Es war bisher der kräftigste Seegang, den wir auf dieser Reise erlebt hatten. Mal abwarten, was mit der versprochenen Grillparty wird.
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Am Nachmittag hatte sich die Windstärke zwar etwas reduziert, aber es war immer noch zu windig, um die Grillparty am Oberdeck zumachen. So wurde kurzerhand unser Aufenthaltsraum mit dem Raum, in dem wir immer unser Mittagessen haben, verbunden und für die Party hergerichtet. Es wurde draußen an einer geschützten Stelle eine Grilltonne aufgestellt und mit Brettern befüllt. Diese wurden angezündet und so flackerte bald ein kräftiges Feuer in dieser Tonne.
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Als eine schöne kräftige Glut entstanden war, legte Rocco, unser italienischer Koch, das von ihm marinierte Fleisch auf den Grill.
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Bald zeigte sich auch der Kapitän in Freizeitkleidung und stellte sich mit einigen Gästen zum Barbeque-Foto ans Feuer.
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Wir wurden bald aufgefordert an unserem Esstisch Platz zu nehmen und kurz darauf wurden wir auch schon bedient.
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Als Vorspeise gab es italienische Spaghetti in einer sehr schmackhaften Knoblauch-Tomaten- und Kräutermarinade, als Hauptspeise dann das Grillfleisch und zum Nachtisch einen Teller Obstsalat. Alles sehr, sehr lecker. Das I-Tüpfelchen bildete dann noch eine große Kugel Vanilleeis. Es waren genug Schälchen übrig geblieben, so dass wir sogar zwei Schalen leeren konnten.

Nachdem Essen begann unser Karaoke-Abend. Es war wirklich sehr lustig und alle haben kräftig – auch schon recht angeheitert durch den getrunkenen Rotwein - ins Mikrofon hinein gesungen. Spät (es war schon nach 23 Uhr) sind wir dann erst ins Bett und in den Schlaf gekommen.

Am nächsten Tag hatte der Wind und der Seegang etwas abgenommen, aber es war immer noch recht windig. Als wir gerade beim Mittagessen saßen, legte sich unser Schiff plötzlich stark auf eine Seite und wir bemerkten, dass wir eine sehr enge, fast rechtwinklige Kurve zogen – mitten auf dem Meer?!? Es wurde dann gleich wieder gegen gelenkt und noch etwas ausgeglichen. So wie es aussieht, hat der Autopilot mal wieder verrückt gespielt.

Es ist heute der 14.11.2017. Eine der nun letzten Nächte ist vorbei und wir warten gespannt auf die Silluette von Buenos Aires. Gegen Mittag gingen wir auf das obere Deck und sahen viele größere Schiffe, die mit uns in Richtung dieser riesigen argentinischen Metropole unterwegs waren.
Das Wasser hatte sich verändert und war überhaupt nicht mehr blau, sondern braun. Also fuhren wir nicht mehr auf dem Meer, sondern auf dem Rio de la Plata. Ab und zu kam uns auch ein riesiges Containerschiff entgegen. Schon gigantisch diese Riesenschiffe, wenn sie nur wenig entfernt an dir vorbei fahren.
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So nach und nach zeigte sich dann am Horizont die Skyline von Buenos Aires. Die Passagiere warteten schon gespannt darauf und freuten sich, dieser Stadt immer näher zu kommen und einen tollen Blick zu erhalten.
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Aber der Kapitän fuhr halt nicht näher an diese Stadt heran, sondern „fiel bald nach recht ab“ und nahm Kurs auf den Rio de Paranagua. Wir fuhren aus diesem riesigen Mündungsdelta (groß wie ein Meer) in einen - wenn man so sagen will – kleinen Fluss. Dieser war auf beiden Seiten gesäumt von grünen Pflanzenteppichen. Die Passagiere an Deck freuten sich über viele neue Eindrücke: Z.B. umgekippte Schiffe in verschiedenen Darbietungsstufen oder andere fotogene Objekte.
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Der Fluss begeisterte uns und wir schauten der Crew auf der Brücke über die Schulter. Diese hatte alle Hände voll zu tun, denn der Fluss hatte es durchaus in sich: leichte Kurven, schwere Kurven und sogar rechtwinklige Flussveränderungen waren zu meistern. Aber der Pilot und auch der Kommandant hatten alles im Griff.
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Bald kam dann eine Brücke (sie befindet sich kurz vor unserer Anlegestelle) in Sicht, unter der wir dann durchfuhren. Dafür hatte die Crew extra den höchsten Mast (einen der Funkmasten) umgeklappt. Wir hatten dann nur noch 5m Distanz zur Autobrücke. Kurz danach sahen wir schon unseren Anlegeplatz und das Schiff wurde auf diesem nicht allzubreiten River seemännisch gedreht.
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Heute hatten wir Freigang. Wir eroberten Zarate (wichtig war für uns, vor allem den Carrefour (Supermercado) zu finden: Wir hatten nicht mehr einen Schluck Wein, kein Bier mehr und vor allem kein Obst. Auch erstanden wir hier französisches Baguette-Brot. Wir mussten uns zurückhalten, nicht gleich hinein zu beißen. Herrlich wieder einmal so richtig gut einzukaufen.

Morgen gegen
Mittag soll es dann unserem ursprünglich geplantem Ziel (Ankunft in Montevideo/Uruguay eigentlich geplant für Anfang Oktober 2017) entgegengehen. Wann werden wir endlich da sein???

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang

Bericht 6 Monat November 2017

Bericht 6: Von Vitoria bis Rio de Janeiro

Wir verließen am Nachmittag Vitoria und genossen noch einmal die herrliche Fahrt zurück in den offenen Atlantik.
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Die kommende Nacht-Fahrt war unspektakulär denn das Meer war wieder außerordentlich ruhig. Nach dem Frühstück erhielten wir die Information, dass wir bald Rio de Janeiro sehen werden. Gegen Mittag wuchs unsere Anspannung und dann tauchte auch schon bald die wunderschöne Skyline von der Mega-Metropole Rio auf. Wir freuten uns riesig, denn wir hatten ja von dieser Stadt schon viel gehört.
1 Zuckerhut vom Schiff aus 30
2 Zuckerhut näher 30
3 Einfahrt nach Rio 30
4 Berg mit Christuststatue 30
5 Gine freut sich auf Rio1 30
6 Gine freut sich auf Rio2 30

Im Vorfeld hatten wir schon unseren Landgang organisiert, denn wir wussten, dass wir erst am nächsten Morgen in der Früh weiterfahren werden. Ein sehr, sehr netter Guide (er hatte wirklich etwas von einem guten Schauspieler) mit dem Namen Hamilton empfing uns an Bord und mit ihm fuhren wir dann zu einigen berühmten Plätzen in Rio. Das ganze für 60 $ pro Person (incl. Eintrittspreis zur Christus-Statue).
7 Wir haben Landgang 25

Zuerst fuhren wir mit ihm (er war auch unser Chauffeur) zu dem riesigen Sportstadion Maracana, welches wir aber nur von außen betrachteten. Danach ging es durch die mit Autos (vor allem Taxis) überfüllte Stadt. Wir erreichten den Ort, wo der berühmte Karneval von Rio abgehalten wird (Sambodromo). Heute war in den touristisch geführten kleinen Läden kaum was los. Ist ja noch ein bisschen hin bis Febr. 2018.
8 Besuch im Sambodromo1 25
9 Besuch im Sambodromo2 25
10 Hamilton und der Karneval 25

Wir besuchten dann noch 2 Kirchen, von denen die eine von Gold und Silber überladen ist und eine andere, die zwar riesige Ausmaße hat, aber ein völlig unattraktiver Betonklotz ist. Wir hatten hier auch nur kurzen Aufenthalt und schon ging es weiter. Nächstes attraktives Ziel ist die Fliesentreppe. Sie ist ein wirklicher Besuchermagnet für Touristen aus aller Welt. Diese wunderschöne Treppe ist das Lebenswerk des chilenischen Künstlers Jorge Selarou. Seit 1990 hat er unermütlich und mit Leidenschaft Fliesen aus 150 Ländern gesammelt und eine öffentliche Treppe damit verziert. Auch Deutschland ist mit verschiedenen Motiven vertreten. Auf die Schnelle habe ich je eine Fliese von Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main gefunden.
11 Fliesentreppe1 25
12 Fliesentreppe2 25
13 Fliesentreppe3 25
14 Fliesentreppe Hamburg 25
15 Gine auf der Fliesentreppe1 25
16 Gine auf der Fliesentreppe2 25
17 Gine und Paul Fliesentreppe 25
18 Gine und Wolfgang Fliesentreppe 25

Wir hatten inzwischen Durst bekommen, denn das Wetter war sonnig und schon ziemlich warm. So bot sich der kleine Händler an, der vor der Treppe stand, um dort etwas zu trinken. Gine und ich tranken einen Caipi für 5 brasilianische Real (ca. 1,25 €). Wirklich gut, schon mit Limette und Eis, ein großartiger Genuss.
19 Caipirinha 25

Dann ging es schon wieder weiter: Das Programm war straff gefüllt. Nächstes Ziel war der Corcovado (der Bucklige) mit der Christus-Statue. Es ging mit dem flotten Mercedes Sprinter in vielen Serpentinen der Statue entgegen. Die Statue ist ca. 30 m hoch und die ausgebreiteten Arme haben eine Gesamtlänge von 28 m. Von der Bezahlstation (Hamilton holte für uns die Tickets) ging es noch einmal durch viel Serpentinen ziemlich steil mit einem Kleinbus-Shuttle zum Fuße der Statue. Mein Gott, was für einen grandiosen Ausblick hat man von hier über die Stadt und auch auf den bekannten Zuckerhut.
20 Blick vom Corcovado1 30
21 Blick vom Corcovado2 30
22 Blick vom Corcovado3 25
23 Christus Statue von hinten 25
24 Christus Statue von vorn 30
25 Christus ganz nah 30
26 Menschen vor der Christus Statue 30
27 Blick auf den Zuckerhut 30

Wir waren hell auf begeistert. Dann mussten wir aber auch schon wieder weiter, denn als Abschluss stand noch der Besuch des Strands an der Copacabana an. Regine begeisterte durch ihre Fröhlichkeit und Heiterkeit alle Mitglieder unserer Gruppe. Sie tänzelte und schwebte wie eine leichte Feder über den weichen weiß-gelben Sand.
28 Abends am Strand von Copacabana1 30
29 Abends am Strand von Copacabana2 30
30 Abends am Strand von Copacabana3 30
31 Abends am Strand von Copacabana4 30
32 Regine im Wasser 30
33 Regine vor dem Zuckerhut 30
34 Gine hält den Zuckerhut 30

Zum Abschluß gingen wir dann noch in ein Restaurant, in dem wir uns entschieden, die Variante all-you-can-eat zu nehmen. Frische herrliche Salate, Sushi, Mozarella-Bällchen, Raclette-Käse, Rührerei und noch viele andere Köstlichkeiten bildeten den Auftakt. Hamilton gab uns den Rat, nicht zu viel davon zu essen, denn das kommende Fleisch wäre ausgezeichnet. Und in der Tat: Es gab so viele Varianten von gegrilltem Fleisch, wie wir es noch nie erlebt hatten. Ein besonderer Genuss war das Fleisch vom ganzen Lammbein, was eine besondere Qualität hatte und uns extrem gut schmeckte. Hamilten fuhr danach eine vollgefutterte Truppe zum Schiff zurück und wir waren dann auch froh um 23:30 Uhr wieder im Bett zu liegen.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang

Bericht 5 Monat November 2017

Bericht 5 und 6: Die weitere Überfahrt nach Südamerika 29. Okt. bis 03. Nov. 2017

6 Tage Meer - also Wasser ohne Ende, Sonne und Wind sowie 3500 km liegen nun vor uns. Diese knappe Woche mussten wir nun irgendwie mit Leben und Aktivitäten ausfüllen. Die Crew der Grande Amburgo sollte uns dabei helfen, die Tage und Zeit abwechslungsreich zu gestalten und zu überstehen. Wir hatten die meiste Zeit eine wirklich ruhige und glatte See und trafen uns oft auf dem oberen Deck, um nach Vögeln, springenden Fischen, und anderen Frachtern Ausschau zu halten. Aber in den ersten Tagen dieser Überfahrt passierte gar nichts. In der Zwischenzeit hatten wir auch aus unserem Mobbi die Campingstühle geholt, um einigermaßen bequem an Bord zu sitzen. Wir versuchten spanische Vokabeln zu pauken und uns in dieser Hinsicht weiter zu bilden. Am 3. Tag sahen wir – welche Freude in dieser Eintönigkeit – einen Fregattvogel auftauchen. Da gab es aber ein Hallo. Leider war es nicht ganz leicht, den Vogel aufzunehmen, da er ziemlich weit oben am Himmel seine Kreise zog.
Fregattvogel1 30
Fregattvogel2 30
An den Abenden bestaunten wir dann immer die am Horizont untergehende Sonne.
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Am 29. Oktober diesen Jahres näherten wir uns dann allmählich dem Äquator, so dass vom Kommandante beschlossen wurde, am nächsten Tag die Äquatortaufe zu feiern. Wir mussten uns am Morgen des nächsten Tages auf der Brücke einfinden. Das Wetter war zwar nicht allzu gut, aber es war um diese Zeit schon recht warm. „Alte“ Kleidung war angesagt und festes Schuhzeug. Als wir auf der Brücke erschienen, war der Meeresgott Neptun schon eingetroffen. Er sah richtig gut aus mit seinem weißen Rauschebart, seiner silbernen Krone und seinem Dreizack, den er auch auch gezielt einsetzte.
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Nach der Begrüßung durch Neptun ging es dann nach draußen aufs Oberdeck, wo alle getauft wurden (eingesetzt wurde ein Meerwasser/Schokoladenmix. Mit einem Pinsel wurden alle ordentlich „eingeseift“.
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Danach mussten wir uns alle in einer Reihe aufstellen und wurden mit einem Feuerwehrschlauch, aus dem Meerwasser herauskam, sauber gespritzt. Dann ging es zum Trocknen und Essen wieder auf die Brücke.
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Der Koch hatte schon die leckeren Pizzateilchen, Schnittchen und andere Köstlichkeiten auf die Brücke gebracht.
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Es war zwar noch sehr früh am Tag, aber wir bekamen doch um diese Zeit schon unseren ersten Rotwein (Chianti). Wir ließen es uns schmecken und prosteten einander zu und ließen es uns gut gehen.
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Zum Abschluss dieser Prozedur überreichte uns dann der Kapitän noch die obligatorische Urkunde. Sie bescheinigt uns, den Äquator überquert und die Taufe über uns haben ergehen lassen.
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An diesem Tag ließen wir dann das Mittagessen einmal ausfallen. Am nächsten Tag, dem letzten Tag des Monats durften wir uns dann noch den Maschinenraum ansehen. Wir waren von der gewaltigen Größe des Motorraumes als auch des eigentlichen Motors mehr als beeindruckt. Hier nun ein paar Bilder von diesem Besuch:
Gine im Maschinenraum 30
Im Maschinenkontrollraum 25
Kolben des Motors 25
Motor Panel 25
Neuer Mitarbeiter 30
Überall Rohre 30
Welle1 30
Welle2 30

Nach diesem beeindruckenden Besuch hatten wir das Frachtschiffprogramm abgearbeitet. Wir nutzten nun den nächsten Tage (das Wetter war gut/sonnig und heiß und der Südatlantik außerordentlich ruhig) zum Entspannen, Erholen und Spanisch-Vokabeln-Lernen. Am Donnerstag den 2. November hatten wir den ganzen Vormittag Regen und so zogen wir mal wieder unser Sportprogramm durch: Tischtennis spielen und Radfahren; Regine machte sich als Yoga-Lehrerin nützlich und ich machte noch ein paar Übungen an der Gewichtsmaschine sowie am Ruderautomaten. Nach dem Mittagessen hörte es auf zu regnen und wir konnten Vögel (wir nannten sie Bubi-Tölpel) beobachten. Wundervolle Segler, die auf der Jagd nach den fliegenden Fischen waren.
Bubi Tölpel1 30
Bubi Tölpel3 30
Bubi Tölpel4 30
Bubi Tölpel7 35

Am Tag darauf kamen wir dem südamerikanischen Kontinent immer näher. Zur brasilianischen Küste waren es nur noch 300 km. Wir konnten nach dem Mittagessen noch einen Gast an Board begrüßen: eine Schiffs-Stelze. Dieser süße kleine Vogel (wir wussten nicht, wie er wirklich hieß und wo er hergekommen war) hatte auf einem der geladenen Bordcontainer eine kleine Wasserpfütze entdeckt, aus der er trank und seinen Durst stillte. Entzückend.
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Schiffsstelze2 25
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Als wir dann am Nachmittag der brasilianischen Hafenstadt Vitoria näher kamen, sahen wir sogar noch kleine Wale, die sich aber immer nur sehr sehr kurz mit ihrer Fluke oder dem Rücken an der Wasseroberfläche zeigten. Als wir sie sahen waren wir wie im Jagdfieber. Leider hatte ich die Kamera gerade nicht dabei und als ich sie dann doch noch geholt hatte, waren diese wundervollen Tiere wieder in die Meerestiefe abgetaucht. Nun liegen wir vor dieser Hafenstadt im nicht mehr allzu tiefem Wasser und warten mit anderen Schiffen auf das Einfahren und Anlegen im Hafen von Vitoria. Eine Nacht mussten wir warten und um kurz nach 2 Uhr kam der Pilot an Bord und bald darauf bewegte sich das Schiff dann wieder. Wir waren auf der Brücke und staunten wirklich nicht schlecht, als nach einigen Minuten vor unserem Schiff ein kleiner Wal und dann ein zweiter größerer auftauchte. Die Tiere sprangen einige Male hoch und tauchten wieder ab. Da keiner von uns nun damit gerechnet hatte (so „kurz“ vor der Stadt) hier noch Wale zu sehen, hatten wir natürlich wieder mal keine Kamera dabei. Wie haben wir uns geärgert. Dann ging es unter einer Brücke hindurch und in das schmale Fahrwasser hinein Richtung Vitoria. Die Fahrrinne war verdammt eng und zu den auftauchenden Felsen war oftmals nur eine handbreit Wasser vorhanden. Der Kapitän und der Pilot sowie zwei Schlepper, die uns inzwischen unterstützen, hatten alle Hände voll zu tun. Als dann endlich unser Ankerplatz erreicht wurde, musste unser 200 Meter langes Schiff dann auch noch an Ort und Stelle gedreht werden. Zum Glück klappten alle Manöver vorzüglich. Nach dem dann das Schiff angeleint war, genehmigten wir uns unseren Nachmittagsdrink.

1 vor Vitoria 25
4 am Felsen gebaut 25
3 vor Vitoria 25
4 am Felsen gebaut 25
5 am Felsen gebaut 25
6 schmale Fahrrinne 25
7 an Felsen vorbei 25
8 an Felsen vorbei 25
9 Kurz vorm Hafen 25
10 Hafen Vitoria 25
11 Ankerplatz am Felsen 25
12 Nachmittagsdrink 25

Mal sehen, ob wir hier noch an Land gehen können bzw. wann wir den letzten Schritt nach Uruguay in Angriff nehmen. Wir wollen endlich an unserem Ziel Montevideo ankommen. Eigentlich sollten wir zwischen 1.00 und 2.00 Uhr in der Nacht ablegen, aber am nächsten Morgen stellten wir fest, dass wir immer noch im Hafen lagen. Wir erfuhren dann (wie immer auf Umwegen über die anderen Passagiere) beim Frühstück, dass unser Kapitän ins Krankenhaus gekommen war und unsere Situation gerade völlig ungeklärt war. Mussten wir hier im Hafen bleiben und auf einen Ersatz warten oder vor dem Hafen warten oder konnten wir vielleicht doch noch mit dem 1. Offizier bis Rio weiterfahren?
Also Rio unser nächster Anlaufhafen ist nun doch noch 3 Tage lang entfernt. Wir erhielten mehrere unterschiedlichen Informationen doch irgendwann kristallisierte sich heraus, dass ein neuer Kapitän eingeflogen wird, mit dem wir dann die Reise fortsetzen werden. Frühester Abfahrts-Termin wird Dienstag der 7. November sein. So hatten wir also volle 3 Tage, uns in Vitoria umzusehen. Am Sonntag Nachmittag (das Wetter war nicht besonders schön – auch immer mal wieder ein Schauer zwischendurch) bestellten wir uns ein Taxi. Wir handelten den Preis von 15 € vorher aus, stiegen dann in einen relativ neuen Wagen ein und ab ging die Post. Es ging durch eine schmuddelige Umgebung und verwirrende Straßeneinfassungen (rot-weiß angemalte große Zementblöcke), die uns in unserer Spur hielten. Ab und zu erkannten wir am Straßenrand eine offene Kneipe, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdiente, aber voller Leben war. Und dann noch zu erwähnende Autowracks bzw. ausgeschlachtete Pkw's, die die Fahrbahn verengten. Schon gewöhnungsbedürftig für uns. Der Taxichaffeur spielte sein ganzes Können aus und fuhr uns (auch bei ampel-rot) durch diese triste Gegend. Dann ging es richtig los: Wir hatten wohl einen Rennfahrer erwischt, denn er beschleunigte auf einer geraden Strecke, auf der 60 km/h erlaubt waren, mal in null-komma-nichts auf 120 km/h und zeigte uns aber auch, dass seine Bremse funktionierte, als ein anderes Fahrzeug (ohne zu blinken) von links auf unsere Spur zog. Wir waren zum Glück alle gut angeschnallt. Nach 25 Minuten waren wir an unserem Ziel. Wir gingen ins Ibis-Hotel uns bestellten uns etwas zu trinken und nutzten das schnelle Wifi um mit den Kindern zu Haus zu Skypen. In einer Churasceria (Restaurant an dem es Fleisch am Spieß gibt) aßen wir unser erstes leckeres brasilianisches Rindfleisch und tranken Caipirinha. Lecker lecker leckero delicioso...
So gegen Mitternacht kamen wir dann wieder im Hafen an und vielen müde ins Bett.
Heute am Dienstag kam der neue Kapitän an Bord und wir erhielten bald die finale Information, dass unser Schiff um 15 Uhr auslaufen wird. Endlich geht es weiter – welche Freude, denn Rio de Janneiro wartet.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang

Bericht 1-4 Monat Oktober 2017

Wer unsere Überfahrt live verfolgen möchte, kann das hier tun: Klick

Bericht 1-4: Die Überfahrt

Wir sind am Montag den 16. Okt. 2017 um 08:00 zum Schuppen 48 im Hamburger Hafen gefahren. Dort lag die Grande Amburgo (unser Schiff für die Überfahrt nach Südamerika) schon vor Anker und wurde beladen. Um kurz vor 11 durften wir dann das Hafengelände befahren und wurden zu unserem Schiff geleitet. Ich staunte, dass wir sofort mit dem Fahrzeug an Bord durften: keinerlei Kontrolle. Für die heutige Zeit schon ein bisschen verwunderlich. Aber gut, uns wurde dann ein Auto-Stellplatz zugewiesen und wir gaben unsere Pässe, die Tickets sowie die Impfpässe ab, nahmen unsere gepackten Taschen und folgten dem Personenbegleiter, der uns in unsere Kabine brachte.
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Kurz danach bekamen wir schon die erste Mahlzeit. Am Mittagstisch lernten wir dann auch gleich unsere „Mitfahrer“ kennen: 2 Schweizer Pärchen sowie ein Paar aus Süddeutschland. Alle sehr sehr nett. Bis zum Abendessen (18 Uhr) sahen wir dann der weiteren Beladung des Schiffes zu. Jede Menge nagelneue Porsche und andere hochwertige Fahrzeuge sowie eine Menge Container wurden verladen. Gegen 20 Uhr gingen wir dann in unsere Kabine zurück und machten uns bettfertig. Das Zuschauen des Beladevorgangs und die Mahlzeiten hatten uns doch müde gemacht. Die Nacht war sehr ruhig und wir haben erholsam geschlafen.
Der folgende Tag begann um 7:30 Uhr, denn da klingelte der Wecker. Ich musste mich beeilen, denn es gab um 8 Uhr Frühstück. Im laufe des Vormittags erfuhren wir, dass das Schiff gegen Mittag 13 Uhr ablegen würde.
An der Hamburger Skyline (insbesondere auch der neuen Elbphilharmonie) fuhren wir die Elbe entlang.
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Als wir Teufelsbrück passierten, verabschiedete Hansi (Bruder und Schwager) uns mit einem weißen Tuch, welches gut zu erkennen war.
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Wir sagten Hamburg Good Bye, Hasta Luego, Arividerci und Tschüss.
Gegen Abend erreichten Cuxhaven und fuhren an der Kugelbake vorbei. Dann ging es mit Lotsen Richtung Feuerschiff 1 weiter und wir fielen bald wieder müde ins Bett.
Nächster Halt wird dann schon in Spanien sein.
Hasta la proxima Regine und Wolfgang


Bericht 2: Die Überfahrt - Bordleben

Nun haben wir schon die ersten Tage des Bordlebens hinter uns gebracht.
Inzwischen kennen wir uns auf dem Schiff schon ganz gut aus und finden unser Zimmer auf Anhieb, denn unsere Zimmertür hat ein Namensschild bekommen.
Türschild 25

Hier nun einmal eine kurze Zusammenfassung eines Tagesablaufs an Bord:
Aufstehen um 07:30 Uhr. Dann fertigmachen zum Frühstück. Das wird um 8 Uhr eingenommen. Wir setzen uns an den gedeckten Tisch. Das was aufgedeckt ist - ist relativ simpel. Weißbrot und übriggebliebene Pizza, dazu Orangenmarmelade, eine Wurstsorte sowie steinhart gefrorene Butter. Zu trinken gibt es italienischen Kaffee (schwarz und bitter wie die Nacht) oder Beuteltee. Danach bis um 11 Uhr haben wir Zeit, unseren privaten Dingen nachzugehen. So haben wir schon im Gymnastik-Raum Sport gemacht, haben gelesen bzw. spanische Vokabeln wiederholt oder sind bei gemischtem Wetter auf dem Deck herum spaziert und haben die „Gegend/das Meer“ beobachtet.
Gine mit Fernglas 25

Auch konnten wir das eine Mal 2 kleine Vöglein mit orangefarbenen Kopf sehen, die auf dem Deck gegen den Wind herum flogen und ab und zu etwas aus dem Fußmatten herauspickten.
Dann geht es um 11 Uhr zum Mittagessen. Immer können wir uns an den gedeckten Tisch setzen und werden dann vom Stewart Luigi bedient. Nach 2 Tagen Abstinenz bekommen wir zu den beiden Mahlzeiten auch eine kleine Flasche Rotwein. Es gibt dann meistens 3 Gänge: eine Vorsuppe und/oder Vorspeise, sowie 2 weitere schmackhafte Gerichte. Danach bekommen wir oft noch ein Stück Obst und oder Kuchen.
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Den Nachmittag verbringen wir dann meist in Gesellschaft der anderen und fachsimpeln, lesen oder puzzeln und trinken ab und zu wieder einen dieser italienischen Kaffee. So verbringen wir die Zeit bis es um 18 Uhr erneut heißt: bitte Platz nehmen zum Essen, der Tisch ist gedeckt. Wiederum gibt es 3 – 4 Gänge und nein kleines Fläschchen Rotwein. Man könnte auch noch Bier und weitere Getränke dazu kaufen, doch wir halten uns mit dem Alkohol noch ein bisschen zurück.
Ja, und nach wird meistens noch ein kleiner Ausflug auf des Oberdeck gemacht, so weit es das Wetter und das noch vorhandene Tageslicht zulassen. Ansonsten müssen wir uns wieder in die unteren Gefilde zurückziehen, da es zu gefährlich auf dem oberen Deck wird. Meistens gehen wir dann um 20:30 Uhr zu Bett und lesen noch etwas, denn nach so einem Tagesablauf sind wir ja ganz schön geschafft.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang


Bericht 3: Die Überfahrt - Bordleben

7 Tage – also eine ganze Woche - sind wir nun schon auf dem Wasser.
Momentan fahren wir an den kanarischen Inseln vorbei. Davor haben wir in Vigo/Spanien Halt gemacht. Wir kamen abends dort an und beobachteten auf dem oberen Deck das Anlegemanöver. In diesem Hafenstädtchen hatten wir am nächsten Morgen die Möglichkeit von Bord zu gehen und die Stadt zu erkunden. Wir gingen mit Brigitta und Paul (sie sitzen beim Essen mit an unserem Tisch) los. Kurz hinter dem Hafentor entdeckten wir einen geöffneten Supermarket. Da es leicht anfing zu tröpfeln gingen wir gleich hinein und schauten uns um. Hier sahen wir all die Dinge, die wir an Bord vermissten: Weißwein, Camenbert und Seranoschinken. Da wir aber noch weiter zum 5 km entfernten Media Markt wollten, entschieden wir uns, diese Köstlichkeiten erst auf dem Rückweg mitzunehmen. Es dauerte doch noch eine ganze Weile, aber endlich erreichten wir das Ziel. Bei Media Markt erstanden wir für unser Tablet eine 64 GB große Mini SD-Karte. Auf dem Rückweg brauchten wir noch dringend eine Pause und kehrten in einem Straßenlokal ein. Wir bestellten uns 4 Glas gekühlten trockenen Weißwein und erhielten dazu noch Erdnüsse, Oliven und Maiskuchen. Für alles zusammen bezahlten wir dann nur unglaubliche 4,40 €. Wir haben mehrmals nachgefragt, ob denn dieser Betrag stimmt, aber die Kellnerin wollte nicht mehr kassieren.
Wir kehrten dann auf dem weiteren Rückweg wieder in den Supermarkt ein und füllten unsere Rücksäcke mit Weißwein (nur 4 Flaschen), Käse sowie Frischkäse und Schinken und gingen voll bepackt zum Schiff zurück.
Grande Amburgo in Vigo 25

Unsere neuen Vorräte verstauten dann wir in unserem „neuen“ Kühlschrank in unserer Kabine.
Kühlschrank auf dem Schiff 25

An Bord erfuhren wir dann, dass sich die Weiterfahrt noch um einen Tag verschiebt. So nutzten wir die Zeit am Nachmittag und installierten die Mini SD-Karte ins Tablet. Wir hatten hier in Vigo eine Internet-Verbindung. So luden wir eine neue App (OsmAnd+) herunter mit der wir unseren aktuellen Standort verfolgen können. Dazu noch über F-droid diverse Karten von den Ländern in Südamerika. So haben wir nun eine ganz einfache, ,aber geniale und neue, als auch kostenlose, Navigationssoftware. Nach dem Abendessen hatten wir noch die Zeit und gingen in eine Kneipe und tranken noch ein paar Feierabend-Biere. Auch hier gab es dazu wieder reichliche Beilagen. Auch alles relativ preiswert.
Nun liegen bis zum nächsten Landgang 5 Tage Bordleben vor uns.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang


Bericht 4: Die Überfahrt – Weiteres Bordleben und dann Dakar

Allmählich haben wir an Bord unsere heimatliche Routine übernommen: aufstehen, frühstücken, Kabine säubern, Sport machen, Wäsche waschen, Mittag essen, nach Meerestieren Ausschau halten (z.B. fliegende Fische beobachten, Delphine sehen wollen, Schilkkröten nachschauen – wir fahren immerhin 32 Std. km/h - Abendbrot essen, noch nett mit den anderen Reisenden zusammen sitzen und erzählen, noch einen Vino trinken, die Sonne untergehen sehen und dann endlich zu Bett gehen. Wir haben mittlerweile auch herausgefunden, dass vieles an Bord nur „Symbolo“ ist: die Wasserspender in den Gängen, die Listen, ob man Malariaprofilaxe haben möchte, die Klimaanlage und das Laufband im Sportraum... In dieser Woche hatten wir aber auch noch eine offizielle Begrüßung (mit Getränken und Essen) durch den Kapitän und seiner Crew. Gesagt hat er allerdings nicht wirklich viel.

Kapitänsnachmittag2 25

Ein weiteres notwendiges Ereignis war die Sicherheitsübung, die wir durchführen müssten. Dabei gab es naturgemäß viel zu lachen; aber so eine Sicherheitsübung ist ja in unser aller Sinn und ist im Extremfall lebensrettend.
Rettungsübung1 25
Rettungsübung2 25
Rettungsübung3 25
Rettungsübung4 25
Bisher konnten wir mit unserem Wetter sehr zufrieden sein. Endlich hatten wir das nördlich kalte Europa verlassen und wir bekamen dieses Jahr doch noch unseren richtigen Sommer. Also immer wieder mal den Sonnenschein auf dem oberen Deck genießen und weiter Ausschau nach Meerestieren halten. Zum Glück hatten wir unser gutes Fernglas dabei.
Regine und das Fernglas 30
Fliegende Fische 30
Fliegende Fische1 30

Am Donnerstag, den 26. Oktober erreichten wir abends in der Dunkelheit Dakar. Wir ankerten vor dem Hafen eine Nacht und wurden von einem afrikanischen Schlepper am nächsten Tag zu unserer Anlegestelle geschleppt.
Unser Schiff und sein Schlepper 30
Unser Schiff und der Schlepper 25

Hier in Dakar war es richtig heiß: bestimmt 35° Celsius und sehr feucht. Wir waren daher sehr froh, dass wir an Bord klimatisierte Räume hatten. Nachdem wir mit der Grande Amburgo unseren Liegeplatz erreicht hatten, begann auch schon das Entladen von diversen Gerätschaften, Containern und Fahrzeugen. Wir standen an Deck und beobachteten das quirlige afrikanische Hafenleben. Viele Pkw's, die nicht mehr fahrbereit waren, wurden von kräftigen Männern geschoben oder von Gabelstaplern einfach an geeignete Stellen geschoben.
In Dakar wird gelöscht 25
Afrika lässt grüßen 25

Über der Stadt fielen uns die vielen Greifvögel auf, die die frühe Thermik für ihre Flüge nutzten.
Greifvögel über den Dächern von Dakar 30

Danach machten wir uns fertig um die Stadt ein wenig zu erkunden. Wir hielten es aber in der Hitze nicht sehr lange aus und steuerten das nächstbeste Lokal an. Wir waren mehr als erstaunt, das wir in diesem schmutzigen Hafenteil (viel Dreck, Abfall und Plastikteile jeglicher Art) ein nach europäischem Maßstäben gemessen sehr gutes, klimatisiertes Lokal mit Internet-Anschluss fanden. Wir aßen eine Kleinigkeit und tranken mal nach „langer Zeit“ wieder ein Bier. Dieses kalte, afrikanische Bier schmeckte hervorragend, hatte einen Alkoholanteil von 5,2 Promille und eine uns ungewohnte Größe von 0,65 Litern.

Nachdem alle ihre Handys genügend traktiert hatten, gingen wir noch etwa 15 Minuten weiter und kamen bald an eine Strandlokal – auch von gehobener Qualität. Auch in dieses Lokal mit dem Namen Lagon1 (genannt blaue Lagune) gingen wir hinein und tranken ein kaltes erfrischendes Getränk.
Die Urlaubs Crew1 25

Am Abend beobachteten wir dann noch das weitere Beladen des Schiffes und gingen dann gegen 23 Uhr müde zu Bett. Das Beladen ging dann ohne uns weiter.
Die Grande Amburgo nahm in dieser Nacht dann schon wieder Abschied vom Senegal und setzte ihre Fahrt so gegen 2 Uhr fort: Südamerika ist das kommende Ziel.

Hasta la proxima
Regine und Wolfgang