Südamerika 2020

 

Im März 2020 beginnt der sechsteTeil unserer Südamerikatour. Die aktuellen Reiseberichte findet ihr hier.

Südamerika Februar 2020 – Bericht 02

Bericht 02 – Febr./März 2020 

Hallo liebe Rewola-Freunde,
hier mein zweiter Bericht:


Nachdem ich am Freitag das Mobbi reisefertig gemacht hatte verabschiedete ich mich am frühen Nachmittag von Timo und Felix (den beiden „Jungs“ vom Uruguay-Storage) und fuhr bei Sonnenschein in Richtung Minas, und dann weiter nach Treinta yTres, einer kleinen Stadt in der Nähe des Nationalparks Quebrada de los Cuervos, wo wir schon früher einmal waren. In Treinta y Tres kaufte ich dann ein und hatte somit wieder frische Lebensmittel an Board.
Danach ging es dann noch ein kleines Stückchen weiter und an einer Nebenstraße zur
Nationalstraße Nr. 8 hielt ich an, um zu übernachten. Ich fragte einen Einheimischen, der gerade aus dem Gattertor eines Grundstücks kam, ob ich hier neben der Sandstraße übernachten könnte und er meinte, dass das kein Problem ist. Vom Verkehr der Hauptstraße hörte ich hier fast gar nichts mehr und nach einem leckeren Abendessen ging ich bald zu Bett. Die Nacht war ruhig und erholsam.
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Am nächsten Tag wurde ich von der warmen Sonne, die in das Schlafzimmerfenster schien, geweckt. Es zwitscherten Vögel und nach einer guten Tasse Kaffee und ein paar Brötchen
ging es zur Hauptstraße zurück und dann weiter Richtung Rio Branco, wo auch die Grenze zwischen Uruguay und Brasilien verläuft. Gegen Mittag erreichte ich die Grenzstation und wurde dann von dort rumsitzenden Beamten in die 4 km entfernte Grenzkontrollstelle geschickt. Dies kam mir schon verdächtig vor. Ich fuhr also weiter und nach 4 km war ich in Brasilien. Es ging über eine schmale Brücke (aber hier gab es keine Grenzabfertigung, sondern nur einen Posten der Armee. Die Jungs vom Dienst hielten mich auch an und kontrollierten das Fahrzeug, aber als ich fragte, wo ich denn die uruguayischen Fahrzeugpapiere abgeben könne wussten sie dies nicht. Sie schickten mich einen Km weiter zur nächsten brasilianischen Polizeistation. Hier musste ich dann meinen Pass abgeben und bekam den Einreisestempel für Brasilien. Na prima, jetzt war ich zwar offiziell in diesem Land, aber auch immer noch ganz offiziell in Uruguay. So geht das alles nicht dachte ich mir und fuhr die knapp 5 km wieder zur ersten Grenzstation zurück.
Hier hatte sich inzwischen eine junge Beamtin an den Schalter der Ausreise gesetzt, der vorher verschlossen war. Endlich konnte ich nun meine Fahrzeugpapiere von Uruguay abstempeln lassen, so dass jetzt schon einmal die Fahrzeuge offiziell aus Uruguay ausgeführt waren. Jetzt brauchte ich nur noch einen Ausreisestempel dieses Landes, den sie aber nicht hatte. Sie sagte ich müsse zum nächsten größeren Einkaufspark fahren, dort würde ich diesen Stempel bekommen. Mir war in der Tat ein größeres Einkaufscenter aufgefallen, aber dort stand nirgendwo ein Hinweis bezüglich der Migration. Ich fuhr auf den vorgelagerten riesigen Parkplatz und war noch gar nicht ausgestiegen, als ein sog. Hilfsposten mich fragte, ob ich zur Migration möchte. Ich bejahte und er lief vor mich her und brachte mich zum Ende des Einkaufszentrums. Hinter diesem Ende gab es tatsächlich dann die Migrationsstelle, an der ich den offiziellen Stempel meiner Ausreise aus Uruguay bekam. Das alles hat irre lange gedauert. Nun hatte ich aber immer noch keine brasilianische Fahrzeugdokumente. Die Dame am Migrationsschalter verwies mich wieder an die nächste Polizeistelle, wo ich schon bzgl. des Einreisestempel in meinem Pass gewesen war. Also fuhr ich dort wieder hin. Es saß noch der gleiche Beamte am Schalter und er erkannte mich auch wieder. Zum Glück verwies er mich an den nun auch besetzen Nebenschalter. Hier sagte mir eine junge Beamtin, die gut englisch sprach, dass sie hier keine Reisedokumente für Brasilien ausstellen. Ich solle einfach mit meinen Papieren von Uruguay weiter fahren und diese bei einer Kontrolle vorzeigen. Allmählich hatte ich von diesem ganzen Theater die Nase voll und sagte mir: Wenn sie dies so sagen,dann ist es wohl so. Danach fuhr ich nun einfach weiter Richtung Pelotas, Rio Grande und dann zurück in Richtung Chuy (Grenze Brasilien/Uruguay). Da die Zeit nun weiter fortgeschritten war, und es langsam dunkel wurde, hielt ich auf dem hinteren Platz einer Tankstelle an und übernachtete. Der Platz war nicht so berauschend und schön sah es hier auch nicht aus, aber ich wollte nicht im Dunkeln weiterfahren.

Am nächsten Tag wurde ich durch laute Traktorengeräusche geweckt. Arbeiter versuchten einen uralt aussehenden Traktor zu starten, was erst nach einigen Versuchen gelang. Da es noch einige Km zur Grenze waren, ging es nach dem obligatorischen Kaffeegenuss weiter auf der gut zu befahrenden Teerstraße. Nach etwa 2 Stunden kam ein Ortsschild, was mir bekannt vor kam: Herminegilde. Ich erinnerte mich, dass wir hier einmal am Strand übernachtet haben und fuhr die 15 Km zum Strand. Hier machte ich es mir dann gemütlich und genoss den restlichen Tag bei einem angenehm kühlenden Wind, aber auch kräftigen Sonnenschein. Ich wechselte ein paar Mal zwischen Innenraum vom Mobil und meinem Camping-Stuhl draußen, denn die Sonne brannte mit einer irren Kraft vom Himmel herunter. Zwischendurch nutzte ich auch noch die Zeit, und buk mir ein Brot.
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Abends war ich mit meinem Mobbi wieder ganz alleine am Strand und das Meeresrauschen und ein herrliches Abkühlen des Fahrzeugs auf angenehme 23° C ließen mich bald einschlafen.

In Chuy angekommen ging ich noch einmal einkaufen (vor allem brasilianisches Obst), denn hier
ist dieses viel preiswerter als in Uruguay. Als allererstes wanderte eine richtig große Papaya in meinen Einkaufswagen. Und auch einige leckere Limetten durften nicht fehlen. An der Grenzkontrolle lief alles ganz entspannt ab: Ich bekam meinen Ausreisestempel und das war's. Es gab keinen brasilianischen Beamten, der meine Fahrzeugpapiere sehen wollte und so kam ich bald darauf zum Kontrollposten von Uruguay. Schnell und unkompliziert erhielt ich den Einreisestempel dieses Landes. Dann ging es zur Aduana und ich legte dem älteren Beamten meine beiden Kfz-Scheine vor. Er gab (mit meiner Hilfe) die Daten in den Computer ein und nach 10 Minuten hatte ich wieder gültige Dokumente für das Mobbi und Motorrad. Glücklich und zufrieden ging es dann ins 40 Km entfernte Punta del Diabolo, wo wir auch schon früher einmal übernachtet haben. Hier war es an diesem sonnigen Sonntag dermaßen voll, dass ich nur noch einen schiefen Platz zum Übernachten bekam. Aber für eine Nacht war diese Schieflage erträglich.
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Einen Spaziergang durch diesen lebhaften Ort - mit seinem herrlichen Strand, seinen bunten Fischerbooten, Kneipen und Restaurants - machte ich nach dem Abstellen des Fahrzeugs. Ich lief zu der Stelle, an der wir schon einmal mit unserem Mobbi gestanden haben. Hier hat sich aber einiges getan und positiv verändert: Was früher verkommen und schmuddelig aussah wurde in künstlerische Hände gegeben und erstrahlt  mitprachtvollen Farben. Neue Bilder sind nun an die Häuserfront gemalt. Und auch der Innenraum dieser eigentlichen Ruine wird wohl neu aufgebaut. Innen ist schon neuer Estrich geschüttet worden, und die offenen Fenster sind nun mit einem Gitter versehen. Sehr schön, dass der Verfall aufgehalten wird. Nur am Dach sollte noch vor dem hiesigen Herbst etwas gemacht werden.
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Tags darauf verabschiedete ich mich von Punta del Diabolo und fuhr zurück Richtung Uruguay-Storage. Da das Wetter aber immer noch so schön ist, machte ich einen Halt in Atlantida und ging noch einmal an den Strand. Es war mit 34° C wieder recht heiß und nur die Meeresbriese verschaffte etwas Erfrischung. Gegen Abend fuhr ich dann zu Timo und Felix und beendete meinen "Kurzurlaub". Morgen wird dann das Motorrad zu Inspektion gefahren und am Mittwoch starten wir dann mit der Reparatur.

Es grüßt euch alle herzlichst
Wolfgang

Südamerika Februar 2020 – Bericht 01

Am 26. Februar 2020 fliege ich von Hamburg nach Montevideo
Der Flug mit KLM war sehr gut und der Service an Board hochklassig. Da hatte ich dann mit der langen Flugzeit von über 20 Stunden kein Problem. Von Amsterdam nach Sao Paulo war das längste Stück Zeit mit 11,5 Stunden doch recht lang; ich konnte aber in dieser Zeit ganz  gut schlafen (auch durch die angenehme ruhige Flugstrecke). Mein Taxifahrer kam pünktlich am  Flughafen an und nahm mich in Empfang. Da wir auf dem Weg zum Uruguay-Storage kaum Verkehr hatten ging die Zeit zu Felix und Timo ruckzuck 'rum. In Sao Paulo hatte es noch heftigst geregnet aber in Uruguay gab es dann keinen Regen mehr und am Himmel war nicht eine Wolke zu sehen, sondern ich sah nur unendlich viele Sterne. Unser Mobbi hat die Warte-Zeit von Dezember bis zum Februar gut überstanden und es ist alles in Ordnung. Ich wurde von Felix in Empfang genommen und ging nach kurzem Auspacken meiner mitgebrachten Teile gleich zu Bett. Wie gut ich doch wieder in unserem Mobbi-Bett geschlafen habe - wunderbar und es war hier angenehmen ruhig!!!
Am nächsten Morgen weckte mich die strahlende Sonne und um 9:00 Uhr stand ich auf und machte mir einen Tee. Kaffee wäre schöner gewesen, aber den muss ich erst einkaufen. Ich werden also heute am 27. gleich mal nach Atlantida fahren und in dem großen Supermarkt einkaufen. 
Dann geht es gleich weiter nach Brasilien (ich muss das Motorrad und das Mobbi außer Landes bringen, denn deren Zeit hier in Uruguay ist abgelaufen. Nach ein paar Tagen werde ich dann in Chuy wieder nach Uruguay einreisen und hoffe, dass ich dann für die beiden Kraftfahrzeuge wieder ein Jahr Aufenthalt bekommen werde. Dann können wir auch die Reparatur des Fahrzeugs angehen. Was ich auf der weiteren Fahrt erleben werde - erahrt ihr im nächsten Bericht.

Bis dahin euch treuen Lesern eine gute Zeit und 
herzliche Grüße vom
Weltenbummler Wolfgang